Wir haben unsere Reisen dorthin jeweils auf eigene Faust unternommen,
d.h. Flüge, Overnight-Stays und Anschlussflüge gebucht und uns vor Ort
Unterkünfte gesucht. Damals gab es so wenige Hotels, dass man sie an
einer Hand abzählen konnte und auch erst seit 1992 Strom. Alles war
noch relativ ursprünglich mit einer gerade erst aufkeimenden
Infrastruktur. Es gab einen Markt für Fisch und Fleisch (vornehmlich
für Einheimische), ein Post-Offfice, in dem man auch telefonieren
konnte, eine Open-Air-Disco, das Beach Comber, sowie einige Open-Air-
Restaurants, die ihre Speisen teilweise direkt am Strand anboten. Auch
mit der Krankenversorgung war´s nicht weit her, bei Bedarf fuhr man
kreuz und quer über die Insel, um einen europäischen Arzt zu finden,
der dort gerade zufällig Urlaub machte oder ausgewandert war (wenn
dieser nicht gerade beim Schnorcheln war...), denn das Krankenhaus war
zu dieser Zeit jedenfalls nicht empfehlenswert. Die einheimischen
Familien, die wir im Laufe der Zeit kennengelernt hatten, haben uns
und die mitgebrachten Medikamente jeweils sehnsüchtig erwartet.
Hier wurde in einem Bericht erwähnt, dass man die Finger von den
Buffets am Strand lassen sollte. Dem kann ich nur widersprechen. Wir
haben immer frisches Seafood oder Fleisch vom Grill zum kleinen Preis
genossen und gut vertragen. Man sollte im Ausland doch sowieso immer
darauf achten, dass alles gut durch ist. Auch unsere damals kleine
Tochter hat alles mögliche gegessen und getrunken, ohne irgendwelche
gesundheitlichen Probleme zu bekommen. Worin sollte auch der
Unterschied bestehen zwischen dem Buffet am Strand und den
Freiluft-"Restaurants", das Leben spielte sich eh rund um die Uhr
draußen ab und nicht in irgendwelchen Hotels.
Alles in allem ist zu sagen, dass Boracay zu jener Zeit ein echtes
Paradies war, man fühlte sich wie in der "Bounty"-Werbung...
unbeschreiblich.
Obwohl wir sehr gerne Luxus mögen, haben wir dort immer in einfachsten
Hütten gewohnt, es gab nichts außer einem Bett, einer Glühbirne mit
einer Plastikschüssel als Lampenschirm (sofern gerade Strom da war),
einer Dusche mit kaltem Wasser und jeder Menge Kakerlaken.
Durch diese unbeschreiblich schöne Umgebung brauchten wir nicht mehr
und konnten über die ein oder andere Unwegbarkeit locker hinwegsehen.
Heute gibt es jede Menge guter Hotels, einen Golfplatz und allen
überflüssigen Schnickschnack, den man überall haben kann.
Es macht mich betroffen, dass dieses wirklich traumhafte Stück Erde
endgültig seine Unschuld verloren hat.