Grosses Problem: Habe zwei Telefone aus Deutschland (mit TAE Stecker), die ich
gerne in der Schweiz betreiben moechte. Wie so oft haben sich auch hier die
Hersteller entschieden, moeglichst viele Steckervarianten auf den Markt zu
bringen und verschiedene Standards zu entwickeln, um ganz viele User zu
verunsichern :-))
Ein TT89 Kabel mit RJ11 Stecker habe ich schon ausprobiert, funktioniert
anscheinend nicht, man hoert einfach nix.
Weiss jemand, welche Pole ich im TT89 Stecker umpolen muss, damit die Sache
funktioniert? Gibt es vielleicht noch andere Moeglichkeiten?
Merci vielmal
Christian
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Posted from pop-mu-15-2-dialup-8.freesurf.ch [194.230.113.8]
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> Grosses Problem: Habe zwei Telefone aus Deutschland (mit TAE Stecker), die ich
> gerne in der Schweiz betreiben moechte. Wie so oft haben sich auch hier die
> Hersteller entschieden, moeglichst viele Steckervarianten auf den Markt zu
> bringen und verschiedene Standards zu entwickeln, um ganz viele User zu
> verunsichern :-))
>
> Ein TT89 Kabel mit RJ11 Stecker habe ich schon ausprobiert, funktioniert
> anscheinend nicht, man hoert einfach nix.
Bei RJ-11 gibt es in der CH zwei verschiedene Belegungen. Fuer CH-Geraete sind
2+3 belegt, für alle anderen 3+4 (die beiden mittleren der 4 oder 6 Kontakte).
Bei TT89 (Reichle) sind typisch nur die zwei Kontakte am "flachen"
Ende belegt, also die hier mit a und b eingezeichneten.
+------+
| a |
| b |
| I |
| I |
| I |
+--+ I |
+---+
Bei bestimmten Fabrikaten von vorkonfektionierten TT89-zu-RJ11-Kabeln
kann man auch ohne Löten den TT89-(Reichle)-Stecker zerstörungsfrei
auseinandernehmen und die versilberten Kontaktfedern vertauschen,
so dass die "richtigen" an die beiden oberen Stellen zu liegen kommen.
Und sollte dir je einer der Verantwortlichen für a) diesen ekelerregenden
R*ichl*-TT89-Stecker oder b) die 2+3-Belegung bei RJ-11 über den Weg
laufen, dann knallst du ihm eine, ja?
- Andi
Danke fuer die ausfuehrliche Erklaerung!
> Bei RJ-11 gibt es in der CH zwei verschiedene Belegungen. Fuer CH-Geraete sind
> 2+3 belegt, für alle anderen 3+4 (die beiden mittleren der 4 oder 6 Kontakte).
Das heisst bei meinem Geraet sind Pos. 3 u. 4 belegt, in Kabelfarben
ausgedrueckt gruen und violett (beim RJ11). Wenn ich die beiden Adern auf "a
und b" (beim TT89) lege tut sich nichts. Auch wenn ich die beiden auf die
anderen Pins lege, ist die Leitung tot. Soweit ich weiss, benoetige ich fuer
eine simple Telefonlinie nur die zwei Adern und nicht die beiden anderen
zusaetzlich.
Mach ich da noch irgendwas falsch?
Gruss
Christian
PS: Hab leider den Verantwortlichen nicht getroffen, sonst haette ich ihm schon
nen schoenen Gruss ausgerichtet :-)
--
Posted from pop-mu-13-1-dialup-20.freesurf.ch [194.230.155.20]
In der Telefonwelt sind das die Adern 1 und 2. (Wenn Du den RJ11-
Stecker in eine RJ45-Buchse einstekst, kommen diese natürlich auf die
Positionen 3 und 4 zu liegen. Sie sind im RJ11-Stecker trotzdem die
Positionen 1 und 2, sonst richtest Du ein Buff an.)
> in Kabelfarben
> ausgedrueckt gruen und violett (beim RJ11)
Falsch.
1a weiss
1b blau
2a türkis
2b violett
Wobei a plus ist, b minus. Damit siehst du auch gleich, warum das Kabel
4 Adern hat und ein Raichlestecker sogar 6 Löcher: damit kannst du
mehrere Leitungen in ein Kabel legen. Bei nur einer Leitung benutzt du
Paar 1 (weiss/blau). Daher kommt auch die "komische" Pinbelegung im
RJ11-Stecker: Pins 1+2 Leitung eins, 3+4 Leitung zwei.
In der Regel werden übrigens "Sternvierer"-Kabel genommen. Werden Kabel
genommen, die aus mehrerenSternvierern zusammengesetzt sind, so ist die
blaue Ader nur im ersten vierer blau, in den anderen ändert sie die
Farbe gemäss der Numerierung: 1. blau, 2. gelb, 3. grün, 4. braun, 5.
grau. Kommt Dir blau, gelb, grün, braun bekannt vor? Richtig: 8-adriges
Ethernetkabel. Du siehst, diese Normen hängen eng zusammen und es kann
sich lohnen, sich zu überlegen, ob so eine Pin-Belegung nicht einen
vernünftigen Grund hat, bevor du jemandem eine knallst. (Abgesehen
davon, dass eine knallen ohnehin nie eine Lösung bringt, aber diese
Erkenntnis ist manchen etwas zu hoch.)
Stefan
Hallo Christian
Also mein Lottotip welche zwei Adern es sind wären es die
zwei in der Mitte des RJ 11 Steckers.
http://www.geocities.com/SiliconValley/Hills/5796/modem.htm
mfg Stefan
Hallo Stefan
*hä* Wie kommst du jetzt auf Ethernetkabel ? Seit wann werden dort
TAE und RJ11 Stecker eingesetzt. Du hast oben den Schweizer
Farbcode aufgezählt. Aber da es ja hier um ein Ausländisches Telefon
mit entsprechendem Anschlusskabel geht, könnte es sein das unter
umständen Farben vorhanden sind. Siehe z.B.:
http://www.geocities.com/SiliconValley/Hills/5796/modem.htm
oder
http://www.a1-it.ch/Communication_Kabel_&_Stecker.htm
mfg Stefan
Es gilt allgemein als nett, dewn zitierten Text aufs notwendige Minimunm
zu kürzen.
> *hä* Wie kommst du jetzt auf Ethernetkabel ? Seit wann werden dort
> TAE und RJ11 Stecker eingesetzt.
Gar nicht. Es ging nur darum, noch ein bisschen was über das notwendige
Minimum hinaus zu erhählen. Die Farbcodes der Kabel hängen nämlich alle zusammen.
> Du hast oben den Schweizer
> Farbcode aufgezählt.
Nein. Weiss-blau-türkis-violett ist nicht ein schweizerischer Code,
sondern ein allgemein anerkannter internationaler Standard. Genau darum
ging es mir: Zu zeigen, dass die blaue Ader in diesem Viererpaket nicht
zufällig blau ist und dass dieses eine Viererpaket nur ein Teil eines
grösseren Farbcode-Systems ist.
Ja, es gibt auch noch einen anderen Standard:
1a grün
1b rot
2a gelb
2b schwarz
Vor allem USA-Kabel haben oft diese Farben. Aber wegen des grösseren
Zusammenhangs (siehe oben) ist das der schlechtere Standard, auch wenn
er aus den USA kommt und dadurch als besonders hip gilt. Leider kann ich
Dir keine Internetseite angeben, auf der das geschrieben steht, darum
wirst Du mir vermutlich auch nicht glauben.
Stefan
> Paar 1 (weiss/blau). Daher kommt auch die "komische" Pinbelegung im
> RJ11-Stecker: Pins 1+2 Leitung eins, 3+4 Leitung zwei.
>
> Ethernetkabel. Du siehst, diese Normen hängen eng zusammen und es kann
> sich lohnen, sich zu überlegen, ob so eine Pin-Belegung nicht einen
> vernünftigen Grund hat, bevor du jemandem eine knallst. (Abgesehen
> davon, dass eine knallen ohnehin nie eine Lösung bringt, aber diese
> Erkenntnis ist manchen etwas zu hoch.)
Ich kann aus deinen Erklärungen und auch sonst in der Tat keinen
vernünftigen Grund erkennen, warum die eine Konvention (1+2,3+4),
besser wäre als die andere (1+4,2+3). Nur ist eben die US-Konvention
wesentlich älter, und das Nichtbeachten bestehender Konventionen ist
IMHO im hohen Masse unvernünftig. Es ginge ja noch, wenn nur
Telefoniefachleute mit zwei sich widersprechenden Konventionen leben
müssten (sowas kennt man in der Technik mehr als zur Genüge), aber hier
wird der Konsument verwirrt.
Die körperliche Züchtigung hatte ich vorgeschlagen. Ich sehe das ja
ein. Der Erfinder der mit der US-Belegung inkompatiblen Pinbelegung
soll also in die Ecke stehen und 5000mal vor sich hin murmeln müssen:
"Ich soll keine neuen Konventionen erfinden, für die es bereits
weltweit etablierte Standards gibt."
Der Designer des Reichle-Steckers soll eine riesige Wandtafel mit
Robert-Walser-Mikrogrammen füllen müssen: "Ich soll nicht teure, klobige,
schwierig zu montierende, wackelige, hässliche Steckersysteme erfinden
für einen Zweck, für den es schon weltweit etablierte, billige, einfach
handhabbare, mit einfachen Werkzeugen ohne Löten zu installierende
Lösungen gibt."
Beide sollen den Ratschlag beherzigen, dass es oft weise ist, fremde
Ideen zu akzeptieren, auch wenn einem das auf dem eigenen Mist
gewachsene Pflänzchen im Moment schöner erscheint. Dass das nicht
einfach ist, weiss ich auch; ich weiss es sogar aus eigener Erfahrung.
- Andi
> Ich kann aus deinen Erklärungen und auch sonst in der Tat keinen
> vernünftigen Grund erkennen, warum die eine Konvention (1+2,3+4),
> besser wäre als die andere (1+4,2+3). Nur ist eben die US-Konvention
> wesentlich älter, und das Nichtbeachten bestehender Konventionen ist
> IMHO im hohen Masse unvernünftig. Es ginge ja noch, wenn nur
> Telefoniefachleute mit zwei sich widersprechenden Konventionen leben
> müssten (sowas kennt man in der Technik mehr als zur Genüge), aber hier
> wird der Konsument verwirrt.
Ich habe ien Vermutung, woher die unart ab->1+2 kommt. Wenn man einen
Geraden TT89 Stecker montiert (mit einem sauteuren Konfektionierwerkzeug)
dann kommen normalerweise zwei Adern am Rand des Flachkabel an die Pins 1
und 2. Wenn man diese dann einfach so in einen RJ11 Stecker schieb, sind das
eben auch dort die Pins 1+2.
> Der Designer des Reichle-Steckers soll eine riesige Wandtafel mit
> Robert-Walser-Mikrogrammen füllen müssen: "Ich soll nicht teure, klobige,
> schwierig zu montierende, wackelige, hässliche Steckersysteme erfinden
> für einen Zweck, für den es schon weltweit etablierte, billige, einfach
> handhabbare, mit einfachen Werkzeugen ohne Löten zu installierende
> Lösungen gibt."
Reichle-de-Massari haben mindestens den "Fehler" etwas bereinigt, indem sie
das Steckersystem gepusht haben, dass ihre eigenen TT89 Stecker überflüssig
macht: UGV. Daher meine Empfehlung (vor allem für ISDN Systeme): TT89 raus,
RJ45 rein!
Gruss Robert
> Reichle-de-Massari haben mindestens den "Fehler" etwas bereinigt, indem
sie
> das Steckersystem gepusht haben, dass ihre eigenen TT89 Stecker
überflüssig
> macht: UGV. Daher meine Empfehlung (vor allem für ISDN Systeme): TT89
raus,
> RJ45 rein!
Wird ja heute auch so gemacht. Als der Stecker eingeführt wurde, war Amerika
halt noch weit weg. Immerhin noch den Raichle als TAE. Übrigens, heisst das
Ding nicht TT+83 und wurde (daher der Name) 1983 eingeführt?
> Übrigens, heisst das
> Ding nicht TT+83 und wurde (daher der Name) 1983 eingeführt?
Ich hab mich auch dabei ertappt, beide Namen zu benutzen. Daher folgende
Richtigstellung (Irrtum vorbehalten:-):
- T+T83 heisst der gewinkelte STECKER, der 1983 erfunden wurde und damit den
4-poligen stecker ablöste. Dieser Stecker verfügt über lötkontakte und ist
für die Montage eines 4-poligen Rundkabels (wie sie an den alten PTT
Telefonen mit Wählscheibe) gedacht. Von diesem Stecker gab es auch eine
12-Polige Ausgabe. Diese Stecker waren meistens hellgrau mit grüner
Codierscheibe.
- T+T89 Heisst der (wohl 1989 erfundene) gewinkelte STECKER, wo man die
hintere Abdeckung abnimmt, die Drähte eines Telefonflachkabels unisoliert
hineinlegt und das ganze zusammendrückt (Schneidklemmensystem). Diese
Stecker kamen mit der vermehrten Anwendung von RJ11 Steckern an den Geräten
auf den markt.
- Es gibt noch T+T 87, vielleicht ist dies der gerade Steckertüp, der an
vielen gekauften Kabel und Geräten dran ist
- Das KABEL wo auf der einen Seite ein Reichle Stecker und auf der anderen
Seite ein RJ11 dran ist heisst AK90
- Das SteckerSYSTEM heisst eigentlich Typ A6/12, aber diesen Ausdruck kennt
kaum jemand.
Ich hoffe etwas Klarheit gemacht zu haben - Korrekturvorschläge willkommen!
Gruss Robert
> Ich hab mich auch dabei ertappt, beide Namen zu benutzen. Daher folgende
> Richtigstellung (Irrtum vorbehalten:-):
Interessant - aber mit anderen Worten T+T83, 87 und AK90 passen in die
gleiche Dose?
> Ich hoffe etwas Klarheit gemacht zu haben - Korrekturvorschläge
willkommen!
Dasn war fast schon mehr, als ich wissen wollte :)
> Interessant - aber mit anderen Worten T+T83, 87 und AK90 passen in die
> gleiche Dose?
Mit anderen Worten - ja.
Gruss Robert
> in Beitrag slrn9s3t1s.a1p...@irgendwo.switzerland.org schrieb
> Andreas Karrer unter Andreas...@Switzerland.org am 08.10.2001 20:45 Uhr:
>
> > Ich kann aus deinen Erklärungen und auch sonst in der Tat keinen
> > vernünftigen Grund erkennen, warum die eine Konvention (1+2,3+4),
> > besser wäre als die andere (1+4,2+3). Nur ist eben die US-Konvention
> > wesentlich älter, und das Nichtbeachten bestehender Konventionen ist
> > IMHO im hohen Masse unvernünftig. Es ginge ja noch, wenn nur
> > Telefoniefachleute mit zwei sich widersprechenden Konventionen leben
> > müssten (sowas kennt man in der Technik mehr als zur Genüge), aber hier
> > wird der Konsument verwirrt.
>
> Ich habe ien Vermutung, woher die unart ab->1+2 kommt. Wenn man einen
> Geraden TT89 Stecker montiert (mit einem sauteuren Konfektionierwerkzeug)
> dann kommen normalerweise zwei Adern am Rand des Flachkabel an die Pins 1
> und 2. Wenn man diese dann einfach so in einen RJ11 Stecker schieb, sind das
> eben auch dort die Pins 1+2.
Und soeben ist die Begründung für die US-Konvention, aber es geht noch
weiter. Die US-Konvention ist fehlertolerant. Wenn die erste Linie
auf 2+3 kommt, und eventuell eine 2. Line auf 1+4, es spielt keine
Role, wie man das Flachkabel orientiert, als man es im RJ-11 Stecker
einschieb. Man brauch auch nicht einmal die Beschichtung der
einzelnen Adern im Kabel zu färben. Bei vielen Kabeln aus dem fernen
Ost, sind die alle einfach grau. Bei einer 1+2, 3+4 Belegung, wenn
man den Stecker falsch montiert, sind die 2 Leitungen gewechselt.
Oder, wenn nur eine Leitung aufgeschaltet ist, geht es gar nicht.
Viele Flachkabeln haben bloss 2 Adern, obwohl die Beschichtung die
gleich Grösse wie bei 4 Adern hat. Es ist unheimlich schwierig, eine
taugliche Montierung durchzufuhren, wenn die 2 Adern in der Mitte des
Kabels auf der Seite eines RJ-11 Stecker eingedrängt werden müssen.
Die Montierung kann fehlschlagen, und dann müsste man das ganze mit
einem neuen Stecker wiederholen.
Gruss, ceb