BERLIN - ARMUTSKONFERENZ:
Nicht die Not ist das Schlimmste,
sondern das sie ertragen wird! (Erich Mühsam 1932)
Mehr als 200 Menschen kamen am 17.12.1999 zur
Armutskonferenz von unten, die der
Erwerbslosenverein Haengematten e.V. durchfuehrte.
Erstmals sassen Arme auf dem Podium und zahlreiche
Politiker, darunter der Buergermeister von Kreuzberg,
Franz Schulz, sowie der Sozialstadtrat aus
Friedrichshain, Lorenz Postler im Publikum.
Dieter Hoch, Berlin - Sieben Arbeitsgruppen praesentierten
die Ergebnisse ihrer zweitaegigen Beratungen zu den Themen
"Leben in Armut, Familie in Armut, Obdachlosigkeit,
Verdraengung und `Soziale' Stadtentwicklung, Sozialberatung
und ihre Grenzen, Erwerbslosigkeit, Beschaeftigungsprogramme
und working poor und Drogenproblematik".
An den Arbeitsgruppen nahmen vorrangig Betroffene
teil. Bei den beiden geplanten Arbeitsgruppen: Alter in Armut
und MigranntInnen fanden keine Referate statt, da
sich zu wenige Betroffene bereit erklaerten, in diesen
Arbeitsgruppen zu arbeiten. Auch hier blieben die Haengematten
ihrer Maxime treu: Es findet kein Referat ohne Betroffene
statt. Die Konferenz verabschiedete mit drei Enthaltungen,
ohne Gegenstimme einen Forderungskatalog.
Das Motto der Konferenz "Nicht die Not ist das
Schlimmste, sondern das sie ertragen wird! Denn das Hinnehmen
von Armut, waehrend es Reichtum gibt, ist geistiges Versagen,
ist Unempfindlichkeit der Seele gegen die
Beleidigung" (Erich Muehsam, 1932), wurde ausgiebig
diskutiert.
Zahlreiche Politiker von PDS, Buendnis90/Die Gruenen
und SPD nahmen an der Armutskonferenz teil. Ein Ziel
der Veranstaltung, dass in erster Linie Betroffene ihre
Fragen und Meinungen einbringen konnten wurde erreicht.
Die Veranstalter, die Teilnehmer und anwesende
Pressevertreter werteten die Konferenz als grossen Erfolg. Die
Qualitaet der Beitraege war sehr hoch. Die Resonanz und
das Interesse an der Armutskonferenz waren gut. Last not
least wurde ein Forderungskatalog aus den Arbeitsgruppen
erarbeitet und dann von allen Teilnehmern ohne Gegenstimme
verabschiedet.
Die erste Auswertung der Konferenz findet am 18. Februar
2000, 20.00 Uhr voraussichtlich in den Raeumen
der Haengematten, Gruenberger Strasse 73, D-10245 Berlin, statt.
Der Reader der Konferenz wird dort vorliegen.
Infos zum Forderungskatalog und Bestellung des Readers ueber
Haengematten e.V. im Stadtteilladen "Zielona
Gora", Gruenberger Str.73, D-10245 Berlin-Friedrichshain,
Tel./Fax: (0 30) 29 00 68 08
Email: haenge...@gmx.de
Quelle: CONTRASTE Nr.184
CONTRASTE e.V., Postfach 10 45 20, D-69035 Heidelberg, Tel.
(0 62 21) 16 24 67, Fax 16 44 89 EMail:
CONT...@t-online.de
Internet: http://www.contraste.org
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