Patrick Kormann wrote:
> Am 29.03.13 00:25, schrieb Roman Racine:
>
>> Ein "wissenschaftlicher Durchbruch" und "wissenschaftliche Arbeit" sind
>> zwei verschiedene Dinge. Es geht ja nicht darum, den nächsten Nobelpreis
>> zu holen, sondern darum, sich das Rüstzeug für wissenschaftliche Arbeit
>> im generellen anzueignen.
>
> Naja, das Rüstzeug sollte man sich eigentlich vorher aneignen...
>
>> sein. Wie gesagt, meiner Meinung nach sollte es viel weniger Mediziner
>> mit Doktortitel geben, diese sollten dafür dann aber auch eine Arbeit mit
>
> Tja, die Diskussion kam schon oft auf, ich denke die Meinung ist relativ
> verbreitet, dass ein Arzt Dr. med. sein muss.
Naja, weil sie irgendwann früher mal den "Dr.med."-Titel im Gegensatz zu
"echten" Doktortiteln mit höheren Anforderungen erfunden haben, muss ihn nun
jeder haben. In Österreich haben sie das Problem so gelöst, dass der normale
Diplomabschluss in Medizin "Dr.med." genannt wird. So haben die Ärzte ihren
Titel und dem Staat entstehen keine Kosten, weil Mediziner nach dem Studium
nicht noch ein Dreivierteljahr absitzen müssen, obschon sie schon so
ausgebildet wären, dass sie sofort eine Stelle antreten könnten.
>> Und generell halte ich es nicht für sinnvoll, Leute zu Wissenschaftlern
>> auszubilden, die eigentlich gar keine wissenschaftliche Karriere
>> anstreben wollen.
>
> Tja, wenn man sieht was in letzter Zeit in DE so passiert ist... Für
> mich ist ein Dr. Titel wirklich nur in einem sehr engen Berufsfeld
> sinnvoll (bei Naturwissenschaften z.B. Forschung- und Lehre). Wozu nun
> irgend ein Minister nen Doktortitel braucht... Aber anscheinend braucht
> er ihn so dringend, dass er ihn im Zweifelsfall erschleichen muss...
Für mich ist es auch nicht einsichtig. Vor allem verstehe ich nicht, wieso
der Staat Leute zu Spezialisten auf einem sehr engen Feld ausbildet, die
eigentlich schon zum Vornherein nur den Titel wollen, nicht die Ausbildung
zum Wissenschaftler. Da sind die Briten weiter. Dort kriegen Politiker und
Spitzenleute aus der Wirtschaft und Kultur einfach irgendwelche Orden und
Ehrentitel, die wenigsten Politiker haben dort ein Doktorat, dafür sind die
wichtigsten Politiker der Regierung und der Opposition allesamt im Kronrat
und können sich entsprechend mit "the right honourable" ("der/die sehr
ehrenwerte") ansprechen lassen.
> Naja, mehr als einer wird's da ja selten werden ;) ...
> Mir scheint, im Fall Mörgeli (ob er dann der Einzige ist...) sieht es
> schon nach klassischem win-win aus (man könnte es auch weniger
> wertneutral sagen ;) ) - du willst nen Dr. Titel, ich brauch nen Deppen
> der mir das Buch da lesbar erfasst... Finden wir uns?
Vermutlich ist es für ihn auch leichter, Dr.-Titel rauszugeben, als ein
Budget für einen professionellen Übersetzer genehmigt zu kriegen. Global
gesehen wäre es allerdings noch besser, fertig ausgebildete Ärzte, mit für
Ärzte geeigneter Arbeit auszulasten, anstatt sie Texte abschreiben zu
lassen.
Gruss
Roman°