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Rieger verteidigt Mörder in Hamburg

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Infogruppe Celle

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Aug 27, 1999, 3:00:00 AM8/27/99
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+ Die Welt, Hamburg, Freitag, 27. August 1999
+ taz Hamburg Nr. 5923 vom 27.8.1999
+ Hamburger Morgenpost Freitag, 27.8.99
+ Hamburger Abendblatt, 27.08.1999
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Prozess um Auftragsmord
Der Angeklagte schweigt

10 000 Mark Belohnung für Hinweise auf zweiten TäterVerteidigung und
Nebenkläger werfen Staatsanwalt die Vorenthaltung von Akten vor
Richter unterbricht Verhandlung bis kommenden Dienstag

Von Deborah Knür

Nur mühsam quält sich das Opfer die Stufen zum Gerichtssaal hinauf, schwer
stützt sich die gebeugte Frau auf einen Gehwagen. Ihre linke Seite ist
gelähmt, ihr Gesicht gezeichnet von dem Verbrechen, das Hella E. nur knapp
überlebte. Im Januar soll der mutmaßliche Auftragskillers Peter Zantop
ihren Mann, den Ex-Makler Günter Steppan, mit 32 Messerstichen getötet und
sie selbst schwer verletzt haben. Seit Donnerstag steht der 40-jährige
Zantop deswegen in der Hansestadt vor Gericht. Ihm wird noch ein weiterer
Mord, sowie ein schwerer Raub zur Last gelegt. Mit Zantop sind zwei
weitere Männer angeklagt: der 31-jährige Dogan I. als Mittäter und der 31
Jahre alte Mehmet Y. als Anstifter. Doch der Prozess wurde kurz nach
Beginn unterbrochen: Verteidigung und Nebenklägervertreter warfen dem
Staatsanwalt die Vorenthaltung von Akten vor.
Den mutmaßlichen Mörder lassen die Leiden seines Opfers ungerührt. Zantop
bleibt sitzen, als die Richter den Saal betreten. Der Gerichtszeichnerin
zeigt er den Stinkefinger", die verwaschene Baseballkappe zieht er über
sein Gesicht. Schon in Santa Fu, wo er bis Juni 1998 eine Freiheitsstrafe
von 18 Jahren verbüßte, galt er bei der Gefängnisleitung als Querulant.
Im August 1998 soll Zantop den schwedischen Autohändler Stellan Alfredsson
auf einem abgelegenen Schrottplatz am Moorburger Elbdeich mit einem Schuss
in den Kopf aus einer 9-Millimeter-Waffe getötet haben. Dogan I. soll bei
diesem Mord Mittäter, Mehmet Y. Auftraggeber gewesen sein. Der Schwede
kurdischer Abstammung habe so eine belastende Aussage Alfredssons in einem
schwedischen Prozess gegen ihn verhindern wollen, heißt es in der Anklage.
50 000 Mark Kopfgeld soll Zantop für den Mord erhalten haben.
Unter dem Vorwand, Pakete abgeben zu wollen, soll Zantop dann im Januar
diesen Jahres in die Wohnung des 70-jährigen Günter Steppan am Mundsburger
Damm eingedrungen sein. Die Anklage wirft ihm vor, den Ex-Makler und
dessen damals 49 Jahre alte Lebensgefährtin gefesselt, den Mann mehrfach
mit dem Hammer geschlagen und ihn schließlich mit 32 Messerstichen getötet
zu haben. Hella E. soll er mit fünf Stichen lebensgefährlich verletzt
haben. Außerdem habe Zantop eine Rolex-Uhr, eine Kette und einen Ring
mitgenommen. Im Dezember 1998 soll der mutmaßliche Killer schließlich eine
Weinschule in der Gärtnerstraße überfallen und dem Inhaber und 16
Teilnehmern einer Feier Kreditkarten, Handys und Bargeld in Höhe von 3380
Mark entwendet haben.
Der als Neonazi-Anwalt bekannt gewordene Jürgen Rieger, der Zantop in dem
Prozess vertritt, stritt eine Schuld des Angeklagten zumindest an dem Mord
am Mundsburger Damm ab. Mein Mandant hat diese Tat nicht begangen", sagte
Rieger. Zantop sei zwar in der Wohnung gewesen, aber als das Opfer
erstochen wurde, sei er schon 15 Minuten wieder weg gewesen, so Rieger.
Zantop selbst wollte vorerst zu den Vorwürfen nicht Stellung nehmen.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen den ehemaligen Hamburger
Anwalt Hans-Jürgen H., der verurteilte Betrüger steht in dem Verdacht,
Zantop Mord-Aufträge vermittelt zu haben. Verteidiger und Nebenkläger
seien darüber nicht informiert worden, kritisierten die Anwälte
Staatsanwalt Rolf Lang und beantragten sofortige Akteneinsicht. Richter
Wolfgang Franke unterbrach die Verhandlung bis kommenden Dienstag, bis
dahin sollen die Anwälte Einsicht in die Ermittlungsakte nehmen können.
Wir haben aber bisher keine Hinweise auf eine Beteiligung", sagte Lang.
Das Verfahren, in dem mindestens 160 Zeugen gehört werden, dauert
vermutlich bis weit in das Jahr 2000.
Zum Prozessauftakt gegen Peter Zantop versucht die Hamburger
Mordkommission einen bislang unbekannten Komplizen des mutmaßlichen Lohn-
Killers zu identifizieren. Beamte des Landeskriminalamtes erstellten nach
Zeugenaussagen eine Phantomskizze von dem Mann, der am 11. Januar bei dem
Raubmord am Mundsburger Damm dabei gewesen sein soll. Damals waren der Ex-
Immobilienmakler Günter Steppan getötet und dessen Frau schwerst verletzt
worden. Der Gesuchte hatte als Paketzusteller getarnt an der Wohnungstür
des Ehepaares geklingelt. Die Frau hatte der Kripo später eine
Beschreibung von dem Mann geben können. Zantop selbst hatte in seinen
Vernehmungen keinerlei Hinweise auf den Mann gegeben.
Der gesuchte zweite Täter vom Mundsburger Damm ist 30 bis 35 Jahre alt,
etwa 1,75 Meter groß und schlank. Zur Tatzeit hatte er einen dünnen
Schnauzbart und trug eine Baseballkappe. Die Polizei hat für Hinweise, die
zu seiner Ergreifung führen, eine Belohnung von 10000 Mark ausgesetzt. Die
Mordkommission des Landeskriminalamtes ist unter Telefon 428 65-86 60 oder
428 65-88 47 zu erreichen. zv


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Die Welt, Hamburg, Freitag, 27. August 1999

Der Mörder und sein Nazi-Anwalt

Mammutprozess gegen mutmaßliche Killer eröffnet. Verhandlung bis 2001
angesetzt

Gewehre im Anschlag patroullieren Sicherheitsbeamte auf dem Flur. Im Saal
beherrscht das Klirren von Handschellen und Schlüsselbünden die
Geräuschkulisse, als die drei Angeklagten aus der U-Haft hereingeführt
werden - jeder von drei BeamtInnen begleitet. In dem grössten am
Landgericht verfügbaren Raum nehmen zwei Sitzreihen allein die
NebenklägerInnen ein, Opfer der Verbrechen und deren Angehörige.
Peter Z. hat sich gemütlich auf seinen Stuhl geflezt, die Beine weit von
sich gestreckt. Wie die Zähne eines Walross hängen zwei Bartspitzen aus
seinem Gesicht. Die obere Kopfhälfte ist von einem Baseballcap bedeckt. Er
scherzt mit seinem Verteidiger - dem Blankeneser Jürgen Rieger, der sonst
nur Neo-Nazis vertritt.
Das Gefängnis ist das Zuhause von Peter Z. 18 Jahre hat der 40jährige
bereits hinter Mauern gesessen, nun droht ihm lebenslange Haft. Zwei Morde
wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, dazu einen versuchten Mord und
schweren Raub. Das Gericht selbst spricht von einem "Mammutprozess". Bis
weit ins Jahr 2001 hinein sind die Verhandlungstage terminiert. 160
ZeugInnen aus dem In- und Ausland sollen vernommen werden.
Von Juni 1998 bis Januar war Z. kurz in Freiheit. Knapp zwei Monate nach
seiner Entlassung habe er den ersten Mord verübt, ist die Anklage
überzeugt: Zusammen mit dem Mitangeklagten Dogan L. habe er einen
Autohändler auf einem Schrottplatz in Moorburg mit einem Kopfschuss
hingerichtet. Z. habe den Auftrag von Mehmet Y, bekommen, der ebenfalls
mit auf der Anklagebank sitzt. Der wollte den Autohändler kaltstellen,
damit dieser nicht gegen ihn in einem Prozess aussagen kann. Das Kopfgeld
für den Mord: 50.000 Mark.
Im Dezember habe Z. die MitarbeiterInnen einer Werbeagentur ausgeraubt.
Mitte Januar dann soll Z. zudem in eine Wohnung am Mundsburger Damm
eingedrungen sein. Den dort lebenden Rentner habe er getötet, dessen
Lebensgefährtin lebensgefährlich mit Messerstichen und Elektroschocks
verletzt. Die Frau, als Nebenklägerin im Prozess, muss den Sall auf einen
Gehwagen gestützt betreten.
Peter Z. will sich zu den Anklagepunkten "vorerst nicht" äußern. Das
Verfahren wird am Dienstag fortgesetzt. Elke Spanner

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taz Hamburg Nr. 5923 vom 27.8.1999


Angeklagter glaubt, todkrank zu sein - Sein Anwalt: "Er befürchtet, nur
noch drei bis vier Jahre zu leben"

Killer Zantop: "Mir ist alles egal!"

160 Zeugen, sieben Sachverständige - der Mammutprozess gegen
Auftragskiller Peter Zantop und zwei mutmaßliche Komplizen wird das
Gericht wohl bis ins Jahr 2001 beschäftigen. Fünf Nebenkläger und neun
Anwälte erschienen zum Prozessauftakt. Schon nach eineinhalb Stunden
musste die Verhandlung unterbrochen werden: Akten fehlten.
Ein Raunen geht durch den Raum, als Peter Zantop aus einem gesicherten
Gang, der direkt zum Untersuchungsgefängnis führt, den Gerichtssaal
betritt. Cool geht der 40-Jährige zur Anklagebank, zeigt der
Gerichtszeichnerin den Stinkefinger und zieht sein Käppi tief ins Gesicht.
Nur noch der ungepflegte, an den Seiten herunterhängende Schnauzer schaut
hervor. Dass seine Richter den Saal betreten, interessiert Zantop nicht -
er bleibt demonstrativ sitzen.
Zantops Taten sind "heimtückisch und grausam", klagt der Staatsanwalt an.
Im August 1998 soll er den schwedischen Autohändler Stellan A. mit einem
Kopfschuss getötet haben. Auch auf der Anklagebank: Dogan I. und Mehmet Y.
(beide 31). I. soll bei der Tat geholfen, Y. den Mord für 50 000 Mark in
Auftrag gegeben haben. Grund: Das Opfer sollte in einem Betrugsprozess
aussagen, Y. drohte eine hohe Strafe.
Doch Zantop, der bereits 18 Jahre im Knast saß, wird noch mehr zur Last
gelegt: ein weiterer Mord, ein versuchter Mord und ein schwerer Raub
(siehe Chronik). Brutale Auftragstaten, die der Ex-Rechtsanwalt Hans-
Jürgen H. (57) an ihn vermittelt haben soll. Gegen den Juristen H., der
bereits wegen Betruges im Gefängnis ist, wird wegen Anstiftung zum Mord
ermittelt.
"Uns liegen diese Ermittlungsergebnisse nicht vor, die Verteidigung hat
aber ohne Zweifel Anspruch darauf", sagt Y.s Anwalt und fordert
Akteneinsicht. Das Gericht unterbricht die Verhandlung, entscheidet: Die
fehlenden Akten werden bereitgestellt, erst Dienstag geht es weiter.
Hitzige Diskussion auf dem Gerichtsflur: Es gebe keine Hinweise auf eine
Beteiligung des korrupten Anwalts, so die Staatsanwaltschaft. "Irgendwie
war der involviert - aber wie ist schwer zu sagen", sagt dagegen Jürgen
Rieger, Anwalt von Peter Zantop: "Ich glaube hundertprozentig, dass Zantop
den Mord in Mundsburg nicht begangen hat." Das Opfer Günter S. habe viele
Gläubiger gehabt, die ihm nach dem Leben trachteten. Rieger: "Zantop hat
mir zwar gesagt: 'Mir ist alles egal, ich komme sowieso nicht mehr lebend
aus dem Knast.'" Zantop glaubt, schwer krank zu sein, will nur noch drei
bis vier Jahre zu leben haben, so Rieger, bekannter Nazi-Anwalt: "Zantop
hat ein Anrecht, dass er nicht verurteilt wird."
Und die anderen Verbrechen, die seinem Mandanten zur Last gelegt werden?
"Dazu kann ich nichts sagen. Ich habe noch nicht einmal die Akten dazu
gelesen. Das wäre absurd, die Klärung der Tat am Mundsburger Damm wird
mindestens ein Jahr dauern."
Mühsam schiebt Hella E. derweil ihren Gehstuhl durchs Gewühl. Vorbei an
dem Anwalt, der den mutmaßlichen Mörder ihres Mannes verteidigt. Seit dem
Überfall im Januar 1999 ist sie halbseitig gelähmt: Einer der beiden Täter
schlug ihr mit dem Pistolenknauf auf den Kopf - Schädelbruch. Sie musste
mitansehen, wie ihr Mann erstochen wurde, erlitt selber fünf
lebensgefährliche Stichwunden. Hella E. leise: "Demnächst muss ich wieder
operiert werden."
Doris Brückner

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Hamburger Morgenpost Freitag, 27.8.99

Voller Hohn - und ein Auftrags-Killer? Mammutprozess mit 160 Zeugen und
sieben Sachverständigen

Von BETTINA MITTELACHER
Ihr Gesicht ist bleich und von ihren Leiden gezeichnet. Schwer stützt sich
Hella E. auf ein Gehgerät, langsam schleicht die 49-Jährige in den
Verhandlungssaal. Müde wirkt sie, kraftlos, verbittert. Wen wundert es:
Die Frau hat durch einen brutalen Mord ihren Lebensgefährten verloren,
musste mit ansehen, wie der Killer mit einem Hammer auf ihn einschlug und
ihn erstach; sie selber wurde lebensgefährlich verletzt. Und dann ist da
der Mann, der für diese Grausamkeiten verantwortlich sein soll - und für
viele weitere. Lässig stiefelt der mutmaßliche Auftragskiller Peter Zantop
zu seinem Platz auf der Anklagebank vor dem Schwurgericht. Fläzt sich hin,
mit gelangweilter Miene und zotteligem, ungepflegtem Bart, eine
Baseballkappe mit der Aufschrift "Sporti" tief ins kantige Gesicht
gezogen.Nein, die Kopfbedeckung nimmt er nicht ab. Und aufstehen, wenn das
Gericht den Saal betritt oder wenn die Dolmetscherin vereidigt wird,
antworten, wenn der Richter ihn anspricht - das ist dem 40-Jährigen alles
zu lästig. Unverschämt, durch und durch gleichgültig sitzt er da,
hingelümmelt, die personifizierte Kaltschnäuzigkeit. Sie macht fassungslos
angesichts der entsetzlichen Taten, die dem Hamburger vorgeworfen werden.
Hella E. mustert den Angeklagten einen Moment mit ihren müden Augen, dann
schüttelt sie entgeistert den Kopf.Die 49-Jährige wird noch sehr viel
Kraft brauchen: Das Verfahren ist ein Mammutprozess, in dem zwei Morde,
ein versuchter Mord und ein schwerer Raub verhandelt werden. Ein Prozess,
in dem 160 Zeugen geladen sind und sieben Sachverständige gehört werden.
Die Bluttat vom 11. Januar an der Mundsburg, bei der Zantop den Rentner
Günter S. erstochen und dessen Lebensgefährtin Hella E. lebensgefährlich
verletzt haben soll, ist als heimtückischer Mord angeklagt. Der Täter hat
sich als Paketbote verkleidet Einlass in die Wohnung erschlichen, so die
Staatsanwaltschaft. Dann hat er die Opfer gefesselt, ausgeraubt, ihnen
Kapuzen über die Köpfe gezogen und ihnen versichert, es werde ihnen nichts
passieren. Um dann mit einem Hammer auf den 70 Jahre alten Ex-Makler
einzuschlagen und ihn mit 32 Messerstichen zu ermorden. Hella H. erlitt
einen Schädelbruch und wurde ebenfalls mit etlichen Messerstichen
attackiert. Im Zusammenhang mit dieser Tat fahndet die Polizei mit einem
Phantomfoto (oben) nach einem 30 bis 35 Jahre alten Komplizen.Und am 5.
August 1998 soll Peter Zantop den schwedischen Autohändler Stellan A.
unter einem Vorwand zu einem Schrottplatz in Moorburg gelockt haben. Dort
habe er den 30-Jährigen ermordet, mit einem Kopfschuss aus kürzester
Entfernung. Für diese Bluttat hat Zantop laut Ermittlungen 50 000 Mark
Kopfgeld kassiert. Denselben Betrag, den auch der als Mittäter angeklagte
Dogan I. (31) erhalten haben soll. Beide sollen den Mord im Auftrag des
ebenfalls angeklagten Mehmet Y. begangen haben. Das Motiv ist, so die
Staatsanwaltschaft, ein Strafverfahren in Schweden, in dem der 31 Jahre
alte Mehmet Y. angeklagt war und in dem Alfred S. als Zeuge aussagen
sollte. Und schließlich wird Zantop, der bereits 18 Jahre wegen diverser
Raube im Knast gesessen hat, zur Last gelegt, am 10. Dezember 1998 den
Inhaber eines Weinladens mit vorgehaltener Pistole überfallen zu haben, um
ihn auszurauben.Er werde "vorerst nicht" aussagen, murrt Peter Zantop. Das
Gleiche erklärt der Angeklagte Mehmet Y. Lediglich Dogan I. will Angaben
machen. Doch auch das wird noch dauern. Am ersten Verhandlungstag geht es
zunächst im Wesentlichen um Ermittlungsakten bezüglich des wegen Betruges
verurteilten Ex-Anwaltes Hans-Jürgen H. Eine Zeugin hatte behauptet, der
57 Jahre alte Jurist, der zusammen mit Zantop im Gefängnis gesessen hatte,
habe dem mutmaßlichen Lohnkiller die Aufträge besorgt. Bis diese Akten
herbeigeschafft werden, wird der Prozess bis zum kommenden Dienstag
vertagt. Jede Menge Zeit also für Zantops Verteidiger Jürgen Rieger, sich
im Licht der zahllosen Fernsehkameras zu sonnen. Er habe das Mandat
übernommen, sagt der vorwiegend für die Verteidigung von Neonazis
bekannte, bereits selber wegen Verwenden von NS-Symbolen verurteilte
Anwalt, weil er "zu 100 Prozent glaubt, dass Zantop den Mord an der
Mundsburg nicht begangen hat", sagt Rieger lächelnd. "Ich bin überzeugt,
dass er in der Wohnung war als Paketübergeber, aber beim Mord war er
längst weg." Im Übrigen sei es Zantop "schnurzegal, ob er hier fünf Jahre
bekommt oder lebenslänglich." Denn er sei "schwer krank und hat nur noch
vier Jahre zu leben".

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Hamburger Abendblatt, 27.08.1999

dokumentiert durch:

*ANTIFASCHISTISCHE INFOGRUPPE CELLE*
Post: Buntes Haus, c/o AIG-Celle, Hannoversche Str. 30f, 29221 Celle
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