Seit ihrem Start vor einem Jahr hat die Hotline Anrufe von 2336 Homosexuellen zur Beratung bei psychologischen Problemen, bei rechtlichen Fragen und zu HIV/AIDS entgegengenommen. Die Hotline wird von der Chi Heng Stiftung betrieben, einer karitativen Vereinigung aus Hong Kong.
"Beratungen zu psychologischen Problemen haben im vergangenen Jahr rund 56 Prozent aller Anrufe ausgemacht. 26 Prozent der Anrufe waren zu rechtlichen Fragen und 15 Prozent zu HIV/AIDS", sagte Xiao Shen, ein freiwilliger Mitarbeiter der Hotline.
Alle der rund 20 freiwilligen Mitarbeiter der Hotline sind auch selber homosexuell. Unter ihnen befinden sich Lehrer, Doktoren, Schauspieler, Geschäftsleute, Studenten und Regierungsmitarbeiter.
Zu den unter Homosexuellen am meisten verbreiteten psychologischen Problemen zählen Minderwertigkeitskomplexe, Heiratsdruck, Depressionen bis hin zur Suizidgefährdung und AIDS-Phobie.
"Viele von ihnen rufen uns wiederholt an und fragen alles was ihnen einfällt über AIDS, trotz der Tatsache, dass sie negativ getestet sind", sagte Xiao.
"Die psychologischen Probleme unter denen ihre Familienmitglieder leiden, bedürfen genauso großer Beachtung der Gesellschaft, wenn nicht sogar mehr“, meinte Xiao. „In den meisten Fällen haben sie keinen Zugang zu professioneller Beratung."
"Sie können sich vorstellen, wie schockiert sie sind, wenn sie erfahren, dass ein Mitglied ihrer Familie homosexuell ist", sagte Xiao. Als Beispiel berichtet er von dem Anruf der Ehefrau eines homosexuellen Mannes. Die Frau sagte, sie sei so verzweifelt über die Situation, dass sie erwäge ihren Mann zu ermorden.
Wang Ye, Doktor am AIDS-Forschungsinstitut des Guangdonger Zentrums für Krankheitskontrolle und -vorbeugung, hat eine sehr hohe Meinung von der Hotline: "Die Hotline hilft nicht nur etwas psychologischen Druck von den Homosexuellen zu nehmen und dabei Tragödien schon im Keim zu verhindern, sondern sie spielt auch bei Anti-AIDS-Kampagnen unter Homosexuellen eine wichtige Rolle. In dieser Hinsicht ist sie auch erfolgreicher als einige Regierungsorganisationen."
Sein Forschungsinstitut beteilige sich mit zwei anderen Guangzhouer Organisationen, einer Webseite und einem Club auch an einer speziell auf Homosexuelle ausgerichteten Anti-AIDS Arbeit. Dieser Text stammt von: http://www.china-guide.de