Mysteriöse Tragödie: S-Bahn überrollt Jugendlichen - tot
15-Jähriger Begleiter schleppte sich schwer verletzt auf die
Straße
Nareshkuma K. hätte übermorgen seinen letzten Schultag gehabt. Nach
den Ferien wollte er sein Abitur machen und sich später zum Kaufmann
ausbilden lassen. Ein tragischer Unfall machte diesen Zukunftsplänen
in der Nacht zu gestern ein Ende: Der 17-Jährige wurde am Sonntag
gegen 3 Uhr in Schöneberg von einem S-Bahnzug der Linie 1 frontal
erfasst und durch die Luft geschleudert. Er war auf der Stelle tot.
Sein Freund Haris L. (15) erlitt schwerste Kopf- und Brustverletzungen,
musste operiert werden. Erst gestern Nachmittag erlangte er das
Bewusstsein wieder.
Für die Polizei stellt sich der Unfallhergang mehr als mysteriös dar:
Laut Zeugenaussagen hatte sich der später Getötete zusammen mit drei
Freunden im Gleisbett in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes Schöneberg
aufgehalten. Die vier jungen Männer sollen auf den Schienen gesessen
haben, als der Zug auf sie zugefahren kam. Ein Polizeisprecher: "Der
17-Jährige und sein 15-jähriger Freund wurden erfasst." Die beiden
unverletzt gebliebenen jungen Männer - 15 und 18 Jahre alt - entfernten
sich zusammen mit dem lebensgefährlich verletzten Haris L. von der
Unfallstelle. Eine Notarztwagenbesatzung bemerkte, wie sich der
Jugendliche am Innsbrucker Platz über die Straße schleppte. Die
Rettungskräfte rasten mit dem Opfer in ein nahe gelegenes Krankenhaus,
während sich seine Freunde zurück zum Bahnhof Schöneberg begaben. Der
Polizeisprecher: "Bislang ist es für uns absolut rätselhaft, wie der
Verletzte noch so weit gehen konnte." Zudem müsse geklärt werden,
warum die drei Freunde die Unglücksstelle verlassen haben. Die
Polizei schließt nicht aus, dass sie auf die Straße gingen und ein
Auto stoppen wollten, um den stark blutenden Haris L. schnell in eine
Klinik bringen zu lassen. Detaillierte Aussagen konnten die Ermittler
von den beiden Unverletzten bisher nicht bekommen, sie leiden unter
schweren Schockzuständen.
Der Zugführer hatte den Zusammenprall mit den Jugendlichen nicht
bemerkt, er wurde erst am Bahnhof Wannsee von der Polizei gestoppt.
Daher fällt auch dieser Zeuge als Informationsquelle aus. Der
Zugverkehr wurde nach dem tragischen Unglück zwischen 3 Uhr und
5.35 Uhr gestoppt.
[...]
Die Polizei muss jetzt den Hergang der Tragödie rekonstruieren.
Bislang steht offenbar nur fest, dass die Jugendlichen nicht in
Selbstmordabsichten auf den Gleisen gesessen hatten. Sie sollen zudem
nicht der Sprayerszene angehören und auch nicht unter Alkoholeinfluss
gestanden haben.
[...]
<http://morgenpost.berlin1.de/ausgabe/archiv2003/030630/berlin/story613471.html>
Tragödie hin oder her aber wie dämlich muß man bitte sein um sich auf
die Gleise zu setzten (wenn es denn so war).
Björn
[ ... ]
> Der Zugführer hatte den Zusammenprall mit den Jugendlichen nicht
> bemerkt, er wurde erst am Bahnhof Wannsee von der Polizei gestoppt.
Wie kann man einen Unfall bei dem jemand "frontal erfasst und
durch die Luft geschleudert" wird nicht bemerken ?
--Frank Elsner
Was bitte ist daran mysteriös, dass im Gleisbett sitzende Leute früher
oder später einen Zug abbekommen?
Grüße
Marc
--
-------------------------------------- !! No courtesy copies, please !! -----
Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header
Karlsruhe, Germany | Beginning of Wisdom " | Fon: *49 721 966 32 15
Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fax: *49 721 966 31 29
> Tragödie hin oder her aber wie dämlich muß man bitte sein um sich auf
> die Gleise zu setzten (wenn es denn so war).
Der Tagesspiegel vermutet eine Mutprobe ...
http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/30.06.2003/635199.asp
Und die Abendschau berichtet ebenso:
http://www.sfb.de/fernsehen/abendschau/rm/20030629.ram?start=02:43&end=38:00
--
Achtung!
www.berliner-verkehrsseiten.de/Download/Dokumente/S-Bahn/049_Tuerstoerung.pdf
Mehr davon:
http://www.berliner-verkehrsseiten.de/Download
[...]
> Was bitte ist daran mysteriös, dass im Gleisbett sitzende Leute früher
> oder später einen Zug abbekommen?
Mysteriös ist, daß sie überhaupt im Gleisbett herumgesessen haben.
Griettinckx, Uwe
--
"Die fundamentale Tautologie des Usenet: 'Häufig gestellte Fragen werden
häufig gestellt.'" ("Q", deutsch von Flups Baumann)
> Der Tagesspiegel vermutet eine Mutprobe ...
> http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/30.06.2003/635199.asp
Die mögliche Mutprobe greift die Morgenpost in ihrer
heutigen Ausgabe (01.07.03) auf:
S-Bahn-Unglück: 15-Jähriger außer Lebensgefahr - Motiv noch unklar
Das Unglück von Schöneberg, bei dem in der Nacht zum Sonntag der
17-jährige Nareshkumar K. von einer S-Bahn erfasst und tödlich
verletzt worden war, bleibt rätselhaft. Bis gestern konnte noch
nicht endgültig geklärt werden, warum sich der 17-Jährige mit drei
Freunden an dem Gleis der S-Bahn-Linie 1 aufgehalten hatte. Es
verdichten sich jedoch die Hinweise, wonach der nächtliche Ausflug
auf die Bahnanlagen eine Mutprobe gewesen ist. Wie die Berliner
Morgenpost aus Polizeikreisen erfuhr, sollen die Jugendlichen nicht
der Sprayer-Szene angehört haben. Zudem gebe es keine Hinweise
darauf, dass die Jugendlichen Selbstmord begehen wollten oder von
anderen zum Betreten der Bahnanlage gezwungen wurden. Bei dem
Unglück, das sich am Sonntag gegen 3 Uhr nahe des S-Bahnhofs
Schöneberg ereignet hatte, war Nareshkumar K. getötet und der
15-jährige Haris L. schwer verletzt worden. Wie die Polizei
gestern mitteilte, befindet sich Haris L. inzwischen außer
Lebensgefahr.
<http://morgenpost.berlin1.de/ausgabe/archiv2003/030701/berlin/story613676.html>
Björn
>> Tragödie hin oder her aber wie dämlich muß man bitte sein
>> um sich auf die Gleise zu setzten (wenn es denn so war).
> Der Tagesspiegel vermutet eine Mutprobe ...
> http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/30.06.2003/635199.asp
Der Tagesspiegel von heute (1.7.2003) berichtet, daß die
Jugendlichen auf einer Mauer in unmittelbarer Nähe zum
Gleis gesessen hätten, ohne zu beachten, daß kein Sicher-
heitsabstand vorhanden war:
[...]
Die Polizei sagt später, nachdem sie die überlebenden
Jugendlichen befragt hat: Die Jungen hätten auf einer
"Begrenzungsmauer" am Rande der Gleise gesessen. Als
die S-Bahn sich näherte, merkten sie, dass plötzlich
der Platz zu den Waggons zu knapp wurde. Zwei aus der
Gruppe konnten sich noch retten, indem sie sich nach
hinten fallen ließen. Naresh und Haris wurden erfasst
- Haris überlebte schwer verletzt.
[...] Tanja Buntrock und Stefan Jacobs
<http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/01.07.2003/636407.asp>
Gruß, Thomas
--
Thomas Krickstadt, Berlin, Germany, <mailto:use...@krickstadt.de>
> Wie kann man einen Unfall bei dem jemand "frontal erfasst und
> durch die Luft geschleudert" wird nicht bemerken ?
>
Vielleicht war es ein 481er. Die Positionsleuchten sind nicht sehr
leistungsstark.
Wenn kein Zeuge da war, muß er nicht geschleudert worden sein, sondern wurde
vielleicht »nur« überrollt.
--
Nummern und Verkehr unter:
http://home.t-online.de/~Ingo.Hoffmann.Berlin
> Vielleicht war es ein 481er. Die Positionsleuchten sind nicht sehr
> leistungsstark.
> Wenn kein Zeuge da war, muß er nicht geschleudert worden sein, sondern wurde
> vielleicht »nur« überrollt.
Den neuesten Erkenntnissen (heute Tsp) haben die Jungs nicht auf der Schiene
gesessen, sondern neben den Gleisen am Kabelkanal. Sie dachten, der Zug würde
ausreichend Platz zur Vorbeifahrt haben, bedachten jedoch nicht, dass der Zug
breiter als die Gleise ist ...
Alle liessen sich nach hinten kippen / umfallen, nachdem sie erkannten, dass
es endg würde. 2 reagierten nicht schnell genug.
Erinnert mich an Falschparker in der Innenstadt, die glauben, ihr Auto 10 cm
neben den Gleisen würde die Strassenbahn nicht stören .....
--
Die aktuellen Ausbaupläne des Schnellbahnnetzes der Stadt Berlin:
S-Bahn:
www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/stadtverkehr/de/netz_s-bahn1.shtml
U-Bahn:
www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/stadtverkehr/de/netz_u-bahn1.shtml
Strab: www.stadtentwicklung.berlin.de/verkehr/stadtverkehr/de/netz_tram1.shtml
> Den neuesten Erkenntnissen (heute Tsp) haben die Jungs nicht auf
> der Schiene gesessen, sondern neben den Gleisen am Kabelkanal.
Begrenzungsmauer=Kabelkanal? Möglich wäre es.
> Erinnert mich an Falschparker in der Innenstadt, die glauben, ihr
> Auto 10 cm neben den Gleisen würde die Strassenbahn nicht stören
Das stimmt doch auch. ;-)
Nicolas