Wärmedämmung ja/nein

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Nguenkam Rachel

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Jun 26, 2016, 1:43:08 PM6/26/16
to Baugebiet 411 in Erlangen
Hallo zusammen,

ich wünsche für alle diejenigen, die schon am Bauen sind viel Erfolg.
411 ändert sich ständig.

Leider bin ich noch in der Planung und wollte mal um eure Hilfe bzw. Erfahrung bitten.

 Wie habt ihr in Sacher Dämmung entschieden?

Unser Planer setzt für die Außenwand 17,5 cm Kalksandstein ein. Für die Außenputz wird Wärmedämmverbundsystem eingesetzt,  Dämmung  aus 
PS-Wärmedämmplatten,  Dämmstärke  30  cm,  verputzt mit  mineralischem  Oberputz,  feine  Kratzputzstruktur etc...
 
Nun lese ich im Internet, dass Polystyrol (PS) als Dämmstoff keinen guten Ruf hat und sollte auch nach ca. 12 Jahren ausgetauscht werden müssen.

Nun wollte ich wissen, ob hier Alternative gibt und ob mit Kalksandstein auch diese monolytische Blöcke ( Steine bei 45 cm glaube ich) möglich sind.
Ist der Preisunterschied sehr groß?
Wenn auch das alle teuer sind, denke ich mir besser hier zu investieren und auf teure Ausstattungen verzichten, sollte das Geld nicht mehr ausreichen.
Wenn ich meinen Planer frage, dann ist immer pauschale Antworte:
- Aus Kostengründe, ...
- Das ist die bessere wirtschaftliche  Variante, ....
und das ist manchmal nervig.


Danke & Gruß,

Michel


Klaus

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Jun 28, 2016, 4:52:31 AM6/28/16
to Baugebiet 411 in Erlangen
Kalksandstein (KS) monolithisch - also ohne Dämmung - dürfte nicht funktionieren, dafür bietet der Stein keine ausreichende Dämmung.

Wir bauen mit gefüllten Ziegeln (z.B. Poroton T7), die sind 49cm breit (KS+WDVS ist fast genauso dick). Wir brauchen dabei dann keine separate Außendämmung, das Dämm-Material steckt ja praktisch im Stein. Aufpeis gegenüber KS ist nicht sooo wild (wenige tausend Euro), dafür haben wir eine "monolithische" Wand und hoffen damit die Nachteile eines WDVS zu vermeiden.

Ziegel hat aber auch Nachteile (man muss ja fair sein), u.a. bietet Ziegel keinen so guten Schallschutz wie KS und ist auch in der Verarbeitung etwas anspruchsvoller.
(Aufpassen beim Löcher bohren; perlitgefüllte Ziegel "rieseln" ihre Füllung beim Dosenbohren heraus, etc.). Außerdem müssen die Maurer sorgfältiger arbeiten um Wärmebrücken zu vermeiden (die Steine werden vertikal nicht verklebt, erst der Putz macht die Mauer dann "luftdicht").

Dritte Möglichkeit wäre Porenbeton ("Ytong"). Da reicht glaube ich eine dünnere Außendämmung.

Lauf' einfach mal durch das Baugebiet und zähle die bereits gebauten Varianten. Da ist alles dabei (KS, Ziegel, Ytong, Holzständer).
Unser Architekt hat uns die freie Wahl überlassen, bei der anschließenden Ausschreibung wurde halt einfach vorgeschrieben, welches Material verwendet werden soll.
Es macht sicherlich Sinn, wenn das jeweilige Bauunternehmen sich mit dem gewählten Material auch auskennt!

Ich denke dass man mit KS+WDVS nichts grundsätzlich falsch macht, ursprünglich hätten wir das auch genommen.

Nguenkam Rachel

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Jun 28, 2016, 6:54:16 PM6/28/16
to Baugebiet 411 in Erlangen
Hallo Klaus,

vielen Dank für diese Infos und Tipps. Sehr hilfreich.
Mit "nichts grundsätzlich falsch macht" gebe ich dir recht.
Nun spiele einfach mit den Gedanken was der Gesetzgeber in 20 Jahren vorschreiben wird, wenn genau eine Renovierung bzw. Erneuerung dieser Dämmung ansteht.
Mehr investieren und bissele Ruhe bzw. Frieden haben oder noch teuere Kredite für die Renovierung aufnehmen.
Wobei die Tendenz sieht so aus, dass vielleicht in 20 Jahren nicht mehr so kalk sein wird, und dass dieser Dämmung Wahn auch obsolete wird.

Das ist nicht einfach. 

Danke noch mal,
Michel
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