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Knoblauch in Olivenöl einlegen

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Juergen Wanner

unread,
Jul 18, 2001, 5:01:06 AM7/18/01
to
Hallo NG,

da man beim Kauf von Knoblauch meistens eine grössere Menge abnehmen muss
als man momentan braucht, habe ich die restlichen geschälten Knoblauchzehen
in geschlossenen Schraubdeckelglässern gefüllt mit Olivenöl für spätere
Verwendung eingelegt. Dabei habe ich bereits mehrmals folgende Erfahrung
gemacht:
Die eingelegten Knoblauchzehen produzieren für eine längere Zeit relativ
viele Gasblasen, so dass die Gläser immer wieder belüftet werden müssen, um
den Druck zu mindern. Das deutet wohl auf eine gewisse Stoffwechsel-
aktivität hin. Ausserdem verfärben sich die zunächst weissen Zehen nach
mehreren Wochen bräunlich, so dass ich sie dann wegwerfen muss.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht oder weiss wie man Koblauch für
längere Zeit durch Einlegen in Öl haltbar machen kann ohne dass die obigen
Erscheinungen auftreten? Es gibt ja auch im Geschäft Koblauch in Öl zu
kaufen, der sich sehr lange hält.
Danke für alle Tips und Anregungen.

Grüsse
Jürgen

Rene Gagnaux

unread,
Jul 18, 2001, 6:43:28 AM7/18/01
to

Guten Tag Juergen, guten Tag allerseits,

On 18 Jul 2001 09:01:06 GMT, juerge...@gmx.de (Juergen Wanner) in
<9j3j8i$lqh2t$1...@ID-16304.news.dfncis.de> wrote:

>da man beim Kauf von Knoblauch meistens eine grössere Menge abnehmen muss
>als man momentan braucht, habe ich die restlichen geschälten Knoblauchzehen
>in geschlossenen Schraubdeckelglässern gefüllt mit Olivenöl für spätere
>Verwendung eingelegt. Dabei habe ich bereits mehrmals folgende Erfahrung
>gemacht:
>Die eingelegten Knoblauchzehen produzieren für eine längere Zeit relativ
>viele Gasblasen, so dass die Gläser immer wieder belüftet werden müssen, um
>den Druck zu mindern. Das deutet wohl auf eine gewisse Stoffwechsel-
>aktivität hin.

Ja, in einer sehr gefährlichen Richtung, Stichwort "Botulismus": Ohne Salz,
ohne eine säuerliche Komponenten, ohne Gewürze kann das Einlegen von Knoblauch
sehr gefährlich werden.

Beim folgendem Rezept gibt es dagegen keine Probleme:

MMMMM----- Recipe via Meal-Master (tm) v8.04

Title: Knoblauch-Pickles
Categories: Aufbau, Eingelegt, Pickles, Knoblauch
Yield: 1 rezept

250 g Knoblauch; geschaelt
1 tb Salz
3 tb Fenchelsamen
1 tb Schwarze Pfefferkoerner
1 tb Garam Masala
1 tb Schwarzkuemmelsamen
1 ts Chilipulver
1/4 ts Asafoetida; gemahlen
900 ml Sonnenblumenoel; vielleicht
-- bis um 1/3 mehr

MMMMM----------------------------REF---------------------------------
-- Jill Norman, Das grosse
-- Buch der Gewuerze, AT '91
-- ISBN 3-85502-3955-6
-- Erfasst von Rene Gagnaux

Die ganzen Knoblauchzehen mit Salz und Gewuerzen in ein Konservenglas
legen. Mit Oel bedecken und gut verschliessen.

Glas an einen warmen Ort stellen, zum Boiler oder an die Sonne, wenn
es warm genug ist. In den ersten 5 Tagen taeglich ein paarmal
umruehren.

Vor dem Gebrauch wenigstens eine Woche an warmem Ort stehen lassen.

Das Geschmack von Knoblauch wird mit der Zeit angenehm mild, nach 3
bis 4 Monaten koennen die Pickles zerdrueckt zu Gemuese- und
Fleischgerichten verwendet werden.

MMMMM

Salut ,
Rene

M. Mensing

unread,
Jul 18, 2001, 9:52:32 AM7/18/01
to

Rene Gagnaux wrote:

> Guten Tag Juergen, guten Tag allerseits,

> On 18 Jul 2001 09:01:06 GMT, juerge...@gmx.de (Juergen Wanner) in
> <9j3j8i$lqh2t$1...@ID-16304.news.dfncis.de> wrote:

> >da man beim Kauf von Knoblauch meistens eine grössere Menge abnehmen muss
> >als man momentan braucht, habe ich die restlichen geschälten Knoblauchzehen
> >in geschlossenen Schraubdeckelglässern gefüllt mit Olivenöl für spätere
> >Verwendung eingelegt. Dabei habe ich bereits mehrmals folgende Erfahrung
> >gemacht:
> >Die eingelegten Knoblauchzehen produzieren für eine längere Zeit relativ
> >viele Gasblasen, so dass die Gläser immer wieder belüftet werden müssen, um
> >den Druck zu mindern. Das deutet wohl auf eine gewisse Stoffwechsel-
> >aktivität hin.

> Ja, in einer sehr gefährlichen Richtung, Stichwort "Botulismus": Ohne Salz,
> ohne eine säuerliche Komponenten, ohne Gewürze kann das Einlegen von Knoblauch
> sehr gefährlich werden.

[...Rezept...]

Hmmm, also es mag Gefährlich sein, aber an Botulismus würde ich da nicht
denken, wenn mich meine biologischen Wissensfetzen nicht im Stich lassen
ist Butolinus ein Bakterium was sich von tierischen Eiweissen ernährt,
die sollten ja weder in Knoblauch noch in Olivenöl vorkommen, oder?
Es könnte aber sehrwohl Verwandte von Botulinus sein, also irgendwelche
aneroben Coliforme (oder so ähnlich) die sich von pflanzlichen Eiweissen
ernähren., über deren Giftigkeit hab ich aber keine Informationen.
Vielleicht kann ja mal jemand was dazu sagen.

Ansonsten kann man das mit den Coliformen ganz schnell feststellen. Da
sie als Stoffwechselprodukt Buttersäure produzieren, sollte es gehörig
stinken, wenn man die Gläser entlüftet.

Ansonsten ist es natürlich eine Sache Knoblauch einlegen zu wollen, aber
was mich wundert ist, das man Knoblauch immer nur in großen Mengen
bekommen soll, ich kann meinen Knoblauch knollenweise kaufen, im
Kühlschrank hält der sich dann auch eine gute Weile, naja und was solls,
wenn es wirklich mal schiefgeht und zum Schluß eine oder zwei Zehen
vertrocknet sind, sowas kann immer passieren.

Ich denke ich werde aber trotzdem einfach mal aus Neugierde das Rezept
ausprobieren.

Adios
Matthias

Karl Pflästerer

unread,
Jul 18, 2001, 10:33:18 AM7/18/01
to
>>>>> M Mensing <men...@fokus.gmd.de> writes:

> Hmmm, also es mag Gefährlich sein, aber an Botulismus würde ich da nicht
> denken, wenn mich meine biologischen Wissensfetzen nicht im Stich lassen
> ist Butolinus ein Bakterium was sich von tierischen Eiweissen ernährt,
> die sollten ja weder in Knoblauch noch in Olivenöl vorkommen, oder?
> Es könnte aber sehrwohl Verwandte von Botulinus sein, also irgendwelche
> aneroben Coliforme (oder so ähnlich) die sich von pflanzlichen Eiweissen
> ernähren., über deren Giftigkeit hab ich aber keine Informationen.
> Vielleicht kann ja mal jemand was dazu sagen.

> Ansonsten kann man das mit den Coliformen ganz schnell feststellen. Da
> sie als Stoffwechselprodukt Buttersäure produzieren, sollte es gehörig
> stinken, wenn man die Gläser entlüftet.

Hallo,
leider lassen Dich deine biologischen Wissensfetzen hierbei ziemlich im
Stich. Den Clostridien ist es ziemlich egal, ob die Nahrung aus
tierischen oder pflanzlichen Zellen stammt. Es müssen noch nicht mal
komplette Eiweiße sein. Früher, als noch mehr privat eingekocht wurde,
war die Vergiftung durch Botulinus-Toxin häufiger, zB. aus Gurken, deren
pH-Wert nicht tief genug war.
Wie sind denn Coliforme und Clostridien verwandt (außer, daß beide MO
sind)? Ich halte es auch für ein Gerücht, daß Coliforme immer
Buttersäure produzierten.
HTH
Karl


--
And has thou slain the Jabberwock?
Come to my arms, my beamish boy!
O frabjous day! Callooh! Callay!'
He chortled in his joy. "Lewis Carroll" "Jabberwock"

M. Mensing

unread,
Jul 18, 2001, 11:41:14 AM7/18/01
to

Karl Pflästerer wrote:

[...]



> Hallo,
> leider lassen Dich deine biologischen Wissensfetzen hierbei ziemlich im
> Stich. Den Clostridien ist es ziemlich egal, ob die Nahrung aus
> tierischen oder pflanzlichen Zellen stammt. Es müssen noch nicht mal
> komplette Eiweiße sein. Früher, als noch mehr privat eingekocht wurde,

> war die Vergiftung durch Botulinus-Toxin häufiger, z.B. aus Gurken, deren


> pH-Wert nicht tief genug war.
> Wie sind denn Coliforme und Clostridien verwandt (außer, daß beide MO
> sind)? Ich halte es auch für ein Gerücht, daß Coliforme immer
> Buttersäure produzierten.
> HTH
> Karl

HA!, Ja Du hast recht, Clostridien war das C-Wort das mir im Kopf
rumspukte und nicht Coliforme, naja der letzte Mikrobiologiekurs ist ja
nun auch schon irgendwas um 10 Jahre her. Ansonsten hab ich jetzt mal
mein Wissen kurz einem Crashkurs im Netz unterzogen und da fand sich
tatsächlich unter einer Adresse
(http://home.t-online.de/home/m.lamberty/info01.htm) der Hinweis das es
auch Gemüsekonserven sein können.
Hmm, bringt mich natürlich etwas ins Grübeln, wo wir doch seinerzeit
einen Versuch mit einer Kartoffel gemacht haben und extra eine Pflanze
genommen haben für die Clostridien und kein Fleisch um Butolinus
auszugrenzen.
Nunja, man lernt nie aus...

Adios
Matthias

Juergen Wanner

unread,
Jul 18, 2001, 2:29:46 PM7/18/01
to
Vielen Dank für die Hinweise und Rezepte. Wenn es sich tätsächlich um
Clostridium botulinum handeln sollte, so ist es doch tröstlich, dass das
gebildete Botulinus Toxin bereits bei 100°C zerstört wird. Aber ich werde
in Zukunft für ausreichend hohe Salzkonzentration sorgen und bin gespannt,
ob die geschilderten Phänomene dann nicht mehr auftreten.

Gruss Jürgen

B.Baumann

unread,
Jul 23, 2001, 7:14:33 AM7/23/01
to
Schön das Ihr euch so gut auskennt, besonders mit den Fachbegriffen.
Könntet Ihr einen Ahnungslosen über die Symptome dieser Vergiftung
aufklären.
Wie kann man verhindern, das dieses Toxin entsteht. Ich lege eigentlich
regelmäßig Knoblauch, Peperonies, Chilischoten usw. in Olivenoel.

mfg
Björn

--
Dieser Beitrag gibt ausschliesslich meine persönliche Meinung wieder!

Bitte lassen sie mich es wissen, wenn Sie dieses Schreiben nicht erhalten
haben.

> Nach 28 Abs. 3 Bundesdatenschutzgesetz widerspreche <
> ich der Nutzung oder Uebermittlung meiner Daten fuer <
> Werbezwecke, Markt- und Meinungsforschung. <

"M. Mensing" <men...@fokus.gmd.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3B55AE1A...@fokus.gmd.de...

Rene Gagnaux

unread,
Jul 24, 2001, 6:58:44 AM7/24/01
to

Guten Tag Björn, guten Tag allerseits,

On Mon, 23 Jul 2001 13:14:33 +0200, "B.Baumann" <wiki...@compuserve.de> in
<3b5d22f2$0$389$7d5a...@news.compuserve.de> wrote:

>Wie kann man verhindern, das dieses Toxin entsteht. Ich lege eigentlich
>regelmäßig Knoblauch, Peperonies, Chilischoten usw. in Olivenoel.

Mit Salz, mit einer säuerliche Komponenten, mit Gewürzen kann man Botulismus
entgegenwirken. Noch einmal das vor wenigen Tagen gepostete Rezept:

Speziell bei Peperoni u.ä. nehme ich das folgende Rezept:

MMMMM----- Recipe via Meal-Master (tm) v8.04

Title: Eingelegte Paprikaschoten mit Knoblauch
Categories: Aufbau, Eingelegt, Paprika, Knoblauch
Yield: 1 rezept

500 g Rote Paprikaschoten
500 g Gruene Paprikaschoten
500 g Gelbe Paprikaschoten
3/4 l Trockener Weisswein
1/2 l Weinessig
10 Knoblauchzehen
2 Thymianstengel
1/2 l Gutes Olivenoel

MMMMM----------------------------REF---------------------------------
-- Hobbythektips 153


-- Erfasst von Rene Gagnaux

Die Schoten waschen, Kerne herausnehmen. In einen Topf schichten,
Wein und Essig daruebergiessen und zum Kochen bringen. 5 Minuten im
geschlossenen Topf koecheln.

Die geschaelte Knoblauchzehen in duenne Scheiben schneiden, die
Paprikaschoten abgiessen, abtropfen lassen und mit dem Knoblauch
abwechselnd in ein Glas schichten, den gewaschenen Thymian
hinzufuegen und mit Olivenoel aufgiessen, bis alles bedeckt ist.

Mindestens 3 Tage kuehl stellen.

MMMMM

Es gibt aber noch viele andere Arten. Wichtig ist dass Salz und/oder Essig
o.ä. und/oder Gewürze dabei sind.

Salut ,
Rene

B.Baumann

unread,
Jul 24, 2001, 12:25:34 PM7/24/01
to
Hallo Rene

Danke für den Tip, ich werde es ausprobieren.
Ich lege aber die Sachen in Oel um z.B. Knoblauchoel oder Chiliöl zum
Braten und Kochen zu bekommen und nicht zum reinen einlegen der Sachen.


--
Dieser Beitrag gibt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder!

Bitte lassen sie mich es wissen, wenn Sie dieses Schreiben nicht erhalten
haben.

> Nach 28 Abs. 3 Bundesdatenschutzgesetz widerspreche <

> ich der Nutzung oder Übermittlung meiner Daten für <
> Werbezwecke, Markt- und Meinungsforschung. <

"Rene Gagnaux" <r.ga...@tic.ch> schrieb im Newsbeitrag
news:a4lqlt0uet5g4ug46...@4ax.com...

wendt.rolf

unread,
Sep 1, 2001, 8:05:32 AM9/1/01
to

"Juergen Wanner" <juerge...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:9j4kij$lgh50$1...@ID-16304.news.dfncis.de...

Auch ich habe sowas vor, allerdings noch keine Zeit gehabt.
Ich esse öfter Knoblauch und mir schmecken die eingelegten gekauften nicht.
frisch schneide ich den Knofi in kleine Würfel oder reibe ihn zu matsch und
versetze ihn mit einem Teelöffel Essig5% (je nach Geschmack mit Kräuter-,
Weinessig oder Balsamiko).
Dabei geht einerseits die Geruchsbelästigung nach Verzehr dramatisch zurück,
andererseits bleibt die blutverflüssigende Wirkung weitgehend erhalten.
Auch Blähungen, die ich bei Verzehr rohen Knoblauchs leicht bekomme, fallen
weg.
Ich empfehle also, die Zehen zu halbieren und einen Tag in Essig einzulegen,
bevor sie unter Öl kommen.
Weitere Kräuter dürften nicht schaden.

Salz konserviert generell, ist aber manchmal nicht erwünscht für bestimmte
Gerichte.

Die Flasche lufleer pumpen wäre noch möglich, allerdings nicht mit
haushaltüblichen Mitteln.

Beste Grüsse

Rolf


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