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Re: Mehr Good News [Long]

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Joerg Lorenz

unread,
Jul 10, 2011, 4:31:32 AM7/10/11
to
Dieses Mal mit dem korrekten Posting und dem korrekten Follow Up:


Am 10.07.11 02:57, schrieb 1X2Willows:
> Joerg Lorenz wrote:
>> Am 10.07.11 02:29, schrieb 1X2Willows:
>>> Eine schoene Sippe, diese Troika von Abrahamischen Religionen aus
>>> Nahost. Moslems, Juden, Christen... alles dieselben Barbaren;
>>> intellektuell wie in ihrem demonstrierten Verhalten auf der
>>> weltpolitischen Buehne.
>>
>> Einer, mit dem ich es sonst gar nicht so habe, meinte einmal:
>>
>> *Religion ist Opium für das Volk* (oder so ganz ähnlich)
>>
>> Weise Worte. Schau Dir doch mal die religiösen Fanatiker, ob Juden,
>> Christen oder Moslems an!
>>
>> Bei allen wird das Denken by default abgestellt. Wer glaubt, kann
>> leider nicht mehr unbefangen und kritisch denken. Das schliesst sich
>> beim Spatzenhirn, das dem Menschen mitgegeben wurde, gnadenlos aus.
>
> Aber sicher.
>
> - und den, den Du oben gemeint hast kenn ich auch.
> Etwa das Zutreffendste was der je gesagt hat.
> Ditch the rest. ;)
>
> Hier etwas, um den Dialog (hoffentlich) zum Positiven zu lenken:
>
>
>
>
> RED WAYS VERSUS WHITE RELIGION
>
> By Carter Camp of the Ponca
>
> 1990

(langen Text gesnippt)

Lass mich mit Sokrates antworten:
"Ich weiss, dass ich nichts weiss"

oder einem indischen Sprichwort:
"Der Wissende weiß und erkundigt sich, aber der Unwissende weiß nicht
einmal, wonach er sich erkundigen soll."


--
http://www.albasani.net/index.html.de
Ein freier und kostenloser Server für Usenet/NetNews (NNTP)

Christoph Kaufmann

unread,
Jul 10, 2011, 5:22:57 AM7/10/11
to
Joerg Lorenz <hugy...@gmx.ch> wrote:

> Einer, mit dem ich es sonst gar nicht so habe, meinte einmal:
> *Religion ist Opium für das Volk* (oder so ganz ähnlich)

Im Prinzip so ganz ähnlich, aber doch ganz anders: Religion ist das
Opium des Volkes.

Ein feiner Unterschied: bei "Opium für das Volk" denkt man an einen
Manipulator, der das Volk sediert, damit es nicht aufmuckt.

Mit der Formulierung von Herrn Chemnitz sieht es hingegen anders aus:
Religion ist das Mittel, zu dem das Volk zwecks Schmerzlinderung greift.

Man könnte als Beleg anführen, dass wohlhabende Leute weniger religiös
sind als arme Leute. Andererseits sind auch gebildete Leute weniger
religiös, und wohlhabendere haben meist auch mehr Bildung genossen.
Wieder so Gewirr mit Hühnern und Eiern halt.
--
http://clk.ch

Patrick Kormann

unread,
Jul 10, 2011, 7:38:02 AM7/10/11
to
Am 10.07.11 11:22, schrieb Christoph Kaufmann:

> Ein feiner Unterschied: bei "Opium für das Volk" denkt man an einen
> Manipulator, der das Volk sediert, damit es nicht aufmuckt.
>
> Mit der Formulierung von Herrn Chemnitz sieht es hingegen anders aus:
> Religion ist das Mittel, zu dem das Volk zwecks Schmerzlinderung greift.
>
> Man könnte als Beleg anführen, dass wohlhabende Leute weniger religiös
> sind als arme Leute. Andererseits sind auch gebildete Leute weniger
> religiös, und wohlhabendere haben meist auch mehr Bildung genossen.
> Wieder so Gewirr mit Hühnern und Eiern halt.

Es ist wohl ein wenig von Beidem und noch viel mehr.
Ich les zur Zeit gerade 'der Gotteswahn' von Richard Dawkins. Vieles für
mich zwar offensichtlich, aber trotzdem noch ganz interessant. Vor allem
die schonungslose Offenheit, mit der er religiöse Tabus
anspricht/anprangert.

1X2Willows

unread,
Jul 12, 2011, 1:08:37 AM7/12/11
to
Christoph Kaufmann wrote:

> Joerg Lorenz wrote:
>
>> Einer, mit dem ich es sonst gar nicht so habe, meinte einmal:
>> *Religion ist Opium für das Volk* (oder so ganz ähnlich)
>
> Im Prinzip so ganz ähnlich, aber doch ganz anders: Religion ist das
> Opium des Volkes.
>
> Ein feiner Unterschied: bei "Opium für das Volk" denkt man an einen
> Manipulator, der das Volk sediert, damit es nicht aufmuckt.
>
> Mit der Formulierung von Herrn Chemnitz sieht es hingegen anders aus:
> Religion ist das Mittel, zu dem das Volk zwecks Schmerzlinderung
> greift.

Ein wirklich feiner Unterschied, wenn man es so betrachtet.
Eine Interpretation wie man sie nicht haeufig liest.

Ablenkung von der harschen Realitaet, die manchmal halt nur schwer zu
ertragen und noch weniger zu verdauen ist, es sei denn man schustert
sich ein Ueberwesen zurecht, dessen Wege unergruendlich sind.

Macht allen Sinn.


> Man könnte als Beleg anführen, dass wohlhabende Leute weniger religiös
> sind als arme Leute. Andererseits sind auch gebildete Leute weniger
> religiös, und wohlhabendere haben meist auch mehr Bildung genossen.
> Wieder so Gewirr mit Hühnern und Eiern halt.

Novacula Occami

Die Frage bleibt, warum der Umweg ueber ein solches Wesen von Menschen als
zwingend angesehen wird, wenn man sich von vornherein damit abfinden
koennte, dass wir "Die Wahrheit" sowieso nie erfahren werden.


1X2Willows

unread,
Jul 12, 2011, 1:30:51 AM7/12/11
to

Ich befass mich jetzt schon eine ganze Weile mit einer Philosophie, die man
gottlos religioes nennen koennte.

Sueffisanterweise hat das binaer-theistische Schubladendenken a la
Juden/Christen/Moslems/Hindus ein Problem damit, weil es nach ihrer
eigenen Logik eigentlich gar nicht existieren duerfte, ohne Widerspruche
aufzuwerfen.

Fuer die gibt's nur sich selber oder Atheisten, und so einer bin ich mit
Bestimmtheit ebenfalls nicht. :)


Christoph Kaufmann

unread,
Jul 12, 2011, 1:30:04 AM7/12/11
to
1X2Willows <nos...@this.addy> wrote:

> Novacula Occami

Gesundheit!

[Religion]


> Die Frage bleibt, warum der Umweg ueber ein solches Wesen

Meinst Du einen Gott?

> von Menschen als zwingend angesehen wird

Götter waren früher die einzige plausible, heute immer noch die
einfachste, verständlichste und auch einzig komplette Erklärungsmethode.
Die Physik tappt ja nicht mal im Dunkeln, weil sie das Dunkle noch nicht
gefunden hat.

> wenn man sich von vornherein damit abfinden
> koennte, dass wir "Die Wahrheit" sowieso nie erfahren werden.

Was die Welt zusammenhält, wie sie funktioniert und warum das so ist,
interessiert viele Menschen.

Religion ist auch Teil der Kultur. Auch wenn Du nicht an das Christkind
glaubst, brauchst Du Geschenke für die Goofen. Wenn Du das Mystische bei
allen Religionen kappen tätest, sähe sie für die meisten Leute im Alltag
kaum anders aus.
--
http://clk.ch

1X2Willows

unread,
Jul 12, 2011, 2:59:11 AM7/12/11
to
Christoph Kaufmann wrote:
> 1X2Willows wrote:
>
>> Novacula Occami
>
> Gesundheit!

Apology accepted.


> [Religion]
>> Die Frage bleibt, warum der Umweg ueber ein solches Wesen
>
> Meinst Du einen Gott?

Ueberwesen (Ein- oder Mehrzahl) welche von Menschen als Schmerzlinderung
von der harschen Realitaet zusammengeschustert wurden, korrekt.


>> von Menschen als zwingend angesehen wird
>

> G�tter waren fr�her die einzige plausible, heute immer noch die
> einfachste, verst�ndlichste und auch einzig komplette
> Erkl�rungsmethode. Die Physik tappt ja nicht mal im Dunkeln, weil sie


> das Dunkle noch nicht gefunden hat.

Goetter frueher, im Gegensatz zu heute, wurden nicht als anthropomorphe
Wesen aufgefasst. Die Mode ist von den Etruskern eingefuehrt worden und
von ihren Zeitgenossen, den fruehen Griechen bevor ihre Stadt-Staaten
ueberhaupt existierten. Spaeter durch die Roemer abgekupfert, natuerlich,
womit unsere Auffassung von Polytheismus besiegelt war. Und mit "uns" meine
ich Westeuropa und auch das erst, nachdem Caesar mit seinen Bello Gallico
erfolgreich war.

Vorher war alles viel einfacher und es machte exponentiell mehr Sinn.
Wirklich bachab ging es dann aber mit der Einfuehrung des Nahost-Gottes
YHWH und seines angeblichen Sohnes in Form von Menschenfleisch.
Seit der Christianisierung unserer Heimat drehen wir uns nur noch im
Kreis und laufen bestenfalls fremden Richtern nach, waehrend wir besser
beraten waeren, unsere eigene Herkunft zu leben. Religion und alles.


>> wenn man sich von vornherein damit abfinden
>> koennte, dass wir "Die Wahrheit" sowieso nie erfahren werden.
>

> Was die Welt zusammenh�lt, wie sie funktioniert und warum das so ist,
> interessiert viele Menschen.

Ja sicher. Dann aber bitte objektiv d.h. ohne Einfluss von importierten,
organisierten, anthropozentristischen Kulten wie die von der Sorte
Judaismus/Christentum/Islam (wie immer in chronologischer Reihenfolge).


> Religion ist auch Teil der Kultur. Auch wenn Du nicht an das

> Christkind glaubst, brauchst Du Geschenke f�r die Goofen. Wenn Du das
> Mystische bei allen Religionen kappen t�test, s�he sie f�r die


> meisten Leute im Alltag kaum anders aus.

Das ist jetzt aber unfair. Erstens machen wir fuer die Goofen sowieso fast
alles. Versteht sich von selbst. Zweitens geht es mir ja gerade darum, das
Mystische hochzuhalten, statt irgendeiner vorgekauten Antwort nachzurennen.
Ein kleiner, aber feiner Unterschied zum grassierenden Gottglauben...


Patrick Kormann

unread,
Jul 12, 2011, 5:50:34 AM7/12/11
to
Am 12.07.11 07:30, schrieb Christoph Kaufmann:

> Götter waren früher die einzige plausible, heute immer noch die
> einfachste, verständlichste und auch einzig komplette Erklärungsmethode.
> Die Physik tappt ja nicht mal im Dunkeln, weil sie das Dunkle noch nicht
> gefunden hat.

Gott löst aber keine Probleme, er schafft nur neue.
Für mich ist selbst ein absolut undurchsichtiges Universum einfacher zu
verstehen als ein Gott. Dito Schöpfungstheorien. Wenn man nicht
akzeptieren kann, dass das Universum keinen Schöpfer hat, warum kann man
dann einen Gott akzeptieren, der keinen Schöpfer hat? Usw.

Gott erklärt bei näherer Betrachtung überhaupt nichts.

Christoph Kaufmann

unread,
Jul 12, 2011, 11:01:02 AM7/12/11
to
1X2Willows <nos...@this.addy> wrote:

> Die Frage bleibt, warum der Umweg ueber ein solches Wesen

> von Menschen als zwingend angesehen wird

Wird er das denn?

> geht es mir ja gerade darum, das
> Mystische hochzuhalten, statt irgendeiner vorgekauten Antwort nachzurennen.

Die vorgekauten Antworten sind Geschichten, Geschichten sind populär.
Die Nachfrage nach mystischen Erlebnissen ist hingegen klein.
--
http://clk.ch

1X2Willows

unread,
Jul 12, 2011, 11:07:43 PM7/12/11
to
Christoph Kaufmann wrote:

> 1X2Willows wrote:
>
>> Die Frage bleibt, warum der Umweg ueber ein solches Wesen
>> von Menschen als zwingend angesehen wird
>
> Wird er das denn?

Fuer mindestens 6 der momentan 7 Milliarden, sicher.


>> geht es mir ja gerade darum, das Mystische hochzuhalten, statt
>> irgendeiner vorgekauten Antwort nachzurennen.
>
> Die vorgekauten Antworten sind Geschichten, Geschichten sind populär.
> Die Nachfrage nach mystischen Erlebnissen ist hingegen klein.

Sieht so aus; hast recht.


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