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Frauen gruenden anders

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CONTRASTE e.V.

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Jul 16, 1999, 3:00:00 AM7/16/99
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Aus CONTRASTE Nr. 175:

Frauen gruenden anders!


Frauen machen sich oft aus anderen Gruenden selbstaendig als
Maenner. In der Regel wollen sie eher
ideelle als oekonomische Ziele verwirklichen, aber von ihren
Idealen
auch leben koennen. Die Verbindung von selbstbestimmter
Arbeit,
beruflichem Erfolg und gesellschaftlichem Engagement stellt
fuer immer mehr Frauen eine Alternative
zum Angestelltendasein dar.

Die meisten Frauen jedoch, die den Schritt in die
Selbstaendigkeit wagen, zoegern lange. Und dies, obwohl ihr
Lebensund Berufsweg von Qualifikationen "gepflastert"
ist. Sie verfuegen ueber (mindestens) eine Ausbildung oder
haben studiert, koennen auf unterschiedlichste
Berufserfahrungen zurueckblicken, waren Haushaltsmanagerin
oder machten in einem traditionellen Unternehmen Karriere,
stiessen dort an die "glass ceiling", die "glaeserne
Decke", die einen weiteren beruflichen Aufstieg (fuer
Frauen!)
unmoeglich macht, oder aber sind arbeitslos gemeldet und
wollen nicht laenger auf "fremdbestimmte Alternativen
warten".

Frueher wurde eine solch' bunte Biographie scheel angesehen
(soziologisch war gar die Rede von "Bruechen im
Erwerbsverlauf") - mittlerweile jedoch, spaetestens seit
Mitte der neunziger Jahre, gelten diese "bruechigen
Biographien" als Erfolgsgarant! Sie entsprechen den
zeitgemaessen Anforderungen an Flexibilitaet und Mobilitaet,
weisen soziale Kompetenz und fachliche Qualifikationsvielfalt
nach und koennen als Garantie dafuer gelten, dass diese
Frauen
Mehrfachbelastungen gewachsen sind.

Insofern ist es nur schluessig, dass die meisten Frauen,
die sich selbstaendig machen, erfolgreich sind: sie sind
hoch qualifiziert und motiviert, aber vorsichtig, eher
bescheiden als risikofreudig, gehen dadurch erheblich
seltener in Konkurs, beschneiden sich aber zugleich in ihren
Moeglichkeiten.

Dieses Buch soll Ihnen helfen, der Gefahr der
"Selbstbeschneidung" zu entgehen. Wenn wir Unternehmerinnen
sein wollen, muessen wir nicht traditionellen
(=maennlichen) Mustern folgen. Wir entwickeln unsere
eigenen. Wir haben keine Frau, die uns den Ruecken frei
haelt - wir selbst halten ihn uns frei. Wir muessen keine
sechzig Stunden die Woche arbeiten - wir leben nach einem
oekonomischen Zeitkonzept, das uns auch noch Zeit
fuer unsere sozialen Beziehungen erlaubt. Wir muessen
nicht 24 Stunden am Tag verfuegbar sein - wir koennen
ein Handy auch ausschalten und sind dennoch perfekt
organisiert.

Auf Millionenkredite koennen wir gegebenenfalls verzichten -
der Verschuldungsgrad ist fuer uns kein Erfolgsindikator.
Auch
investieren wir lieber in die Zukunft als
in Schrott: PS sind uns gleichgueltig, und eine "rasende
Expansion" entspricht auch nicht unbedingt unseren
Vorstellungen von einer geschaeftlichen Entwicklung: Ein
kleiner gruener Zweig ist uns lieber als ein grosser,
morscher
(was nicht ausschliesst, dass aus dem kleinen gruenen Zweig
ein
grosser oder, noch besser: eine ueppige
Baumgruppe wird).

Wir brauchen keine "Chefin": wir kooperieren - mit
PartnerInnen inner- und ausserhalb unseres Unternehmens - wir
entwickeln eigene Fuehrungsmodelle, unseren Stil, der
unabhaengig ist von mamorgefliesten Eingangsbereichen und
sterilen Buerobunkern, wir ziehen
der Kommunikation mit Maschinen die Kommunikation mit
Menschen vor - und wir stellen uns Fragen:

Wie kann ich herausfinden, ob meine Geschaeftsidee
"erfolgversprechend" ist? Gruende ich alleine oder mit
anderen
zusammen? Wie finde ich Gleichgesinnte? Wie
sieht ein Exposé aus - der professionelle Businessplan?
Gibt es unkonventionelle Methoden der Oeffentlichkeitsarbeit?
Wie kann ich ueberregional taetig werden? Wie schuetze ich
mich
vor Selbstausbeutung? Was muss ich selber
koennen bzw. wissen? Was kann ich outsourcen? Wie finde
ich meinen Preis fuer meine Leistung? Wie werte ich meine
Mitbewerbsbeobachtung aus? Wie manage ich meine
Finanzen? Welche Controlling-Instrumente gibt es?

Auf diese und weitere Fragen geht das Buch mit
(Original-)Beispielen ein und bietet eine Fuelle von
Anregungen
und Ideen. Checklisten und Testfragen geben praktische
Hilfe.

Originalvorwort

Angelika Huber: Existenzgruendung fuer Frauen. 186 Seiten,
mvg-verlag, ISBN 3-478-85140-8

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CONTRASTE ist die einzige ueberregionale Monatszeitung
fuer Selbstorganisation. CONTRASTE dient den Bewegungen als
monatliches Sprachrohr und Diskussionsforum.

Entgegen dem herrschenden Zeitgeist, der sich in allen
Lebensbereichen breitmacht, wird hier regelmaessig aus dem
Land der gelebten Utopien berichtet: ueber Arbeiten ohne
ChefIn fuer ein selbstbestimmtes Leben, alternatives
Wirtschaften gegen Ausbeutung von Menschen und Natur,
Neugruendungen von Projekten, Kultur von "unten" und viele
andere selbstorganisierte und selbstverwaltete
Zusammenhaenge.

Desweiteren gibt es einen Projekte- und Stellenmarkt,
nuetzliche Infos ueber Seminare, Veranstaltungen und
Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt.

CONTRASTE ist so buntgemischt wie die Bewegungen selbst und
ein Spiegel dieser Vielfalt. Die Auswahl der monatlichen
Berichte, Diskussionen und Dokumentationen erfolgt
undogmatisch und unabhaengig. Die RedakteurInnen sind selbst
in den unterschiedlichsten Bewegungen aktiv und arbeiten
ehrenamtlich und aus Engagement.

Die Printausgabe der CONTRASTE erscheint 11mal im Jahr und
kostet im Abonnement 80 DM. Wer CONTRASTE erstmal
kennenlernen will, kann gegen Voreinsendung von 10 DM in
Briefmarken oder als Schein, ein dreimonatiges Schnupperabo
bestellen. Dieses laeuft ohne gesonderte Kuendigung
automatisch aus.
************************************************************
Zusaetzlich gibt der CONTRASTE e.V. einmal im Jahr die BUNTEN
SEITEN heraus. In diesem nun schon im 15. Jahrgang
erscheinenden Adressenverzeichnis mit ca. 12.500 Anschriften
will CONTRASTE einen Ueberblick ueber die viefaeltige
Projektelandschaft in der BRD,
Schweiz und Oesterreich geben. Ergaenzt wird das Verzeichnis
mit einem Ueberblick ueber wichtige Projekte aus dem
nichtdeutschsprachigen Ausland und dem "Reader der
AlternativMedien". In diesem werden 900 deutschsprachige
Titel und ca. 400 internationale Titel vorgestellt. Diese
sind zum Teil mit Zusatzinformationen ueber
Erscheinungsweise, Verbreitung, Preise, Themenschwerpunkten
oder Selbstdarstellungen versehen worden.
Die BUNTEN SEITEN 1999 koennen fuer 30 DM zzgl. 4 DM
Versandkosten
bei u.a. Anschrift bestellt werden und werden ab Mitte
Januar 1999 ausgeliefert.

CONTRASTE e.V., Postfach 10 45 20, D-69035 Heidelberg, Tel.
(0 62 21) 16 24 67, Fax 16 44 89 EMail:
CONT...@link-n.cl.sub.de oder CONT...@t-online.de
Internet: http://www.nadir.org/nadir/periodika/contraste
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FAU Berlin 4

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Jul 22, 1999, 3:00:00 AM7/22/99
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> Aus CONTRASTE Nr. 175:
> Frauen gruenden anders!
...

> Wir brauchen keine "Chefin": wir kooperieren - mit
> PartnerInnen inner- und ausserhalb unseres Unternehmens - wir
> entwickeln eigene
*Fuehrungsmodelle*,

> unseren Stil, der
> unabhaengig ist von mamorgefliesten Eingangsbereichen und
> sterilen Buerobunkern,
...

> - und wir stellen uns Fragen:
...

> Was muss ich selber
> koennen bzw. wissen? Was kann ich
*outsourcen*?
...

> Angelika Huber: Existenzgruendung fuer Frauen. 186 Seiten,
> mvg-verlag, ISBN 3-478-85140-8
...
> Entgegen dem herrschenden
*Zeitgeist*,

> der sich in allen
> Lebensbereichen breitmacht, wird hier regelmaessig aus dem
> Land der gelebten Utopien berichtet: ueber Arbeiten ohne
> ChefIn fuer ein selbstbestimmtes Leben, alternatives
> Wirtschaften gegen Ausbeutung von Menschen und Natur,
...
> Internet: http://www.nadir.org/nadir/periodika/contraste
> ************************************************************

was kostet denn das buch? ich werds wohl lesen muessen,
um rauszubekommen, wer oder was da gefuehrt bzw outgesourcet
werden soll - am ende noch frauen, weil die ja so flexibel sind
und natuerlich auch mehr verstaendnis fuer die chefin - pardon -
arbeitgeberin aufbringen?

aber vielleicht ist ja auch nur das vorwort dem personalbuero-
deutsch angepasst, das sowohl frauen wie auch maenner inzwischen
als erste fremdsprache beherrschen zu muessen glauben sollen, und
der rest ist gar nicht so women's neo-lib?

ganz gespannt:

ullus

(w.-u.wenzke)

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