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DIR-ML: Die Aufnahmepruefung zu den "Hells Angels" war Gewalt (F

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DIR-Buero

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Jun 9, 1999, 3:00:00 AM6/9/99
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TI: Die Aufnahmeprüfung zu den "Hells Angels" war Gewalt
QU: Frankfurter Rundschau
DA: 09.06.1999
SW: G; Al; Pol
AB: Motorradclub "Hang Around Chapter" sollte Alleinvertretungsanspruch
durchsetzen / Großrazzia der Polizei

Motorradclub "Hang Around Chapter" sollte Alleinvertretungsanspruch
durchsetzen / Großrazzia der Polizei

Von Heidi Niemann (pid)
MORINGEN, 8. Juni. Bei einer großangelegten Razzia gegen die
Mitglieder eines gewalttätigen Motorradclubs hat die Polizei am
Dienstag in 16 Ortschaften in Südniedersachsen sowie im thüringischen
Worbis 22 Wohnungen und Geschäfte durchsucht. Drei Personen, denen
unter anderem versuchter Mord vorgeworfen wird, wurden verhaftet. Bei
ihnen handelt es sich um den 38jährigen Präsidenten des Motorradclubs
"Hang Around Chapter MC Göttingen", den 46jährigen sogenannten
"Kriegsminister" des Clubs sowie dessen 25jährigen Sohn.

Monatelang war zuvor gegen die rund 20 Clubmitglieder ermittelt
worden. Der Motorradclub, der sein Vereinsheim in Moringen (Kreis
Northeim) hat und unter dem früheren Namen "MC Weper/Solling" im
Vereinsregister eingetragen ist, wollte eine Unterorganisation der
berüchtigten Hells Angels werden. Voraussetzung dafür war offenbar,
daß alle übrigen Motorradclubs in Südniedersachsen ausgeschaltet
würden oder sich zumindest nicht mehr mit Clubabzeichen in die
Öffentlichkeit wagten, sagte der Göttinger Polizeisprecher Helmut
Latermann am Dienstag. Bei einer Aufnahme in den Club "Hells Angels
MC North End", die erst nach einer Probezeit stattfinden sollte,
hätte die südniedersächsische Unterorganisation unter dem Schutz der
Hells Angels gestanden und auch Geld erhalten.

Um dieses Ziel zu erreichen, griffen die Mitglieder von "Hang around
Chapter" monatelang zu rüdesten Methoden bis hin zu versuchtem Mord.
Sie überfielen, beraubten und drangsalierten die Mitglieder anderer
Clubs. Den Motorradfahrern wurde mit Zwangsmaßnahmen gedroht, wenn
sie sich mit ihrer "Kutte", mit der sie sich zu einem anderen Club
bekannten, in der Öffentlichkeit zeigten. Mehrere Dutzend
Motorradfahrer seien mit Messern und Baseballschlägern bedroht
worden, außerdem wurden Abzeichen aus den Jacken herausgeschnitten und
Kutten verbrannt. Im Herbst wandten sich deshalb erstmals einzelne
Motorradfahrer an die Polizei.

Der gravierendste Vorfall passierte im Februar im Clubhaus in
Moringen. Ein 25jähriges Mitglied des Motorradclubs "MC Eagles" aus
dem Landkreis Göttingen war dorthin bestellt worden. Den Ermittlungen
der Polizei zufolge traktierten der 38jährige Präsident des Moringer
Clubs und der 46jährige "Sergeant" dort den 25jährigen mit
Baseballschlägern und schlugen ihn auf den Kopf. Der schwerverletzte
Mann, dem unter anderem der Unterkiefer gebrochen wurde, habe nur mit
Glück überlebt, sagte Latermann. Der 25jährige Sohn des Sergeanten
habe das Opfer festgehalten und damit Beihilfe zum versuchten Mord
geleistet. Der Student wurde in Holzminden verhaftet. Der aus
Hardegsen (Kreis Northeim) stammende "Präsident" ist nach Angaben der
Polizei selbständiger Kaufmann, der "Sergeant" Kraftfahrer in
Moringen. Gegen alle drei bestanden Haftbefehle.

Bei der Durchsuchungsaktion wurden unter anderem eine Schußwaffe, 500
Schuß Munition, mehrere Baseballschläger sowie geringe Mengen Drogen
und eine in Duderstadt gestohlene Baumaschine sichergestellt. Der
Bande werden neben versuchtem Mord diverse Raubstraftaten,
gefährliche Körperverletzung, Diebstahl und Verstoß gegen das
Waffengesetz vorgeworfen.

Die Polizei ruft alle ebenfalls drangsalierten Motorradfahrer aus
Südniedersachsen auf, sich an die Ermittler zu wenden. Offenbar
zeigten die Gewalttätigkeiten bereits Wirkung: Laut Polizei haben
sich inzwischen fast alle Motorradclubs in Südniedersachsen
aufgelöst, in den 80er Jahren habe es noch 20 davon gegeben.
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Tel: +49-(0)6421-3 77 22 FAX 3 77 94
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