PRESSEMITTEILUNG des Medienbüro für Menschenrechte (mfm)
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Das Auswärtige Amt in Berlin hat erstmals bestätigt, daß von vier
Asylbewerbern aus dem westafrikanischen Staat Guinea, die am 19. November
abgeschoben wurden, jede Spur fehlt. Die vier jungen Männer waren im Rahmen
einer Sammelabschiebung vom Düsseldorfer Flughafen aus nach Accra (Ghana)
abgeschoben worden. Dort sollten sie mit einer Maschine der Ghana Airlines
nach Conakry ausgeflogen werden. Insgesamt waren am 19. November 40
Asylbewerber aus mehreren afrikanischen Staaten nach Ghana abgeschoben
worden. Grundlage dafür bildet ein Abkommen der Bundesregierung mit der
ghaneischen Regierung, die sich bereiterklärt hat, afrikanische Asylbewerber
aus Deutschland aufzunehmen und sie per Flugzeug oder Lkw an ihre
Heimatländer auszuliefern.
Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte gegenüber dem
niedersächsischen Medienbüro für Menschenrechte (mfm), daß die
Nachforschungen der Deutschen Botschaft in Conakry (Guinea) nach dem
Verbleib der Asylbewerber ergebnislos verlaufen seien. "Wir wissen nicht,
was aus den Asylbewerbern geworden ist und wir haben keine Hinweise darauf,
daß sie in Guinea angekommen sind", erklärte die Sprecherin des Auswärtigen
Amtes. Eine ursprünglich terminierte Flugverbindung für den 20. November,
mit der die vier Asylbewerber von Ghana nach Guinea befördert werden
sollten, sei abgesagt worden. Eine Abordnung der Deutschen Botschaft, die
die Ankunft der Asylbewerber auf dem Flughafen von Conakry beobachten
wollte, mußte unverrichteter Dinge wieder abziehen.
Die vier Asylbewerber aus Guinea waren zuletzt in der
nordrhein-westfälischen Haftanstalt Büren inhaftiert, die restlichen 36
wurden aus anderen Bundesländern in Düsseldorf zusammengezogen.
Im September hatte mfm in Guinea die Spur von 13 aus Deutschland
abgeschobenen Asylbewerbern aufgenommen, die nach ihrer Ankunft auf dem
Flughafen von Conakry verhaftet wurden und die bei ihren Familien nicht mehr
aufgetaucht waren. Die Recherchen erbrachten den Beweis, daß einer der
Asylbewerber inzwischen tot ist, drei weitere sollen ebenfalls nicht mehr am
Leben sein. Es habe drei Beerdigungen im Umfeld der Familien gegeben,
berichteten guineische Menschenrechtler. Den 13 Abgeschobenen wird in Guinea
zur Last gelegt, Mitglied oder Sympathisanten der oppositionellen Partei RPG
(Rassemblement du peuple de Guinée) zu sein oder an Studentendemonstrationen
teilgenommen zu haben. Der 1. Vorsitzende der RPG, Alpha Condé, wurde im
Dezember 1998 wegen des angeblichen Versuches, einen Umsturz vorbereitet zu
haben, inhaftiert, mehrere Prozeßtermine wurden bisher stets abgesagt.
pv 22/12/99