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Treffen: Jeden Di, 20.00 Uhr. Anarchistische Buchhandlung; Hahng. 15, A-1090 Wien.
Mit diesem Internetdienst versenden wir sowohl aktuelle Informationen,
Terminankuendigungen, als auch theoretische Texte etc. Grundsätzlich
verstehen wir ihn als offenes Medium, daß heißt, daß wir auch Zusendungen
anderer linker Gruppen/Personen weiterverbreiten.
Zusendungen, die wir über RBH-Online weiterverbreiten sollen,
bitte entsprechend kennzeichnen. Wir verschicken die Nachrichten
grundsätzlich an alle, von denen wir glauben, daß sie sich
vielleicht dafür interessieren könnten. Wenn ihr sie nicht
mehr bekommen wollt, reicht eine kurze Nachricht an uns.
Aktion gegen Pro-Life
Die Abtreibungsgegner von Pro-Life veranstalten am Freitag den 27.8.99
wieder eine Kundgebung mit anschließender Messe vor bzw. im Stephansdom.
Daher gibt es eine Gegenkundgebung
Ort: Stock-im-Eisen-Platz
Zeit: Freitag 27.8.99 ab 17.00
Um zahlreiches Erscheinen plus Transparenten, Megaphonen etc. wird ersucht!
Gegen die reaktionäre Hetze:
Uneingeschränkte Selbstbestimmung von Frauen!
Am 27.8. 1999 findet erneut ein Marsch von rechtskatholischen
Abtreibungsgegnern in Wien sein Ende. Dieser wurde von der ôJugend
für das Leben" organisiert und von Weihbischof Andreas Laun
unterstützt. Der Marsch hat in München begonnen, die Organisation
durfte an diesem Tag keine Messe im Münchner Dom abhalten, weil Laun
zuvor die deutschen Bischöfe in der Abtreibungsfrage kritisiert
hatte. Er hat sich gegen die Fortsetzung der an sich schon
reaktionären kirchlichen Schwangerenberatung in der BRD ausgesprochen
(dort konnte bisher und auch jetzt eine Abtreibung nur nach dem
Aufsuchen einer kirchlichen Beratungsstelle vorgenommen werden). Dies
sagt eigentlich schon genug über die Position von Laun und Co. aus.
Jede Frau hat das Recht auf Selbstbestimmung, und dazu gehört auch
die Entscheidung, ob sie ein Kind haben will oder nicht. Es geht um
ihren Körper und um ihr Leben. Niemand hat das Recht, sie in ihrer
Freiheit einzuschränken.
Natürlich ist es in der Praxis nicht so, denn wir leben im
Patriarchat: So werden Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch
vornehmen lassen, als Mörderinnen beschimpft. Vor allem Kirche und
konservative Kreise tun sich dabei besonders hervor: sie würden
Frauen lieber wieder als reine Gebärmaschinen sehen, denn laut
Pro-Life Aktivist Fischer bedeuten 20 Jahre Abtreibung 2,3 Millionen
verlorener (!) Kinder, ôdie jetzt, natürlich auch als Steuerzahler
fehlen". Auch der Salzburger Weihbischof Andreas Laun hat dies
erkannt, da er nämlich die Abtreibung als Gefahr für den
Weiterbestand des Abendlandes sieht. Wörtlich: ôMakaber zu denken,
wie viele gesunde (!) Kinder, die wir dringend brauchen würden, der
Abtreibung zum Opfer fallen." Brauchen als was? Als Kanonenfutter,
als neue Gebärmaschinen, für die Fließbandarbeit?
Hier geht es nicht nur um religiösen Wahn und überkommene
Moralvorstellungen, hier geht es um beinharte wirtschaftliche
Interessen.
Der ôWert" von Kindern wird an ihrem Nutzen für Staat und Wirtschaft
bemessen. Deshalb auch gesunde Kinder, nicht wahr? Darum wird ja auch
von Konservativen ein Auge zugedrückt und die Frist für eine
Abtreibung verlängert, wenn das Kind behindert sein könnte, man muß=20
schließlich mehr Zeit geben um rauszufinden, ob es mal
ôminderwertiges" Menschenmaterial wird - das ist übelst faschistoid.
Unsere Ablehnung der selektiven Abtreibung ist nicht als
Schützenhilfe für die Abtreibungsgegner mißzuverstehen. Ob ein
Schwangerschaftsabbruch durchgeführt wird oder nicht, muß immer der
freien Entscheidung der Frau unterliegen. Die ökonomische
Verwertbarkeit darf niemals ein Kriterium für Geburtenkontrolle sein,
ebensowenig wie Rassismus. So will man hier, daß Frauen möglichst
viele Kinder kriegen, die nationale Geburtenrate muß gesteigert
werden, sonst droht ja die ôÜberfremdung".
International wird versucht, die ôkatastrophale Überbevölkerung" in=20
der sogenannten ôDritten Welt" in den Griff zu bekommen. Über
Familienplanungsprogramme, Zwangsabtreibungen, Zwangssterilisationen
und die zwangsweise Verabreichung der Drei-Monats-Spritze soll dort
die Bevölkerung reduziert werden. Bei Nichtbefolgung wird den Staaten
mit der Streichung westlicher Kredite gedroht. Es wird immer
versucht, Frauen das Recht auf Selbstbestimmung, insbesondere die
Selbstbestimmung über ihren Körper, einzuschränken oder ganz zu
entziehen.
Entscheidet sich eine Frau für eine Abtreibung, muß sie erst ein
ôBeratungsgespräch" über sich ergehen lassen, in dem sie oft genug
unter enormem Rechtfertigungsdruck steht. Anschließend muß sie sich
auf die Suche nach einer Krankenanstalt oder einem Ambulatorium
machen, welches eine Abtreibung auch durchführt, und wo sie möglichst=20
anonym bleiben kann. Die Krankenkassen zahlen natürlich auch nicht
(warum wohl?!), also muß auch das Geld von S 10.000,- aufwärts
besorgt werden, was oft genug ein Problem darstellt.
Es ist kein leichter Schritt, einen Schwangerschaftsabbruch machen zu
lassen, und dann kommen noch die arroganten, selbstgefälligen Ärzte
(können sich zwar weigern, machen es aber meist wegen der Kohle) und
das Krankenhauspersonal, die eine Frau deswegen oft genug mit
Verachtung bedenken. Anschließend muß sie sich auch noch von
Klerikal-Faschisten und anderen beschimpfen, sowie mit Gebeten,
manipulativen Bildern und sonstigem moralischem Gewäsch beläßtigen
lassen. Schluß damit! Die Entscheidung, ob eine Schwangerschaft
fortgesetzt wird oder nicht, muß ausschließlich Sache der Frau sein.
Alle Versuche, Frauen gegen ihren Willen zur Fortsetzung einer
Schwangerschaft, ob durch gesetzliche Fristen, Zwangsberatung oder
moralischem Druck, zu bringen, gehen davon aus, daß der Staat sich
das Recht herausnimmt, über Lebensweg und -planung von Frauen zu
entscheiden. Schluß damit!
Für die Selbstbestimmung aller Frauen!
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