Hier paar überlegngen meinerseits sowie paar interessante sachen, auf
die ich gestoßen bin:
Meiner Meinung nach ist die kirche eine institutionalisierung der
Religion. Zu jener zeiten (aber auch heute) bedeutet
institutionalisierung oft auch, dass religion (besser: glaube)
instrumentalisiert wird. Diese instrumentalisierung dient meistens
rein pragmatischen zwecken: am beispiel Roms im Frühmittelalter – die
durchsetzung eines geeinigten staates, gehorsam seitens der
bevölkerung und der hohen schichten und die daraus resultierenden
aufschwung und macht des staates. Einer der ersten klaren ausdrücke
dieser instrumentalisierung liefert zum beispiel das motto, das zur
regierungszeit Justinians (527-565) aufgenommen wurde: „Ein Reich, ein
Recht, eine Kirche“. Hier ein schönes zitat, das mir besonders
aufgefallen ist:
„Für Justinian, wie für andere byzantinische Kaiser, war die Kirche
keine für sich bestehende oder gänzlich eigenständige Institution, die
ihren eigenen Gesetzen folgt. Vielmehr betrachtete er sie als eine Art
staatliches Ministerium, das mit Aufgaben von einzigartiger Bedeutung
für das Gemeinwohl betraut ist.“
„Weder Justinian noch irgendein anderer byzantinischer Kaiser
beanspruchten das Recht, das Abendmahl zu spenden oder andere
spezifisch priesterliche Aufgaben wahrzunehmen. Doch wollte er als
Gönner und Schutzherr der Kirche Einfluss auf die Besetzung der
Bischofsstühle und Patriarchate ausüben, und er erwartete Disziplin,
Beachtung des ‚öffentlichen Interesses’ und von den Kirchenmännern
oftmals absoluten Gehorsam.“
(Hrsg. Chadwick, Henry/Evans, G.R.: Weltatlas der alten Kulturen: Das
Christentum)
das kommt mir in den sinn, wenn ich von einer "kirche" rede. (Schaak,
ich hoffe, du meintest nicht das Gebäude.. :) )
das heißt nicht, dass ich das als reine instrumentalisierung und
manipulation betrachte. man muss auch zugeben, dass die kirche eine
gemeinschaft schafft und sehr oft in der geschichte eine der wenigen
sachen war, um die sich das volk versammelte und durch die es die
volkseinheit bewahren konnte (z.b. während einer fremden herrschaft).
tatsache ist aber, dass die kirche seit paar jahrhunderten schon eine
enorme struktur ist, die ihre säulen, interesse und machtansprüche
hat.
On 24 Апр, 15:08, al-shaaq <
stefan.sch...@googlemail.com> wrote:
> liebe leute,
>
> am kommenden freitag werden wir den Vortrag von Miriam zur "bosnischen
> Kirche" hören. nachdem wir gestern ein wenig "mittelalterliche"
> stimmung aufkommen gelassen haben, frage ich euch diesmal, woran die
> menschen zu jenen zeiten geglaubt haben?
>
> bevor wir über die "bosnische" kirche reden können, ist es sinnvoll,
> sich einen eindruck davon zu kreieren, was GLAUBE und RELIGION in den
> damaligen zeiten bedeutet hat und wie sich die KIRCHEN organisiert
> hatten.
>
> was meint ihr eigentlich damit, wenn ihr von einer KIRCHE sprecht? und
> bietet der ISLAM wirklich nichts vergleichbares? warum haben die
> CHRISTEN eigentlich eine KIRCHE? und worin unterscheiden sich
> KATHOLIKEN und ORTHODOXE? und seit wann gibt es überhaupt diese
> begriffe?
>
> :) nun gut, das waren jetzt aber genug fragen, um euch zu inspirieren!
> ich freue mich auf eure gedanken, kommentare und anregungen!
>
> liebe grüße
> Stefan
>
> PS: eure nachrichten dann bitte in die DISKUSSION im Kolloquium =
http://groups.google.de/group/balko-bochum