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[A-Infos] (de) Erklärung einer INE-Delegierten zur WTO/Hintergrundinfos

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I-A...@anarch.free.de

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Dec 9, 1999, 3:00:00 AM12/9/99
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A - I N F O S N E W S S E R V I C E
http://www.ainfos.ca/
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Seattle und die Welthandelskonferenz


Es wird geschätzt, daß über 50.000 Personen sich wegen des WTO-Treffens in
Seattle einfanden.

"Im Jahr 1995 gegründet, ist die WTO eine machtvolle neue Agentur des
globalen Handels, die das Allgemeine Abgekommen zu Handeln und Preisen
(GATT) in durchsetzbaren globalen Handelscode umgesetzt hat. Die WTO ist
einer der hauptsächlichen Mechanismen der globalen Konzerne. Die über 700
Seiten der WTO-Regularieren sind ein System des von den Konzernen
beherrschten Handels. Unter diesem System, beherrscht die wirtschaftliche
Effizienz, die sich in kurzfristigen Konzernprofit ausdrückt, alle anderen
Faktoren. Entscheidungen, die die gesamte Ökonimie betreffen, werden in
einen Privatsektor verlagert, während soziale und Umweltkosten von der
Öffentlichkeit getragen werden sollen."

Indigenen Personen aus Kanada und den USA war es aufgrund von
Unterstützung durch das Indigenous Environmental Network [Indigenes
Umweltnetzwerk] und von Seventh Generation zusammen mit dem Indigenous
Women's Network und anderen indigenen Organisationen möglich, fünf Tag in
Seattle zu verbringen und in Arbeitsgruppen ihre Mitglieder und die
Öffentlichkeit darüber zu informieren, welche Auswirkungen die WTO und die
internationalen Handelsabkommen auf die indigenen Völker der Welt haben
werden.

An den offiziellen Treffen konnten sie nicht teilnehmen. An dem Meeting
nahmen auch Delegierte von indigenen Völkern aus Zentral- und Südamerika
sowie aus dem Pazifischen Raum teil.

Zentrale Anliegen der indigenen Völker sind Themen wie Forstwirtschaft,
Biodiversität und Biopiraterie, dauernde Umweltschäden durch organische
Stoffe, Selbstbestimmung und Verträge, Militarisierung des indigenen
Landes, Landwirtschaft, Fischerei, Menschenrechte/indigene Rechte, sowie
Land und Territorien.

Während einige Führer von Gemeinden/Völkern anwesend waren, ist es doch
deutlich, daß die Anliegen der indigenen Völker bei den offiziellen WTO-
Gespräche keinen Platz hatten. Dies ist insbesondere darum ärgerlich, weil
sich der größte Teil der wertvollen natürlichen Resourcen der Welt auf
indigenem Land befindet.

Die Organisatoren des parallel stattfindenen indigenen Meetings sagten,
daß die ökonomische Gloablisierung die indigenen Kulturgemeinschaften und
ihre traditionelle Subsistenzwirtschaft gefährdet durch den Kahlschlag von
Wäldern, die Zerstörung von Fischgründen, durch die Entwurzelung der
Bevölkerung und indem sie die Macht der indigenen Völker über ihre Land
und ihre natürlichen Resourcen untergraben.

"Die Liberalisierung von Handel und Bergbau erlaubt den Konzernen freien
Zugang zu indigenem Land, ermöglicht es ihnen, die indigenen Völker zu
enteigenen und sich die Rechte über ihre Resourcen anzueignen," sagte
Victoris Tauli-Corpuz vom Indigenen Netzwerk für Politische Forschung und
Erziehung von den Philippinen.

Delegierte aus Kolumbien und anderen südamerikanischen Ländern sagten, die
gegewärtige WTO-Politik habe Mord, Völkermord und die Vertreibung
indigener Völker gefördert.

An der Demonstration am 30.11. nahmen schätzungsweise 50.000 Leute teil
und sie brachte indigene Völker, Gewerkschafter, Umweltschützer und
Einwohner von Tibet, den Philippinen und Vietnam zusammen.

Jugendliche aus allen Nationen stellten die meisten Teilnehmer der
Demonstration. Wir gingen in der Nähe von Lynda Chavez, der Tochter des
Vorsitzenden der Vereinigten Landarbeiter in Amerika, Cesar Chavez und wir
hörten, wie ein anderer Gewerkschafter sagte: "Ich habe richtig einen Kloß
im Hals bei dieser überwältigenden Demonstration von Solidarität unter den
Völkern der Welt, es ist einfach großartig."

Was alle Demonstranten verband, war das Anliegen, die WTO zu stoppen,
bevor nicht die Interessen der normalen Bürger berücksichtigt werden.

Alle "inoffiziellen" Teilnehmer des Treffens meinen, daß keine weitere
Treffen der Politiker "hinter verschlossenen Türen" mehr stattfinden
dürfen, da die Folgen der dort getroffenen Beschlüsse große Auswirkungen
auf die Bevölkerung der Welt haben wird.

Diese Meinung wurde zum Ausdruck gebracht, als das offizielle WTO-Treffen
nicht beginnen konnte und viele offizielle Delegierte nicht ihre Hotels
verlassen konnten. Die Demonstrationen wurde gewalttätig, als die Polizei
anfing, unbeteiligte Passanten und Demonstraten mit Tränengaskanistern zu
beschießen. Die Demonstration dauert bis lange in die Nacht und bis zum
Morgen wurden mehr als 300 Personen verhaftet. Große Gebiete der
Innenstadt waren von Polizei und Nationalgarde gesperrt worden und der
Notstand durch die Stadtverwaltung und den Gouverneur des Staats
ausgerufen worden.

Die Polizei nahm das Verhalten einiger zum Anlaß, alle Anwesenden an der
Äußerung ihrer Meinung zu hindern. Viele Medien konzentrierten sich auch
auf Bilder von zerbrochenen Scheiben und Sachschäden anstatt auf Themen -
Themen, die die Leute zusammenbringen.

Ein großes Gebiet rund um das WTO-Konferenzzentrum wurde von der
Nationalgarde abgeriegelt und niemand durfte dieses Gebiet betreten. Am
Ende waren über 500 Personen verhaftet worden.

Was nach allem eindeutig ist: normale Bürger wollen mitreden dabei, wenn
Ereignisse ihr Leben, ihre Gemeinden, ihre Arbeitsplätze und ihr Land
betreffen.

-Reported by:
Priscilla Settee,
Indigenous Women's Network Canada and National Council member of the
Indigenous Environmental Network
<Priscill...@usask.ca>

Translation: AS...@anarch.free.de

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