Ok,
sind wir uns einig das der Islam eine Religion des Friedens und der
Toleranz ist?
Soviel ich weiss heisst dschihad "Bemühung, Anstrengung" und ist
nicht, wie es recht polemisch gemacht wird, mit "Heiliger Krieg" zu
übersetzen.
Leider weiss ich die genaue Sure nicht mehr, aber der Ausspruch:
"Der beste dschihad ist, das Wort der Wahrheit (und des Rechts) vor
einem ungerechten Herrscher zu sprechen."
Da kommen wir zum Dar al harb:
Das Haus des Krieges: wessen Krieg, wieso Krieg?
- Mohammed hat in der mekkanischen Phase selbst viel Intoleranz
hinnehmen müssen. Er hat sogar teile seiner Familie zu Christen, die
wiederrum denen Schutz geboten haben gesandt. Wird es im Koran nicht
so dargestellt das beim Auszug aus Mekka den Muslimen jegliches Hab
und Gut genommen wurde, welches dann in den Razzien zurückgeholt
werden sollte?
- Vor der Berufung nach Medina, wenn ich das noch richtig im Blick
habe, herrschte "Bürgerkrieg" unter den Stämmen. Mohammed wurde dort
zum geistigen und weltlichen Herrscher.
- Wenn Muslime, die nicht im Dar al Islam ansässig sind, Intoleranz
erleiden, dann muss diese Intoleranz aufgehoben werden. Wobei wir dann
wieder beim dschihad wären.
Sure (2:217):
"Sie fragen sich nach dem heiligen Monat, dem Kämpfen darin. Sag:
"Kämpfen darin ist schlimm, doch Abhalten von Allahs Weg und Ihn
leugnen und (Abhalten von) der Heiligen Moschee und ihre Leute von
dort vertreiben, ist schlimmer bei Allah, und die Zwietracht ist
schlimmer als der Kampf. Und sie hören nicht auf, euch zu bekämpfen,
bis sie euch von eurem Glauben abtrünnig gemacht haben, wenn sie das
können..."
- Kampf gegen Intoleranz
- es gibt zwar den Auftrag "Eine Welt unter Allah" zu schaffen, aber
der Djihad wird aus dem Grunde a) gegen die Unterdrückung und b) aus
universellen Gründen geführt, denn ("Welt"-) Frieden kann es nur
geben, wenn alle unter einem Gott sind. Nehmen wir den Islam als
friedensstiftend und tolerant, dann gibt es bestimmte Regeln, die
eingehalten werden müssen. Kein Glaubenszwang, kein wahlloses morden
nachdem sich der Gegner ergeben hat, Kriegsgefangenschaft etc.
Sure (5:33)
"Die Vergeltung für diejenigen, die mit Allah und Seinem Gesandten
Krieg führen und im Land Verderben stiften, ist, daß sie getötet oder
gekreuzigt werden und daß ihre Hände und ihre Füsse wechselseitig
abgeschlagen werden, oder sie aus dem Land verbannt werden; dies ist
ihre Vergeltung in dieser Welt, und im Jenseits ist für sie
schmerzliche Strafe (bestimmt)."
FRAGE: Kennt der Islam oder gibt es Aussprüche des Propheten, die den
Kampf um weltliche Güter oder aus machpolitischen Gründen
legitimieren?
KRIEG oder "Hey, Ali was machen wir heute Abend?" "Das gleiche wie
jeden Abend die Weltherrschat an uns reissen!" ( postmodernes zitieren
mon amour :-D):
Sure (4:94)
"Ihr Gläubigen, wenn ihr auf Allahs Weg auszieht, dann schafft
Klarheit und sagt nicht zu dem, der euch Frieden anbietet: ‘Du bist
kein Gläubiger‘ und ihr erstrebt (dabei nur) die Güter des Lebens
dieser Welt. und bei Allah ist vielfältiger Gewinn, (genau) so wart
ihr früher, dann war Allah gütig zu euch, also schafft Klarheit, Allah
kennt, was ihr tut."(4:94)
- denke die Sure erklärt sich von selbst. Göttlicher Auftrag vs
weltliches Begehren, wobei Güter nicht nur als materielle aufzufassen
sind
ISLAM gleich blinder Pazifismus?
Wir kennen das Bsp. aus der Bibel: linke und rechte Wange hinhalten,
wenn ein Christ geschlagen wird. Sprich eigenes Leben Opfern unter dem
Prinzip der absoluten Gewaltfreiheit.
Sure (2:216):
"Euch ist der Kampf vorgeschrieben, und er ist euch zuwider, und es
ist möglich, daß euch etwas zuwider ist, das gut für euch ist, und es
ist möglich, daß euch etwas lieb ist, was schlecht für euch ist, und
Allah weiß, aber ihr wißt nicht."
- geht es hier nicht darum das Gewalt unerwünscht ist,aber nicht
völlig untersagt. Werden nicht gerade im Islam klare Grundsätze für
Gewaltandrohung, deren Anwendung und Gewaltverzicht aufgestellt?
Interessant wäre zBsp zu wissen, wie es sich mit der Wirtschaft zu der
Zeit verhält. Die Handelsrouten für Gewürze etc liefen durch den Nahen
Osten über den Bosporus weiter nach Europa. Die Portugiesen und
Holländer fangen zu der Zeit an über das Kap der guten Hoffnung
Gewürze zu importieren, um den Zwischenhandel zu unterbinden. Gab es
eine Wirtschaftskrise in dem Raum? Wenn ja, wie wirkte das sich auf
die Menschen aus?
Wie schon erwähnt wurde, gab es vorosmanische muslimische Siedlungen
im Balkanraum. Gleichzeitig wissen wir das Osmanische Truppen an der
Seite der Byzantiner gekämpft haben. Wir wissen das der Djihad eine
religiöse Pflicht ist, der alle paar Jahre vom Oberhaupt, der
geistiger und weltlicher Herrscher war, ausgerufen werden musste.