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Nordseekueste gestrandete Wale sind Sondermuell

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Klaus Merkle

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May 26, 1999, 3:00:00 AM5/26/99
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## Nachricht vom 26.05.99, erstellt von reda...@greenpeace.de
## weitergeleitet durch Klaus Merkle
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Pressemitteilung vom 26. Mai 1999

An Nordseekueste gestrandete Wale sind Sondermuell

Bonn/Hamburg, 26.5.99: An der Nordseekueste gestrandete
Pottwale enthalten so hohe Konzentrationen an Umweltgiften,
dass die Tierkadaver als Sondermuell anzusehen sind. Das
ergaben kuerzlich abgeschlossene Untersuchungen des
Oeko-Institutes Darmstadt, die Greenpeace in Auftrag gegeben
hatte. Es wurden dabei Schadstoffbelastungen von Pottwalen
bewertet, die in den letzten Jahren an der Nordseekueste
gestrandet waren. Bei einigen Schadstoffen wie PCBs
(Polychlorierte Biphenyle) werden im Fleisch und im Fett
dieser Wale nicht nur die fuer Lebensmittel, sondern sogar
die fuer Klaerschlamm maximal zulaessigen Grenzwerte deutlich
ueberschritten. Zwischen 1991 und 1998 sind ca. 100 der
normalerweise im Atlantik lebenden Pottwale im Nordseegebiet
gestrandet, wesentlich mehr, als in den Jahrzehnten zuvor.

Manfred Krautter, Chemieexperte bei Greenpeace: "Die
Untersuchungen der gestrandeten Pott-wale zeigen, dass die
Belastung der Umwelt inzwischen sogar im offenen Atlantik
ein extrem-es Ausmass erreicht hat. Die Freisetzung schwer
abbaubarer Chemikalien muss deshalb schleunigst beendet
werden. Wenn das nicht geschieht, ist das Ueberleben der
Grosswale ernsthaft gefaehrdet."

Juengere Untersuchungen aus den Niederlanden und von
Greenpeace Deutschland wiesen in den Tierkoerpern neben den
klassischen Umweltgiften (PCBs, DDT, Chlorpestizide) auch
hohe Konzentrationen neuerer Dauergifte wie bromierter
Flammschutzmittel (aus Computern, Autos, Elektrogeraeten
usw.), TBT (Biozid in Schiffsanstrichen) und Chlorparaffine
(PVC-Weichmacher u.a.) nach. Diese langlebigen Dauergifte
(auch POPs - Persistent Organic Pollutants ? genannt)
gelangen aus den Konsumprodukten in Atmosphaere und Gewaesser
und werden mit den Luft- und Meeresstroemungen tausende
Kilometer weit transportiert. Schliesslich reichern sie sich
in den Nahrungsketten von Menschen und Tieren an.

Greenpeace fordert von der Chemieindustrie, der
Bundesregierung und der EU, die Freisetzung von Dauergiften
in die Umwelt unverzueglich zu beenden. Die Anwender dieser
Schadstoffe wie die Kunststoff-, Computer- und
Schiffsindustrie muessen auf ungefaehrliche Ersatzstoffe
umsteigen. Zur Beendigung der Freisetzung gefaehrlicher
Chemikalien in die Meeresumwelt hatten sich bereits 1995 auf
der Nordseeschutzkonferenz und 1998 mit den Beschluessen der
Oslo-Paris-Konvention zum Schutz des Nordostatlantiks sowohl
Deutschland als auch die EU verpflichtet - geschehen ist bis
heute jedoch nichts.

Die starke Vergiftung der Wale hat auch Konsequenzen fuer
ihre Entsorgung. Zur Zeit werden tote Wale und Robben meist
in Tierkoerperverwertungsanlagen zu Futtermitteln
verarbeitet. Die Schadstoffe gelangen so in das Futter von
Nutztieren und schliesslich in die menschliche Nahrung. Nach
der von Greenpeace und dem Oeko-Institut vorgelegten
Untersuchung muss diese Praxis von den norddeutschen
Bundeslaendern unverzueglich beendet werden. "Niemand kaeme auf
die Idee, hochbelasteten Klaerschlamm als
Futtermittelrohstoff einzusetzen. Die vergifteten Wale
muessen deshalb als Sondermuell entsorgt werden", so Manfred
Krautter.
Bundesregierung und EU muessen ausserdem das
Futtermittelgesetz aendern, das bislang keinen Grenzwert fuer
PCBs oder die Dauergifte der neuen Generation enthaelt, und
das erlaubt, selbst hochbelastete Futtermittel nach
Streckung mit anderen Futtermitteln in Verkehr zu bringen.


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