"klaus r." <
klaus...@mail.ru> schrieb:
[...] Die Politik der derzeitigen Führung in Europa, besonders aber die in
D. brachte mich dazu. IMO kränkelt die europäische Gesellschaft
hauptsächlich an der Gleichgültigkeit einerseits und der Gutgläubigkeit
andererseits seiner Bewohner. Dazu kommt eine nicht zu vernachlässigende
wirtschaftliche Abhängigkeit. Aber ich kann mich natürlich auch irren.
Vielleicht haben ja die recht, die dauernd betonen, wie gut es uns doch
geht. Wobei sie damit noch nicht mal Unrecht haben. Im Gegensatz zu den
Industriearbeitern um 1900 geht es uns in der Tat gut.
PB
Ich finde deine Ausfuehrungen sachlich gut auf den Punkt gebracht, soweit
ich das als Schweizer beurteilen kann. Besonders auch der Vergleich mit den
Verhältnissen zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende mag vordergruendig
zutrffend sein. Aber zwischen den heutigen Machtverhaeltnissen unter der
noch multipolaren und einer fiktiven monopolaren Weltordnung, mit der (nebst
der Russischen Foederation, der Volksrepublik China und auch der Noch-EU)
vor allem die USA liebaeugeln, besteht ein wesentlicher Unterschied:
Gegen regionale Unterdrueckung und Ausbeutung koennte man unter der ersteren
Unterstuetzung finden und sich erfolgreich wehren, aber die aktuellen
Globalisierungsbestrebungen fuehren letztlich in die vollstaendige
wirtschaftliche und politische Abhängigkeit des Einzelnen. Dies steht dem
menschlichen Grundrecht auf minimale Freiheit der individuellen
Lebensgestaltung diametral entgegen, finde ich; denn es bedeutet in der
Wirkung eine Wiedereinfuehrung der Sklaverei. Wir sollten daher auf allen
Ebenen die Entwicklung im Auge behalten und uns moegliche Folgen und wie wir
ihnen begegnen koennten, rechtzeitig ueberlegen.
Ich kann aber verstehen, dass das einige Leute nicht wahrhaben wollen und
sich daher bemuehen, diesen durchaus beoachtbaren Trend kleinzureden und
Mahner unglaubwuerdig erscheinen zu lassen. Darueber kann man geteilter
Meinung sein; denn auf die naheliegende Idee, einfach abzuwarten und zu
beobachten, was geschieht, kommt meiner Erfahrug nach eher selten jemand.
Peter Berner
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Der Weg ist nicht das Ziel - aber dieses liegt ganz bestimmt
irgendwo am Weg. Und was laesst sich daraus schliessen?