seminar: sufismus, tage 10-12, "mystik - ein spirituelles bedürfnis"

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al-shaaq

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Jul 5, 2010, 11:22:50 AM7/5/10
to Balkan Kolloquium Orientalistik Bochum, Caner Köseoğlu, Daniela Bielefeld, Daniela Holz, Daniela Neveling, Hacer Tan, Julian Staepke, Lampros Tsoutsas, Luka Pilic, Moritz Schmereim, Ouafaa Rakabi, Said Okka, Thomas Kauert, Ursula Dreier, Waltraud Engels, Werner Timm, Ümit Özdemir
lieber mystiker,

wir nähern uns dem abschluss unserer sommersemester-reise in die welt
der mystiker und zauberer!

diese diskussion hier würde ich gerne für eine zusammenfassung des
seminars nutzen, so dass wir uns bei unserem letzten treffen über die
resultate unterhalten können.

sehr interessiert bin ich an eurer meinung zu den aussagen von Scheich
ZAHIR (siehe seminarlektüre) - und vielleicht können wir auch die
bedeutung des Sufismus für die Menschen in der BRD darin einbauen
(siehe text: Herberge der Herzlichkeit) und dazu kommt noch der text
über das MODERNE GOTTESBILD, über den Said und ich uns letzten montag
bereits unterhalten hatten!

alles in allem geht es selbstverständlich bei all dem immer auch um
EURE einschätzung nach der bedeutung der mystik für unsere tage und
nächste auf diesem planeten!

viel spaß beim kommentieren!

Stefan

Danyal Faqir

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Jul 10, 2010, 3:01:38 AM7/10/10
to Balkan Kolloquium Orientalistik Bochum
Das sind aber mal nicht wenige Themen, die hier behandelt werden
sollen...

Also, eine Zusammenfassung des Seminars trau ich mir inhaltlich nicht
wirklich zu, deshalb sag ich lieber was zu strukturellen, bzw.
methodischen Aspekten des Seminars: Als eine an sich sehr gute Idee
fand ich diese Diskussionsplattform hier zu nutzen, auch wenn das ja
leider eher sporadisch in Ansrpuch genommen wurde. Ausserdem hat mir
gefallen, dass der Sufismus meist als mystische Praxis und
"Philosophie" mit Bezug zu den Seminarteilnehmern selbst, im
Vordergrund stand, anstatt ihn in erster Linie als historisch,
geographisches Ereignis von rein akademischem Intreresse zu behandeln.
Für viele sehr nützlich waren sicherlich auch die ausführlichen
Feedback-Runden nach den Referaten. Ich kenn das eher so, dass es auf
Referate gar kein Feedback gibt, bzw. höchsten zwei, drei Worte vom
Dozenten. Andererseits haben diese ausführlichen Referatsbesprechungen
natürlich auch Zeit für eine weitere inhaltliche Auseinandersetzung
mit dem Sufismus in Anspruch genommen. Auch sonst war das Referat
inhaltlich oft leider ein wenig faserig. ;) Soll heißen, dass leider
oft wichtige Fragen, die aufgeworfen worden sind, schnell wieder unter
den Tisch fielen. Ich kann mir vorstellen, dass für jemanden, der sich
in diesem Seminar das erste mal mit dem Sufismus beschäftigt hat,
jetzt zwar irgendein Bild, jedoch ein ziemlich diffuses Bild von ihm
hat. Besonders das Verhältnis von "Othodoxie" zu den unterschiedlichen
Ausformungen des Sufismus scheint ein weiterhin unklares Problem sein.
Irgendwie gingen die Beiträge ja zuletzt doch immer dahin, dass Sufis
eigentlich dem orthodixen Islam gar nicht widersprechen, sondern sich
nur besonders streng an die islamischen Regeln halten und sich neben
dem Pflichtgebet noch weitere spirituelle Übungen auferlegen. Wenn man
das so sieht, bleibt natürlich die anhaltende Verfolgung von Sufis in
der islamischen Welt weitgehend unverständlich. Symptomatisch für
dieses Problem war auch die Art und Weise wie mit den Bektashi /
Aleviten umgegangen wurde. Während sie in der ersten Sitzung als
islamische Gruppe gezeichnet wurden, die in ihren Riten Alkoholkosum
integriert und mehrheitlich aufs Pflichtgebet verzichtet, so ging die
Auseinandersetzung ein paar Stunden später dahin, dass die Aleviten ja
eigentlich auch gar nicht so anders sind und irgendwie dann doch auch
das Pflichtgebet verrichten müssen, da sie ansonsten ja gar keine
Muslime wären.

Noch kurz etwas zur Bedeutung für die Mystik in der Moderne: Ich denke
Mystik ist eine Möglichkeit der Religiösität, die eigentlich sehr gut
in die moderne Zeit passt, da ihr Zweck eben in der Erfahrung Gottes
und nicht in dem "Du musst dies und das glauben, wenn du in den Himmel
kommen willst" besteht. D.h. da es in der Mystik keinerlei Dogmen
geben muss, kann sie eigentlich auch nicht mit wissenschaftlichen
Erkenntnissen in Konflikt geraten, jedoch sich sehr wohl von diesen
bereichern lassen. In diesem Zusammenhang find ich diese Frontstellung
von Mythos und Logos, die Karen Armstrong aufzumachen versucht auch
etwas problematisch. Ich denke es ist sinnvoller diese beiden
Prinzipien im Sinne der kritischen Theorie Adornos / Horkheimers zu
verstehen (vielleicht meint sie dies sogar und ich habe sie nur
mißverstanden): Mythos hat schon immer Anteile des Logos in sich und
Logos fällt in Mythos zurück, wenn er sich nicht ausreichend selbst
reflektiert. Also auch die Mythen wollten die Welt schon erklären
(auch für ganz pragmatische Zwecke; man denke z.B. an Opferrituale,
die Götter dazu bewegen sollen irgendetwas für einen zu tun) und auch
die Wissenschaft (also die jetzige Form des Logos) hat narrative und
interpretative Anteile in sich, welche eher dem Logos als dem Mythos
zuzurechnen sind. Das unser modernes Gottesbild so primitiv ist wie
selten zuvor ist sicher wahr. Doch liegt dies meiner Meinung nach
nicht an einem zuviel an Logos, sondern an einem zuwenig an
selbstreflexiver Vernunft, die einem eben auch die Grenzen seiner
Erkenntnismöglichkeiten aufzuzeigen vermag und so Raum für sprituelle
Erfahrungen schaffen kann. Dass es dabei unbedingt den klassisch
religiösen Mythen bedarf halte ich ebenso für fragwürdig. Vor allem im
Verweis auf die Antike. Die Philosophischen Schulen, die sich im
Anschluss an den "Häretiker" Sokrates herausgebildet haben, vor allem
der Platonismus und Neuplatonismus, waren äußerst logozentriert und
mystisch zugleich. Die traditionellen, polytheistischen Mythen der
Alten ablehnend versuchten viele Philosophen die, zuvor theoretisch
postulierte, höchste Idee des Guten, praktisch zu schauen, bzw.
mystisch zu erfahren. Damit einher ging ebenfalls meist ein ziemlich
asketischer Lebensstil. Diese philosophische, am Logos orientierte
Mystik war ja sogar derart wirkunsmächtig, dass sie später sowohl von
chrsitlicher, wie auch von muslimischer Mystik weitgehend absorbiert
wurde.

Kriegen wir jetzt eigentlich noch Besuch von einem Sufi und machen
zusammen ein Dhikr? Falls Julians Vater uns nicht besuchen kann,
könnten wir ja eventuell auch noch in der vorlesungsfreien Zeit einen
gemeinsamen Besuch einer Tekke organisieren. Da wir uns ja schon
immer eher am praktischen und persönlichen orientiert durchs Seminar
bewegt haben, wäre es schade, wenn wir das Seminar nicht doch noch
auch mit einer persönlich, praktischen Erfahrung des Sufismus
schließen lassen würden...

Said Okka

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Jul 12, 2010, 9:53:00 AM7/12/10
to Balkan Kolloquium Orientalistik Bochum
Erfahrung
Intellektualität
Müssen wir zurück zu Erfahrung des Glaubens und weg von
Intellektualität des Glaubens?
Was bedeutet Intellektualität in diesem Zusammenhang?
Institutionalisierung?
Kann Intellektualität überhaupt Erfahrung ausschließen, verdrängen?

Ich denke, die Frage ob Erfahrung oder Intellektualität kann nicht
gestellt werden. Die Frage, die erstmal beantwortet werden muss um
jene beantworten zu können, müsste etwa lauten: Wie kann ich Erfahrung
von Intellektualität und Intellektualität von Erfahrung trennen?
Um diese Frage beantworten zu können, bedarf es am besten eines
Beispiels. Wir stellen uns zwei Menschen vor, die eine bestimmte
Erfahrung machen. Bei dem Gedanken an eine bestimmte Gegebenheit
stellt sich bei beiden ein Gefühl des Glückes ein. Der eine Mensch
sagt:„Wow, ich hatte gerade ein Flow-Erlebnis. Diesen Dopaminausstoß
der durch einen Befehl des Hypotalamus ausgelöst wurde, werde ich
hoffentlich bald mal wieder haben.“
Der andere Mensch:“Gott barmherziger der du bist [...], ich habe
gerade die Einheit erfahren, dich in mir, mich in dir.“
Es ist also so, dass der Mensch Erfahrungen interpretiert. Es ist
ebenfalls so, dass Intellektualität auch immer an Erfahrungen geknüpft
ist (wenn wir die synthetischen Urteile a priori mal außen vor
lassen).

Beide können also nicht allein für sich gedacht werden.
Die nächste Frage wäre also, was denn mit Intellektualität in diesem
Zusammenhang überhaupt gemeint ist. Intellektualität. meint wohl die
Institutionalisierung. Denn der Intellekt beginnt mit der Normierung
der Vorschriften. Wer wird angebetet, wann, wie, wieso, von wem, wo,
was passiert wenn nicht usw.
Wessen Intellekt beginnt damit, der Intellekt von jedermann?
Nein, das der Glaubensweisen. Um Vorschriften normieren zu können,
bedarf es einer Legitimation. Diese besorgt sich der Intellekt/
Glaubensweise(, wenn es diesem nicht gegeben wurde.)

Im Vollzug der Prozesse, die die Trennung von Erfahrung und
Intellektualität bewirken sollen, wird folgendes deutlich.
Die Trennung ist intrapersonal überhaupt nicht möglich und nicht
denkbar. Die Trennung ist eher die vom Subjekt der Erfahrung von der
aufoktroyierten und institutionell normierten Intellektualität der
Lehre.

Fazit:
Ich interpretiere meine Erfahrungen mit meiner Intellektualität.
Glaube ist Erfahrung und Intellektualität in gleichem Maße. Wenn aber
die Intellektualität einer Institution dem Gläubiger sagt, was sein
Glauben ist bzw. wie der einzig richtige Glauben zu sein hat, dann
drängt sich diese Institution in die Gedanken des Gläubigers in
manipulativer Weise. Der Suchende ist sich dann nicht mehr selbst der
Herr. Die persönliche Erfahrung wird, durch die Institution
ausgetauscht mit der Erfahrung der Institutionellen Gegebenheiten.
Erst wenn eine Institution dem Gläubiger ihren Glauben, den sie
vertritt zeigt - und dies ist die rechtmäßige und völlig legitime
Aufgabe einer Institution -, jedoch ohne dogmatische Fesseln, dann hat
der Gläubiger Raum für seine eigenen Gedanken und Erfahrungen. Und so
steht es auch schon im Koran geschrieben, denn die wahrhaftig
Suchenden werden selbst erkennen.
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Julian Staepke

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Jul 12, 2010, 4:54:40 PM7/12/10
to Balkan Kolloquium Orientalistik Bochum
Wie lernt ein Sufi das Gebet?
Erfahrungsbericht


Meine Eltern sind etwa ein Jahr vor meiner Geburt zum Islam
konvertiert und schlossen sich dem Sufi-Orden der Naqschbandi-Tarikat
an. Als ich auf die Welt kam, befanden sich meine werten Erzeuger also
noch ziemlich „am Anfang“, wie man so schön sagt und was die Praktiken
der Sufi angeht wohl selbst noch in einem Lernprozess.

Meine Erinnerungen in Bezug auf meine Ersten Berührungen mit dem
islamischen Gebet u.dgl. reichen bis in eine Zeit zurück, in der ich
mich im Vorschulalter befand. Wir fuhren von Zeit zu Zeit in die
Mosche, zu befreundeten Muslimen oder auch ein Mal im Jahr im Sommer
ins Suficamp nach Epen/Niederlande, wo ich viele schöne Tage erlebte.
Für mich selbst waren das salat oder etwa das dhikr dabei nur von
zweitrangigem Interesse. Zunächst einmal freute ich mich darüber, viel
Zeit mit meinen Freunden zu verbringen.

Augenscheinlich waren meine Eltern bei der Vermittlung der islamischen
Praktiken eher locker eingestellt, was ich nach Aussage meines Vaters
im Großen und Ganzen meiner Mutter zu verdanken hatte. So kam es auch
zuhause, in familiärer Runde, eher selten dazu, dass wir gemeinsam das
Gebet verrichteten (von dem alltäglichen Tischgebet oder dem
Abendgebet, was allerdings durchaus Koransuren beinhaltete, mal
abgesehen).

Wenn ich und meine Geschwister also in die Gebetszeremonien mit
eingebunden wurden, geschah das meist auf freiwilliger Basis, was in
unserer Glaubensgemeinde nicht selbstverständlich war. In ein paar
anderen Familien wurde die islamische Erziehung streng gehandhabt. Die
Kinder hatten pünktlich zum Gebet zu erscheinen oder mit Konsequenzen
zu rechnen. Diese Familien waren oft genau wie wir deutsche
Konvertiten. Dies soll nur verdeutlichen, dass die Art und Weise wie
der Islam innerhalb der Familie vermittelt wurde, nicht etwa damit
zusammenhing, ob die Familie aus einem „islamischen Land“ oder aus
einem „nicht-islamischen Land“ kam. Jeder Sufi gab also auf seine
eigene Weise das Wissen, den Wert und die Wichtigkeit um das
Praktizieren der verschiedenen Gebete an seine Sprösslinge weiter.

Wenn ich jedenfalls mal keine Lust hatte, an den religiösen
Aktivitäten teilzunehmen, gestaltete sich das Fernbleiben meist
problemlos. Wenn ich hingegen doch mit von der Partie war, dann
eigentlich stets gerne. Das salat z.B. machte ich einfach mit und
orientierte mich dabei an den Leuten, die vor und neben mir beteten.
Die einzelnen Schritte erläuterte mir mein Vater, insbesondere wenn es
um die Koranrezitationen ging. Da die einzelnen Verse während des
Gebets oft leise gesprochen wurden, war es mir natürlich nicht
möglich, diese einfach von meinen Glaubensbrüdern zu imitieren. Mein
Vater brachte mir die al-Fatiha und ein paar andere Suren bei, die
relativ kurz und deshalb verhältnismäßig leicht zu erlernen waren.

Beim dhikr war es ähnlich wie bei dem salat. Ich setzte mich einfach
dazu und machte mit. Die Sufis saßen im Kreis, meist im Schneidersitz,
also nahm ich auch diese Haltung ein, bis sie mir zu unbequem wurde
oder meine Füße drohten einzuschlafen, was auch mir selbst im jungen
Alter das ein oder andere Mal passierte. Mir wurde allerdings
versichert, dass man sehr viel Segen abbekommen würde, sollte man
während des dhikrs einschlafen. Ein Grund dafür, dass ich in tiefen
Schlummer versank, war sicherlich die Tatsache, dass die Dhikr-
Zeremonien oft zu recht später Stunde stattfanden. Ein anderer Grund
mögen die rhythmischen Bewegungen und die mal gesangsartig mal monoton
vorgetragenen arabischen Worte und Verse gewesen sein, die auf einen
kleinen Jungen durchaus eine hypnotische Wirkung haben können.

Während für andere diese religiösen Szenarien wahrscheinlich fremd und
seltsam anmutend erscheinen dürften, waren sie für mich Teil des
islamischen Lebens, d.h. meines Lebens und so mit nichts
Außergewöhnliches. Die islamische Praktiken wurden nicht hinterfragt,
sondern als selbstverständlich angesehen und ebenso auch verrichtet.

Danyal Faqir

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Jul 12, 2010, 5:04:46 PM7/12/10
to Balkan Kolloquium Orientalistik Bochum
„Ich träume nicht.“ – „Klar träumst du. Nur nicht klar genug.“

Das Phänomen des Klarträumens, auch Luzides Träumen genannt, haben wir
sicherlich alle schon erfahren. Wir haben die Erfahrung jedoch
vergessen, so wie wir auch unsere gewöhnlichen Träume viel zu oft
vergessen. Als Kind verhält sich dies meist anders. Ich erinnere mich
noch gut an den Not-Aus-Schalter, den ich als vielleicht fünfjähriger
zu betätigen suchte, wenn mir das Monster in meinem Alptraum zu nahe
kam. Ganz natürlich wusste ich, dass ich träumte und ein lauter Schrei
mich wieder in die sichere Wach-Welt meines Bettes zurückbefördern
würde. Das mein Traum-Mund mir zuweilen aus rätselhaften Gründen
seinen Dienst versagte, ist eine andere Sache.
Klarträumen meint eigentlich, sich während des Traumschlafes bewusst
zu sein, dass man träumt. Dieses Bewusstsein lässt sich nicht generell
als anwesend oder abwesend beschreiben, sondern eher als ein Kontinuum
unterschiedlicher Bewusstseinshorizonte in unterschiedlichen
Intensitäten. Es kann damit anfangen, dass du dich im Traum mit
jemandem darüber unterhältst, dass das zuvor im Traum erlebte ein
besonders merkwürdiger Traum gewesen sei, jedoch nicht realisierst,
dass diese Metakommunikation wiederum nur ein Traumgespräch ist. Oder
das eigene Denken will der absurden Traumlogik für einen Moment nicht
mehr folgen und du stellst fest, dass weder die Personen mit denen du
redest, noch dein eigener Körper, oder auch nur die Landschaft um dich
herum real ist. Vielleicht hält dieses Bewusstsein nur ein paar
Sekunden an, vielleicht beginnst du dich bewusst durch die Traum-Welt
zu bewegen, oder sie sogar willentlich, durch die Kraft deiner
Gedanken, zu manipulieren und zu modellieren. Vielleicht bleibt dein
Bewusstsein auf den Traumzustand beschränkt, vielleicht erlangst du
ein klares Bewusstsein, samt Erinnerungen, über dich selbst in der
Wach-Welt, so dass du, im von dir selbst kontrollierten Traum, an
Lösungen für Probleme arbeiten kannst, die dir in der Wachwelt
übermächtig erscheinen. Vielleicht wird dir im Traum sogar Wissen von
Personen übermittelt, die du im Wachen niemals treffen könntest. Sei
es da sie schon seit langer Zeit verstorben sind, sie einfach zu weit
von dir entfernt wohnen, oder du keinen blassen Schimmer von ihrer
Existenz hast.
Wie schon gesagt, ist Klarträumen eigentlich eine ganz natürliche
Fähigkeit. Dennoch bedarf es für die meisten Menschen einer gewissen
Kultivierung dieser Fähigkeit. Es lassen sich dabei drei grundlegend
verschiedene Ansätze zur Erlangung eines luziden Traumbewusstseins
unterscheiden:

I. Im Traum erwachen: Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen im Traum zu
„erwachen“, bedarf es der Ausführung gewisser Übungen im Wachzustand.
Nimm dir vor jedem Schlafen vor, dich an deine Träume zu erinnern.
Schreibe diese sofort nach dem erwachen so detailreich wie möglich
auf. Beginne irgendwann in deinem Traumtagebuch nach wiederkehrenden
Traumzeichen zu suchen, also z.B. nach Situationen, die du nie in der
Wach-Welt erfahren würdest, aber auch nach solchen die du sowohl in
der Traum-Welt als auch in der Wach-Welt immer wieder erlebst.
Frage dich in der Wachwelt viele male täglich, vor allem aber, wenn
dir ein Traumzeichen begegnet, ob du jetzt wirklich wach bist, oder
alles nur ein Traum ist. Gib dir aber keine einfache und schnelle
Antwort darauf, sondern suche nach Indizien dafür, dass du träumst.
Versuche deine Umgebung genau zu beobachten um bekannte Traumzeichen
oder andere Abnormalitäten zu finden. Um wirklich sicher zu gehen, ob
du gerade wirklich wach bist oder doch eigentlich schläfst, führe ein
paar Realitätschecks aus. Das kann z.B. ein Blick auf deine Digitaluhr
im Handy sein. Im Traum ist so eine Digitalanzeige meist kaum
entzifferbar. Oder versuche dir klar zu machen, wo du dich gerade
aufhältst, wie du an diesen Ort gekommen bist und was du hier
überhaupt willst. Im Traum sind all diese Fragen meist nur mit größter
geistiger Anstrengung zu beantworten. Wenn dich keiner beobachtet,
oder dir egal ist, ob dich die herumstehenden Leute für verrückt
halten, springe in die Luft mit dem Ziel die Schwerkraft zu
überwinden. Im Traum gelingt dies fast immer!
Die größten Chancen ein Erwachen im Traum zu erleben, finden sich
übrigens in den frühen Morgenstunden, nachdem du schon eine Weile wach
warst und dich noch mal zu Bett gelegt hast. Die Chancen werden
nochmals erhöht, wenn man sich vor dem Einschlafen geistig darauf
einstellt bald ein luziden Traum zu erleben.

II. Wach in den Traum: Bei diesem Ansatz geht es darum, gar nicht erst
das Wachbewusstsein zu verlieren, sondern mit wachem Geist, den
Körper, inklusive dem Gehirn, einschlafen zu lassen. Hier eine
ziemlich einfache, aber dennoch sehr effektive Technik: Bewege zwei
Finger auf und ab, so als würdest du Klavier spielen. Reduzier die
Bewegung so stark, dass du zwar noch spürst, wie die Fingermuskeln mit
minimaler Kontraktion auf die Nervenimpulse reagieren, du aber kaum
eine Bewegung mehr sehr kannst.
Geh zu Bett und stell dir einen Wecker für die frühen Morgenstunden.
Fasse vor dem Einschlafen die Absicht, nach dem Aufwachen diese Finger-
Technik zu praktizieren. Schlafe ganz normal ein. Nachdem du vom
Wecker geweckt wurdest, strecke dich vielleicht noch einmal und mache
dich sofort wieder bereit dafür einzuschlafen. Wenn du merkst, wie
dein Bewusstsein zu schwinden beginnt, beginne mit der Fingerübung.
Nach gefühlten 10-15 Sekunden halte dir die Nase zu und versuche durch
die selbige zu atmen. Wenn dies möglich ist, bist du wach in den Traum
gelangt.
Du kannst jetzt das Bett verlassen und z.B. durch einen Spiegel
hindurch ein unbekanntes Traumszenario betreten. Pass aber auf, dass
dir dein Wach-Bewusstsein nicht sofort wieder verloren geht.

III. Auch die Wach-Welt ist ein Traum: Dieser Ansatz ist vor allem im
tibetischen Buddhismus von Bedeutung. Es geht darum zu erkennen, dass
der Traum im Schlaf und die Welt im Wachen sich wesentlich in nichts
voneinander unterscheiden.
Der Traum mag absurd sein. Die Wachwelt ist es oft ebenso. Im Traum
führe ich Handlungen oft scheinbar grundlos und ohne Bewusstsein aus.
Im Wachzustand unterliege ich oft ebenfalls meinen Routinen und
Automatismen, denen ich ohne jedes tiefere Bewusstsein folge. Im Traum
sind Gegenstände kaum von Bestand, sondern eher in einem ständigen
Fluss. Die Gegenstände in der Wach-Welt sind es ebenso; nichts in der
Wach-Welt ist von ewigem Bestand. Der Traum endet jede Nacht dadurch,
dass ich aus ihm erwache. Unsere Leben in der Wach-Welt enden
ebenfalls mit einem solchen Ereignis.

So wie ich in der Nacht meine Traumcharaktere erträume, so bin ich
vielleicht selbst nichts anderes als eine solchermaßen erträumte
Figur. Fragt sich nur, wer der Träumer ist...




Wer ein weitergehendes Interesse verspürt, sich auf diesem Gebiet
fortzubilden, dem sei der Film „Waking Life“ von Richard Linklater
empfohlen, sowie die praktisch orientierten Bücher: Stephen LaBerge -
Exploring the World of Lucid Dreaming und Tenzin Wangyal Rinpoche -
The Tibetan Yogas of Dream and Sleep.

Luka

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Jul 12, 2010, 8:28:42 PM7/12/10
to Balkan Kolloquium Orientalistik Bochum
„Guten Tag. Momentan ist kein freier Gott verfügbar. Hinterlegen Sie
Ihre Frage zum Sinn von Naturkatastrophen nach dem Piepston.“

„Muss Physiker zur Hölle fahren lassen. Mathematik nervt. Früher
musste ich nur Erde, Feuer, Wasser und Luft vortäuschen“

Jahwe, dein Herr@Twitter

Hmm, ja ich soll was dekonstruieren, was nicht zu dekonstruieren ist
und das mit 250 Wörtern. Man könnte ja nun mit Logozenrismus, etc
anfangen. Die Frage, die sich mir als erstes stellt ist: Will ich das
überhaupt? Nein, will ich nicht. Man kann viele Benennungen dieser
Leerstelle im Menschlichen Geist finden, ob Mono-, Poly- oder wie auch
immer -theistisch. Wie oben in dem zweiten Zitat erwähnt, war es
anscheinend mal leichter an Gott zu glauben, weil vieles mysteriöser
erschien als es wirklich war. Das Merkwürdige ist, das selbst viele
Physiker, die die Welt durch die Zahl erfahren und sehen, entweder
wieder bei Gott angelangen oder im schlimmsten Falle an einem Strick
in ihren Privatgemächern baumeln. Ich wage mal zu behaupten, das die
Neuzeit einen Menschen hervorgebracht hat, der weil er denkt, das die
Dinge so laufen werden, wie er sie sich denkt, dann auch so laufen
werden. Und während sich dieser Mensch selbst einen Stock an dem eine
Karotte befestigt ist auf den Rücken bindet, um nur was zu haben
hinter dem er herrennen kann, malt das Leben mit einem genüßlichen
Lächeln ein Schild auf dem steht: „You´re fucked“. Erklärungsversuche
in unserer aufgeklärten Welt sind zu genüge vorhanden, ob es sich um
Naturkatastrophen, Krankheiten, das Universum, der Tod oder als
Beispiel das Atom und was man damit für tolle Sachen anstellen kann.
Hiroshima mon amour, oder so was in die Richtung. Im Gegensatz zu dem
angehäuften Wissen das wir haben, haben wir auf der anderen Seite ein
Problem mit dem (Er-)Leid(en). Da wo vorher Gott vielen durch den
alltäglichen Wahnsinn, an dem heutzutage auch viele von uns leiden,
geführt hat, steht nun im besten Fall der Psychiater/Psychologe, um
dabei zu helfen den großen und kleinen Traumata des eigenen
menschlichen Lebens zu begegnen. Warum heisst es eigentlich
verarbeiten? Blödes Wort, oder? Vorschreiben wie jmd sein geworfen
sein in einem Entwurf ordnet, kann man nicht, muss wohl jeder selbst
wissen...but choose wisely


Bibel in in 140 Zeichen: Nichts. Bäm. Alles. Menschen. Sünde. Fail.
Flut. Gesetze. Kriege. Fail. Jesus. Follow me. Himmel oder Hölle. I
win.

Jahwe, dein Herr

Daniela Holz

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Jul 13, 2010, 2:57:19 AM7/13/10
to Balkan Kolloquium Orientalistik Bochum
Warum sollte man islamische und christliche Mystik (insbesondere
Hildegard von Bingen und Rumi ) vergleichen?

Ich kam auf die Idee diese beiden Vertreter verschiedener
Mystiktraditionen zu vergleichen, da sie sich in gewisser Weise doch
gleichen; Beide haben Grundzüge bzw. sind Vertreter der sogenannten
emotionalen Mystik bzw. Liebesmystik.
Zunächst gehe ich erstmal auf den Begriff emotionale Mystik ein; Diese
Art der Mystik beinhaltet die emotional geprägte Praxis der Hingabe,
außerdem eine gewisse Liebesbeziehung zu Gott, die häufig durch eine
erotische Sprache (z.B. Seele als Braut Gottes, unio mystica;
Vereinigung n der Hochzeitsnacht.) Diese Mystik ist das Gegenstück zu
der sogenannten spekulativen Mystik; diese ist rational beschreibend,
systemisch und eine negative Theologie (d.h. Gott ist
unaussprechlich); Ein Besipiel dafür ist Meister Eckhard (der alle
Bilder Gottes zurückweist, da Gott transzendent sei).
Im Sufismus kann man die asketische Mystik und die Liebesmystik
unterscheiden. Die asketische Mystik beinhaltet die Überwindung des
Selbst (fana) und die Auflösung der mit Leidenschaft behafteten Seele
(nafs). Die Liebesmystik beinhaltet genauso wie die emotionale
Gottesliebe und stark erotisierende Sprache.

Für Rumi ist die Liebe zu Gott all das, was im Universum existiert. Er
benutzt in seinen Werken öfters das Wort „Geliebter“ und „Der
Liebende„, womit er Gott meint
Bei Hildegard von Bingen ist es so, dass nach ihr Gott alle Lebewesen
umarme und zugleich richte. Sie nennt es „freundschaftliche
Verbundenheit“, wenn der Mensch seine Ichbezogenheit aufgebe.

Zusammenfassend ist es also so, dass von Bingen und Rumi große
Gemeinsamkeiten haben, nämlich die liebende und emotionale Beziehung
zu Gott. Beide haben diese in Visionen erfahren und daraus ihre
persönlichen Schlüsse gezogen. Auch dass die Unterteilungen der
Tendenzen der Mystik in Christentum und Islam ähnlich sind, zeigt die
Verbundenheit der beiden. Und wegen dieser Punkte sollte man diese
beiden Vertreter in einer Seminararbeit näher vergleichen und
untersuchen.

Lg,
Daniela

Ümit

unread,
Jul 13, 2010, 6:45:40 AM7/13/10
to Balkan Kolloquium Orientalistik Bochum
Ist die heutige Zeit, eine feindliche Zeit gegenüber mystischen
Erfahrungen?
Können wir die Gegenwart als Anti-Mystisch bezeichnen?
Welche Faktoren hindern den Menschen mit der Mystik Kontakt
aufzunehmen?
Der folgenden Artikel ist ein möglicher Versuch die Fragen zu
beantworten. Es soll einen Überblick in die Woche eines Studenten
ermöglichen, dass vermeintlich nicht in der Lage mystische Erfahrungen
zu machen.

Montag: Seit 10.00 Uhr bin ich in der Uni und nehme an einem Seminar
teil. Der Tag wird heute sehr lang. Die letzte Veranstaltung endet um
18.00 Uhr. Erst danach kann ich Heim fahren. Nun hätte man die Zeit
sich mit der Mystik zu befassen aber heute ist MONTAG. Montagabend ist
man nicht wirklich in der Stimmung noch irgendetwas Neues zu
kennenlernen.

Dienstag: Heute endet die Veranstaltung um 12.00 Uhr. Optimale
Voraussetzung um mystische Erfahrungen zu sammeln, weil man den ganzen
Tag noch vor sich hat. Aber heute ist das Wetter zu schön um sich der
Mystik zu widmen. Schwimmen ist in diesem Fall die bessere Ablenkung.

Mittwoch: Mittwochs fahre ich wieder erst um 18.00 Uhr nach Hause.
Aber heute findet die Fraktionssitzung statt. Für mystische
Erfahrungen bleibt heute definitiv nichts übrig. Die Tagesordnung ist
lang und Diskussionen sind mühsam. Ich bin einfach nur erschöpft.

Donnerstag: Noch einmal bis 18.00 Uhr Uni. Danach kann ich ins
Wochenende, weil Freitags keine Vorlesungen stattfinden.
Donnerstagabends jedoch geht man lieber auf eine Uni Party.

Freitags: Ausschlafen; Frühstücken; Arbeit; Danach Freunde Treffen und
bis früh in den Morgen auf Tour sein.

Samstag: Das Gleiche wie Freitag. Ausschlafen; Frühstücken; Arbeit;
Danach Freunde Treffen und bis früh in den Morgen auf Tour sein.

Sonntag: Sonntag mach ich einfach nix. Chillen ist angesagt.


On 5 Jul., 17:22, al-shaaq <stefan.sch...@googlemail.com> wrote:

Ulla Dee

unread,
Jul 14, 2010, 6:35:36 AM7/14/10
to Balkan Kolloquium Orientalistik Bochum


Ihr Lieben, ich schreibe zur Frage:

„Ist Mystik auch in Institutionen möglich?“

Diese Fragestellung ist für beide Phänomene sinnvoll, sowohl für die
christliche, als auch für islamische Mystik. Als Institutionen
betrachte ich hier Organisationen und Einrichtungen, wie Klöster,
Orden oder Bruderschaften.

So, erst einmal folgendes, dieses kleine „auch“ im Titel impliziert
eigentlich schon eine Prämisse, nämlich, dass mystische Erfahrungen
eher oder leichter ausserhalb dieser Einrichtungen zu machen seien.
Aber schaut Euch nur einmal den Beitrag von Ümit an, vor lauter
Brasselei kommt kaum jemand dazu „innerlich zur Ruhe zu kommen“ und
das war in den vergangenen Jahrhunderten/Jahrtausenden sicher nicht
anders.

Es gibt also zwei Ansätze:
a. Die mystische Erfahrung kommt ganz stark und mit Macht (dabei lasse
ich bewusst offen, ob diese Macht aus dem Inneren des Menschen oder
von Aussen kommt) und setzt sich gegen alle Hindernisse und
Widerstände durch.
b. Die mystische Erfahrung kommt als kleine, ruhige Stimme (auch
wieder egal ob von Innen oder von Aussen) und will erst mal gehört
werden. Oder die kleine, ruhige Stimme will erst einmal hervorgelockt
werden durch Meditation, Askese oder einfach nur Übungen der Stille.

Im ersten Fall ist es nicht notwendig, dass der Mensch einen
förderlichen Rahmen bekommt, einen Rahmen, der in aus dem Alltagstrott
herausnimmt, im zweiten Fall schon.
In diesem Fall bieten Klöster, Orden oder Bruderschaften den Rahmen,
der Muße und die notwendige Anleitung gibt. Diese Anleitungen/Übungen
sind in der islam. Mystik die zahlreichen Formen des Dhikr und des
Sama, in der christl Mystik sind es die zahlreichen kontemplativen
Gebete (z.B. Rosenkranzgebet, aber das ist nur ein Beispiel unter
vielen) und die Schau nach Innen. Im Buddhismus, den ich gerne hier
mit hinein nehmen möchte sind das natürlich die verschiedensten
Meditationstechniken.

Ein anderer, ebenso wichtige Faktor für den Mystiker war der Schutz
(!), den die Klöster, Orden oder Bruderschaften boten:
Jeder Mystiker, der eine geistige Vereinigung/Verschmelzung mit Gott
oder auch nur einen Zugang zu Gott (oder dem „Nichts“/Nirvana)
gefunden hatte, war in diesem Moment von Kirche, Klerus, Bibel, Koran,
Ulema und Scharia unabhängig.
Sobald er also seine mystische Erfahrung nach aussen trug (oder
trägt?), stellte er die religiösen Hierarchien in Frage und wurde
somit von diesen als Gefahr erkannt. Das hatte i.d.R. einen
Häresievorwurf zur Folge, manchmal mit der schlimmen Folge der
Todesstrafe. Sowohl im Islam, als auch im Christentum traf dies
besonders die „freien“ Mystiker, die also keinem Orden angehörten. Das
war z.B. Al-Halladsch, ein eher früher Mystiker auf islamischer Seite.
Er wurde im frühen 10. Jhd. öffentlich gekreuzigt. Wir haben seine
Lehre ausführlich im Seminar besprochen. Berühmt ist sein Ausspruch
"Ich bin die (absolute) Wahrheit" (Ana l-haqq). Die großen Sufi-
Ordensgemeinschaften (Tariqa) kamen dann erst im 12.Jhd. auf.
Auf christlicher Seite fällt einem zuerst einmal Margarete Porete ein,
eine französische Mystikerin des 13. Jhd. Sie war eine Begine, das war
eine Art unabhängiger Konvent, eine emanzipatorische, freie Lebensform
für Frauen, die von der Kirche mit großem Misstrauen betrachtet wurde.
Es gab keine Hierarchie und keine Äbtissin, also niemanden, der sie
gegen die Kirche und vor dem Vorwurf der Häresie schützen konnte. Sie
wurde 1310 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Klöster, Orden oder Bruderschaften versprechen also Schutz und
Förderung der der inneren Erfahrung, also der Mystik.

Was sind aber die großen Nachteile und die Gefahren? Dadurch, dass
diese Einrichtungen von den christlichen und islamischen Hierarchien
anerkannt und in diese eingebunden sind, ist latent immer die Gefahr
vorhanden, dass Ordensräson vor der spirituellen Förderung des
Einzelnen steht. Zusätzlich kann ein Mensch als Angehöriger eines
Ordens oder einer Bruderschaft auch sozial und wirtschaftlich sehr
leicht von seinem Orden abhängig sein.
All dies würde mich vorsichtig machen, spirituelle Erfahrung in einem
Kloster oder in irgendeiner anderen Gemeinschaft zu suchen. Ich müsste
den Menschen dort schon sehr stark vertrauen können.

Liebe Grüße und ich wünsche mir jetzt endlich etwas Abkühlung!
Ursula


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