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[A-Infos] (de) Anarchisten nennen Kennedys Tod "tragische Verschwendung"

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FAU-IAA OG Bremen 3

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Jul 23, 1999, 3:00:00 AM7/23/99
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ANARCHISTISCHE DISSIDENTEN NENNEN KENNEDYS TOD EINE "TRAGISCHE
VERSCHWENDUNG"

"MUNIR HUSSAIN GESELLSCHAFT" INFOLGE DES ABSTURZES GEGRUENDET

"KEIN KOMMENTAR" SAGT JELLO BIAFRA


NEW YORK, 20. Juli, 1999 (CP) - Eine ungewoehnliche Kontroverse ueber den
kuerzlichen Flugzeugabsturz und Tod von John Kennedy Jr, Carolyn Bessette
Kennedy und Lauren Bessette wogt derzeit durch anarchistische und radikale
Kreise.

Erwartungsgemaess haben viele Mitglieder des radikalen Milieus die
"aufbauschende" Berichterstatung etablierter Medien verspottet. "Nehmt
Euch ein Leben!" war die Antwort eines linken Anrufers auf die
verzweifelten Zuhörer einer populaeren New Yorker Radiosendung.

Ein anarchistisches Presseorgan aus Washington kuendigte die Geschichte
vom vermissten Flugzeug John Kennedy Jr's mit folgender Ueberschrift an:
"Wertloser Reicher steuert Flugzeug ins Meer".

Viele sich selbst als "klassenkaempferisch" bezeichnenden Anarchisten
haben angesichts der Berufe der Absturzopfer eine morbide Befriedigung zum
Ausdruck gebracht. Diese waren im Einzelnen als New Yorker Staatsanwalt,
als Werbemanager bei Calvin Klein und - am treffendsten - als Bankier und
Kapitalist taetig.

Andere Extremisten kritisierten John Kennedy Jr's in der Berichterstattung
haeufig erwaehnten Wohltaetigkeitsbemuehungen als "Bereinigung liberaler
Schuld" und "Armutszuhaelterei". "Wenn ihr uns mit eurer Yuppie-
Hagiographie provoziert, werden wir weiterhin mit frecher Schadenfreude
auf diese sogenannte Tragoedie reagieren" drohte Lucy Parsons, eine
Radikale aus Chicago.

Die Anarchisten machen "dumme Kommentare" fuer ihre harte Linie und
scheinbar herzlose Haltung angesichts der nationalen und internationalen
Trauer ueber Amerikas "Kronprinzen" verantwortlich. Ein Mann, der vor John
Kennedy Jr's Appartment in New York Totenwache hielt, beschrieb diesen als
"einen ganz normalen Menschen" während er Blumen auf ein zu diesem Zweck
geschaffenes Denkmal legte.

Das veranlasste einen anonymen Zuschauer dazu, zu rufen: "Ja, ein verdammt
normaler Mensch der ein $300.000 Flugzeug besitzt und von seinem
antisemitischen, schwarzbrennenden Grossvater und seinem
schiffsbesitzenden Kapitalistenschwein von einem griechisch-faschistischen
Stiefvater ein millionenfaches Treuhandvermoegen bekommen hat". Der
Zwischenrufer wurde sofort von der New Yorker Polizei festgenommen und von
einigen Ralph Nader-Anhaengern aus Greenwich Village wegen
"polarisierender, ideologischer Rhetorik" kritisiert.

Noerdlich der Grenze druckte Kanadas nationale Tageszeitung Globe and Mail
auf der ersten Seite einen Kommentar ab, in dem Kennedy-Biograph John
Kollier unkritisch zitiert wird. Dieser schreibt ueber die Kennedys: "Es
geht etwas fesselndes von Menschen aus, die dramatischer leben und sterben
als wir."

Das Zitat liess einen Aktivisten aus Montreal kurzerhand sein eklektisches
Fruehstueck bestehend aus Sojamilch, Bananen, Croissants und frischer
Himbeermarmelade erbrechen.

Doch sind ueber dem vorhersehbaren radikalen Laerm auch abweichende
anarchistische Meinungen zu hoeren. Michael Eikhenbaum, ein
Antiautoritaerer aus Long Island beschrieb den Absturz als "tragische
Verschwendung". Er erklaert:

"Soweit ich weiss, handelte es sich bei dem Flugzeug um einen Sechssitzer,
so dass der Absturz aus meiner Sicht eigentlich nur zu 50 0.000000e+00rfolgreich
war. Mittels einer einfachen Rechenformel habe ich festgestellt, dass
mindestens drei weitere Personen bequem in das Flugzeug gepasst haetten."

Seine Kollegin, Mollie Steimer, stimmt zu: "Zu schade, dass nicht noch ein
paar mehr laestige Kennedys mitgeflogen sind oder zumindest eines dieser
kraenklichen weissen Gore Kinder."

Eikhenbaum und Steimers Gefuehlen steht die Haltung Paul Bousses, eines
weiteren anarchistischen Agitatoren, entgegen. "Es ist eigentlich alles
relativ" sagte er. "Ich bin ein Optimist, also ziehe ich es vor, das
Flugzeug als halb voll zu betrachten und nicht als halb leer".

Sonderbarerweise haben einige Aktivisten aus Buffalo in Folge des
Absturzes die Gruendung einer "Munir Hussain Gesellschaft" angekuendigt.
Die Gesellschaft ist lose der geheimnisvollen "Henri Paul
Gedenkgesellschaft" nachempfunden, die 1997 unmittelbar nach Prinzessin
Dianas Tod gegruendet wurde.

Henri Paul war der Fahrer von Dianas Limousine, wodurch das Motto der
Gesellschaft verstaendlich wird: "Jeder koenigliche Parasit hat einen
betrunkenen franzoesischen Chauffeur verdient!" Munir Hussain soll das
verhaengnisvolles Flugzeug vor drei Monaten an John Kennedy Jr verkauft
haben. Er ist nicht als Anarchist bekannt.

Derweil berichten die Medien in Quebec, dass die Bueste John F. Kennedy Sr
in der Innenstadt von Montreal wieder mit einem Graffiti verunstaltet
wurde, auf dem zu lesen war: "Ho, Ho, Ho ... Ho Chi Minh!" Anscheinend
verfasste den Satz ein oertlicher Anti-Imperialist mit einem schwarzen
Edding, einem irrationalen Groll und einem langen Gedaechtnis.


Copyright CANADUH PRESS 1999
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[Die englische Fassung dieser Meldung wurde am 20.07. von Jaggi Singh
<ja...@tao.ca> an den A-Infos Nachrichtenverteiler verschickt.
Verantwortlich für die Übersetzung: fau...@anarch.free.de]
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