Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Auf vielfachen Wunsch: Meine "Karriere" in Scientology..(3)

100 views
Skip to first unread message

juergen

unread,
Aug 3, 1996, 3:00:00 AM8/3/96
to

September 1990:

Ich lebte von Sozialhilfe eines Sozialamtes in Hamburg, quasi der
Zufluchtsort der Downstates. Dort ging ich hin, um mir meinen
Lebensunterhalt für einen Monat abzuholen.(DM 500,-) , Zuletzt hatte
ich netto DM 2800,- verdient.
Davon, und von einer Leihgabe meines Vaters, der noch nicht wußte und
wissen durfte, was wirklich geschehen war, flog ich noch einmal etwa
Mitte September 1 Woche voller Hoffnung nach Flag. Ich war immer noch
sicher, daß man dort im "Mekka der Technologie", meinen Fall
schon lösen würde.

12.9-19.9 '90
Dort wurden dann einige Dinge von der Ethikabteilung erörtert, ich
bekam noch eine Stunde Auditing, mehr hatte ich an Stunden dort nicht
mehr zu stehen, d.h. bezahlt.
Ein " Case Sort Out", d.h. eine Reparatur der gemachten Fehler hätte
mich noch einmal $21000,- gekostet, ganz zu schweigen von den
Hotelkosten von etwa $500 /Woche.
Director of Processing Barbara in Flag:" you can never have enough
money for Flag" " Du kannst nie genug Geld für Flag haben!"

Darüber hinaus wurde dort also in Flag, von der dortigen
Ethikabteilung genannt P/MAA (= Master at arms= Meister an den
Waffen!) nur noch ein Schreiben an die entsprechende
Hamburger Abteilung aufgesetzt, etwa sinngemäß: "Seid etwas netter zu
ihm, er ist 'überrestimuliert' ". Was das hiß, konnte mir keiner
erklären, wohl so viel wie sehr verärgert.
Das war eine sehr untertriebene Darstellung. Tatsächlich war ich fast
am Ende meiner Kraft. Aber es kam noch schlimmer:

Ende September 1990
Immer noch an die Funktionsfähigkeit der Technologie glaubend bzw. auf
sie hoffend, ging ich dann mit diesem Schreiben zurück in die
Hamburger Organisation. Ich hatte wirklich Glauben und Vertrauen in
die Weisheit des Gründers.
In der Ethikabteilung in Hamburg wurde mir, als ich also das 2. Mal
von Flag wiederkam, u.a. folgendes mitgeteilt:

"Du qualifizierst nicht für Scientology". (A. v. Rönn)
"Flag kann uns nichts vorschreiben." (A. v. Rönn).
"Verschwinde, es warten schliesslich noch 10 andere". (A. v. Rönn)
"Du bist ein Overt Produkt"(A.v. Rönn)
Erklärung: Overt Produkt heißt ein willentlich oder aus Versehen
schlecht hergestelltes Produkt, also etwa das sog. Montagsauto, oder
alles was eben nicht so funktioniert, wie es sollte.

" Du kannst ja auch Wortklären bekommen, aber das kannst Du dir eh
nicht leisten!" (A.v. Rönn) (Wortklären in der Qualifikationsabteilung
"nur" DM 175/ Stunde!)
Anmerkung: Nach LRH's Philosophie gehen alle Studier- und sonstigen
Probleme des Menschen auf mißverstandene Worte zurück.

Frau von Rönn arbeitet heute bei der Scientology Makler Firma "Rat und
Tat" (Sic!), Hamburg.
Ich wurde auf den Zustand "Verrat" gegenüber der Gruppe gesetzt. Die
formel die auf diesen Zustand angewandt werden muß ist :
"Finden Sie heraus, daß Sie sind".
Ich mußte mich durch die nächsthöheren Zustände hindurcharbeiten, als
da sind
"Feind": Finden Sie heraus, wer Sie wirklich sind!
"Zweifel", Finden Sie heraus, wer Ihre Freunde sind!
"Belastung" Machen sie einen effektiven schlag gegen die Feinde der
Gruppe..
" Nichtexistenz" Finden sie heraus, was gebraucht und gewünscht wird
und liefern sie es...

Ausführlich beschrieben in der Bibel der Scientologen: "Einführung in
die Ethik der Scientology"

Das geschieht hauptsächlich durch Aufschreiben von Overts,
Selbstabwertungen und endlosen
"Was habe ich falsch gemacht" Bekundungen.
Diese werden dann von den Ethik Offizieren mit mürrischen Gesichtern
zur Kenntnis genommen und in den Ethik -Folder (=Akte) geheftet,
den man aber selbst nie zu Gesicht bekommt, ebenfalls nicht die
Auditing Folder.
Nachdem ich diese Dinge etwa 3-4 Wochen ergebnislos durchgeführt
hatte, gab ich innerlich auf, weil es mir immer nur noch schlechter
ging, je öfters ich Hilfe erhoffend in die Hamburg
Org ging.

Oktober 1990:
Völlig pleite, hoch verschuldet, krank und arbeitslos zog ich wieder
zu meinen Eltern nach Braunschweig.

November 1990
Auf Wunsch meines Vater, der meine Resignation spürte, fuhren wir
zusammen nach Hamburg, wo Herr Gross und Frau als FSMs tätig waren,
um mit ihnen, wie ich dachte, in Freundschaft über die festgefahrene
Situation zu sprechen. Herr Groß hatte zu diesem Zeitpunkt schon mehr
als DM 25000,- teils als Kommission, teils als direkte Einzahlung für
die kompletten Akademiestufen (DM 22300,-) privat als Scheck von mir
erhalten.
Das Anrecht, diese Akademiestufen an einzelne Selectees zu verkaufen,
hatte er sich durch seine Agententätigkeit für die Hamburg Org
erworben, indem er an die 100 Leute "reingebracht" hat.

Er berichtete sogar nicht ohne Stolz, daß einer der ersten Klienten,
die er selbst auditiert hat, in ein tiefes Koma gefallen ist, aber das
müßte man halt in Kauf nehmen.

LRH:"Wir befreien Thetane"

Statt eines von mir erhofften klärenden Gesprächs wurde ich in
Anwesenheit meines Vaters, der übrigens im April 1995 verstarb, von
Herrn Groß als "Abschaum, Trittbrettfahrer und schlechtes Beispiel
für die Funktionsfähigkeit der Scientology" bezeichnet.
Ich schrieb später auch über Herrn Grossens Äusserungen einen
Wissensbericht and die höchsten Stellen der Scientology-
Welt-Organisation in dem Glauben, daß Herrn Groß'
Verhalten gemaßregelt oder zumindest mißbilligt würde.
Aber da irrte ich.
Herr Groß gehörte damals zu den Upstates und unterlag dem Ethikschutz.
Mit anderen Worten: wer genug Leute reingebracht, oder abkassiert oder
viel selber eingezahlt hatte ,
konnte sich fast alles erlauben. Vielleicht, und das ist noch
wahrscheinlicher, werden KR's im International Management wie
Klopapier benutzt, oder werden unter Ablage P= Papierkorb geführt.
"Wir sind ein Ausbrecherteam, und wenn mal einer in die
Gletscherspalte fällt, können wir uns nicht um ihn kümmern", sagte
Herr Groß u.a. zu meinem Vater.

Meine Eltern waren natürlich sehr besorgt über meinen resignierten
Zustand, der leicht zu erkennen war. Kein Wunder, denn ich hatte über
DM 1400,- monatliche Schulden abzutragen, und fand trotz intensiver
Bemühungen in den Jahren 90-92 keine meiner Ausbildung adäquate
Arbeitsstelle.
Diesen monatlichen Betrag mußte ich aufbringen, nur um fianziell auf
Null zu kommen. An weiteres Auditing, von dem ich damals noch hoffte,
daß es mir wieder auf die Beine helfen konnte, war gar nicht zu
denken!
Ebenfalls im November 1990 kam es dann zu einem weiteren auf Wunsch
meiner Eltern zustandegekommenen Gespräch in der Hamburger Org. Dieses
artete zu einer Beschimpfungs- und Beleidigungssarie gegen mich aus.
Herr Andreas Groß, Frau Telse Groß, Christa
Lehmann und zum Schluß sogar mein Eltern waren der Überzeugung, ich
wäre an allem selbst schuld, und hätte eben nicht nach Flag gehen
sollen!
FLAG: Die höchste Instanz der Scientology auf der Erde ist, das
"Mekka" der Technology , "the friendliest Place in the world"(Zitat
aus der Werbung)

14.12.1990 -28.3.1991
Ich entschloß mich dann, weil ich es doch irgendwie richtig machen und
ein vorbildhafter Scientologe sein wollte, das sog. Narconon Programm
in Itzehoe zur Alkoholrehabilitation zu machen. Das dauerte über 3
Monate, und kostete DM 120 /Tag also ca. DM 11600,- , was
zum Großteil von meinen Eltern finanziert wurde. Von 5 Leuten, die
dies Programm absolviert hatten, auch Heroin und Methadonabhängige
traf ich 4 wenig später am Hamburger Hauptbahnhof wieder, wo sie sich
Stoff besorgten.
Die Narconon leitende Scientology-nahe
Organisation ABLE (Association for better Living and Education)
propagiert jedoch eine Erfolgsquote von 60 %., gegenüber Freunden
wurden sogar 85% Erfolgsquote genannt! In dieser Zeit verkaufte ich,
um meine finanzielle Situation zu retten und weiteres Geld in
Narconon einzuzahlen, sogar den beruflich für mich wichtigen Computer.
Ich versuchte mehrmals dort abzuhauen, da ich die gefängnisartige
Haltung der "Studenten" nicht mehr ertrug. Das war dort jedoch nahezu
unmöglich, ich wurde mehrmals wieder eingefangen.
Es war wie Knast
Die mitarbeiter von Narconon die mich wieder reingeholt hatten,
bekamen jeweils 1000 Punkte für Ihre Statistiken


Ich wusste ja auch nicht wohin!
Meinen Eltern befürworteten meinen Aufenthalt dort, und ich hatte
keinerlei finanzielle Mittel um mir irgendetwas aufzubauen. Und kaum
noch Freunde ausserhalb Scientology. Meine Lebensperspektive war
katastrophal. Ich begann an Selbstmord zu denken.
In Narconon reiste ein angeblich höher ausgebildeter Scientologe
namens Roland Köhn (OT 5) zum Auditieren der Studenten an. Ich sprach
ihn auf meine Situation an. Aber er sagte nur:
"Dann hast Du wohl nicht das richtige Auditing erhalten", und lachte
spöttisch.

Anfang April 1991
Danach, also als ich das NN Programm abgeschlossen hatte, ging ich
immer noch in der Hoffnung, wieder in Gnaden in Scientology
aufgenommen zu werden, in die Hamburg Org.
Ich wurde einem Sog. A-J Cheque unterzogen. Es wird überprüft, ob der
PC einen der o.a. PTS Kriterein erfüllt, wodurch die Org
fehlgeschlagene Fälle rechtfertigen kann. Offenbar zeigte irgendetwas
auf dem E-Meter (Hilfsmittel zur geistigen Beratung ) an. Was, wurde
mir aber nicht mitgeteilt.
Ich kriegte nur folgendes zu hören.
"Jetzt bist Du ja drogenfrei, such Dir einen Job, eine Wohnung und
melde Dich einmal in der Woche, ansonsten Hausverbot".(A.V.Rönn) Sie
war wohl so etwas wie ein Bewährungshelfer der Scientology für
Abtrünnige.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt hätte ich erkennen müssen, was vor sich
geht: Nämlich, daß es nicht das geringste Bestreben von irgend
jemanden innerhalb der Kirche gab, mir zu helfen!
Ich habe heute den Verdacht, bestätigt durch neuere Informationen, daß
Frau Wiebke Hanssen, damals ED (= Executive Director) der Hamburger
Org persönlich, heute als vermisst
gemeldet, die interne Order ausgegeben hat, : "Wimmelt Ihn ab!".

Das kann ich aber nur vermuten, dem PC wie wird nie gesagt, was mit
ihm geschehen soll.
Ich weiß mit ziemlicher Sicherheit (Von New Era Mitarbeitern), daß
Frau Hansen z.Z. sich auf einem sog. RPF (= Reinforce Production
Force= Wiederherstellung der Árbeitskraft für Scientology ) beim RTC
in Los Angeles befindet.
Das RPF beinhaltet täglich 8 Stunden harte körperliche Arbeit (= Mest
Work) und weitere 6 Stunden Studieren.
Arbeitszeit, wie in der gesamten Sea-Org: 9 Uhr früh bis 23 Uhr 30
abends

Mai 1991:
Die einzige "Hilfe", wenn man es überhaupt so nennen kann, kam dann
natürlich völlig selbstlos von Herrn A. Groß:
Da ich noch ein Guthaben von etwa DM 7000,- auf dem Bücher-Konto der
Kirche und etwa DM 10000,- auf dem Auditing Konto hatte, willigte er
aufopfernd darin ein, mir für dieses Geld Berufsfindungsberatung zu
erteilen. Er nannte sich ja damals auch Unternehmensberater,
als ich ihn kennenlernte, wohinter er seine FSM Tätigkeit nach meinem
Wissen noch heute verbirgt.
Für diese Dienstleistung berechnete er DM 240,- plus Mehrwertsteuer
/Stunde. Die Beträge wurden "freundlicherweise" von meinen o.a.
Konten bei der Kirche abgebucht.
Dieses Vorgehen wurde sogar Scientology- intern verurteilt. Aber das
Geld ist weg!

Insgesamt waren es über DM 10000,-, die in der Zeit von meinen auf
Herrn Groß's Auditing-Konto wanderten. Ich hatte Hausverbot in der
Kirche, und Herr Groß ließ sich in der Folge
von den umgeschriebenen Beträgen mit Auditing-Stunden versorgen.
Was dabei für mich herauskam, war eine Neuzusammenstellung meiner
Bewerbunsunterlagen, aber sonst nichts.
Um es noch einmal deutlich zu sagen: Ich hatte keinen anderen
Bekanntenkreis, als den, der sich zu der Zeit aus der
Scientology-Kirche rekrutierte. Und lezterer war für mich nicht
erreichbar.

Man würde den Begriff Hilfe im Falle von Herrn Groß vielleicht besser
ersetzen durch "schamlose Ausnutzung der Notsituation" eines
Mitmenschen.

Die ganze Zeit - also August 1990 bis etwa Mai /Juni 1995 - waren die
Unterlagen meines Auditings in Flag geblieben. Niemand von dort
kümmerte sich einen Dreck um mich bis auf die Personen, die für die
Eintreibung ausstehender Zahlungen zuständig sind.(Zoltan Bozan u.a.)

Mai 1991:
Ich wohnte nach Abschluß des Narconon Programmes im Hammer Steindamm
in Hamburg, und war total am Ende. Ich sah tatsächlich an manchen
Tagen keinen Grund aufzustehen.

Juli 1991
Routinemäßig kam tatsächlich eine Auditorin aus Flag (Conny Heath) um
ARC-gebrochene PC's (= verstimmte) zu interviewen, darauf hatte ich
sehr viel Hoffnung!
Aber was geschah war, daß sie mich bösen Blicken musterte und mir
riet, MEST Work (schwere körperliche Arbeit ) zu machen und die gerade
geschilderte Geschehnisse einfach zu vergessen. Ob das Scientology
wäre, fragte ich, und bekam ein böses Lachen zu hören.

August 1991
Daraufhin verließ ich Hamburg und zog nach Braunschweig zu einem
Freund, der kein Scientologe war, Gott sei Dank.

November 1991
Ich nahm eine Arbeit als EDV-Dozent in Sachsen an.

Januar 1992
Als sich meine Eltern in schriftlicher, höflicher Form hilfesuchend an
die ORG Hamburg wandten, wurde das so gewertet, daß ich sie als "Keil
gegen die Kirche" benutzen würde. (Frau Cornelia Fiedler KOT/(=
Keeper of Technology= Beschützer der Technology (vor den
Menschen ?) ) wörtlich)

Meine zahlreichen Einlassungen bei höheren Stellen u.a. dem leitenden
Direktor der Church of Scientology International Guillaume Lesevre in
Los Angeles USA in den Jahren 91 und 92 wurden zum Teil gar nicht, zum
Teil beschwichtigend beantwortet.
Der erste sehr lange, sehr ausführliche Bericht, den ich in tagelanger
Arbeit in Englisch verfasste ging u.a an folgende Stellen:

An: Excutive Director International Mr. Guillaume Lesevre
cc: International Justice Chief, Chris O. Neill
cc: Continental Justice Chief in Kopenhagen
cc: RTC Reports Officer

...


Die Antwort des ED Int, einige Wochen später:
"I' m very concerned about what is going on in Hamburg Org. This will
be looked into."

Übersetzung: " Ich bin sehr betroffen, über das, was in der Hamburger
Orgasnisation geschehen ist. Man wird sich das anschauen!"
Bis März 1995 (Siehe dort) geschah weiter ... nichts!

Auch meine Eltern haben Briefe an Herrn Lesevre gesandt, die niemals
beantwortet wurden.
Eine sich als zuständig bezeichnende Person sagte mir: " Er
beantortet keine emotionalen Briefe, die nicht konstruktiv sind ".
Kein Kommentar.

Sommer 1992
Nach mehreren weiteren Anfragen beim Executive Director International
Guillaume Lesevre "durfte" ich eine Stunde Review Auditing (DM 600)
in Hannover einzahlen.
Ich will nicht alle Details der Demütigungen hier aufführen, die mir
in den Jahren 91-94 entgegengebracht wurden, aber der Wahnsinn scheint
Methode zu haben.

Sommer 1994
Der Höhepunkt der Demütigungen war erreicht, als ich mit einer "Stop
Service Order" (d.h. Verbot des Erhalts auch bereits gezahlter
Dienstleistungen) versehen wurde. (siehe Anlage)

März 1995
Es kam unter anderem wohl auch durch meine Reports an das Int.
Management dazu, daß einige höherrangigen Scientologen aus den USA,
unter anderem Marc Jaeger, der Chairman of the Board vom RTC
(Religious Technology Center= das Vemächtnis von LRH verwaltendes
Reigiöses Technologie Zentrum) aus Kalifornien in der Hamburger
Organisation auftauchten.
Anscheinend auch von anderen war die mittlerweile himmelschreiende
Diskrepanz (=Out Tech) in der Anwendung der "reinen" Lehre von LRH
bemerkt worden. Dies wurde aber gegenüber den Publics (= zahlende
PC´s) heruntergespielt "Wir wollen nur ‘Standard Tech'
reinbringen!"
Hamburg Org sollte zu Ron's Org gemacht werden, anstatt zu Wiebke
Hanssens. So war ein Buhmann gefunden worde, und alles ging seinen
Gang..


Das "Hereinbringen der Tech", was immer das sei, ist Ihnen zumindest
in meinem Fall aber bis heute nicht gelungen, und ich habe auch nicht
mehr die geringste Absicht, mich auf meine eigenen Kosten zum
Experimentierobjekt der Seelen-ver-käufer zu machen. Dazu bin ich mir
viel zu schade.
Ich bin im Dezember 1995 aus der Hamburger und allen anderen sog.
"Kirchen" ausgetreten.

Tatsache war, wie ich durch Nachforschungen herausbekam, daß die
damalige Führungsspitze (Exec Council) unter Leitung von Frau Wiebke
Hanssen, massiv Statistiken, d.h. Einkommensbilanzen gefälscht hatte,
um die Hamburger Org gegenüber dem International Management besser
aussehen zu lassen. Sie wollten in dem "Spiel" gewinnen, wer die
meisten neuen PC´ s zu Clear auditiert und entsprechend zur Kasse
bittet. Aber auch das mag eine Lüge sein.
Leute die unzufrieden waren, wurden da nicht gebraucht und wurden
teils offen, teils subtil abgewimmelt. Teilweise wurden
Massenflugblätter in der Org und im Umfeld der Scientology
verteilt. Inhalt: "Person soundso wird zum Feind der Menschheit
erklärt".
Sie muß herausfinden wer sie wirklich ist! (Zustand : Feind)
Auch darüber habe ich schon 1993 Reports an das International
Management geschrieben, in der Hoffnung, daß es dazu führen würde, daß
mir nun endlich geholfen würde.
Nichts war damals geschehen. Unter Hitler hat man ja auch an das Gute
im Führer geglaubt, und daß die Greueltaten seiner Untergebenen nicht
in seinem Namen geschehen sind. "Das kann der Führer nicht zulassen".
Aber er hat alles gewußt und zugelassen.
So habe auch ich lange Zeit an das Gute in der Technologie oder an die
Kompetenz und oder Menschlichkeit des Internationalen Managements
geglaubt, und gehofft, daß etwas geschehen würde.
Im Allgemeinen konnte ich immer wieder feststellen, daß die IAS
(=International Association of Scientologists) bzw. das Internationale
Management, mehr Fähigkeiten darin entwickelt, gute Werbung für sich
zu machen, als guten Service zu liefern, und ihren Mitglieder zu
helfen, wenn Sie dazu überhaupt in der Lage oder willens ist, was ich
beides inzwischen stark bezweifele.

- Ende mit Schrecken oder ... -

Genau zur selben Zeit des Führungswechsels in der Hamburger Org (März
1995) schrieben meine Eltern eine deutliche Forderung auf "Hilfe, oder
Geld zurück" an das DSA (Department of Special affairs, auch 'OSA' )
Deutschland unter der Leitung des durch Fernsehen bekannten
Franz Riedl.
Daraufhin kam es am 25.3.1995 zu einem Gespräch in Hamburg zwischen
Herrn Riedl, dem sog. "Kaplan" der Hamburger "Kirche" R.
Kretzschmar, der eine Fliesenfirma (Fliesen-Rolf) nach
scientologischen Grundsätzen leitet, 2 weiteren Mitarbeitern von DSA,
meinen Eltern und mir.
Mein Vater setzte sich so sehr für mich ein, daß man gnädigerweise
anbot, mir die schon vor 5 Jahren bei Herrn Groß eingezahlten
Leistungen in Höhe von DM 22300,- bei der Hamburger
Org auch endlich zu geben!
Ich war damals wirklich richtig dankbar, und dachte jetzt würde ich
wieder in den Kreis der Ehrenwerten Gesellschaft aufgenommen werden.

Dies Geld wurde in Auditing-Sessions umgewandelt, wofür ich
nocheinmal DM 320,- für den Folder Transfer, d.h das Beschaffen der
Unterlagen per Delta Airlines aus Flag einzahlen
musste. Als diese dann endlich kamen, waren die 37 1/2 Stunden
Auditing, die ich noch zwischen Mai 95 und Oktober 95 bekommen habe,
fast verbraucht.

Inkompetenz, Stümperei und Verantwortungslosigkeit beschreiben auch da
das Verhalten vieler, sicher nicht aller Kirchenmitarbeiter. Es gab
sicherlich wenn auch halbherziges Bemühen, aber das hat in meinem
Falle eben nicht gereicht.

Mein Vater war sehr besorgt um mich, aber glaubte lange Zeit an
Scientology. Er meinte, "Die Weisen Leute" würden mich schon
[hin]richten ,und es läge doch alles irgendwie an mir. Er
hat zusammen mit meiner Mutter sogar im Jahre 1992 eine HQS
(="Hubbard Qualifizierter Scientologe ") Kurs besucht, aber mittendrin
abgebrochen, weil sie wie sie mir später erzählten, die Übungen
teilweise schwachsinnig fanden.
Im Jahre 94 kam es zu mehreren Treffen zwischen meinen Eltern und dem
sog. Kaplan der Kirche Hamburg, Herrn Rolf Kretzschmar. Was da genau
besprochen wurde, weiß ich nicht. Der Erfolg war jedenfalls, daß mein
Vater mir, als er nach Hause kam, Stellen aus dem Ethik der
Scientology- Buch von Hubbard anstrich.
In diesen Stellen war von der unsozialen Person, quasi dem
Antichristen der Scientology die Rede: "Wenn der Mensch feststellt,
daß er zu viel Böses tut ... macht er sich, ohne daß
irgend jemand anderes dabei nachhilft, selbst fertig"
Mein Vater war nun sicher, daß ich wohl zu dieser Kategorie gehörte.
So verstanden es die Mitarbeiter einen Keil in unsere Familie zu
treiben, und das geschah in voller Absicht!

Meine Meinung zu Scientology aus heutiger Sicht:

Ich habe jahrelang tatsächlich versucht, die Lösung für mich in der
Verbesserung der Technologie zu suchen, indem ich Reporte an die
höchsten Stellen geschickt habe, wie die Menschen im Dritten Reich an
den Führer geschrieben haben.
Ich bin nunmehr der Überzeugung, daß nicht das geringste Interesse von
niemandem in der Hierarchie der Scientology besteht, irgendetwas zu
verbessern!
Das einzige Interesse der IAS und des Int managements ist, die gut
laufenden Fälle, wenn es solche gibt, und Celebitries=Künstler zu
propagieren oder zu erfinden, deren Geld zu zählen, und die
Abgefallenen zu diskreditieren und zu diskriminieren. Es paßt eben
nicht ins Weltbild der Hoffnung-verkaufenden Seelendealer, wenn der PC
keinen Erfolgsbericht schreibt, sondern in massive Schwierigkeiten
gerät.
Sie finden dann schnell Formulierungen und Referenzen von LRH, die
bestätigen: "Bei dem konnte es ja gar nicht funkionieren".
Er kann sich natürlich auf eigene Kosten therapieren lassen, wenn er
noch nicht kurzerhand unbürokratisch zum PTS erklärt wird, der ja für
Auditing gar nicht zugelassen werden darf .
LRH: " Wenn die Ethik nicht drin ist, greift die Tech nicht". Was
Ethik ist, entscheiden meist schlecht gelaunte "Offiziere" nach
eigenem Gusto. Wehe, wenn der/die E/O schlecht oder gar
nicht geschlafen hat, dann bist du verratzt!

In Narconon wurden gerade 1 Monat vom Heroin losgekommene Djunkees
hektisch zu E/O's "ausgebildet", da man keine Leute hatte. Solche
Individuen können dann über Gedeih und Verderb eines Studenten
entscheiden, und tuen es wahrscheinlich gar nicht so ungerne.
Machtgehabe, Statistikenbeschönigung und Zynismus charakterisieren den
Wert und die Achtung, die dem "PC" (=Preclear= noch nicht Clear)
zugemessen wird.
Ich bin kein Versuchskaninchen der noch "jungen Religion".

Da wird Hoffnung auf die Unsterblichkeit der Seele in einer Weise
verkauft, die verdammt an Klinkenputzermanier und Abzockerei erinnert.
Ich weiß nicht, ob L. Ron Hubbard das so gemeint hat, oder ob es nur
Irrtümer oder die böse Absicht einzelner ist.
Ich fühle mich auch nicht verpflichtet, das herauszufinden.

Meiner Ansicht und Wahrnehmung nach ist der Kirche (oder soll man
besser Firma sagen) der "Schutz der Technologie" ( KSW Serie 1) (KSW=
Keep Scientology Working=Haltet die Scientology funktionsfähig)
wichtiger als der einzelne, Geld wichtiger als Hilfe, und sie geht
über Leichen, wenn es darum geht, sich selbst, die Internationale
Organisation IAS und das dubiose Vermächtnis von L. Ron Hubbard ins
Recht, und Einzelpersonen ins Unrecht zu setzen.

Der Ausstieg
Im November 1995 hatte ich das grosse Glück, einen sehr gut
ausgebildeten Psychologen aus Berlin kennenzulernen, mit dem ich 2
längere Gespräche hatte:
Er hat nicht einmal besonders gedrängt, ich sollte aussteigen.
Er stellte mir eine einfache Frage:
"Wenn zu Dir jemand käme, und Dir die ganze (also meine Scientology-)
Story erzählen würde, was würdest Du ihm raten?"
Ich sagte ohne zu zögern: "Ich würde sagen : Vergiß es!"

-Epilog-

Falls Informationen aus meinem Ethik- bzw. Auditing -Folder an die
Außenwelt gelangen sollten, würde das zu einer Schadensersatzklage in
7-stelliger Höhe gegen die Kirche meinerseits führen.

gez. Jürgen B.

Anmerkung: Alle in diesem Bericht genannten Beträge sind ungefähre
Angaben, also etwa auf -5% genau.
Alle genannten Personen existieren wirklich.
Alle Ereignisse sind genauso geschehen.
Alles ist kein Alptraum und keine Fantasy, sondern geschieht hier in
unserem Lande, täglich!


Braunschweig im juli 1996

Marcus Lipke

unread,
Aug 6, 1996, 3:00:00 AM8/6/96
to

Hallo Juergen !

Sehr interessanter Bericht, wenngleich es mir weiterhin ein Rätsel bleiben
wird, wie man sich in eine derartige Abhängigkeit begeben kann; selbst dann
noch, wenn man von diesen Leuten schon kräftig in den Ar*** getreten wurde.

Ciao, Marcus

0 new messages