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Sex mit Tieren in der Schweiz?

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Norbert Meichtry

unread,
Apr 12, 2006, 3:34:27 AM4/12/06
to
Hallo NG

Sexuelle Handlungen mit Tieren (Sodomie) ist in der Schweiz nicht strafbar.

Hast du aber auf deinem Computer Bilder die sexuelle Handlungen mit Tieren
darstellen und du wirst erwischt, bezahlst du eine Busse und dein Computer
wird beschlagnahmt.

Ist unser Justizsystem nicht sowas von krank?

Wem schadet es etwas wenn ein erwachsener Mensch solche Bilder anschauen
wuerde?

Foerder jemand der ohne zu bezahlen solche Bilder gespeichert hat die
Sodomie oder schadet er Dritte?

Gruss Norbert


Andreas Stricker

unread,
Apr 12, 2006, 3:53:36 AM4/12/06
to
Norbert Meichtry schrieb:

> Sexuelle Handlungen mit Tieren (Sodomie) ist in der Schweiz nicht strafbar.
> Hast du aber auf deinem Computer Bilder die sexuelle Handlungen mit Tieren
> darstellen und du wirst erwischt, bezahlst du eine Busse und dein Computer
> wird beschlagnahmt.

<snip>


> Wem schadet es etwas wenn ein erwachsener Mensch solche Bilder anschauen
> wuerde?

Hier gehts wohl eher um Tierschutz als um Menschenschutz.

a.

Thomas Walde

unread,
Apr 12, 2006, 6:05:47 AM4/12/06
to
"Norbert Meichtry" <funktion...@OutOfOrder.com> schrieb im Newsbeitrag
news:443cad83$0$13566$5402...@news.sunrise.ch...

> Hallo NG
>
> Sexuelle Handlungen mit Tieren >

>


> Wem schadet es etwas wenn ein erwachsener Mensch solche Bilder anschauen
> wuerde?
>
> Foerder jemand der ohne zu bezahlen solche Bilder gespeichert hat die
> Sodomie oder schadet er Dritte?

Selbstverständlich schadet er den Tieren. Und die gleichen perversen treiben
ihr Unwesen bei der Kinderpornographie.
Eigenartige Gedankengänge die du hast.Wie wärs mit einer Sexualtherapie?


Ernst Keller

unread,
Apr 12, 2006, 7:41:32 AM4/12/06
to
"Thomas Walde" <swiss...@hotmail.com> wrote:

>"Norbert Meichtry" <funktion...@OutOfOrder.com> schrieb im Newsbeitrag
>news:443cad83$0$13566$5402...@news.sunrise.ch...
>> Hallo NG
>>
>> Sexuelle Handlungen mit Tieren >
>
>>
>> Wem schadet es etwas wenn ein erwachsener Mensch solche Bilder anschauen
>> wuerde?
>>
>> Foerder jemand der ohne zu bezahlen solche Bilder gespeichert hat die
>> Sodomie oder schadet er Dritte?
>
>Selbstverständlich schadet er den Tieren.

Schon, nur ist nicht logisch dass das selbermachen dann nicht verboten ist, das
schadet den Tieren erst recht.


>Und die gleichen perversen treiben
>ihr Unwesen bei der Kinderpornographie.

Wieso sollte ein Pädophiler es mit Tieren treiben, ist ganz anderes Gebiet.

>Eigenartige Gedankengänge die du hast.Wie wärs mit einer Sexualtherapie?
>

Deine Gedankengänge sind auch verquer, eine Therapie wäre ev. auch angebracht.

Ernst

Message has been deleted

Louis Ineichen

unread,
Apr 12, 2006, 9:12:14 AM4/12/06
to
Norbert Meichtry wrote:
> Hallo NG
>
> Sexuelle Handlungen mit Tieren (Sodomie) ist in der Schweiz nicht strafbar.
>
> Hast du aber auf deinem Computer Bilder die sexuelle Handlungen mit Tieren
> darstellen und du wirst erwischt, bezahlst du eine Busse und dein Computer
> wird beschlagnahmt.
>
> Ist unser Justizsystem nicht sowas von krank?

Es handelt sich hier vielleicht eher um eine Gesetzeslücke als um eine
Krankheit. Die Darstellung sexueller Praktiken mit körperlichen
Ausscheidungen gilt auch als harte Pornographie deren Verbreitung und
Besitz bestraft wird. Auch in diesem Fall wird die sexuelle Praktik
selber nicht geahndet.

>
> Wem schadet es etwas wenn ein erwachsener Mensch solche Bilder anschauen
> wuerde?
>
> Foerder jemand der ohne zu bezahlen solche Bilder gespeichert hat die
> Sodomie oder schadet er Dritte?
>

Der Konsum harter Pornographie ist nicht strafbar, selbst dann nicht
wenn dafür bezahlt wurde. Strafbar ist der Besitz harter Pornographie
und hier wird die Regelung in der Tat widersprüchlich und es dürfte
nicht gerade einfach sein eine Grenze zwischen Besitz und Konsum zu
ziehen.

Wenn jemand harte Pornographie auf seiner Festplatte speichert, fördert
das die dargestellten Praktiken vielleicht nicht und schadet vielleicht
nur dem Besitzer. Sicher ist aber, das die gesellschaftliche Toleranz
gegenüber harter Pornographie diese fördert. Meiner Meinung nach wäre es
sinnvoller und eindeutiger Art. 197 zu verschärfen und den Konsum harter
Pornographie unter Strafe zu stellen.

Gruss L.

Roman Racine

unread,
Apr 12, 2006, 9:18:09 AM4/12/06
to
Norbert Meichtry schrieb:


> Sexuelle Handlungen mit Tieren (Sodomie) ist in der Schweiz nicht
> strafbar.

Wobei wohl einige Kantone dies in ihrem kantonalen Strafrecht unter Strafe
gestellt haben, z.B. der Kanton Basel-Landschaft.

Gruss

Roman
--
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Bart Wakker

unread,
Apr 13, 2006, 7:26:31 PM4/13/06
to
Louis Ineichen <bird...@bluewin.ch> writes:

> Der Konsum harter Pornographie ist nicht strafbar, selbst dann nicht
> wenn dafür bezahlt wurde. Strafbar ist der Besitz harter
> Pornographie und hier wird die Regelung in der Tat widersprüchlich
> und es dürfte nicht gerade einfach sein eine Grenze zwischen Besitz
> und Konsum zu ziehen.
>
> Wenn jemand harte Pornographie auf seiner Festplatte speichert,
> fördert das die dargestellten Praktiken vielleicht nicht und schadet
> vielleicht nur dem Besitzer. Sicher ist aber, das die
> gesellschaftliche Toleranz gegenüber harter Pornographie diese
> fördert. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller und eindeutiger
> Art. 197 zu verschärfen und den Konsum harter Pornographie unter
> Strafe zu stellen.

Genau das will man jetzt einführen, die medienberichte waren aber
nicht ganz klar: es scheint nur um kinderpornographie zu gehen. Es ist
natürlich auch verrückt dass das speichern davon verboten ist, aber
der konsum nicht.

Was aber auch verrückt ist, ist dass kinderpornographie zusammen mit,
aus meiner sicht, unschuldige sachen wie "menschlichen ausscheidungen"
(d.h. zum beispiel pinkeln) in einem topf geworfen wird. Es wird
höchte zeit um das von diesem gesetz auszuschliessen. Ich sehe nicht
ein wieso der staat sich einmischt in etwas, was doch rein eine
geschmacksache ist. Ich halte nichts davon, finde aber andere sachen
wie kotz-porno's noch geschmacksloser, und das ist erlaubt denn ist
anscheinend kein harter pornographie.

Bart Wakker

unread,
Apr 13, 2006, 7:21:16 PM4/13/06
to
"Norbert Meichtry" <funktion...@OutOfOrder.com> writes:

> Hallo NG
>
> Sexuelle Handlungen mit Tieren (Sodomie) ist in der Schweiz nicht strafbar.
>
> Hast du aber auf deinem Computer Bilder die sexuelle Handlungen mit Tieren
> darstellen und du wirst erwischt, bezahlst du eine Busse und dein Computer
> wird beschlagnahmt.
>
> Ist unser Justizsystem nicht sowas von krank?

Ja, dasselbe gilt sogar für pinkeln ("natursekt").
Kotz-sex hingegen ist nicht verboten.

Jedem das seine, aber ich find es unverständlich dass etwas, was man
tun darf, nicht abbilden darf. Vor allem in dem fall wo es abweicht
von fast allen anderen ländern.

Martin B.

unread,
Apr 14, 2006, 3:14:08 AM4/14/06
to
Am 14.04.2006, 01:26 Uhr, schrieb Bart Wakker <bh...@web.de>:


Ich sehe nicht
> ein wieso der staat sich einmischt in etwas, was doch rein eine
> geschmacksache ist. Ich halte nichts davon, finde aber andere sachen
> wie kotz-porno's noch geschmacksloser,


Pinkelsex als reine Geschmackssache - die Formulierung hat etwas für sich.
Ich bezweifle allerdings, ob die Kotzsteigerung tatsächlich
geschmack*loser* ist.

--
"--" durch "_" ersetzen

Louis Ineichen

unread,
Apr 14, 2006, 6:15:44 AM4/14/06
to
Bart Wakker wrote:

> Louis Ineichen <bird...@bluewin.ch> writes:
>
>
> Was aber auch verrückt ist, ist dass kinderpornographie zusammen mit,
> aus meiner sicht, unschuldige sachen wie "menschlichen ausscheidungen"
> (d.h. zum beispiel pinkeln) in einem topf geworfen wird. Es wird
> höchte zeit um das von diesem gesetz auszuschliessen. Ich sehe nicht
> ein wieso der staat sich einmischt in etwas, was doch rein eine
> geschmacksache ist. Ich halte nichts davon, finde aber andere sachen
> wie kotz-porno's noch geschmacksloser, und das ist erlaubt denn ist
> anscheinend kein harter pornographie.

Der Gesetzgeber hat diese Darstellungen nicht explizit erlaubt, er war
ganz einfach nicht darauf gefasst, zu welch wiederwärtigen Auswüchsen
sich Pornografie steigern kann.

Gruss L.

Andreas Stricker

unread,
Apr 14, 2006, 12:07:02 PM4/14/06
to
Louis Ineichen schrieb:

> Der Gesetzgeber hat diese Darstellungen nicht explizit erlaubt, er war
> ganz einfach nicht darauf gefasst, zu welch wiederwärtigen Auswüchsen
> sich Pornografie steigern kann.

Dennoch: Solange niemand anders, weder Mensch noch Tier, zu Schaden
kommt, ist und bleibt solches Privatsache, die weder Staat noch Kirche
noch andere selbsternannte Moralapostel etwas angeht.

a.

Louis Ineichen

unread,
Apr 14, 2006, 12:58:10 PM4/14/06
to

Genau aus diesem Grund sind gewisse Sexualpraktiken nicht verboten,
deren Darstellung aber schon. Produktion und Publikation von
Pornographie ist eben nicht mehr Privatsache!

Gruss L.

Andreas Stricker

unread,
Apr 14, 2006, 1:11:01 PM4/14/06
to
Louis Ineichen schrieb:

> Genau aus diesem Grund sind gewisse Sexualpraktiken nicht verboten,
> deren Darstellung aber schon. Produktion und Publikation von
> Pornographie ist eben nicht mehr Privatsache!

Und warum nicht...? Ich sehe keinen Grund, warum sowohl Produktion als
auch Konsumation nicht Privatsache sein sollten. Dazwischen liegt
notwendigerweise die Publikation. Aber es wird niemand gezwungen,
bestimmte Produkte zu konsumieren oder gar ein einschlägiges
Verkaufsgeschäft zu betreten.

Würden wir dieser Logik folgen, müsste man z.B. auch die Publikation
einer Kirchenzeitschrift verbieten mit dem Vorwand, dass durch deren
Publikation die Religionsfreiheit nicht mehr gewährleistet sei. Was
natürlich Unsinn wäre, denn es wird ja niemand gezwungen, eine
Kirchenzeitschrift zu lesen oder deswegen gleich einen Gottesdienst zu
besuchen.

(Bin jetzt weg - werde Deine Antwort erst morgen oder übermorgen lesen
können.)

Und P.S.: Dein Filter ist kaputt.

a.

Louis Ineichen

unread,
Apr 14, 2006, 1:43:24 PM4/14/06
to
Andreas Stricker wrote:
> Louis Ineichen schrieb:
>
>> Genau aus diesem Grund sind gewisse Sexualpraktiken nicht verboten,
>> deren Darstellung aber schon. Produktion und Publikation von
>> Pornographie ist eben nicht mehr Privatsache!
>
> Und warum nicht...? Ich sehe keinen Grund, warum sowohl Produktion als
> auch Konsumation nicht Privatsache sein sollten. Dazwischen liegt
> notwendigerweise die Publikation. Aber es wird niemand gezwungen,
> bestimmte Produkte zu konsumieren oder gar ein einschlägiges
> Verkaufsgeschäft zu betreten.

Es sind Dritte an Reproduktion und Verteilung beteiligt, ebenso kann die
Kontrolle über die Publikation an Dritte gehen. Möglicherweise werden jene
Dritten im Publikationsprozess gezwungen Bilder zu betrachten die sie
freiwillig nie sehen wollten. Ein Bild eine Sache ist, die
aufbewahrt, gehandelt u.s.w. werden kann.

>
> Würden wir dieser Logik folgen, müsste man z.B. auch die Publikation
> einer Kirchenzeitschrift verbieten mit dem Vorwand, dass durch deren
> Publikation die Religionsfreiheit nicht mehr gewährleistet sei. Was
> natürlich Unsinn wäre, denn es wird ja niemand gezwungen, eine
> Kirchenzeitschrift zu lesen oder deswegen gleich einen Gottesdienst zu
> besuchen.

Ich verstehe diese Analogie nicht. Religion ist nicht als unmoralisch
betrachtet, wie die Pornografie. Deshalb, weil es unmoralisch ist, oder
moralischen Schaden anrichten kann, ist die freie Publikation von
Pornografie verboten.


Gruss L.

Matthias Leisi

unread,
Apr 15, 2006, 2:50:18 AM4/15/06
to

Louis Ineichen wrote:

>> [Pornografie]


>
> Es sind Dritte an Reproduktion und Verteilung beteiligt, ebenso kann die
> Kontrolle über die Publikation an Dritte gehen. Möglicherweise werden jene

Welche Dritten?


> Dritten im Publikationsprozess gezwungen Bilder zu betrachten die sie
> freiwillig nie sehen wollten. Ein Bild eine Sache ist, die

Wie werden diese gezwungen?


> Ich verstehe diese Analogie nicht. Religion ist nicht als unmoralisch
> betrachtet, wie die Pornografie. Deshalb, weil es unmoralisch ist, oder
> moralischen Schaden anrichten kann, ist die freie Publikation von
> Pornografie verboten.

"Moral" als die angebliche Begründung für staatliches Handeln sollte
immer aufhorchen lassen. Es ist sehr selten, dass a) Moral der
tatsächliche Beweggrund ist und dass b) der Zweck mit verhältnismässigen
Mitteln erreicht wird.

Insbesondere sollte "Moral" als Begründung nicht als Totschlagargument
verwendet werden. Auch und gerade bei "moralischem" Handeln sollte man
hinterfragen *dürfen*.

Die nicht unbedeutenden Umsätze mit Pornografie, Prostitution etc.
deuten darauf hin, dass es einen nennenswerten Anteil der Bevölkerung
gibt, die das "moralische" Argument nicht unterstützen würden.

-- Matthias

Andreas Stricker

unread,
Apr 16, 2006, 4:41:55 AM4/16/06
to
Louis Ineichen schrieb:

> Es sind Dritte an Reproduktion und Verteilung beteiligt, ebenso kann die
> Kontrolle über die Publikation an Dritte gehen. Möglicherweise werden jene
> Dritten im Publikationsprozess gezwungen Bilder zu betrachten die sie
> freiwillig nie sehen wollten. Ein Bild eine Sache ist, die
> aufbewahrt, gehandelt u.s.w. werden kann.

Tja, das Leben bringt eben oft Unerwartetes mit sich. :-)

Auch bei Softpornos kann es sein, dass Dritte aus versehen mal ein
Bildchen zu sehen kriegen, das sie gar nicht sehen wollten (oder das
zumindest vorgeben). Konsequenterweise müsstest Du also auch den Playboy
und RTL verbieten. Und mir selber passiert es immer wieder, dass ich im
Kino vor dem Hauptfilm genötigt werde, irgendwelche Vorschauen zu
Brutalo-, Mörder- und anderen Psychofilmen oder entsprechende Videos
anzuschauen, selbstverständlich mit Dolby-Surround. Trotzdem kommt
niemand auf die Idee, im Kino Vorschauen solcher Filme zu verbieten.
(Aus psychologischer Sicht finde ich Gewaltdarstellungen im Übrigen
wesentlich schlimmer als die meisten Variatonen von Pornografie - wo
bleibt die lautstarke Empörung der Moralisten?) Die Gefahr, aus Versehen
ein Beate-Uhse-Geschäft zu betreten und dort, natürlich ebenfalls völlig
unabsichtlich, ein Bildchen in den Blickwinkel zu kriegen, das man nicht
sehen wollte, scheint mir im Vergleich dazu um ein Vielfaches geringer
und auch wesentlich weniger schlimm.


>> Würden wir dieser Logik folgen, müsste man z.B. auch die Publikation
>> einer Kirchenzeitschrift verbieten mit dem Vorwand, dass durch deren
>> Publikation die Religionsfreiheit nicht mehr gewährleistet sei. Was
>> natürlich Unsinn wäre, denn es wird ja niemand gezwungen, eine
>> Kirchenzeitschrift zu lesen oder deswegen gleich einen Gottesdienst zu
>> besuchen.
> Ich verstehe diese Analogie nicht. Religion ist nicht als unmoralisch
> betrachtet, wie die Pornografie. Deshalb, weil es unmoralisch ist, oder
> moralischen Schaden anrichten kann, ist die freie Publikation von
> Pornografie verboten.

Tja - wer findet Pornografie denn "unmoralisch"? Wohl in erster Linie
Kirchen fundamentalistischer Prägung und anderen Sekten. Für viele
andere Leute ist Pornografie nicht per Definition etwas Unmoralisches.
Ich hab da viel mehr Mühe mit organisierter Religion - *das* würde ich
schon eher als unmoralisch betrachten. :-)

Aber darum ging es mir eigentlich gar nicht. Ich wollte mit der Analogie
vielmehr aufzeigen, dass man nicht gleich etwas verbieten muss, nur weil
es jemand anderem passieren *könnte*, etwas sehen zu müssen, was er gar
nicht sehen wollte. Das wäre dann übrigens nicht nur das Ende u.a. des
Kirchenblattes, sondern auch dasjenige aller Fernsehsender.

a.

Beat Leuppi

unread,
Apr 16, 2006, 5:53:52 AM4/16/06
to
le Sun, 16 Apr 2006 10:41:55 +0200, Andreas Stricker
<an_st...@bluewin.ch> a écrit:

>Tja - wer findet Pornografie denn "unmoralisch"? Wohl in erster Linie
>Kirchen fundamentalistischer Prägung und anderen Sekten. Für viele
>andere Leute ist Pornografie nicht per Definition etwas Unmoralisches.

Persönlich finde ich Porno nicht als unmoralisch an sich... was mir
etwas mehr Probleme bereitet, sind die Umstände unter denen diese
gedreht werden und die Ausnutzung der "Schauspielerinnen".

Ich sah letzthin eine Reportage auf TF1 welche eine solche
Produktionsfirma auffliegen liess. Da wurden illegale schwarze Mädchen
zwischen 16 und 25 zu allen möglichen und unmöglichen Praktiken
gezwungen, unter anderem mit Hunden.

Jeder Konsument unterstützt mit seinem Eintrittsgel oder dem Kauf
einer Kassette diese Praktiken. :-(

mfG Beat
--
das Leben ist keine Filmvorführung wo man Chipsknabbernd über die Leistungen anderer meckert
sondern eher ein Mitmachtheater.

Andreas Stricker

unread,
Apr 16, 2006, 4:56:27 AM4/16/06
to
Beat Leuppi schrieb:

> Persönlich finde ich Porno nicht als unmoralisch an sich... was mir
> etwas mehr Probleme bereitet, sind die Umstände unter denen diese
> gedreht werden und die Ausnutzung der "Schauspielerinnen".
> Ich sah letzthin eine Reportage auf TF1 welche eine solche
> Produktionsfirma auffliegen liess. Da wurden illegale schwarze Mädchen
> zwischen 16 und 25 zu allen möglichen und unmöglichen Praktiken
> gezwungen, unter anderem mit Hunden.

Im Prinzip ACK. Sobald jemand aufgrund eine Abhängigkeit (psychisch,
finanziell, rechtlich...) zu etwas gezwungen wird, hört der Spass auf.
Ausnützung von Abhängigkeiten gibt es jedoch in vielen Gebieten, im
Gebiet der Pornografie etc. aber sicher häufiger. Das mag auch etwas
damit zu tun haben, dass sich das Genre gesellschaftlich immer noch in
einer Grauzone befindet.


> Jeder Konsument unterstützt mit seinem Eintrittsgel oder dem Kauf
> einer Kassette diese Praktiken. :-(

Vermutlich bedienen sich nicht alle Hersteller dieser Produkte solcher
halb- oder illegaler Praktiken.

Und übrigens: Auch jeder, der keinen Max-Havelaar-Kaffee kauft, geht ein
höheres Risiko ein, halb- oder illegale Arbeitsverhältnisse zu
unterstützen. Und wer bei BP tankt, ebenfalls. etc. etc. ...

a.

Bart Wakker

unread,
Apr 16, 2006, 9:02:43 AM4/16/06
to
Beat Leuppi <n...@bloop.endjunk.com> writes:

> le Sun, 16 Apr 2006 10:41:55 +0200, Andreas Stricker
> <an_st...@bluewin.ch> a écrit:
>

> Persönlich finde ich Porno nicht als unmoralisch an sich... was mir
> etwas mehr Probleme bereitet, sind die Umstände unter denen diese
> gedreht werden und die Ausnutzung der "Schauspielerinnen".
>
> Ich sah letzthin eine Reportage auf TF1 welche eine solche
> Produktionsfirma auffliegen liess. Da wurden illegale schwarze Mädchen
> zwischen 16 und 25 zu allen möglichen und unmöglichen Praktiken
> gezwungen, unter anderem mit Hunden.
>
> Jeder Konsument unterstützt mit seinem Eintrittsgel oder dem Kauf
> einer Kassette diese Praktiken. :-(

Das ist natürlich schlimm und soll bestraft werden, aber genau so
werden für "weicher pornographie" (also gemäss gesetz alle porno
ausser solche mit kindern, mit gewalt, mit tieren und mit menschlichen
ausscheidungen), z.b. bei gang bangs wobei mächden von 3 oder mehr
kerlen gleichzeitig "bearbeitet" werden (komisch doch, diesen
unterschied zwischen hard und weich) bestimmt auch manchmal
darstellerinnen gezwungen. Und genau so gibt es bestimmt solche die es
freiwillig tun (hoffentlich die meisten).

Mit dem argument müsste man alle pornographie verbieten, denn es
könnte ja jemand nicht freiwillig mitmachen (mit dem argument gäbe es
noch ganz viel anderes dass man verbieten sollte).

Es gibt für mich nur 1 logischer regel: dass was in realität verboten
ist darf auch nicht abgebildet werden (d.h. mit kindern und mit
gewalt). Allerdings müssten dann eigentlich auch ganz viele normale
actionfilme und horror usw verboten werden. Wäre ich nicht dafür, aber
immerhin ist es noch logischer als das abbilden von irgendwelche
praktiken die erwachsene mit gegenseitigem einverständnis machen.

1X2Willows

unread,
Apr 16, 2006, 12:09:19 PM4/16/06
to
"Andreas Stricker" wrote
> [....]

> (Aus psychologischer Sicht finde ich Gewaltdarstellungen im Übrigen
> wesentlich schlimmer als die meisten Variatonen von Pornografie - wo
> bleibt die lautstarke Empörung der Moralisten?)
> [....]

Auf der Website einer Freundin unserer Tochter (15) gesehen:
"Bombing for Peace is like fucking for virginity".
;-Dan


Beat Leuppi

unread,
Apr 16, 2006, 12:23:14 PM4/16/06
to
le Sun, 16 Apr 2006 10:56:27 +0200, Andreas Stricker
<an_st...@bluewin.ch> a écrit:


>Im Prinzip ACK. Sobald jemand aufgrund eine Abhängigkeit (psychisch,
>finanziell, rechtlich...) zu etwas gezwungen wird, hört der Spass auf.
>Ausnützung von Abhängigkeiten gibt es jedoch in vielen Gebieten, im
>Gebiet der Pornografie etc. aber sicher häufiger. Das mag auch etwas
>damit zu tun haben, dass sich das Genre gesellschaftlich immer noch in
>einer Grauzone befindet.

Das Problem dürfte eben sein, solange eine Nachfrage da ist, solange
wird es ein Angebot geben, ob das nun Pädophilie oder "unmoralisch
hergestellte" Pornos seien...


>
>
>> Jeder Konsument unterstützt mit seinem Eintrittsgel oder dem Kauf
>> einer Kassette diese Praktiken. :-(
>
>Vermutlich bedienen sich nicht alle Hersteller dieser Produkte solcher
>halb- oder illegaler Praktiken.

Vermutlich nicht, wobei ich nicht verstehen kann, dass Frauen sich
freiwillig als Masturbationsmaschinen hingeben...


>
>Und übrigens: Auch jeder, der keinen Max-Havelaar-Kaffee kauft, geht ein
>höheres Risiko ein, halb- oder illegale Arbeitsverhältnisse zu
>unterstützen. Und wer bei BP tankt, ebenfalls. etc. etc. ...
>

womit du auch wieder recht hast... aber durch den Kauf dieser Produkte
können wir etwas dazu tun. Wann kommen wohl die ersten
Havelaar-Pornos?

Beat Leuppi

unread,
Apr 16, 2006, 12:29:35 PM4/16/06
to
le Sun, 16 Apr 2006 15:02:43 +0200, Bart Wakker <bh...@web.de> a
écrit:


>Das ist natürlich schlimm und soll bestraft werden, aber genau so
>werden für "weicher pornographie" (also gemäss gesetz alle porno
>ausser solche mit kindern, mit gewalt, mit tieren und mit menschlichen
>ausscheidungen), z.b. bei gang bangs wobei mächden von 3 oder mehr
>kerlen gleichzeitig "bearbeitet" werden (komisch doch, diesen
>unterschied zwischen hard und weich) bestimmt auch manchmal
>darstellerinnen gezwungen. Und genau so gibt es bestimmt solche die es
>freiwillig tun (hoffentlich die meisten).

Da habe ich Mühe mir das vorzustellen, dass es da Frauen gibt die das
freiwillig tun. Geldgier kann da vielleicht eine Ausnahme sein.

Es gibt da einen Dokumentarfilm über Lolo Ferrari, die sich den Busen
auf gigantische Masse vergrössern liess und sich so selber in ein
Sex-Objekt verwandelte. Was gezeigt wurde, war eine Frau, die zwar
reich und nach aussen glücklich war, in Realität aber tod-unglücklich,
so dass sie sich schliesslich selber umbrachte.


>
>Mit dem argument müsste man alle pornographie verbieten, denn es
>könnte ja jemand nicht freiwillig mitmachen (mit dem argument gäbe es
>noch ganz viel anderes dass man verbieten sollte).

selber machen... :-)


>
>Es gibt für mich nur 1 logischer regel: dass was in realität verboten
>ist darf auch nicht abgebildet werden (d.h. mit kindern und mit
>gewalt).

Das wäre schon mal etwas.

> Allerdings müssten dann eigentlich auch ganz viele normale
>actionfilme und horror usw verboten werden. Wäre ich nicht dafür, aber
>immerhin ist es noch logischer als das abbilden von irgendwelche
>praktiken die erwachsene mit gegenseitigem einverständnis machen.

Also da wäre ich absolut dafür, was bringen solche Filme positives?

Bart Wakker

unread,
Apr 16, 2006, 4:52:44 PM4/16/06
to
Beat Leuppi <n...@bloop.endjunk.com> writes:

> Da habe ich Mühe mir das vorzustellen, dass es da Frauen gibt die
> das freiwillig tun. Geldgier kann da vielleicht eine Ausnahme sein.

Das ist eine sehr egozentrische behauptung. Für dich ist sex für geld
wohl das letzte, also kannst du dir nicht vorstellen dass es frauen
gibt die das (für geld zwar) freiwillig tun. Nun es gibt auch viele
andere sachen die kein mensch tun würde falls er kein geld dafür
bekommen würde, ich schäzte mal die hälfte aller arbeitnehmer arbeitet
nur oder vor allem fürs geld und nicht weil es soviel spass macht.

> Es gibt da einen Dokumentarfilm über Lolo Ferrari, die sich den
> Busen auf gigantische Masse vergrössern liess und sich so selber in
> ein Sex-Objekt verwandelte. Was gezeigt wurde, war eine Frau, die
> zwar reich und nach aussen glücklich war, in Realität aber
> tod-unglücklich, so dass sie sich schliesslich selber umbrachte.

Einzelfälle. Es gibt auch recht viele "normale" schauspieler, musiker
und auch normale leute mit ganz gewöhnlichen berufen die irgendwie
depressiv werden und sichselbst umbringen.

>> Allerdings müssten dann eigentlich auch ganz viele normale
>>actionfilme und horror usw verboten werden. Wäre ich nicht dafür,
>>aber immerhin ist es noch logischer als das abbilden von
>>irgendwelche praktiken die erwachsene mit gegenseitigem
>>einverständnis machen.
>
> Also da wäre ich absolut dafür, was bringen solche Filme positives?

Entertainment. Zum beispiel krimis zeigen bereits morde, was ja im
echten leben nicht erlaubt ist. Würdest du im ernst alles verbieten
wollen?

1X2Willows

unread,
Apr 16, 2006, 5:29:22 PM4/16/06
to
"Bart Wakker" wrote
> [....]

> ich schäzte mal die hälfte aller arbeitnehmer arbeitet
> nur oder vor allem fürs geld und nicht weil es soviel spass macht.
> [....]

Stimmt.
Für mich bedeutet das, dass mehr oder weniger die Hälfte
aller Arbeinehmer Nutten sind.

"kapitalistische" Nutten, aber Nutten nichtsdemsotrotz.

Was ist hier flachs?
:-}
Dan


Stefan Werner

unread,
Apr 17, 2006, 3:17:46 AM4/17/06
to
Andreas Stricker wrote:
> Louis Ineichen schrieb:
>
>> Es sind Dritte an Reproduktion und Verteilung beteiligt, ebenso kann die
>> Kontrolle über die Publikation an Dritte gehen. Möglicherweise werden
>> jene
>> Dritten im Publikationsprozess gezwungen Bilder zu betrachten die sie
>> freiwillig nie sehen wollten. Ein Bild eine Sache ist, die
>> aufbewahrt, gehandelt u.s.w. werden kann.
>
>
> Tja, das Leben bringt eben oft Unerwartetes mit sich. :-)
>
> Auch bei Softpornos kann es sein, dass Dritte aus versehen mal ein
> Bildchen zu sehen kriegen, das sie gar nicht sehen wollten (oder das
> zumindest vorgeben). Konsequenterweise müsstest Du also auch den Playboy

Naja. Ich finde zwar Moralapostel ebenfalls eher zunächst mal
verdächtig, allerdings finde ich es nicht so schlecht, dass gesetzliche
Grenzen gesetzt werden.
Wäre die Verbreitung von Pornographie völlig uneingeschränkt, würden
vermutlich Dämme brechen. Die Spamflut würde um Bilder bereichert, die
einige Leute vielleicht geil finden, die für die meisten aber doch nur
unangenehm wären. Und die Vorstellung, dass z.B. meine Kinder in ihrer
Mailbox Werbung mit explizit dargestelltem Tier- und Exkrementensex
vorfinden, fände ich doch eher unangenehm.

Natürlich; Irgendwann werden die Kinder auch selber aktiv nach
entsprechenden Bildern suchen können, und werden sie auch finden. Aber
ich finde, es ist ein Unterschied, ob man etwas aufgedrängt bekommt,
oder danach suchen muss.

> anzuschauen, selbstverständlich mit Dolby-Surround. Trotzdem kommt
> niemand auf die Idee, im Kino Vorschauen solcher Filme zu verbieten.

Doch ich. Ich finde es pervers, wenn ich mit meinem Sohn einen ab 6
Jahre freigegebenen Film besuche, und in der Vorschau werden die
härtesten Szenen eines ab 16 Jahren freigegebenen Films gezeigt. Dies
ist mir aber bisher erst einmal passiert, und ca. 20 Eltern haben sich
darüber beim Kinopersonal lautstark beschwert in der Hoffnung, dass der
Protest irgendwie auch zum Verantwortlichen gelangt ist...

> (Aus psychologischer Sicht finde ich Gewaltdarstellungen im Übrigen
> wesentlich schlimmer als die meisten Variatonen von Pornografie - wo

Einverstanden. Wobei allerdings kleine Kinder Sexszenen oft ebenfalls
als Gewalt interpretieren.

-stef

Andreas Stricker

unread,
Apr 17, 2006, 5:12:02 AM4/17/06
to
Beat Leuppi schrieb:

> Das Problem dürfte eben sein, solange eine Nachfrage da ist, solange
> wird es ein Angebot geben, ob das nun Pädophilie oder "unmoralisch
> hergestellte" Pornos seien...

Ich behaupte: Diese Nachfrage wird es immer geben, weil das in der Natur
des Menschen liegt. Die Herstellung von Produkten, bei denen Leute
ausgenützt werden, gilt es zu unterbinden, und zwar strikte. Davon sind
z.B. automatisch alle Kinderpornos betroffen. Bei den Erwachsenenfilmen
gilt es, dass für die "Angestellten" akzeptable Bedingungen herrschen,
so wie es in allen anderen Branchen ganz selbstverständlich ist.


> Vermutlich nicht, wobei ich nicht verstehen kann, dass Frauen sich
> freiwillig als Masturbationsmaschinen hingeben...

Vermutlich in den meisten Fällen wegen dem Geld, aber wer weiss das
schon so genau. Ich kann auch nicht verstehen, was jemand an Sado-Maso
geil findet, doch offenbar gibt es Leute, die daran Spass haben.

Zur Weiterbildung möchte ich hier empfehlen:
www.exlibris.ch/video.aspx?status=detail&p_id=99318409&t_na=dba und
www.exlibris.ch/video.aspx?status=detail&p_id=99278563&t_na=dba


> womit du auch wieder recht hast... aber durch den Kauf dieser Produkte
> können wir etwas dazu tun. Wann kommen wohl die ersten
> Havelaar-Pornos?

LOL :-)

Ernsthaft: Ich denke, das wäre das eher ein Fall für die Politik und für
die Gewerkschaften.

a.

Andreas Stricker

unread,
Apr 17, 2006, 5:14:23 AM4/17/06
to
1X2Willows schrieb:

> Auf der Website einer Freundin unserer Tochter (15) gesehen:
> "Bombing for Peace is like fucking for virginity".
> ;-Dan

LOL :-)

a.

Beat Leuppi

unread,
Apr 17, 2006, 5:25:32 AM4/17/06
to
le Sun, 16 Apr 2006 22:52:44 +0200, Bart Wakker <bh...@web.de> a
écrit:


>> Da habe ich Mühe mir das vorzustellen, dass es da Frauen gibt die
>> das freiwillig tun. Geldgier kann da vielleicht eine Ausnahme sein.
>
>Das ist eine sehr egozentrische behauptung.

Ich habe vielleicht nicht den "richtigen" Umgang?

> Für dich ist sex für geld
>wohl das letzte,

sehr richtig!

> also kannst du dir nicht vorstellen dass es frauen
>gibt die das (für geld zwar) freiwillig tun.

Doch, das kann ich mir absolut vorstellen. Dass sie dabei aber
glücklich und zufrieden sind kann ich mir nicht vorstellen.

> Nun es gibt auch viele
>andere sachen die kein mensch tun würde falls er kein geld dafür
>bekommen würde, ich schäzte mal die hälfte aller arbeitnehmer arbeitet
>nur oder vor allem fürs geld und nicht weil es soviel spass macht.

Also es gibt da doch einige Dinge die ich für Geld nicht machen würde.
Da existiert doch ein kleiner Unterschied ob ich meine Arbeitskraft
oder meinen Körper und meine Ehre verkaufe.


>
>> zwar reich und nach aussen glücklich war, in Realität aber
>> tod-unglücklich, so dass sie sich schliesslich selber umbrachte.
>
>Einzelfälle.

es waren in dem Film auch einige témoinages von "Kolleginnen"... und
das Leitmotiv war, "alles Sch****, was wir da machen".

> Es gibt auch recht viele "normale" schauspieler, musiker
>und auch normale leute mit ganz gewöhnlichen berufen die irgendwie
>depressiv werden und sichselbst umbringen.
>

stimmt, das gibt es. Und was willst du damit sagen?


>> Also da wäre ich absolut dafür, was bringen solche Filme positives?
>
>Entertainment.

Naja, die Geschmäcker sind verschieden...

> Zum beispiel krimis zeigen bereits morde, was ja im
>echten leben nicht erlaubt ist. Würdest du im ernst alles verbieten
>wollen?

Ach nein, so ein "Derrick" oder "Sisko", die sind doch nett. Und haben
doch den Vorteil dass da am Schluss das "Gute" immer siegt.
Ich verstehe nicht was jemand an einem Jacky Chan (oder wie der
heisst) an entertainement finden kannst. Das sind die Gleichen, dir
sich wundern, wieso in unserer Gesellschaft so viel Gewalt herrscht...

Andreas Stricker

unread,
Apr 17, 2006, 5:46:44 AM4/17/06
to
Stefan Werner schrieb:

> Naja. Ich finde zwar Moralapostel ebenfalls eher zunächst mal
> verdächtig, allerdings finde ich es nicht so schlecht, dass gesetzliche
> Grenzen gesetzt werden.

Einverstanden - ich auch! Und ich finde die bestehenden Gesetze
eigentlich auch angemessen, und hierzulande auch den gesellschaftlichen
Umgang damit. Den Playboy am Kiosk, was härter ist, gehört ins
Fachgeschäft - das halte ich für vernünftig.

Wofür ich mich in dieser Diskussion engagiere: Ich wehre mich dagegen,
dass gewisse Leute manche Dinge nicht verstehen, sie ohne weitere Gründe
als "pervers" erklären und sie am liebsten gleich auch verbieten wollen.
Mein Standpunkt (des Öftern wiederholt): grösstmögliche Freiheit, deren
Grenzen dort gesetzt wird, wo andere Menschen durch Gewalt oder
Ausnützung von Abhängigkeit zu Sachen genötigt werden, die sie aus
freien Stücken nicht tun würden. Darüber hinaus gilt es, insbesondere
Kinder durch gewisse Darstellungen von harter Pornografie zu schützen.


> Wäre die Verbreitung von Pornographie völlig uneingeschränkt, würden
> vermutlich Dämme brechen. Die Spamflut würde um Bilder bereichert, die
> einige Leute vielleicht geil finden, die für die meisten aber doch nur
> unangenehm wären.
> Und die Vorstellung, dass z.B. meine Kinder in ihrer
> Mailbox Werbung mit explizit dargestelltem Tier- und Exkrementensex
> vorfinden, fände ich doch eher unangenehm.

Ich auch. Bei Kindern wären mir im Übrigen schon ganz legale
Hardcore-Bilder zuviel. Dieses Problem ist aber auf einer ganz anderen
Ebene anzugehen; neben der gesetzlichen (endlich ein wirksames,
weltweites Spam-Verbot mit drakonischen Geldstrafen gegen Verstösse, wie
z.B. in den USA gehandhabt) vor allem auch auf der technischen.


> Natürlich; Irgendwann werden die Kinder auch selber aktiv nach
> entsprechenden Bildern suchen können, und werden sie auch finden. Aber
> ich finde, es ist ein Unterschied, ob man etwas aufgedrängt bekommt,
> oder danach suchen muss.

ACK


>> anzuschauen, selbstverständlich mit Dolby-Surround. Trotzdem kommt
>> niemand auf die Idee, im Kino Vorschauen solcher Filme zu verbieten.
> Doch ich. Ich finde es pervers, wenn ich mit meinem Sohn einen ab 6
> Jahre freigegebenen Film besuche, und in der Vorschau werden die
> härtesten Szenen eines ab 16 Jahren freigegebenen Films gezeigt. Dies
> ist mir aber bisher erst einmal passiert, und ca. 20 Eltern haben sich
> darüber beim Kinopersonal lautstark beschwert in der Hoffnung, dass der
> Protest irgendwie auch zum Verantwortlichen gelangt ist...

Das ist vermutlich der Musikvideo, der vor dem Eugen-Film lief, nehme
ich an.


> Einverstanden. Wobei allerdings kleine Kinder Sexszenen oft ebenfalls
> als Gewalt interpretieren.

Du sprichst von Hardcore-Szenen - ACK, das ist mir bekannt.

a.

Hans Müller

unread,
Apr 17, 2006, 6:21:51 AM4/17/06
to

"Andreas Stricker" <an_st...@bluewin.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:e1vo6j$kqb$1...@news.albasani.net...

> Mein Standpunkt (des Öftern wiederholt): grösstmögliche Freiheit, deren
> Grenzen dort gesetzt wird, wo andere Menschen

[oder Tiere]

Matthias Leisi

unread,
Apr 17, 2006, 6:41:27 AM4/17/06
to

Andreas Stricker wrote:

> Vermutlich in den meisten Fällen wegen dem Geld, aber wer weiss das
> schon so genau. Ich kann auch nicht verstehen, was jemand an Sado-Maso
> geil findet, doch offenbar gibt es Leute, die daran Spass haben.
>
> Zur Weiterbildung möchte ich hier empfehlen:
> www.exlibris.ch/video.aspx?status=detail&p_id=99318409&t_na=dba und
> www.exlibris.ch/video.aspx?status=detail&p_id=99278563&t_na=dba

Wohl eher das hier:
http://www.exlibris.ch/buch.aspx?status=detail&p_id=1234841&t_na=dbs

-- Matthias

Beat Leuppi

unread,
Apr 17, 2006, 10:28:08 AM4/17/06
to
le Mon, 17 Apr 2006 11:12:02 +0200, Andreas Stricker
<an_st...@bluewin.ch> a écrit:


>Ich behaupte: Diese Nachfrage wird es immer geben, weil das in der Natur
>des Menschen liegt.

der sündigen Natur des Menschen... ;-) <bitte nicht mit hors-sol
Tomaten schmeissen!>

> Die Herstellung von Produkten, bei denen Leute
>ausgenützt werden, gilt es zu unterbinden, und zwar strikte. Davon sind
>z.B. automatisch alle Kinderpornos betroffen. Bei den Erwachsenenfilmen
> gilt es, dass für die "Angestellten" akzeptable Bedingungen herrschen,
>so wie es in allen anderen Branchen ganz selbstverständlich ist.

das Problem ist nur, wie macht man das? Da schreien doch gleich wieder
alle Freiheitsapostel Zeter und Mordio.

>
>
>> Vermutlich nicht, wobei ich nicht verstehen kann, dass Frauen sich
>> freiwillig als Masturbationsmaschinen hingeben...
>
>Vermutlich in den meisten Fällen wegen dem Geld, aber wer weiss das
>schon so genau.

das wird schon so sein. Bisher habe ich erst eine exhibitionistische
Frau kennengelernt, ob sie allerdings am filmen Freude gehabt hätte
weiss ich nicht. Aber sonst haben die Männer doch einen sehr viel
voyeuristischen Hang als Frauen.

> Ich kann auch nicht verstehen, was jemand an Sado-Maso
>geil findet, doch offenbar gibt es Leute, die daran Spass haben.
>

ja, stimmt. Wobei ich bei mir eine sadistische Ader entdecke, wenn ich
Lauthahns Postings lese... :-)

Den Kinsey gibts immer noch? der war doch schon während meiner Jugend
aktuell. Also gibt es, wenigstens in *der* Beziehung nicht viel neues
unter der Sonne... :-)


>
>> womit du auch wieder recht hast... aber durch den Kauf dieser Produkte
>> können wir etwas dazu tun. Wann kommen wohl die ersten
>> Havelaar-Pornos?
>
>LOL :-)
>
>Ernsthaft: Ich denke, das wäre das eher ein Fall für die Politik und für
>die Gewerkschaften.
>

Die Politiker werden sich doch wohl nicht ihr Wochenend-Vergnügen
selber verderben wollen!? ;-)

Und was Gewerkschaften betrifft, in Genf gibt es ja so was, allerdings
eher eine Prostituierten-Gewerkschaft, die vor ein paar Jahren recht
aktiv war. Deren Bemühungen gingen eher in Richtung "safer sex" und
Drogenberatung, als weniger Ausbeutung. :-(

Andreas Stricker

unread,
Apr 17, 2006, 11:53:36 AM4/17/06
to
Beat Leuppi schrieb:

>> Ich behaupte: Diese Nachfrage wird es immer geben, weil das in der Natur
>> des Menschen liegt.
> der sündigen Natur des Menschen... ;-) <bitte nicht mit hors-sol
> Tomaten schmeissen!>

*Das* ist eine Frage der Weltanschauung. Sünde in dem Sinne wie Du sie
verstehst gibt es für mich nicht.


> das Problem ist nur, wie macht man das? Da schreien doch gleich wieder
> alle Freiheitsapostel Zeter und Mordio.

Schau Dir einen Fabrikarbeiter vor 100 Jahren an, und einen
Fabrikarbeiter heute. Warum sollten solche Fortschritte anderenorts
nicht auch möglich sein...?


> Den Kinsey gibts immer noch? der war doch schon während meiner Jugend
> aktuell. Also gibt es, wenigstens in *der* Beziehung nicht viel neues
> unter der Sonne... :-)

Es muss ja nicht immer alles neu sein. Manchmal ist es auch gut, etwas
Richtigem, was offenbar bei einigen langsam wieder in Vergessenheit
gerät, wieder mal ein wenig Aktualität zu verleihen.


>> Ernsthaft: Ich denke, das wäre das eher ein Fall für die Politik und für
>> die Gewerkschaften.
> Die Politiker werden sich doch wohl nicht ihr Wochenend-Vergnügen
> selber verderben wollen!? ;-)

Müsste ja nicht mal sein. Ich glaube eher, dass sie sich ihre Karriere
nicht verderben wollen. Da allerdings meines Wissens die wenigsten
Pornos in der Schweiz gedreht werden, sind sowieso nicht in erster Linie
die Schweizer Politiker angesprochen.


> Und was Gewerkschaften betrifft, in Genf gibt es ja so was, allerdings
> eher eine Prostituierten-Gewerkschaft, die vor ein paar Jahren recht
> aktiv war. Deren Bemühungen gingen eher in Richtung "safer sex" und
> Drogenberatung, als weniger Ausbeutung. :-(

Kann da nicht mitreden, weil ich die Geschichte nicht kenne. Doch gings
nicht vielmehr in *beide* Richtungen...?

a.

Andreas Stricker

unread,
Apr 17, 2006, 11:55:44 AM4/17/06
to
Hans Müller schrieb:

>> Mein Standpunkt (des Öftern wiederholt): grösstmögliche Freiheit, deren
>> Grenzen dort gesetzt wird, wo andere Menschen
> [oder Tiere]
>> durch Gewalt oder Ausnützung von Abhängigkeit zu Sachen genötigt werden,
>> die sie aus freien Stücken nicht tun würden.

Danke fürs Vervollständigen.

a.

Beat Leuppi

unread,
Apr 18, 2006, 2:39:47 AM4/18/06
to
le Mon, 17 Apr 2006 17:53:36 +0200, Andreas Stricker
<an_st...@bluewin.ch> a écrit:

>Beat Leuppi schrieb:


>
>>> Ich behaupte: Diese Nachfrage wird es immer geben, weil das in der Natur
>>> des Menschen liegt.
>> der sündigen Natur des Menschen... ;-) <bitte nicht mit hors-sol
>> Tomaten schmeissen!>
>
>*Das* ist eine Frage der Weltanschauung. Sünde in dem Sinne wie Du sie
>verstehst gibt es für mich nicht.

LOL... schön für dich, wie nennst du es denn?


>
>
>> das Problem ist nur, wie macht man das? Da schreien doch gleich wieder
>> alle Freiheitsapostel Zeter und Mordio.
>
>Schau Dir einen Fabrikarbeiter vor 100 Jahren an, und einen
>Fabrikarbeiter heute. Warum sollten solche Fortschritte anderenorts
>nicht auch möglich sein...?

vielleicht weil es weniger davon gibt, und weil es in einem ganz
anderen Milieu spielt?


>
>
>> Den Kinsey gibts immer noch? der war doch schon während meiner Jugend
>> aktuell. Also gibt es, wenigstens in *der* Beziehung nicht viel neues
>> unter der Sonne... :-)
>
>Es muss ja nicht immer alles neu sein. Manchmal ist es auch gut, etwas
>Richtigem, was offenbar bei einigen langsam wieder in Vergessenheit
>gerät, wieder mal ein wenig Aktualität zu verleihen.

Ich denke das ewig menschliche ist immer gültig, nur die
Ausdrucksformen ändern sich


>
>
>>> Ernsthaft: Ich denke, das wäre das eher ein Fall für die Politik und für
>>> die Gewerkschaften.
>> Die Politiker werden sich doch wohl nicht ihr Wochenend-Vergnügen
>> selber verderben wollen!? ;-)
>
>Müsste ja nicht mal sein. Ich glaube eher, dass sie sich ihre Karriere
>nicht verderben wollen. Da allerdings meines Wissens die wenigsten
>Pornos in der Schweiz gedreht werden, sind sowieso nicht in erster Linie
>die Schweizer Politiker angesprochen.

war jetzt eher etwas ironisch gemeint, eine zeit lang geisterten ja
ständig solche Sex-Skandälchen durch die Presse...


>
>
>> Und was Gewerkschaften betrifft, in Genf gibt es ja so was, allerdings
>> eher eine Prostituierten-Gewerkschaft, die vor ein paar Jahren recht
>> aktiv war. Deren Bemühungen gingen eher in Richtung "safer sex" und
>> Drogenberatung, als weniger Ausbeutung. :-(
>
>Kann da nicht mitreden, weil ich die Geschichte nicht kenne. Doch gings
>nicht vielmehr in *beide* Richtungen...?
>

in welche Richtungen meinst du? Die Gründerin der Gewerkschaft wurde
damals übrigens in den Kantonsrat gewählt. Ich werde versuchen da
etwas aktuellere Informationen zu finden.

mfG Beat

Andreas Stricker

unread,
Apr 18, 2006, 8:39:01 AM4/18/06
to
Beat Leuppi schrieb:

>>> der sündigen Natur des Menschen... ;-) <bitte nicht mit hors-sol
>>> Tomaten schmeissen!>
>> *Das* ist eine Frage der Weltanschauung. Sünde in dem Sinne wie Du sie
>> verstehst gibt es für mich nicht.
> LOL... schön für dich, wie nennst du es denn?

Wie soll ich etwas benennen können, das es nicht gibt?


>>> das Problem ist nur, wie macht man das? Da schreien doch gleich wieder
>>> alle Freiheitsapostel Zeter und Mordio.
>> Schau Dir einen Fabrikarbeiter vor 100 Jahren an, und einen
>> Fabrikarbeiter heute. Warum sollten solche Fortschritte anderenorts
>> nicht auch möglich sein...?
> vielleicht weil es weniger davon gibt, und weil es in einem ganz
> anderen Milieu spielt?

Eben in einem Milieu, das in einem gesellschaftlichen Graubereich liegt.
Hier dürfte das Hauptproblem liegen.


>>> Und was Gewerkschaften betrifft, in Genf gibt es ja so was, allerdings
>>> eher eine Prostituierten-Gewerkschaft, die vor ein paar Jahren recht
>>> aktiv war. Deren Bemühungen gingen eher in Richtung "safer sex" und
>>> Drogenberatung, als weniger Ausbeutung. :-(
>> Kann da nicht mitreden, weil ich die Geschichte nicht kenne. Doch gings
>> nicht vielmehr in *beide* Richtungen...?

In Richtung Safer Sex, Drogenberatung *und* in Richtung weniger Ausbeutung.

a.

Beat Leuppi

unread,
Apr 19, 2006, 1:30:24 AM4/19/06
to
le Tue, 18 Apr 2006 14:39:01 +0200, Andreas Stricker
<an_st...@bluewin.ch> a écrit:

>Beat Leuppi schrieb:


>
>>>> der sündigen Natur des Menschen... ;-) <bitte nicht mit hors-sol
>>>> Tomaten schmeissen!>
>>> *Das* ist eine Frage der Weltanschauung. Sünde in dem Sinne wie Du sie
>>> verstehst gibt es für mich nicht.
>> LOL... schön für dich, wie nennst du es denn?
>
>Wie soll ich etwas benennen können, das es nicht gibt?

aha... und als was bezeichnest du Mord, Totschlag, Raub, ... ?


>
>
>>>> das Problem ist nur, wie macht man das? Da schreien doch gleich wieder
>>>> alle Freiheitsapostel Zeter und Mordio.
>>> Schau Dir einen Fabrikarbeiter vor 100 Jahren an, und einen
>>> Fabrikarbeiter heute. Warum sollten solche Fortschritte anderenorts
>>> nicht auch möglich sein...?
>> vielleicht weil es weniger davon gibt, und weil es in einem ganz
>> anderen Milieu spielt?
>
>Eben in einem Milieu, das in einem gesellschaftlichen Graubereich liegt.
>Hier dürfte das Hauptproblem liegen.

sehr wahrscheinlich... und einem Milieu in dem sehr viel Geld
zirkuliert


>
>
>>>> Und was Gewerkschaften betrifft, in Genf gibt es ja so was, allerdings
>>>> eher eine Prostituierten-Gewerkschaft, die vor ein paar Jahren recht
>>>> aktiv war. Deren Bemühungen gingen eher in Richtung "safer sex" und
>>>> Drogenberatung, als weniger Ausbeutung. :-(
>>> Kann da nicht mitreden, weil ich die Geschichte nicht kenne. Doch gings
>>> nicht vielmehr in *beide* Richtungen...?
>
>In Richtung Safer Sex, Drogenberatung *und* in Richtung weniger Ausbeutung.
>

ja, das wäre ideal

mfG Beat

Andreas Stricker

unread,
Apr 19, 2006, 2:09:39 AM4/19/06
to
Beat Leuppi schrieb:

>>>> *Das* ist eine Frage der Weltanschauung. Sünde in dem Sinne wie Du sie
>>>> verstehst gibt es für mich nicht.
>>> LOL... schön für dich, wie nennst du es denn?
>> Wie soll ich etwas benennen können, das es nicht gibt?
> aha... und als was bezeichnest du Mord, Totschlag, Raub, ... ?

Als Verbrechen.

a.

Beat Leuppi

unread,
Apr 19, 2006, 2:45:13 AM4/19/06
to
le Wed, 19 Apr 2006 08:09:39 +0200, Andreas Stricker
<an_st...@bluewin.ch> a écrit:

>Beat Leuppi schrieb:

LOL, gute Antwort... aber ich weiss genau, du weisst worauf ich hinaus
will!

Also dann, wie bezeichnest du den Trieb des Menschen zu tun, was
allgemein als schlecht oder böse bezeichnet wird?

aber da wirst du sicher auch was finden... :-)

mfG Beat

Andreas Stricker

unread,
Apr 19, 2006, 6:21:01 AM4/19/06
to
Beat Leuppi schrieb:

>>>>>> *Das* ist eine Frage der Weltanschauung. Sünde in dem Sinne wie Du sie
>>>>>> verstehst gibt es für mich nicht.
>>>>> LOL... schön für dich, wie nennst du es denn?
>>>> Wie soll ich etwas benennen können, das es nicht gibt?
>>> aha... und als was bezeichnest du Mord, Totschlag, Raub, ... ?
>> Als Verbrechen.
> LOL, gute Antwort... aber ich weiss genau, du weisst worauf ich hinaus
> will!

Natürlich. Und Du kennst meinen Standpunkt: Es gibt keine Sünde, und
etwas, das es nicht gibt, kann ich auch nicht benennen. Die von Dir
aufgeführten Beispiele sind in diesem Sinne nicht Sünden, sondern
Verbrechen.

Ich finde die Definition in Wikipedia treffend:
| Sünde ist ein Begriff insbesondere der Abrahamitischen Religionen
| (Judentum, Christentum, Islam), und bezeichnet eine Übertretung des
| Menschen gegenüber dem Willen Gottes.

Da ich mit den genannten abrahamitischen Religionen herzlich wenig
anfangen kann und ebenso wenig mit einem "Willen Gottes", ist für mich
auch der Begriff "Sünde" ein abstraktes Konstrukt.


> Also dann, wie bezeichnest du den Trieb des Menschen zu tun, was
> allgemein als schlecht oder böse bezeichnet wird?

Das mit dem Gut und Böse ist mir zu schwarz-weiss. In den östlichen
Religionen z.B. gibt es nur erwünschtes und unerwünschtes Karma. Ich
möchte auch das nicht 1:1 als meine Weltanschauung übernehmen, weil ich
es einfach nicht *weiss*, doch mit dem Gedanken dahinter kann ich schon
wesentlich mehr anfangen.

Das, was "unerwünschtes Karma" zur Folge hat, kannst Du meinetwegen mehr
oder weniger als das nehmen, was ich als "Sünde" bezeichnen würde, auch
wenn es den Kern nicht wirklich trifft. Ist damit Deine Frage
beantwortet? :-)

Um auf den eigentlichen Kern der Diskussion zurück zu kommen: Ich kann
in Praktiken, bei denen mündige Menschen beteiligt sind und niemand
anders zu Schaden kommt, beim besten Willen nichts "sündhaftes" erkennen.

a.

Beat Leuppi

unread,
Apr 19, 2006, 9:11:40 AM4/19/06
to
le Wed, 19 Apr 2006 12:21:01 +0200, Andreas Stricker
<an_st...@bluewin.ch> a écrit:


>Natürlich. Und Du kennst meinen Standpunkt:

ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass wir das schon einmal
diskutiert haben...

> Es gibt keine Sünde, und
>etwas, das es nicht gibt, kann ich auch nicht benennen. Die von Dir
>aufgeführten Beispiele sind in diesem Sinne nicht Sünden, sondern
>Verbrechen.

Eigentlich ist es ja egal wie man das Prinzip nennt, wobei Sünde
zugegebenermassen religiös belastet ist.


>
>Ich finde die Definition in Wikipedia treffend:
>| Sünde ist ein Begriff insbesondere der Abrahamitischen Religionen
>| (Judentum, Christentum, Islam), und bezeichnet eine Übertretung des
>| Menschen gegenüber dem Willen Gottes.
>

und damit ist ja eigentlich alles inbegriffe.

>Da ich mit den genannten abrahamitischen Religionen herzlich wenig
>anfangen kann und ebenso wenig mit einem "Willen Gottes", ist für mich
>auch der Begriff "Sünde" ein abstraktes Konstrukt.
>

du "kannst nicht" nicht, du willst nicht :-)


>
>> Also dann, wie bezeichnest du den Trieb des Menschen zu tun, was
>> allgemein als schlecht oder böse bezeichnet wird?
>
>Das mit dem Gut und Böse ist mir zu schwarz-weiss. In den östlichen
>Religionen z.B. gibt es nur erwünschtes und unerwünschtes Karma. Ich
>möchte auch das nicht 1:1 als meine Weltanschauung übernehmen, weil ich
>es einfach nicht *weiss*, doch mit dem Gedanken dahinter kann ich schon
>wesentlich mehr anfangen.
>
>Das, was "unerwünschtes Karma" zur Folge hat, kannst Du meinetwegen mehr
>oder weniger als das nehmen, was ich als "Sünde" bezeichnen würde, auch
>wenn es den Kern nicht wirklich trifft. Ist damit Deine Frage
>beantwortet? :-)

ja.


>
>Um auf den eigentlichen Kern der Diskussion zurück zu kommen: Ich kann
>in Praktiken, bei denen mündige Menschen beteiligt sind und niemand
>anders zu Schaden kommt, beim besten Willen nichts "sündhaftes" erkennen.

Was heisst da niemand anders zu Schaden kommt? und wie ist es da mit
freiem Willen....

mfG Beat

Louis Ineichen

unread,
Apr 19, 2006, 9:14:15 AM4/19/06
to
Matthias Leisi wrote:
>
> Louis Ineichen wrote:
>
> >> [Pornografie]

>>
>> Es sind Dritte an Reproduktion und Verteilung beteiligt, ebenso kann die
>> Kontrolle über die Publikation an Dritte gehen. Möglicherweise werden jene
>
> Welche Dritten?

Tiere, vielleicht deren Besitzer, Fotografen, Laboranten, Setzer,
Drucker, Ausrüster, Webmaster, Verkäufer, dann jene die mit der
Entsorgung betraut sind...

>
>
>> Dritten im Publikationsprozess gezwungen Bilder zu betrachten die sie
>> freiwillig nie sehen wollten. Ein Bild eine Sache ist, die
>

> Wie werden diese gezwungen?

In dem Sinne, das sie unfreiwillig und ohne eigenen Antrieb die Bilder
zu sehen bekommmen. Meines Erachtens reicht die Möglichkeit, dass auf
diese Weise Menschen mit dem Bildmatrial in Kontakt kommen für ein
Verbot aus.
>
>> Ich verstehe diese Analogie nicht. Religion ist nicht als unmoralisch
>> betrachtet, wie die Pornografie. Deshalb, weil es unmoralisch ist, oder
>> moralischen Schaden anrichten kann, ist die freie Publikation von
>> Pornografie verboten.
>
> "Moral" als die angebliche Begründung für staatliches Handeln sollte
> immer aufhorchen lassen. Es ist sehr selten, dass a) Moral der
> tatsächliche Beweggrund ist und dass b) der Zweck mit verhältnismässigen
> Mitteln erreicht wird.

Ob du es dir nun bewusst bist oder nicht: Letzten Endes beruhen alle Gesetze
auf den Moralvorstellungen einer Gesellschaft.

> Insbesondere sollte "Moral" als Begründung nicht als Totschlagargument
> verwendet werden. Auch und gerade bei "moralischem" Handeln sollte man
> hinterfragen *dürfen*.

Es soll selbstverständlich hinterfragt werden dürfen!

>
> Die nicht unbedeutenden Umsätze mit Pornografie, Prostitution etc.
> deuten darauf hin, dass es einen nennenswerten Anteil der Bevölkerung
> gibt, die das "moralische" Argument nicht unterstützen würden.
>

Die Rede ist doch von harter Pornografie, nicht von Pornografie
allgemein und schon gar nicht von Prostitution.

Gruss L.

Bart Wakker

unread,
Apr 19, 2006, 5:01:53 PM4/19/06
to
Stefan Werner <009w...@sneakemail.com> writes:

> Naja. Ich finde zwar Moralapostel ebenfalls eher zunächst mal
> verdächtig, allerdings finde ich es nicht so schlecht, dass
> gesetzliche Grenzen gesetzt werden.
> Wäre die Verbreitung von Pornographie völlig uneingeschränkt, würden
> vermutlich Dämme brechen. Die Spamflut würde um Bilder bereichert, die
> einige Leute vielleicht geil finden, die für die meisten aber doch nur
> unangenehm wären. Und die Vorstellung, dass z.B. meine Kinder in ihrer
> Mailbox Werbung mit explizit dargestelltem Tier- und Exkrementensex
> vorfinden, fände ich doch eher unangenehm.

Von dem her finde ich die gesetze in deutschland ziemlich gut: der
jugendschutz wird dort ernst genommen (mehr als in der Schweiz), aber
wenn man mal bewiesen hat über 18 zu sein und zustimmung zu geben,
dann ist "alles möglich" was auch im realen leben erlaubt ist (wozu
übrigens glaub ich sex mit tieren nicht gehört).

Ich wäre z.b. genau so wenig erfreut darüber wenn meine kinder
sogenannte "weicher" porno, z.b. wo eine frau mit 2 fäusten bearbeitet
wird (das ist ja vollkommen legal hierzulande) oder "nur es von 3
kerlen gleichzeitig bekommt". Kurz gesagt, bis auf kinderpornographie,
die ja weltweit und zurecht verboten ist, finde ich die definition von
weicher versus harter pornographie hierzulande vollkommen absurd und
willkürlich. Es wird höchster zeit um die grenze klar zu machen: das
was im wirklichen leben nicht erlaubt ist, vor allem
kinderpornographie, soll verboten sein (auch konsum) und auch
tatkräftig gefahndet werden; der rest da soll sich der staat nicht
einmischen im guten oder schlechten geschmack der liebhaber.

Andreas Stricker

unread,
Apr 20, 2006, 1:42:34 PM4/20/06
to
Beat Leuppi schrieb:

> Eigentlich ist es ja egal wie man das Prinzip nennt, wobei Sünde
> zugegebenermassen religiös belastet ist.

Nein - das *Prinzip* ist anders.


>> Da ich mit den genannten abrahamitischen Religionen herzlich wenig
>> anfangen kann und ebenso wenig mit einem "Willen Gottes", ist für mich
>> auch der Begriff "Sünde" ein abstraktes Konstrukt.
> du "kannst nicht" nicht, du willst nicht :-)

Ich will nicht, weil ich nicht kann. Und es ist ja nicht so, dass ich es
im Leben nicht versucht hätte :)


>> Um auf den eigentlichen Kern der Diskussion zurück zu kommen: Ich kann
>> in Praktiken, bei denen mündige Menschen beteiligt sind und niemand
>> anders zu Schaden kommt, beim besten Willen nichts "sündhaftes" erkennen.
> Was heisst da niemand anders zu Schaden kommt? und wie ist es da mit
> freiem Willen....

Da verweise ich doch glatt auf MID <e1ucuq$tbg$1...@news.albasani.net>

a.

Andreas Stricker

unread,
Apr 20, 2006, 1:47:05 PM4/20/06
to
Bart Wakker schrieb:

> Ich wäre z.b. genau so wenig erfreut darüber wenn meine kinder
> sogenannte "weicher" porno, z.b. wo eine frau mit 2 fäusten bearbeitet
> wird (das ist ja vollkommen legal hierzulande) oder "nur es von 3
> kerlen gleichzeitig bekommt".

Das wär dann aber definitiv kein Softporno mehr, sondern Hardcore (und
völlig legal). Softpornos sind nach meinem Filme wie Emanuelle und all
das Zeugs, das Abends auf RTL & Co. läuft.


> Kurz gesagt, bis auf kinderpornographie,
> die ja weltweit und zurecht verboten ist, finde ich die definition von
> weicher versus harter pornographie hierzulande vollkommen absurd und
> willkürlich. Es wird höchster zeit um die grenze klar zu machen: das
> was im wirklichen leben nicht erlaubt ist, vor allem
> kinderpornographie, soll verboten sein (auch konsum) und auch
> tatkräftig gefahndet werden; der rest da soll sich der staat nicht
> einmischen im guten oder schlechten geschmack der liebhaber.

ACK. Und so ist es ja auch mehr oder weniger; ausser offenbar in dem
Bereich, der im OP angesprochen wurde.

a.

Beat Leuppi

unread,
Apr 20, 2006, 4:10:25 PM4/20/06
to
le Thu, 20 Apr 2006 19:42:34 +0200, Andreas Stricker
<an_st...@bluewin.ch> a écrit:


>> Eigentlich ist es ja egal wie man das Prinzip nennt, wobei Sünde
>> zugegebenermassen religiös belastet ist.
>
>Nein - das *Prinzip* ist anders.
>

naja... da kann ich halt nicht über meinen eigenen Schatten
springen... :-)


>
>>> Da ich mit den genannten abrahamitischen Religionen herzlich wenig
>>> anfangen kann und ebenso wenig mit einem "Willen Gottes", ist für mich
>>> auch der Begriff "Sünde" ein abstraktes Konstrukt.
>> du "kannst nicht" nicht, du willst nicht :-)
>
>Ich will nicht, weil ich nicht kann. Und es ist ja nicht so, dass ich es
>im Leben nicht versucht hätte :)

LOL... da könnten wir uns jetzt schön um die Wortfolgen streiten...


>
>
>>> Um auf den eigentlichen Kern der Diskussion zurück zu kommen: Ich kann
>>> in Praktiken, bei denen mündige Menschen beteiligt sind und niemand
>>> anders zu Schaden kommt, beim besten Willen nichts "sündhaftes" erkennen.
>> Was heisst da niemand anders zu Schaden kommt? und wie ist es da mit
>> freiem Willen....
>
>Da verweise ich doch glatt auf MID <e1ucuq$tbg$1...@news.albasani.net>
>

so ganz schlimm sehe ich es doch nicht an!

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