Lieber Leser,
der Wochenabschnitt »Wajikra« handelt von den Vorschriften für die Opfer, wie sie im Tempel zu bringen waren. Heute haben wir diesen Tempeldienst nicht mehr, welche Relevanz also haben all die detaillierten Vorschriften über die Opfer für uns?
Wenn auch der Tempel in Jerusalem zweimal zerstört wurde, erklärt dazu der Lubawitscher Rebbe, so gibt es Millionen von jüdischen »Tempeln«, die intakt sind: Jede jüdische Seele ist in sich selbst ein Heiligtum, ein »Tempel«, in dem der G-ttesdienst stattfindet.
Wie jedoch läuft der Dienst dieses inneren Heiligtums ab? Die Antwort ist in unserem Wochenabschnitt zu finden, wo es gleich zu Beginn des Textes heißt: »Wenn irgendjemand ein Opfer von Euch bringt zu G-tt ...« Auf den ersten Blick kann man die Worte »von Euch« auf »irgendjemand« beziehen. Also: Wenn irgendjemand von Euch ein Opfer bringt, dann gelten diese und jene Regeln.
Doch genau betrachtet sagt uns die Wortstellung des Satzes etwas anderes: Die Worte »von Euch« beziehen sich auf das Opfer – »ein Opfer von Euch«! Das zu bringende Opfer ist ein Teil von uns selbst, von unserer Persönlichkeit.
Schabbat Schalom