Eltern bangen mit ihren Kindern

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Jo

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Jun 10, 2007, 12:54:03 AM6/10/07
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Bei einer Veranstaltung in Shanghai, in deren Rahmen sich die Mittelschulabgänger anlässlich der bevorstehenden Hochschulaufnahmeprüfung psychologisch kostenlos beraten lassen konnten, erschienen mehr Eltern als Jugendliche.

Die Psychotherapeuten im Ruijin-Krankenhaus in Shanghai mussten in diesem Zusammenhang mit Verwunderung feststellen, dass es sich bei 80 Prozent der Patienten um prüfungsgestresste Mütter und Väter handelte.

Laut Aussage von Professor Jin Wuguan, einem der Beratungstherapeuten, sind Jugendliche nur in den seltensten Fällen so anfällig oder aufgeregt wie ihre Eltern tatsächlich meinen. Ein Großteil der Eltern befürchtet nämlich, dass ihr Kind eine große Prüfungsangst an den Tag legt und reagiert daraufhin mit übertriebener Sorge und Kontrolle.

Gerade diese Einstellung schüre die Prüfungsangst der Jugendlichen, sagt der Professor.

Jin rät daher den Eltern davon ab, die Kinder zu fragen, ob sie nachts gut schlafen oder wie die Prüfungsvorbereitungen voranschreiten. Außerdem dürften die Eltern auf keinen Fall Sollziele stecken.

"Um die Prüfungsphase mit ihren Kindern gut zu überstehen, müssen sich die Eltern erst einmal über ihre eigene Denkweise klar werden. Die Eltern sollen an ihre Kinder glauben und sie unterstützen, anstatt sie mit Worten wie 'Versager' oder 'Loser' zu demotivieren", empfiehlt Jin.

Die Shanghai Youth Daily berichtete von einem Vater mit Nachnamen Li, der nachts nicht mehr durchschlafen kann, weil er um das Durchfallen seines Sohnes fürchtet und diese Angst ihn nicht mehr wieder einschlafen lässt.

Der Schüler Chen Chen, der sich ebenfalls auf die Prüfung vorbereitet, erklärte in einem Interview gegenüber der Jiefang Daily, dass seine Mutter ihn mit Befehlen nerve, dass er dies oder das tun müsse. Gleichzeitig erkläre sie, dass ihr alles egal sei, solange er sich wegen seiner Zukunft Gedanken mache.

Ein anderer Schüler namens Liu Chong erzählt über seine Eltern, dass sie sogar noch nervöser seien als er selbst und ihn jeden Tag voller Erwartung und Hoffnung anblickten. Während seines Lernens würde er zwar gerne ein Nickerchen halten, befürchtet aber, dass ihn sein Vater erwischen und aufwecken könnte, um ihn dann zum Weiterlernen zu drängen. Darüber habe er sich bei seiner Mutter beschwert und sein Vater halte sich nun zurück.

Unter den Schülern ist die Einnahme von Gesundheitspräparaten weit verbreitet. Experten warnen jedoch ausdrücklich vor einer übermäßigen Einnahme.

Bei einem Schüler führte das übermäßige Trinken von Kräuterwasser und Hühnerbrühe zu Nasenbluten.

Liu Chong berichtet, dass seine Mutter bei dem warmen und trockenen Wetter den weißen "Silbermorchel"-Pilz für ihn koche.

Laut Sun Jiayi, Berater im Psychologischen Zentrum Zhiyin, beeinflussen sich Eltern und Kinder in ihrer Prüfungsangst gegenseitig.

Kinder mit einem unnormalen Verhalten geben den Eltern Anlass zur Sorge. Andererseits nerven aber auch Eltern, die überreagieren, ihre Kinder und sorgen so für eine Anspannung der Kinder, die sie andernfalls so nicht erlebt hätten. Dieser Text stammt von: http://www.china-guide.de

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