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Putsch bei junge Welt!

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Joerg Arendt

unread,
May 22, 1997, 3:00:00 AM5/22/97
to

hi, Ihr da draussen !

E.JAENICKE schrieb am 22.05.97
in /CL/AKTUELLES/ALLGEMEIN zum thema
"Re: Putsch bei junge Welt!" folgendes:

>In article <6XJCH...@mag.link-do.soli.de>, Mag Wompel
><M.WO...@LINK-DO.soli.de> wrote:
>
>> Presseerklärungen der junge welt-Redaktion Berlin, 21.5.1997
>>
>> Der Geschäftsführer des Verlags 8. Mai, Dietmar Koschmieder, hat heute, am
>> 21. Mai 1997 die Chefredaktion der tageszeitung "junge Welt" mit
>> sofortiger Wirkung abgesetzt. Der Chefredakteur Klaus Behnken ist nach
>> Koschmieders Vorstellungen mit sofortiger Wirkung beurlaubt, Koschmieder
>> selbst will kommissarisch die Chefredaktion ausüben.
>>
>> Die Redaktion erklärt, daß sie diesen von ihr als Putsch interpretierten
>> Vorstoß nicht akzeptiert. Die überwiegende Mehrheit der Redaktion besteht
>> darauf, mit Klaus Behnken sowie den zwei Stellvertretern Beate Willms und
>> Martin Krauß die Zeitung "junge Welt" weiter zu produzieren.
>>
>> [...]
>>
>> Im zur Zeit tobenden Kampf der Redaktion der Tageszeitung "junge Welt" mit
>> dem Geschäftsführer des Verlags 8. Mai, Dietmar Koschmieder, gegen die
>> Absetzung der amtierenden Chefredaktion unter Klaus Behnken und gegen
>> einen politischen Schwenk der Zeitung hin zu parteikommunistischen
>> Positionen, hat sich eine neue Situation ergeben.
>
>Liebe FreundInnen und GenossInnen in der JW,
>
>als ehemaliger Korrespondent der JW vor und nach der letzten Pleite, der
>allerdings wegen Linienabweichungen gegen welche Linie auch immer im
>letzten Jahr in der Versenkung verschwand, begreif ich nun nichts mehr.

in der situation bin ich momentan auch :-(

>Was soll denn diese Kacke, auch nach einer Zeit Säuernis über die JW will
>ich die JW nicht als linientreue Zeitung einer Partei, sondern als linke
>Zeitung. "Parteikommunistische Positionen" kann ich nun auch bei Dietmar
>nicht erkennen.

eine gewisse affinität gegenüber ostdeutscher befindlichkeit, wie sich ja
auch die regionalistische PDS vertritt, kommen bei den beiträgen von
koschmieder zur inhaltlichen linie der zeitung schon deutlich durch.

>Ich bin mir nur über einen Punkt sicher, statt
>unterschiedliche Positionen beide zu bringen, nur noch eine Linie zu
>fahren und dafür einen Bruch quer durch die Redaktion zu provozieren,
>setzt das ganze Projekt JW auf´s Spiel und damit auch Ansehen und
>Arbeitsplätze,

wo ist da das subjekt?

>dies kann wohl jede LeserIn auch ohne die wirklichen Gründe
>zu kennen, hier feststellen.
>
>Liebe Streitschaefinnen und -hammel,
>
>wo bleibt eigentlich auf beiden Seiten die linke Streitkultur, warum wird
>eine Kontroverse nach Kabila / Mobutu - Art ausgetragen, statt die

dieser vergleich ist unter jedem stammtischniveau.

>wirklichen Kontroversen im Blatt selbst auszutragen und auch mal wieder
>mehr LeserInnen (auch dazu) zu Wort kommen zu lassen?

wer das blatt hat, hat die macht.

>
>>
>> Der Redaktionsbeirat der "jungen Welt" hat im Namen und mit Votum der
>> Redaktion dem Geschäftsführer folgende Forderungen zukommen lassen:
>>
>> "Sofortige Rücknahme der Absetzung der Chefredaktion, sofortige Rücknahme
>> der Beurlaubung von Klaus Behnken, sofortiger Rücktritt des
>> Geschäftsführers, umgehende Einleitung von Aktivitäten zur Übergabe der
>> Tageszeitung junge Welt in die Hände der Belegschaft."
>>
>> In dem Schreiben an den Geschäftsführer heißt es weiter:
>> "Nach Überzeugung der Redaktion sind obige Maßnahmen unabdingbar, um die
>> junge Welt als pluralistisches Objekt im linksradikalen Spektrum zu
>> erhalten."
>
>Leider scheut die Geschäftsführung im Gegensatz zur Redaktionsmehrheit die
>Hintergründe aus ihrer Sicht hier im Netz darzustellen. Wer will nun
>linken Pluralismus und wer will welchen Linie auch immer???
>
>>
>> Die von der Geschäftsführung geplante Herausgabe einer Donnerstagsausgabe
>> der jungen Welt hält die Redaktion für illegal und beteiligt sich daran
>> nicht. Statt dessen bereitet die Redaktion eine eigene Notausgabe der
>> Zeitung vor.
>>
>> Martin Kraus
>> amtierender stellvertretender Chefredakteur
>>
>> **********************************
>>
>> *WAS TUN ????*
>>
>> - weitersagen!
>>
>> - Solidaritätsfaxe an: 030 - 53 53 55 - 37 oder 030 - 5363 5537
>>
>> - Protestfaxe an den Geschäftsführer: 030 - 53 334 343
>>
>> - junge Welt am Donnestag boykottieren
>>
>> - Abonnenten haben die zusätzliche Möglichkeit, bei Protestfaxen mit
>> Kündigung zu drohen
>>
>> - die Notausgabe der Redaktion erscheint am Donnerstag, den 22.5. in
>> der taz; weitere Informationen zusätzlich im Neuen Deutschland vom
>> Donnerstag
>>
>> - Die Redaktion ist für Anfragen etc. zu erreichen unter:
>> Martin Krauß: 030-536355-25
>> Klaus Behnken: 030-536355-20
>
>
>Höchst verwirrt und enttäuscht,
>
>
>Ekkehard
>--
>** jaen...@geocities.com / e.jae...@link-h.comlink.apc.org **
> ecumenical press service / eps


ebenso

jörg


-------------------------------------------------------------------------
*********** fumbsgrumelsurxk ********************* j.ar...@LINK-K.gun.de

## CrossPoint v3.02 R ##

Ekkehard Jaenicke

unread,
May 24, 1997, 3:00:00 AM5/24/97
to

In article <6XKwU...@p116.link-k.gun.de>, Joerg Arendt
<J.AR...@LINK-K.gun.de> wrote:

> >
> >Liebe FreundInnen und GenossInnen in der JW,
> >
> >als ehemaliger Korrespondent der JW vor und nach der letzten Pleite, der
> >allerdings wegen Linienabweichungen gegen welche Linie auch immer im
> >letzten Jahr in der Versenkung verschwand, begreif ich nun nichts mehr.
>
> in der situation bin ich momentan auch :-(
>
> >Was soll denn diese Kacke, auch nach einer Zeit Säuernis über die JW will
> >ich die JW nicht als linientreue Zeitung einer Partei, sondern als linke
> >Zeitung. "Parteikommunistische Positionen" kann ich nun auch bei Dietmar
> >nicht erkennen.
>
> eine gewisse affinität gegenüber ostdeutscher befindlichkeit, wie sich ja
> auch die regionalistische PDS vertritt, kommen bei den beiträgen von
> koschmieder zur inhaltlichen linie der zeitung schon deutlich durch.
>

Nun, die kann ich wirklich nicht sehen, zuletzt konnte mensch von Linie
der Zeitung auch nicht mehr reden, offenbar je belehrender, desto eher die
Chance gedruckt zu werden. Schade war, daß Kontroversen nie als
Kontroversen innerhalb der Redaktion oder der LeserInnenschaft akzeptiert
und ausgetragen wurden, sondern lieber diverse gut recherierte Artikel im
Mülleimer landeten. Dies führte dazu, daß auch einige RedakteuerInnen und
noch mehr "Freie" der JW den Rücken kehrten.

> >Ich bin mir nur über einen Punkt sicher, statt
> >unterschiedliche Positionen beide zu bringen, nur noch eine Linie zu
> >fahren und dafür einen Bruch quer durch die Redaktion zu provozieren,
> >setzt das ganze Projekt JW auf s Spiel und damit auch Ansehen und
> >Arbeitsplätze,
>
> wo ist da das subjekt?

????? Ich verlange einfach, daß sich die Gutwilligen auf beiden Seiten an
einen Tisch setzen und wieder Zeitung machen, Zeitung, die auch informiert
und Leuten hilft, selbst sich Meinung zu bilden und nicht nur Meinung
vorgesetzt zu bekommen. Das alte Lied wie bei einer Demo, die durch
unbewohnte Straßenschluchten zieht und sich dort auf Zwischenkundgebungen
in langen Reden selbst agitiert, muß nicht auch noch als JW gesungen
werden.


>
> >dies kann wohl jede LeserIn auch ohne die wirklichen Gründe
> >zu kennen, hier feststellen.
> >
> >Liebe Streitschaefinnen und -hammel,
> >
> >wo bleibt eigentlich auf beiden Seiten die linke Streitkultur, warum wird
> >eine Kontroverse nach Kabila / Mobutu - Art ausgetragen, statt die
>
> dieser vergleich ist unter jedem stammtischniveau.
>

Im Gegenteil, was ich den Notausgaben beider Seiten entnehme, sind
Vorwürfe, die wütend auf die jeweils andere Seite niederprasseln, belegt
seltener als unbelegt. Da kann mensch froh sein, daß keine Eispickel,
Kalaschnikows etc. zur normalen Ausstattung von Redaktionsräumen gehören.

> >wirklichen Kontroversen im Blatt selbst auszutragen und auch mal wieder
> >mehr LeserInnen (auch dazu) zu Wort kommen zu lassen?
>
> wer das blatt hat, hat die macht.
>

Seit einem Jahr wurde immer wieder eingefordert, die hervorragenden
kontroversen Debatten zu jeweils bestimmten Themen wieder aufzunehmen, die
nach der Pleite schnell wieder LeserInnen an die JW herangeführt hatten.
Dies wurde offenbar durch Mehrheitsabstimmungen in der Redaktion
verhindert und nicht durch den Verlag. Nun wer hat jetzt das Blatt und wer
hat die Macht? Die, die sich bei den bisher angefeindetsten Blättern TAZ
und ND opportunistisch einschleimen oder die, die gehaltlose Notausgaben
mit einem Fax und einem Telefon produzieren, aber den Vertrieb noch in der
Hand haben?

Wenn ich die Listen der MitarbeiterInnen beider Seiten ansehe, so entdecke
ich viele, ohne die ich mir eine gute JW nicht vorstellen kann. Verengt
auf eine der beiden Seiten kann ich gerne darauf verzichten, da brauch ich
dann nur noch TAZ, ND, Konkret und UZ lesen und kann mich gleich darauf
einstellen, wie mit jeweils korrekter Linie ein Thema beleuchtet wird.
Gerade die Mixtur unterschiedlicher Strömungen der Linken, ohne gleich
nach ND-Stil darunter Proporz zwischen bis zu rechten Sozis und dem
Mainstream von PDS und Grünen, dazwischen noch etwas biedengeköpften
Geißler, zu verstehen (ARD-Zeitung), machte und macht hoffentlich weiter
JW aus.

Peter Wasem

unread,
May 25, 1997, 3:00:00 AM5/25/97
to

E.JAE...@LINK-H.comlink.apc.org (Ekkehard) meinte am 24.05.97
zum Thema Re: Putsch bei junge Welt!"
folgendes:

> Wenn ich die Listen der MitarbeiterInnen beider Seiten ansehe, so entdecke


> ich viele, ohne die ich mir eine gute JW nicht vorstellen kann. Verengt
> auf eine der beiden Seiten kann ich gerne darauf verzichten, da brauch ich
> dann nur noch TAZ, ND, Konkret und UZ lesen und kann mich gleich darauf
> einstellen, wie mit jeweils korrekter Linie ein Thema beleuchtet wird.
> Gerade die Mixtur unterschiedlicher Strömungen der Linken, ohne gleich
> nach ND-Stil darunter Proporz zwischen bis zu rechten Sozis und dem
> Mainstream von PDS und Grünen, dazwischen noch etwas biedengeköpften
> Geißler, zu verstehen (ARD-Zeitung), machte und macht hoffentlich weiter
> JW aus.

Hier stimme ich Dir einmal ;-) vorbehaltlos zu!


>
> Ekkehard
> --
> ** jaen...@geocities.com / e.jae...@link-h.comlink.apc.org **
> ecumenical press service / eps


--
(C) by PWA (Peter H Wasem) PGP-Key on request Sprecher AG JG Leipzig

"Macht: Die bloße Tatsache zu existieren, bedeutet Macht." - Marlon Shy, 1991

holger kramer

unread,
May 26, 1997, 3:00:00 AM5/26/97
to

Hallo WAU (Wau Holland)

Am So., 25.05.97 meintest Du unter [ Re: Quatsch bei junge Welt! ]:


> Wer macht, hat Macht.
> Wer nix macht: Ohnmacht.
>
> Arbeitskampf und Streik angesichts einer nahezu kostenlosen
> Distributionsmoeglichkeit in den Datennetzen ist ultrabescheuert.

klingt hypig, aber nur abo s bringen eine finanzielle grundlage für eine
langfristig gute arbeit: finanzielle grundabsicherung der redakteurInnen
ist absolut notwendig, oder sollen sie die zeitung durch ihre eigenen
nebenjob s finanzieren?

wie sollen zudem kontinuierliche auslandsreportagen finanziert werden?
gerade der internationale teil der jW hat sich bisher qualitativ deutlich
von anderen zeitungen abgehoben.

> Brechts Radiotheorie hat mit dem Internet eine voellig neue Bedeutung
> bekommen, weil es das erste Universalmedium der Menschheitsgeschichte
> ist. Nur die Betonkoepfe aus der Jungen Welt haben das noch nicht
> begriffen und sie streiten ueber Papiertransporte.

ich will keine nebenjob-gesellschaft a la bundespräser herzog!

> Eine Rueckkopplung der Leserschar bei den elektronischen Abos mit
> Abstimmung der Leserschar ueber die Inhalte ist angebracht.

das sowieso!!! sind aber bestimmt nicht viele abo s.

und die elektronischen wege müssen auch bezahlt werden, sei es, daß ipn
sich internet-connectivity einkaufen muss, oder daß irgendjemand die
anstrengende arbeit einer www-ausgabe konvertiert bzw. das programm dafür
schreibt.

ich würde sofort mein bisheriges dauerauftrag umschreiben, wenn es eine
neue kontonummer des "bunten" jW-flügels geben würde.


bye
holger

--
look for ... PGP-key!
****************************************************************************
---> ASCO/Netz eV - http://www.comlink.apc.org/nev/ <---

Juergen Wieckmann

unread,
May 26, 1997, 3:00:00 AM5/26/97
to

Wau Holland schrieb am Sonntag, den 25.05.97
in der Rubrik /CL/AKTUELLES/ALLGEMEIN zum Betreff

Re: Quatsch bei junge Welt!

>Arbeitskampf und Streik angesichts einer nahezu kostenlosen


>Distributionsmoeglichkeit in den Datennetzen ist ultrabescheuert.
>

>Brechts Radiotheorie hat mit dem Internet eine voellig neue Bedeutung
>bekommen, weil es das erste Universalmedium der Menschheitsgeschichte
>ist. Nur die Betonkoepfe aus der Jungen Welt haben das noch nicht
>begriffen und sie streiten ueber Papiertransporte.
>

>Eine Rueckkopplung der Leserschar bei den elektronischen Abos mit
>Abstimmung der Leserschar ueber die Inhalte ist angebracht.

Wenn, dann richtig -- und mit ein paar Aufmischungen -- ok ??

here we go...


wg. der "nahezu kostenlosen Distribution" (im Gegensatz zu
Papiervertrieb, der es überhaupt notwendig macht, 'ne
Werbefinanzierung anzufangen>, ist leider der Gedankenfehler betrieben
worden, daß Information kostenlos sei.

Das ist falsch.

Es mag an der unterirdischen Maschinen-Vergötterung liegen, die
Günther Anders in seinen zwei Bänden über die "Antiquiertheit des
Menschen" formulierte -- und in einer ganz andere Weise Joseph
Weizenbaum auf den Punkt bringt. (Übrigens, Weizenbaum kann man in
seiner mathematischen Präzision nicht verstehen (als normalmensch>,
aber hinter dieser Präzision bemerken sensible Menschen eine
Wahrnehmungsfähigkeit, die nichts mit Mathematik zu tun hat. Und das
wichtigste sind die Augen.


anyway

Es ist diese fragwürdige Tendenz, die glaubt, hier "mache" der
Computer etwas. Völlig unter den Tisch fällt (jetzt mal ganz
pragmatisch) die Finanzierung der menschlichen Kraft auf inhaltlicher
Ebene, etwa für Recherche, Informationsveredelung und -verdichtung.

Mancher weiß, -- auch ohne religiöse Ambitionen ala Weizenbaum, daß es
die Kraft der Liebe ist, die etwas bewegen kann und weigert sich
intuitiv, sich Liebe bezahlen zu lassen. (Das allerdings nur als
notwendige Ansage für Weiterdenker, die Unterschiede begreifen können/
müssen...

Was ich an der Religion hasse, ist ihre Fähigkeit, die Kraft der Liebe
genau zu kennen -- und sie für ihre Machtinteressen zu domestizieren.
Ob Joseph Weizenbaum dazu eine Antwort hat. (wer leitet die Frage
weiter ?? )


Schnitt


Vielleicht nehmen die innovativen Nasen bei der jungen Welt die
Ereignisse zum Anlaß, eine rein elektronische Zeitung zu produzieren,
die abonniert werden kann -- und mit der gleichen
Selbstverständlichkeit von den Beziehern bezahlt wird, wie die
Broschüre auf dem Büchertisch. Da gibt es auch kein Gehühner.

Warum also hier ????

Linke Medienpolitik hat sich in den letzten 20 Jahren vor allem
dadurch ausgezeichnet, daß sie ihren Publikationen die Mittel entzogen
und damit deren Existenzgrundlage abgeschossen hat. Wer das zwanzig
Jahre real miterlebt hat, kann über das Gekreische von der Übermacht
"kommerzieller Medien" nur müde lächeln. Oder auch sehr agressiv
werden, jedenfalls, wenn man noch im Blick hat, was Techniki's in den
letzten Jahren an parallelen Medienstrukturen geschaffen haben. (Damit
meine ich nicht padelchen in Biebelfeld -- trotz Respekt vor den
Entwicklern des Rüssels.

Manches kriege ich nur am Rande mit. Aber was ich mitkriege ist, daß
die Köpfe gehen -- und der Rüssel gehackt wird. Damit wäre er wieder
seinen Ursprüngen zugeführt. Aber es ist zu spät. Linux hat die
Philosopie
die Idee von Linux, die Vogler formulierte.


Den einigen Leuten hier bekannte Autor "akira" hat mal sehr schön den
Unterschied (oder auch Nichtunterschied) zwischen Negt/Kluges Begriff
"Gegenöffentlichkeit" und dem der "parallelen Medienstrukturen"
formuliert. Diese Debatte fand in einer lokalen Rubrik der CL-HH
statt, wo ich leider "wg. Belästigung" des Vorstandes mit Entzug der
Sende- und Leserechte, sowie Hausverbot bedacht wurde. Insofern habe
ich leider keinen Zugriff mehr auf diesen Tread und kann das jetzt
hier nicht als Quellennachweis posten.

Interessenten wenden sich deshalb bitte an den wissenschaftlichen
Mitarbeiter des Hans-Bredow-Instituts in Hamburg, Hermann Dieter
Schröder, seines Zeichens damaliges Vorstandsmitglied des "f'tz und
eifriger Befürworter meines Rauswurfs. Der Kollege sollte als
Medienwissenschaftler klug genug sein, die Debatte dokumentiert zu
haben, auch wenn ich selbst keinen Zugriff mehr darauf habe.

sorry -- der Hinweis mußte sein -- auch wieder für "Weiterdenker".
(Wer das unter betroffenheitslyrische Dreckansage abbucht, dem kann
ich leider auch nicht mehr helfen)


>Den Redakteuren, die streiken, ist in den Arsch zu treten.

Werter Kollege Holland, das ist nicht nötig. Derartig hirnbefreite
Schwachmaten begeben sich selbst auf den Müllhaufen der Geschichte.
Ich bevorzuge es, möglichst nur jenen Leuten in den Arsch zu treten,
wo ich noch die Hoffnung habe, das etwas zu retten ist. Dabei bin ich
natürlich nicht frei von Irrtümern, die durchaus auch bitter sein
können. Keine Frage

>Oeffnung der jW-Distribution auf allen Mailboxen und Systemen,
>wo elektronische Abos waren - fuer beide Seiten und sofort!

Richtig ! Aber gegen ein schmales Entgelt, so daß diese Publikation
auch die Mittel hat, um produzieren zu können.

Gretchenfrage: wieviel Nasen zeichnen ein elektrisches Abo von 5.-
Mark im Monat, für eine täglich erscheinende Zeitung ??????

Sind es 10.000 oder 20.000

DAS sind die Dimensionen.


>Produziert gefaelligst oder begrabt euch selbst.


Es werden sich Leute begraben -- und es werden Leute produzieren. Und
irgendwelche Kalkleisten werden "Sozialdarwinismus" krähen. Noch 'ne
Gretchenfrage: Wen interessiert das eigentlich noch ??

Die JW hat hier im CL-Verbund ein verdammt gutes standing. Bislang
jedenfalls. Zumindest erinnere ich mich gut daran, wie in der Netzwelt
hier, für den Laden eine Solidaritätswelle losging, die schon Stil
hatte.

Also, legt los Leute !!!


Dazu eine Pragmaten-Spülung:


1. Ich will eine Kontonummer der Redaktion, die sich dem linken
Pluralismus verpflichtet fühlt, also von Nasen, die keinen Bock auf
Gesinnungsservice haben -- sondern noch Ahnung von angelsächsischer
Publizistik. Das heißt, ein spannendes und auch kontroverses Blatt
machen, welches zum Nachdenken animiert. Wir brauchen keine
Nachplapper-Leser mehr. Die kotzen jeden ernstzunehmenden Autor an. Me
too Typen sind für Autoren gefährlich. Sie induzieren mentale
Stagnation -- und berauben die Seele des Autors. Für den spirit eines
Autors ist nichts gefährlicher, als ein "Erfolgsautor" zu sein.


Was wir als Autoren und Innen brauchen -- führen wir mal den Begriff
"Netzpublizisten" ein, daß sind mitdenkende, kompetente LeserInnen.
Und wenn es sein muß, quälen wir sie so lange, bis sie selbst gute
Autoren sind, von denen wir etwas zu lernen haben. DARAUF kommt es es.

Dieses Geisteshaltung nenne ich mal "Association for progressive
Communication" -- oder banaler "sozialer Fortschritt". Und das war
jetzt eine bewußt schweinische Begriffsbesetzung -- frei nach Heiner
Geisler :-))). Derweil darf KuNM gerne weiter "Bildungsoffensive"
spielen. Wir machen das auf dem kurzen Dienstweg.

oki ??


2. Nach Prüfung durch Gewährsleute, werde ich auf dieses Konto als
erster der hoffentlich mindestens 10.000 Abonennten der elektrischen
(elektrisierenden ??) Zeitung JW ein Jahresabo für 60.- DM zeichnen --
also 5.- DM pro Monat --- einverstanden ???

3. Ich wünsche, daß dieser mein Take zu dem Thema frei in alle Netze
gepostet wird und sich möglichst viele Leute, die es können und
wollen, sich dieser Initiative anschließen.

4. Ich wünsche, daß dies überall, wo es sinnvoll und notwendig
erscheint, veröffentlicht wird, damit viele Leute, die es für sinnvoll
halten, ein solches Abo zeichnen.

5. Ich denke, selbst wenn es "nur" 5.000 sind, hat die Redaktion die
erforderlichen Mittel, um produzieren zu können -- und ihr seit dann
wohl die Ersten mit einer tagesaktuellen Publikation, die es auf
elektrischer Ebene als Abo-Nummer geschafft haben. Das wäre gut und
wichtig.

Soviel Ideologe bin ich bei all meiner Distanz zu den linken
Grundirrtümer immer noch, (schließlich sind es auch meine) daß ich
möchte, daß es zuerst eine innovativ linke Zeitung ist, die die neuen
Dimensionen zu nutzen weiß. Die Innovation, darf wirklich nicht mehr
nur dem durchgeknallten Kapital überlassen werden, welches im übrigen
von "unseren" Ideen lebt. Ich möchte jedenfalls die Ecken stützen, die
wissen, daß publizistischer Gesinnungsservice niemanden mehr
interessiert.

Der Ansatz bewegt sich in Tradition des Kollegen Holland.

Der hatte den ersten "Schoßcomputer" zuerst bei der taz eingeführt --
und DANN (in zweiter Lesung) bei dpa. Das die dpa damals das Potential
eines solchen Werkzeugs schneller begriffen hat als die taz -- das ist
dann -- ein paar Jahre später -- zum Problem der taz geworden --
mental -- nicht unbedingt am Objekt selbst. (Oder wie sieht WOM das??)

Ich hoffe, ihr macht nicht den gleichen Fehler, diesmal nicht auf der
Ebene von Hardware -- auch nicht auf der Ebene von Software, sondern
auf der Ebene von Thinkware, die es hier aus gutem Grunde nicht als
Ware gibt, sondern public.

Peter Glaser (heute Redakteur bei Stern) sprach vor etlichen Jahren
fälschlicher Weise von Wetware, also der "nassen Ware" -- meinte damit
den Menschen, dessen Körpersubstanz überwiegend aus Wasser besteht.
Wau setzte dagegen, "mein erotisches Organ, ist mein Hirn". Gut --
andere Denke.

Mancher wird dann katholisch, vermutet mentale Onanie -- und da war
doch was mit dem Rückenmark :-))

Pennuts.

Zurück zur Thinkware.

Die gibt es hier public -- und das sogar auf die
Gefahr hin, daß es Ärsche gibt, die die Intention einer guten Idee
in's Gegenteil verkehren. Das macht es manchmal sehr schwer, Thinkware
public zu verbreiten. Andererseits -- und das ist die Hoffnung, gute
Ideen setzen sich durch -- auch wenn linke Kalkleisten in ihrer
Denkkultur davon überzeugt sind, daß nur die Scheiße Oberhand gewinnen
kann -- und daraus ein Stück ihrer absurden Widerstandskultur
generiert.

Vor lauter Widerstand sehen sie nicht die Blumen neben der Straße --
und entsprechend ficken sie, und zwar so, daß einem nur das kotzen
kommt. Jeder Mann weiß, wie lausig manche Weiber ficken -- und ein --
"Gott sei dank" -- zunehmener Anteil von Weibern läßt sich auch nicht
mehr von stupide rammelnden Kerlen bespringen.

wer will diesen sozialen Fortschritt noch leugnen können ???

Trotzdem noch folgende Anmerkung, die nicht von mir stammt. (Quelle
weiß Wau)

"Der Zivilisationsgrat einer Gesellschaft läßt sich u.A. daran
bemessen, wie sie mit ihrem nunmal vorhandenen Anteil von Arschlöchern
umgehen kann"


Noch Fragen ???

think about

Gruß jwi


stuff off

copy an einen lieben Freund


Ekkehard Jaenicke

unread,
May 27, 1997, 3:00:00 AM5/27/97
to

In article <6Xb2t...@link-n01.link-n.cl.sub.de>, Johannes Poehlmann
<J.POE...@LINK-N.cl.sub.de> wrote:

>
> Wie wäre es mit folgender Zwischenlösung: Der "Chef"-posten wechselt
> für drei Monate täglich zwischen dem bisherigen Chefredakteur und einer
> von der "anderen Seite" benannten Person. Dadurch wird verhindert,
> daß das eine Lager das andere durch Mehrheitsentscheidungen,
> Eispickel oder ähnliches zum Schweigen bringt.
>
> Nach drei Monaten stimmen die AbonenntInnen dann ab, wer die Leitung erhält.
>
> UND NOCH WAS:
>
> SCHLUSS MIT JEDER AKTION, DIE DIE HUNGE WELT SCHAEDIGT !!!

Danke Johannes, Du präzisierst nur, wie auch ich mir dies in etwa dachte.
Doch je länger der in Netzsprache "flamewar" andauert, desto deutlicher
wird mir:
>
> Das gilt fuer beide Seiten !
>
Wobei mir schwerfällt, länger den Unparteiischen zu spielen. Eine genauere
Analyse der Texte der RedaktionsbesetzerInnenseite zeigt, daß sie sich
mehr und mehr zwischen den Zeilen unmöglich machen. Die Bösen sind nur
Koschmieder und Co., erzkommunistische homophobe Kapitalisten, die sich
scheinbar selbst von nichts und an nichts bereichern, ja und die Guten,
was sind die? Superkommunististische DemokratInnen, die deshalb nun die
ges. Klaviatur alter antikommunistischer Vorurteile verbreiten dürfen?
VorkämpferInnen lebischer und schwuler Rechte, als ob nicht Schwule und
Lesben auf beiden Seiten zu finden sind? ArbeitskämpferInnen, die wegen
der Bösartigkeit des Putschistengenerals Koschmieder und seiner Lakaien,
denkende Menschen kann darf es wohl nach Darstellung der
RedaktionsbesetzerInnen neben Dietmar oder an seiner Seite nicht geben,
"Hyperlinks" verdienen?

Aus den Kreisen der JW-UnterstützerInnen vor Ort in Berlin verlauten ganz
andere Darstellungen über das Scheitern der Vermittlungen. Nicht
Koschmieder, dessen halben Lebenslauf mensch in das Netz pustete, um seine
Glaubwürdigkeit zu erschüttern, denn wer glaubt schon einem Kommunisten
aus Lörrach in Baden, der sich nach Berlin verirrt hat, ;-) oder besser
-((, sondern die Gegenseite wäre mit Maximalforderungen in die Gespräche
gegangen, von denen sie kein Jota abweichen wollte usw..

Leider muß zum Erhalt einer linken Zeitung im Kapitalismus auch
systemimmanent gerechnet werden. Dazu gehört auch, daß es bei den
Schattierungen innerhalb der Linken keine reine Linie geben kann, die
bisherige Ausgrenzung von Minderheitenmeinungen innerhalb der Redaktion
und der JW-AutorInnen führte prompt zu Abbestellungen. Nur wenn weiter
gestritten werden kann, ob nun die Patentierung der Genmaus abzulehnen ist
oder neben Kapitalisten auch den Menschen dient, wie Elsässer verkündete,
oder ob und wann Sezession wie beim Beispiel Quebec ein völkisch
nationalistisches Übel ist oder nur der Versuch, sich von der Bevormundung
durch US-Konzern- und Medienmacht freier zu machen und wenn nicht die
jeweils abweichende Meinung gleich immer für des Teufels erklärt wird,
wird ein linkes Zeitungsprojekt diskursiv überleben. Dazu gehört
selbstverständlich auch das Liefern von Fakten, die Meinungsbildung
ermöglichen.

Dazu gehört auch, sich über linke Borniertheit lustig zu machen,
auszuteilen. Nur zum Austeilen gehört auch, selbst mal Einzustecken und
nicht einen Katalog von Lästerungen alt- und neulinker Säulenheiliger
aufzustellen, die keinesfalls zu drucken sind. Die LeserInnen werden es
danken und es wird Zuschriften und Mitarbeit unzähliger "Freier" geben,
wenn Dialog und Kontroverse wieder JW ausmacht.

Ich hoffe nur, daß heute die lieben drei GenossInnen, die als Zugpferde
für die Soliveranstaltung gewonnen wurden, sich nicht einseitig vor einen
Karren spannen ließen. In den Dreck gefahren hat den Karren JW ganz
bestimmt nicht nur die eine Seite, die im Netz nun als die Böse dasteht.

Den Absender jeden weiteren Lebenslaufes von AktivistInnen auf der einen
oder anderen Seite, der hier noch in das Netz gestellt wird, um
vermeintliche organisierte böse Mächte ( KPF, DKP, Fidel Castro, Josef
Maria Fischer, Gregor Gysi, die schwarze EX-Lederer, Jürgen Trittin oder
auch irgendeine Weichkäsesorte ) für die Wirren um die JW verantwortlich
zu machen, verspreche ich hiermit mit gezieltem Flamewar zu überschütten!

Ekkehard

--
Eine Partei oder Gruppe kann auf VordenkerInnen verzichten, wenn in ihr
Organisierte genügend motiviert sind oder werden, mit- und nachzudenken!

Dies gilt sinngemäß auch für linke Zeitungsprojekte, liebe Streitschafe
und -hammel!

Boris Groendahl

unread,
May 27, 1997, 3:00:00 AM5/27/97
to

In article <6XeLX...@p-ej.link-h.comlink.apc.org>,
E.JAE...@LINK-H.comlink.apc.org (Ekkehard Jaenicke) wrote:

>Aus den Kreisen der JW-UnterstützerInnen vor Ort in Berlin verlauten ganz
>andere Darstellungen über das Scheitern der Vermittlungen. Nicht
>Koschmieder, dessen halben Lebenslauf mensch in das Netz pustete, um seine
>Glaubwürdigkeit zu erschüttern, denn wer glaubt schon einem Kommunisten
>aus Lörrach in Baden, der sich nach Berlin verirrt hat, ;-) oder besser
>-((, sondern die Gegenseite wäre mit Maximalforderungen in die Gespräche
>gegangen, von denen sie kein Jota abweichen wollte usw..

Welche Maximalforderungen sollen das gewesen sein?

>Dazu gehört auch, daß es bei den
>Schattierungen innerhalb der Linken keine reine Linie geben kann, die
>bisherige Ausgrenzung von Minderheitenmeinungen innerhalb der Redaktion
>und der JW-AutorInnen führte prompt zu Abbestellungen.

Wann, wo und wie sind Becker, Pirker und Schulz ausgegrenzt worden?

Tatsaechlich ist es so, dass alle drei schreibenden Redakteure, die zur
Zeit die Verlags-junge Welt machen, ausdruecklich deswegen zur jungen Welt
geholt wurden, weil sie fuer den traditionskommunistischen Fluegel stehen.

-- Werner Pirker haben im Sommer 1994 Juergen Elsaesser und ich aus Wien
zur jungen Welt geholt (gegen den Widerstand der damaligen Chefredaktion
Gerlof/Kolodziej).

-- Holger Becker wurde ausdruecklich zur jungen Welt geholt, als seine
Situation beim ND immer prekaerer wurde. Ich weiss zwar nicht mehr genau,
wer damals mit ihm gesprochen hat, ich meine aber mich zu erinnern, dass
Juergen Elsaesser dabei war und die Abwerbung jedenfalls begruesst hat.

-- Ulrike Schulz war Praktikantin bei Juergen Elsaesser und ist danach als
Redakteurin uebernommen worden, in voller Kenntnis ihrer politischen
Position.

>wenn nicht die
>jeweils abweichende Meinung gleich immer für des Teufels erklärt wird,
>wird ein linkes Zeitungsprojekt diskursiv überleben. Dazu gehört
>selbstverständlich auch das Liefern von Fakten, die Meinungsbildung
>ermöglichen.

Nochmal: wann soll das passiert sein?

Die Pluralitaet hat doch zuvor existiert. Dietmar hat es unternommen, den
politischen Einfluss zugunsten einer Richtung zu veraendern, nicht die
Redaktionsmehrheit. Auch in dieser Redaktionsmehrheit sind doch noch
vollkommen heterogene politische Kraefte, wesentlich heterogenere
jedenfalls als in Koschmieders Mannschaft.

Boris.

--
-+----+------------------- Boris Groendahl
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-+------------------------ bo...@well.com
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Rolf Meier

unread,
May 27, 1997, 3:00:00 AM5/27/97
to

Ekkehard Jaenicke schrieb vor einigen Tagen:

> Leider scheut die Geschäftsführung im Gegensatz zur Redaktionsmehrheit die
> Hintergründe aus ihrer Sicht hier im Netz darzustellen. Wer will nun
> linken Pluralismus und wer will welchen Linie auch immer???
Daß die Redaktion ihre Sicht der Dinge nicht im Netz darstellt, hat einen
ganz einfachen Grund und wenig mit Scheu zu tun: Sie haben im Moment
keinen Zugang zum Netz, da sämtliche Gerätschaften in den alten
Redaktionsräumen von der Besetzerfraktion unter Verschluß gehalten werden.
Selbst ihre eigenen Wörterbücher durfte sich eine technische Mitarbeiterin
nur in Begleitung zweier BesetzerInnen aus ihrem alten Arbeitszimmer
holen.

Petra

## CrossPoint v3.11 ##

Joerg Arendt

unread,
May 28, 1997, 3:00:00 AM5/28/97
to

hi, Ihr da draussen !

faubn3 schrieb am 25.05.97
in /CL/AKTUELLES/ALLGEMEIN zum thema
"Re: Quatsch bei junge Welt!" folgendes:

>Ich bin immer noch hin und her gerissen, wer hat nun recht und wer ist der
>Betonkopf????
>Egal, ganz unrevolutionaer will ich wieder ne Tageszeitung und keine
>Papiefragmente, soll das das Bild der Linken sein?
>Wer auch immer gewinnt eine libertaere Zeitung wird es nicht, aber
>zugrunderichten sollte ihr euch so nicht. Fangt an euch an euren eigenen
>Masstaeben zu maessen und geht nach vorne. Grabenkriege haben noch nie
>nach vorne gezeigt.

"nicht links, nicht rechts, sondern geradeaus" ist das motto der national-
und konservativen "revolutionäre".

diese futuristische verneinung von ideologie zugunsten eines in seiner
gesellschaftlichen verankerung nicht bewußt reflektierten techno-sozialen
"fortschritts" bildete (und bildet) die grundlage für jegliche art von
faschismus.
besonders jedoch der deutsche faschismus hat sich mit dieser parole als
geopolitische mittelmacht zwischen den östlichen staats- und den
westlichen privatkapitalistischen regierungssystemen einen besonders
"deutsch" gearteten "volks-sozialismus" unter beibehaltung
privatindustrieller produktionsweise geschaffen.

die wege nach auschwitz führten nicht "rechts" und nicht "links", sondern
geradeaus.

linke, die unter vorgabe "libertärer" ziele diese rhetorik wiederholen
öffnen nicht nur einem reaktionären totalitarismus die hintertür, sondern
auch dem oben erwähnten futuristischen techno-faschismus.

gruß

jörg


**************** vorwärts und NICHT vergessen **************************

Boris Groendahl

unread,
May 29, 1997, 3:00:00 AM5/29/97
to

In article <6XiQx...@p-ej.link-h.comlink.apc.org>,
e.jae...@link-h.comlink.apc.org (Ekkehard Jaenicke) wrote:

>Noch hab ich nicht vor, hier weiter die schmutzige Wäsche nach Art der Be-
>setzerInnen mitzuwaschen. Sollte ich jedoch kein Einlenken feststellen, wer-
>de ich mit anderen ehemaligen Freien und auch ehemaligen Redaktionmitglie-
>dern gerne hier genauer Tacheles reden, anders als die wohl Montag im
>"Tacheles" geschah.

Duestere Drohungen...

>> -- welche "diversen gut recherchierten Artikel" landeten im Muelleimer?

[...]

>Ich will mal von mir selbst etwas herüberbringen, ohne gleich den Dreckkübel
>auszuschütten. Von mir kam Kritik an schlecht recherierten Artikeln, damals
>zu Unabhängigkeitsbestrebungen in Quebec mit Hintergrundschilderungen von
>Positionen der Linken in Quebec, hieb und stichfest mit Quellen, kein
>Abdruck, weil er den Göttern in der Redaktion widersprach.

Der zustaendige Redakteur hat bei Dir angerufen und gesagt: "Du wir
koennen das leider nicht bringen, weil es den Goettern in der Redaktion
widerspricht, sorry"?? Sicher nicht.

Als selbst ehemaliger Redakteur (nicht der jW) wuerde ich mal sagen:
Dieses Beispiel ist ein klarer Fall von in seiner Eitelkeit verletztem
Autor.

>Oder die Gen-Maus? Erinnerst Du Dich noch an die Diffamierungen der Bewegung
>gegen die Patentierung. Zuerst schrieb ich dagegen, nie anbgedruckt. Erst als
>die Faxe und Telefone in der Redaktion nicht mehr stillstanden, kam eine
>Seite LeserInnenzuschriften.

Woher weisst Du das?

Im uebrigen haben solche Provokationen immer auch die junge Welt mit
ausgemacht. Eine junge Welt, die so etwas nicht mehr bringen wuerde, incl.
"Diffamierung" von Bewegungen mit folgenden sturmlaufenden Telefonen und
Faxen, waere nicht die junge Welt, die ich lesen moechte.

>Natürlich gefiel es Jürgen nicht, daß ich auf einer Veranstaltung in Hannover
>ihm heftig inhaltlich Kontra gab.

Ach, komm Dir doch nicht so wichtig vor.

Genauso kann man sagen (s.o.): "Natuerlich gefiel es Ekkehard Jaenicke
nicht, dass ich seinen Artikel abgelehnt habe." Und daraus erklaerte sich
dann alles Weitere.

>Ungnade ist Ungnade!

Und woher weisst Du, dass die Ablehnung Deiner Artikel keine inhaltlichen
Gruende hat, sondern "Ungnade"? Ich sage immer noch: in seiner Eitelkeit
gekraenkter Autor. Auch auf der Linken ein weitverbreitetes Symptom.

>> Voellig richtig, aber wer hat denn versucht, das politische Gleichgewicht
>> zugunsten einer Seite zu stoeren? Bei Dir klingt das so, als haetten das
>> beide Seiten versucht. Ich kann nur erkennen, dass Dietmar das wollte.
>
>Nun, dann täuscht Du Dich seit längerer Zeit und gewaltig!

Wieder kein Beispiel.

Ich weiss sehr gut, dass Juergen Elsaesser prononcierte Positionen hat,
und diese auch aggressiv vertritt. Auch dass er eitel ist. Aber wo wurde
versucht, Positionen aus der Redaktion zu draengen? Bitte Namen oder
konkrete Vorgaenge, sonst sage ich einfach: Du sprichst die Unwahrheit.

Und komm mir jetzt nicht wieder mit irgendwelchen gekraenkten Freien Autoren.

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