Mich hat das mit der Fremd/EIgenwahrnehmung nicht in Ruhe gelassen.
Bei meiner Recherche bin ich auf einen recht interessanten Text im
Bezug auf Mentalitätsgeschichte gestoßen: ERIKA GLASSEN: „Huzur“:
Trägheit, Seelenruhe, soziale Harmonie, Zur osmanischen
Mentalitätsgeschichte. Habe den mal unter Dateien hochgeladen....
Auszug:
....Auch die Sympathisanten der Safawiden im Osmanischen Reich, die
Selim grausam verfolgen liess, gehörten zu den heterodox-schicitischen
Derwischbünden. Der bleibende Effekt von Selims Religionspolitik
bestand
in der festen Etablierung des sunnitischen Hochislam im Osmanischen
Reich.
Nie liess sich in der islamischen Geschichte der Begriff der
islamischen
Orthodoxie so eindeutig definieren wie im Osmanischen Reich seit
Anfang
des 16. Jahrhunderts. Die osmanische medrese, als Lehranstalt der
sunnitischen Scholastik, die Hierarchie der religiösen Ämter in der
sog.
cilmiye, das islamische Rechtswesen, das in Theorie und Praxis feste
Formen
annahm, das alles wurde bald zu Recht als erstarrt und verknöchert
kritisiert, verkörperte aber auch die beharrende Kraft der islamischen
Sunna.
Doch die sunnitische Orthodoxie konnte mit ihrem trockenen
Gesetzesislam
die geistigen und sozialen Bedürfnisse der Gläubigen nicht
befriedigen,
deshalb blühte im Osmanischen Reich auch weiterhin die
Organisationform der islamischen Mystik in den Derwischorden (tariqät)
1° Die islamische Mystik, die in ihren Anfängen eher die Sache
einzelner
frommer Asketen and esoterischer Ekstatiker gewesen war, hatte
sich seit dem 11. Jahrhundert fast in allen islamischen Regionen zu
einer
Massenbewegung ausgewachsen, und türkische Derwischbünde waren an
der Islamisierung Anatoliens beteiligt gewesen......
On 14 Mai, 09:51, Liliya Slavskaya-Arendar
<
liliya.slavsk...@googlemail.com> wrote:
> Ich hab ein bisschen über die derwischen gelesen und bin auf folgende
> infos gestoßen:
>
> Derwischen gab es auf dem balkan und eine große gruppe hat in den
> Rhodopen (Bulgarien) gelebt. Sie waren im kontakt mit den bogomilen in
> Bulgarien, die ein ähnliches leben (asketisch, sehr arm) geführt
> haben. diese bogomilen trugen immer sehr große taschen mit sich und
> wurden aus diesem grund "torbeschi" genannt (heute werden mit
> "torbeschi" die bulgarischen muslime in Westmazedonien bezeichnet, auf
> dem gebiet von Schar planina). heute bekennen sich die "torbeschi" zum
> islam und es wird vermutet, dass sie den islam von den derwischen
> übernommen haben.
>
> also, wenn das wirklich stimmt, dass die bogomilen in dieser region
> "torbeschi" genannt wurden und wenn sie wirklich den islam von den
> derwischen übernommen haben, dann finden wir in Bulgarien eine
> bestätigung der these, dass die bogomilen zum islam übergetreten
> sind...
Also wen es interessiert.....