als Laie habe ich eine Frage an die Wein-Kenner:
Nach welchem Prinzip wählt man einen Wein (rot/weiß)
zu einer bestimmten Speise?
Die Daumenregel besagt ja, dass z.B. zu hellem Fleisch
ein Weißwein eine bessere Wahl als Rotwein ist. Wieso?
Vielen Dank für Eure Antworten.
Gruß,
Christian
> Die Daumenregel besagt ja, dass z.B. zu hellem Fleisch
> ein Weißwein eine bessere Wahl als Rotwein ist. Wieso?
Je heller das Fleisch ist, desto zarter ist (meist) sein Geschmack
-- Pute oder Fisch ist nicht so kraeftig wie Rindfleisch. Beim Wein
ist es aehnlich, schwere Rotweine koennen sehr intensiv sein,
Weissweine (meist) etwas weniger. Die Idee ist, den Geschmack der
Speise nicht mit einem zu intensiven Wein zu verdecken.
Einen geduensteten Fisch will man nicht mit einem sehr kraeftigen
Roten an die Wand druecken, dann wuerde man den Fisch kaum noch
schmecken. Aber natuerlich sind Weissweine auch unter sich
verschieden im Geschmack; auch einen Muskateller oder
Gewuerztraminer wuerde man in diesem Fall nicht nehmen, aber
durchaus zu einem kraeftigen Fisch, zum Beispiel Matjes. (Obwohl ich
zu dem eher ein Bier trinken wuerde.)
Andersrum trinke ich zu einer Rehkeule auch keinen Silvaner, der
eher leicht im Geschmack ist -- dann habe ich vom Wein nichts, da
muss etwas kraeftigeres gegenhalten, etwa ein kraeftiger
Spaetburgunder, ein Dornfelder oder ein Regent.
Letzten Endes gibt es keine festen Regeln -- man kann es immer auch
anders machen. Wenn es schmeckt, ist es gut! Das Prinzip aber, den
Geschmack des einen nicht durch den des anderen zuzudecken oder zu
uebertoenen, sollte man schon im Kopf behalten. Ausprobieren hilft
-- und macht Spass!
(Ein Kollege sagte: Wer ist schon Weinkenner! Der Weg zum Weinkenner
ist lang... aber er macht Spass!)
--
If you think C++ is not overly complicated, just what is a protected
abstract virtual base pure virtual private destructor, and when
was the last time you needed one?
-- Tom Cargill, C++ Journal, Fall 1990.