Man habe im letzten Monat im Norden des Südchinesischen Meeres erfolgreich Gashydratproben geborgen, erklärte Zhang Hongtao, stellvertretender Leiter von China Geological Survey (CGS).
China ist das vierte Land nach den USA, Japan und Indien, dem ein solcher technischer Erfolg gelungen ist.
Es werde erwartet, dass diese Entwicklung die Abhängigkeit des Landes von Öl und Kohle verringern könnte.
Nach ersten Schätzungen, befinden sich an den Kontinentalhängen in der Region potentiell über 100 Millionen Tonnen Öleinheiten in Form von Gashydrat, sagte Zhang weiter. Die Proben seien am 1. und am 15. Mai von zwei unterschiedlichen Stationen am Shenhu Kontinentalhang geborgen worden.
Gashydrate sind kristalline Substanzen, die bei extremer Kälte oder unter hohem Druck entstehen, dabei formen Wassermoleküle eine käfigartige Struktur um "Gastmoleküle" wie Methan, Ethan, Kohlendioxid und andere Substanzen. Gashydrate sind extrem instabil und existieren hauptsächlich auf dem Meeresboden und unter der Tundra in großen Höhen.
Gashydrate haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einem zentralen Thema in der internationalen Forschung entwickelt, da Wissenschaftler der Ansicht sind, dass sie eine gute Alternative zu Öl und Erdgas bieten.
Jeder Kubikmeter Gashydrat beinhaltet rund 164 Kubikmeter Gas. Die weltweiten Vorkommen an Gashydrat sind ungefähr doppelt so groß, wie alle bekannten der vermutlich in rund 70 Jahren aufgebrauchten Vorkommen an Kohle, Öl und Erdgas zusammengenommen, erklärte Zhang.
Die chinesische Forschung nach alternativen Energiequellen würde noch in den Kinderschuhen stecken, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Land und Ressourcen.
Seit 1999 hat das Ministerium 500 Millionen Yuan (50 Millionen Euro) für Forschungsprojekte zur Bergung von Gashydrat aus dem Meer aufgewendet, unter anderem für ein erfolgloses Projekt, in dessen Rahmen deutsche und chinesische Wissenschaftler im Jahr 2004 versucht hatten, Gashydrate zu bergen. Bei dem Versuch war aber die Suchausrüstung durch eine dicke Karbonatkruste aus Methan und Wassermolekülen zerstört worden.
Die USA und Japan haben bereits 1 Milliarde US-Dollar beziehungsweise 600 Millionen US-Dollar für entsprechende Forschungen ausgegeben.
Während die entwickelten Länder versuchten, die Ressourcen bis zum Jahr 2015 zu nutzen, sei für China selbst 2030 noch eine optimistische Schätzung, sagte Zhang.
China importiert seit 1993 Öl und ist mittlerweile der zweitgrößte Ölimporteur der Welt nach den USA. Sollten sich die Fördermengen auf dem Wert von 2006 stabilisieren, würden Chinas bestätigte Ölreserven nur für 11 Jahre reichen, falls keine neuen Vorkommen entdeckt werden, teilte das Ministerium für Land und Ressourcen im März mit. Dieser Text stammt von: http://www.china-guide.de