>Einer der wenigen noch lebenden deutschen Spanienkämpfer ist Fritz
>Teppich aus Berlin.
>Er hat kürzlich unter dem Titel "Die kurzen Beine des Ken Loach"
>eine Dokumentation zu dem seit 1996 gezeigten Film "Land and
>freedom" herausgegeben. Hier entlarvt er insbesonders anhand von
>Schlüsselszenen die verfälschenden Darstellungen, Lügen und Le
>gendenbildungen dieses Machwerks. Er faßt nochmals die Ausgangslage
>und wesentlichen Ereignisse des Krieges in Spanien zusammen und
>verdeutlicht den Anteil -insbesondere der POUM- an der
>Niederschlagung der Spanischen Republik. Es wird klar, daß diese O
>rganisation keineswegs das Opfer "stalinistischer" Kommunisten war,
>sondern Mitschuld an der Niederlage trägt, ihren Untergang selbst
>herbeigeführt hat. Dabei bleibt Fritz Teppich streng bei der
>zutreffenden Gewichtung und vergißt -im Gegensatz zu Ken L oach-
>nicht, daß die aktive und passive internationale Unterstützung
>entscheidend für den Sieg des spanischen Faschismus war.
>
Die Broschüre hat eigentlich nur eine Funktion. Sie ist ein
wütendes Gekeife, basierend auf seit Jahrzehnten gepflegten
Lügen und Verdrehungen. Das so etwas wieder einmal erscheint,
ist gleichzeitig traurig und bezeichnend. Traurig deswegen,
weil da ein alter Kommunist offensichtlich nichts gelernt hat
und seine Lebenslüge mit ins Grab nehmen wird. Bezeichnend,
weil es zeigt, wie sehr der Film von Ken Loach an den Grundfesten
derjenigen rüttelt, die bislang glaubten, eine Art "kulturelle
Hegemonie" in der Deutung der spanischen Revolution ausüben zu
können. In der BRD ist diese durch die Forschung und die
Erlebnisberichte aus anarchistischer und linkskommunistischer
Perspektive seit 1968 gründlich demontiert worden. In der DDR
aber war jede andere Deutung als die stalinistische ausgeschlossen,
der "Kulturschock" kam erst mit dem Film von Ken Loach; dafür
fällt er um so heftiger aus. Deshalb auch die erbitterten
Reaktionen auf dem PDS-Historikerkongreß und in der Nachfolge
das Pamphlet von Fritz Teppich.
Irgendwie bizarr übrigens, daß die Ursprungsmail ausgerechnet
über den Account der Beimler-Gesellschaft kommt. Immerhin
halten sich seit Jahrzehnten hartnäckig die Gerüchte, daß
"der Schuß, der wohl erwogen" Hans Beimler zur Strecke brachte
aus den eigenen Reihen kam und dies nicht eben zufällig...
Wer sich die Broschüre besorgen sollte und anschließend etwas zum
Nachspülen braucht, dem empfehle ich die neue Ausgabe der "Aktion"
aus Hamburg. Diese enthält ein ausführliches Dossier über den
bekannten italienischen Anarchisten Camillo Berneri, der im Mai
1937 in Barcelona von der GPU-Schergen Stalins und Togliattis
ermordet wurde.
DIE AKTION 170/174, ed. nautilus, Am Brink 10, 21029 Hamburg
Das Fritz Teppich zwar einer der letzten, aber nicht DER letzte
lebende Spanienkämpfer ist, mag mensch in der Ausgabe 121 der
DIREKTE AKTION nachlesen, in der sich ein Interview mit Heinrich
Friedetzky findet, der - pikanterweise - als Anarcho-Syndikalist
bei den Internationalen Brigaden wenige Jahre später in einem
deutschen KZ gelandet ist.
DIREKTE AKTION, Wittelsbacher Allee 45, 60316 Frankfurt/Main
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* KEIN GOTT, KEIN CHEF, KEIN STAAT *
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