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[BLZ] Geschichten von der Autobahn

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Andreas Jüttemann

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Jan 8, 2006, 5:34:38 AM1/8/06
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Nachstehend ein Nachtrag aus der Berliner Zeitung vom 22.10.
Da der Artikel nicht zwingend Hyperaktualität vorweist, jetzt
zweieinhalb Monate später:

\\\\\\\\\

Geschichten von der Autobahn
Die alte Raststätte am Grenzkontrollpunkt Dreilinden soll zu einer
Gedenkstätte werden

WANNSEE. Nach 36 Jahren ist Gras über die Geschichte gewachsen. Wo einst
Westberliner mit ihren Autos Schlange standen, um die Grenze zur DDR zu
passieren, ist der Beton aufgerissen. Aus den Ritzen der vierspurigen
Straße sprießt Grünes, und auf dem verwitterten Mittelstreifen wachsen
Bäume. Bis 1969 befand sich an der alten Raststätte Dreilinden ein
Grenzübergang. Große Buchstaben auf dem Straßenbeton erinnern noch
daran. In verwitterter weißer Schrift steht dort "LKW, PKW, BUS".

Jetzt aber könnte das Gelände wieder belebt werden. Ein Teil des früher
durch Zehlendorf verlaufenden Stückchens der A 115 soll zur Gedenk- und
Begegnungsstätte werden - und die alte Raststätte Dreilinden gleich mit.
So stellt es sich Matthias Haarbach vor. Bei Recherchen zu seinen Touren
- Haarbach organisiert kriminologische Stadtführungen - wurde der
33-jährige Steglitzer auf die Geschichte der knapp vier Kilometer langen
Autobahnstrecke aufmerksam: 1941 eingeweiht, passierte sie gleich zwei
mal die Berliner Stadtgrenze - in Dreilinden und in Albrechts Teerofen,
das wie ein schmales Handtuch nach Brandenburg ragt. 1969 baute die DDR
eine neue Strecke - und die alte wurde stillgelegt.

Matthias Haarbach ist die ganze Strecke abgelaufen - von Dreilinden
direkt an der Landesgrenze entlang bis nach Albrechts Teerofen. Dort
stieß er auf Reste einer Autobahnbrücke und "diesen wunderschönen Ort"
mit der alten Raststätte, Der Zeltplatz, der sich jahrelang dort befand,
ist verwaist. Haarbach ist sicher, dass nur noch wenige Menschen die
Geschichte des Areals kennen. "Ich habe ehemalige Kollegen befragt.
Niemand wusste davon." So sei er auf die Idee gekommen, eine
Gedenkstatte zu schaffen und die alte Raststätte zu einer
Begegnungsstätte umzubauen. "In den 90er-Jahren ist zu viel von den
alten Spuren der Grenzen weggeräumt werden", sagt Haarbach. Das Gelände
in Albrechts Teerofen sei ideal, um jungen Menschen die deutsch-deutsche
Vergangenheit zu erläutern. Mit Gleichgesinnten will Haarbach nun einen
Verein gründen. Kontakt mit dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat er
bereits aufgenommen.

Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) findet Haarbachs Idee gut und "politisch
vorstellbar." Der Bezirk will die stillgelegte Autobahn als Teil des
Mauerradweges nutzen. Radler kämen dann ganz automatisch an der alten
Grenzkontrollstelle vorbei. Das Land Berlin aber hat andere Pläne: Es
will die Autobahn entfernen und das Gelände renaturieren - als Ausgleich
für den Bau eines Möbelhauses in Schöneberg. Das letzte Wort sei aber
noch nicht gesprochen, so Stäglin.

Unterstützer des Projekts können sich unter der Nummer 2219 4078 melden.

/////////

Das ganze kann man unter http://www.berlincrimetours.de/bcp.html nachlesen.
Unter http://www.suedwestbezirk.de/alteautobahn.htm gibt es die alte
RAB 51 nochmal in bildlicher Form.

Viell. gibt es unter Euch ja hilfsbereite finanzielle und
wissenschaftliche Unterstützer für des Projekt.

Grüße, Andreas

--
Viele neue Seiten jetzt unter
http://www.suedwestbezirk.de

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