Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

ÖBB überlegen Reservierungspflicht

21 views
Skip to first unread message

Harald Geyer

unread,
May 25, 2022, 10:20:48 AM5/25/22
to
Hi!

Wie inzwischen durch mehrere Medien geistert, denkt man bei den ÖBB
anscheinend zumindest für den Fernverkehr ernsthaft über eine
Reservierungspflicht nach. Durch das Klimaticket sind die klassischen
Kapazitätslenkungsmechanismen weniger wirksam und es gibt inzwischen
mehr Fernverkehrsfahrgäste als je zuvor. Insgesamt gibt es aber kein
Kapazitätsproblem.

https://wien.orf.at/stories/3157716

Was haltet ihr von dem Modell, eine Reservierungspflicht quasi als
fahrstreckenunabhängige Tarifkomponente, die auch nicht durch
Zeitkarten vermieden werden kann, einzuführen. Aber nur in wenigen
ausgewählten Fernverkehrszügen, um die Kurzstreckenpendler aus den
Fernverkehrszügen zu bekommen? - Umgekehrt sollten die ÖBB diese
Züge dann aber auch eigenwirtschaftlich betreiben und leicht
erkennbar kennzeichnen. Reservierungsjet? ;-)

Besonders betroffen scheint der Abschnitt zwischen Wien und
Wiener Neustadt, wo man erst in eineinhalb Jahren mehr Kapazitäten
haben wird. Allerdings frage ich mich, warum man die S-Bahn in dem
Bereich immer noch mit 4020-Geschwindigkeit betreibt. Genug cityjets
sollte man ja inzwischen längst haben und wenn man die langsamsten
Trassen beschleunigt, bekommt man bestimmt mindestens zwei zusätzliche
Trassen für Verstärkungszüge unter.

beste Grüße,
Harald

Stephan Weinberger

unread,
May 25, 2022, 5:09:49 PM5/25/22
to
On 25.05.22 16:20, Harald Geyer wrote:
>
> Was haltet ihr von dem Modell, eine Reservierungspflicht quasi als
> fahrstreckenunabhängige Tarifkomponente, die auch nicht durch
> Zeitkarten vermieden werden kann, einzuführen. Aber nur in wenigen
> ausgewählten Fernverkehrszügen, um die Kurzstreckenpendler aus den
> Fernverkehrszügen zu bekommen?


Ich halte generell recht wenig von einer Reservierungspflicht, weil die
Bahn damit einen ihrer größten Vorteile - die Flexibilität - verspielt.

Natürlich sollte man an der Kommunikation arbeiten und deutlicher auf
potentiell überlastete Züge sowie auch auf alternative Verbindungen
hinweisen, damit die Leute eben ggfs. reservieren wenn sie auf einen
bestimmten Zug angewiesen sidn.

Im selben Atemzug frage ich mich auch, warum es die Westbahn AG
eigenwirtschaftlich schafft, für Klimaticket-Besitzer eine
Gratisreservierung anzubieten.

lg
Stephan

Stefan Froehlich

unread,
May 25, 2022, 5:36:03 PM5/25/22
to
On Wed, 25 May 2022 23:09:47 Stephan Weinberger wrote:
> On 25.05.22 16:20, Harald Geyer wrote:
>> Was haltet ihr von dem Modell, eine Reservierungspflicht quasi
>> als fahrstreckenunabhängige Tarifkomponente, die auch nicht durch
>> Zeitkarten vermieden werden kann, einzuführen.

Nichts.

Wenn man den modal split in Richtung ÖPNV verschieben möchte, und
das ist ja nun dringendst geboten, dann sollte man tunlichst nicht
die ohneinn schon prinzipbedingt geringere Flexibilität des ÖPNV
noch weiter reduzieren. Die einzige Antwort auf höheres
Fahrgastaufkommen kann nur Kapazitätssteigerung sein.

> Natürlich sollte man an der Kommunikation arbeiten und deutlicher
> auf potentiell überlastete Züge sowie auch auf alternative
> Verbindungen hinweisen, damit die Leute eben ggfs. reservieren
> wenn sie auf einen bestimmten Zug angewiesen sidn.

Kein Thema. Aber wenn ich nicht weiss, wann ich fahren werde, gehe
ich halt das Risiko ein, einen Stehplatz zu ergattern oder im
schlimmsten Fall auf den nächsten Zug warten zu müssen - immer noch
besser, als sicherheitshalber drei Reservierungen zu bezahlen, von
denen dann notgedrungen zwei verfallen.

> Im selben Atemzug frage ich mich auch, warum es die Westbahn AG
> eigenwirtschaftlich schafft, für Klimaticket-Besitzer eine
> Gratisreservierung anzubieten.

Durch Fokussierung auf die ertragreichsten Strecken. Und ganz so
locker geht das wohl auch für die Westbahn nicht, oder wirtschaften
die inzwischen gewinnbringend?

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan: die Macht zu verführen!
(Sloganizer)

Stephan Weinberger

unread,
May 26, 2022, 11:02:14 AM5/26/22
to
On 25.05.22 23:36, Stefan Froehlich wrote:

>> Im selben Atemzug frage ich mich auch, warum es die Westbahn AG
>> eigenwirtschaftlich schafft, für Klimaticket-Besitzer eine
>> Gratisreservierung anzubieten.
>
> Durch Fokussierung auf die ertragreichsten Strecken. Und ganz so
> locker geht das wohl auch für die Westbahn nicht, oder wirtschaften
> die inzwischen gewinnbringend?


Nein, natürlich nicht. Aber sie schafft es halt die Situation
werbewirksam zu nutzen. Der Verlust durch die Gratisreservierung dürfte
sich auch in recht überschaubarem Rahmen halten - schließlich kriegt man
so die "2+"-Klasse voll (die ansonsten nicht so der Renner zu sein
scheint) - die anteilsmäßige Klimaticket-Vergütung ist definitiv besser
als die Plätze leer durch die Gegend zu führen.


Erich Klecka

unread,
May 26, 2022, 2:46:58 PM5/26/22
to
Am 26.05.22 um 17:02 schrieb Stephan Weinberger:

> Nein, natürlich nicht. Aber sie schafft es halt die Situation
> werbewirksam zu nutzen. Der Verlust durch die Gratisreservierung dürfte
> sich auch in recht überschaubarem Rahmen halten - schließlich kriegt man
> so die "2+"-Klasse voll (die ansonsten nicht so der Renner zu sein
> scheint) - die anteilsmäßige Klimaticket-Vergütung ist definitiv besser
> als die Plätze leer durch die Gegend zu führen.
>
>

Ausserdem ist zumindest für meinen Anspruch das Fahrmaterial bei
WESTBAHN viel bequemer.

Obwohl - ich gestehe - bei meinem letzten Termin in Salzburg
(Wien-Salzburg-Wien, Ticket 1.Klasse zahlt Kunde) ich den RJX genommen
habe, ohne Reservierung, weil die 1.Klasse ist eh großteils frei.


Also das mit einer allgemeinen Reservierungspflicht halte ich nicht für
sinnvoll.
Wer in einem überfüllten Zug stehen will (weil er justament den
schnellen nehmen will) muß halt stehen.
Die Leut sind doch erwachsen (anzunehmen).
Wenn der Zug überlastet ist müssen sie halt aussteigen, den nächsten
oder übernächsten nehmen. Ich sehe da kein Problem.
Alternativ reservieren oder ein 1.Klasse Ticket lösen.


--
ciao e.
Der Pragmatiker entscheidet Fälle nicht nach Grundsätzen, sondern
grundsätzlich fallweise.
Man kennt mutige Kapitäne, es gibt alte Kapitäne, es finden sich aber
keine mutigen alten Kapitäne

Harald Geyer

unread,
May 28, 2022, 4:32:00 PM5/28/22
to
Stefan Froehlich <Stefan...@Froehlich.Priv.at> schrieb:
> On Wed, 25 May 2022 23:09:47 Stephan Weinberger wrote:
>> On 25.05.22 16:20, Harald Geyer wrote:
>>> Was haltet ihr von dem Modell, eine Reservierungspflicht quasi
>>> als fahrstreckenunabhängige Tarifkomponente, die auch nicht durch
>>> Zeitkarten vermieden werden kann, einzuführen.
>
> Nichts.
>
> Wenn man den modal split in Richtung ÖPNV verschieben möchte, und
> das ist ja nun dringendst geboten, dann sollte man tunlichst nicht
> die ohneinn schon prinzipbedingt geringere Flexibilität des ÖPNV
> noch weiter reduzieren.

Da reden wir gerade aneinnader vorbei. Ich habe vom Fernverkehr
geschrieben und du schreibst jetzt von Nahverkehr.

> Die einzige Antwort auf höheres
> Fahrgastaufkommen kann nur Kapazitätssteigerung sein.

Da bin ich ganz deiner Meinung.

Aber was tut man, wenn man zusätzliche Kapazitäten zwischen
Wien und Wiener Neustadt schafft, aber dann trotzdem zu viele
Nahverkehrsfahrgäste den Zug zwischen Wien und Klagenfurt
stürmen?

>> Natürlich sollte man an der Kommunikation arbeiten und deutlicher
>> auf potentiell überlastete Züge sowie auch auf alternative
>> Verbindungen hinweisen, damit die Leute eben ggfs. reservieren
>> wenn sie auf einen bestimmten Zug angewiesen sidn.
>
> Kein Thema. Aber wenn ich nicht weiss, wann ich fahren werde, gehe
> ich halt das Risiko ein, einen Stehplatz zu ergattern oder im
> schlimmsten Fall auf den nächsten Zug warten zu müssen - immer noch
> besser, als sicherheitshalber drei Reservierungen zu bezahlen, von
> denen dann notgedrungen zwei verfallen.

Das mag subjektiv so sein. Aber wie groß ist die Freude, wenn du
eine Reservierung hast - weil du bist ja auf den Zug angewiesen
und musst zu einer bestimmten Zeit wo sein - aber der Zug hat
45 Minuten Verspätung, weil es so lange dauert, bis das Personal
die überzähligen Fahrgäste endlich draußen hat?

>> Im selben Atemzug frage ich mich auch, warum es die Westbahn AG
>> eigenwirtschaftlich schafft, für Klimaticket-Besitzer eine
>> Gratisreservierung anzubieten.

War's nicht die Westbahn, die ziemlich am Anfang schon mal im
VOR Partner war, aber dann rausgeflogen ist, weil sie die
VOR Schülerjahreskarten zwischen Wien und St. Pölten nicht
anerkannt hat bzw. die Schüler gegenüber "zahlenden Kunden"
diskriminiert hat bzgl. Sitzplatz etc?

Wir werden sehen, wie sie sich diesmal die Rosinen herauspicken
versuchen.

beste Grüße,
Harald

Stefan Froehlich

unread,
May 31, 2022, 9:09:11 AM5/31/22
to
On Sat, 28 May 2022 22:31:59 Harald Geyer wrote:
> Stefan Froehlich <Stefan...@Froehlich.Priv.at> schrieb:
>> On Wed, 25 May 2022 23:09:47 Stephan Weinberger wrote:
>>> On 25.05.22 16:20, Harald Geyer wrote:
>>>> Was haltet ihr von dem Modell, eine Reservierungspflicht quasi
>>>> als fahrstreckenunabhängige Tarifkomponente, die auch nicht
>>>> durch Zeitkarten vermieden werden kann, einzuführen.
>>
>> Nichts.
>>
>> Wenn man den modal split in Richtung ÖPNV verschieben möchte, und
>> das ist ja nun dringendst geboten, dann sollte man tunlichst
>> nicht die ohneinn schon prinzipbedingt geringere Flexibilität des
>> ÖPNV noch weiter reduzieren.

> Da reden wir gerade aneinnader vorbei. Ich habe vom Fernverkehr
> geschrieben und du schreibst jetzt von Nahverkehr.

Auch wenn "modal split" typischerweise im Nahverkehr verwendet wird,
ich hatte mich hier durchaus auf den Fernverkehr bezogen. Wien-Linz
ist eine Strecke, wo der Zug dem KfZ an sich bereits überlegen wäre,
aber den einen oder anderen Fahrgast könnte man mit einer
Reservierungspflicht dann vielleicht wieder vertreiben.

> Aber was tut man, wenn man zusätzliche Kapazitäten zwischen Wien
> und Wiener Neustadt schafft, aber dann trotzdem zu viele
> Nahverkehrsfahrgäste den Zug zwischen Wien und Klagenfurt stürmen?

Das kann ja eigentlich nur Fahrgäste nach Wr. Neustadt betreffen
(dazwischen hält der RJ nicht), und denen den Fernverkehr zu
verweigern, fände ich per se schon nicht nett.

Und waren diese (oder ähnlich gelagerte) Relationen die Ursache für
die aktuellen Probleme. Ich habe nur die Schlagzeilen gelesen,
dachte aber eher an die üblichen Fernreisenden, die halt irgendwann
am Bahnhof aufschlagen und ohne Reservierung den nächsten Zug
nehmen, der fährt; mache ich ja auch so.

>> [...] wenn ich nicht weiss, wann ich fahren werde, gehe ich halt
>> das Risiko ein, einen Stehplatz zu ergattern oder im schlimmsten
>> Fall auf den nächsten Zug warten zu müssen - immer noch besser,
>> als sicherheitshalber drei Reservierungen zu bezahlen, von denen
>> dann notgedrungen zwei verfallen.

> Das mag subjektiv so sein. Aber wie groß ist die Freude, wenn du
> eine Reservierung hast - weil du bist ja auf den Zug angewiesen
> und musst zu einer bestimmten Zeit wo sein - aber der Zug hat 45
> Minuten Verspätung, weil es so lange dauert, bis das Personal die
> überzähligen Fahrgäste endlich draußen hat?

Das mag subjektiv so sein :-)

Aber *so* oft kommt das nun auch wieder nicht vor, und eine gewisse
Straffung der Abläufe wäre sicherlich noch möglich. Beim
Startbahnhof sollte sich so ein Problem vor der regulären
Abfahrtszeit feststellen lassen, und unterwegs könnte man bei
überfüllten Zügen rechtzeitig am Bahnhof Maßnahmen ergreifen.

Sollte aber jedenfalls die klare Ausnahme sein.

Es würde mich interessieren, wieviele dieser Situationen durch
Vergleich mit z.B. den Vorjahresdaten (bzw. derzeit eher mit den
vorpandemischen Daten) antizipierbar gewesen wären - und wie oft
so ein Andrang tatsächlich völlig überraschend kommt. Klar,
Reservierungspflicht ist eine einfache Lösung, bringt ein bisschen
Körberlgeld, man hört nie wieder etwas zu dem Thema, und alle sind
glücklich - alle, bis auf die verhinderten Fahrgäste, und die
sollten doch die Hauptsache sein.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan. Für beschissene Lungen in gebissenen Stürmen!
(Sloganizer)

Harald Geyer

unread,
Jun 1, 2022, 7:19:44 AM6/1/22
to
Stefan Froehlich <Stefan...@Froehlich.Priv.at> schrieb:
> On Sat, 28 May 2022 22:31:59 Harald Geyer wrote:
>> Stefan Froehlich <Stefan...@Froehlich.Priv.at> schrieb:
>>> On Wed, 25 May 2022 23:09:47 Stephan Weinberger wrote:
>>>> On 25.05.22 16:20, Harald Geyer wrote:
>>>>> Was haltet ihr von dem Modell, eine Reservierungspflicht quasi
>>>>> als fahrstreckenunabhängige Tarifkomponente, die auch nicht
>>>>> durch Zeitkarten vermieden werden kann, einzuführen.
>>>
>>> Nichts.
>>>
>>> Wenn man den modal split in Richtung ÖPNV verschieben möchte, und
>>> das ist ja nun dringendst geboten, dann sollte man tunlichst
>>> nicht die ohneinn schon prinzipbedingt geringere Flexibilität des
>>> ÖPNV noch weiter reduzieren.
>
>> Da reden wir gerade aneinnader vorbei. Ich habe vom Fernverkehr
>> geschrieben und du schreibst jetzt von Nahverkehr.
>
> Auch wenn "modal split" typischerweise im Nahverkehr verwendet wird,
> ich hatte mich hier durchaus auf den Fernverkehr bezogen.

Es ist nicht der "modal split" sondern die Abkürzung ÖPNV ... ;-)

> Wien-Linz
> ist eine Strecke, wo der Zug dem KfZ an sich bereits überlegen wäre,
> aber den einen oder anderen Fahrgast könnte man mit einer
> Reservierungspflicht dann vielleicht wieder vertreiben.

Ja. Deshalb gäbe es die Reservierungspflicht in dem Modell auch nur
als Minimalvariante: Nur für wenige ausgewählte und gut gekennzeichnete
Züge. Vielleicht nur in einem Zug um 7 Uhr morgens, wo man trotz aller
Verstärkungszüge die Kurzstreckenpendler Wien - St. Pölten nicht
ausreichend in die alternativen Züge bringt.

>> Aber was tut man, wenn man zusätzliche Kapazitäten zwischen Wien
>> und Wiener Neustadt schafft, aber dann trotzdem zu viele
>> Nahverkehrsfahrgäste den Zug zwischen Wien und Klagenfurt stürmen?
>
> Das kann ja eigentlich nur Fahrgäste nach Wr. Neustadt betreffen
> (dazwischen hält der RJ nicht), und denen den Fernverkehr zu
> verweigern, fände ich per se schon nicht nett.

Solange bzw. sofern genug Platz im RJ ist, natürlich nicht. Aber es
ist viel einfacher, die Kapazitäten zwischen Wien und Wiener Neustadt
zu erweitern als für die ganze Strecke bis Klagenfurt.

> Und waren diese (oder ähnlich gelagerte) Relationen die Ursache für
> die aktuellen Probleme. Ich habe nur die Schlagzeilen gelesen,
> dachte aber eher an die üblichen Fernreisenden, die halt irgendwann
> am Bahnhof aufschlagen und ohne Reservierung den nächsten Zug
> nehmen, der fährt; mache ich ja auch so.

Ich auch. Und ja, zwischen Wien und Wiener Neustadt stehe ich
regelmäßig im RJ. (Und nicht nur in den Stoßzeiten. Und ja, ich stehe
auch lieber, als zu reservieren.)

Gerade heute gibt's einen neuen Beitrag, wo überraschend konkrete
Zahlen und Fakten genannt werden:
https://wien.orf.at/stories/3158829/

>>> [...] wenn ich nicht weiss, wann ich fahren werde, gehe ich halt
>>> das Risiko ein, einen Stehplatz zu ergattern oder im schlimmsten
>>> Fall auf den nächsten Zug warten zu müssen - immer noch besser,
>>> als sicherheitshalber drei Reservierungen zu bezahlen, von denen
>>> dann notgedrungen zwei verfallen.
>
>> Das mag subjektiv so sein. Aber wie groß ist die Freude, wenn du
>> eine Reservierung hast - weil du bist ja auf den Zug angewiesen
>> und musst zu einer bestimmten Zeit wo sein - aber der Zug hat 45
>> Minuten Verspätung, weil es so lange dauert, bis das Personal die
>> überzähligen Fahrgäste endlich draußen hat?
>
> Das mag subjektiv so sein :-)
>
> Aber *so* oft kommt das nun auch wieder nicht vor, und eine gewisse
> Straffung der Abläufe wäre sicherlich noch möglich. Beim
> Startbahnhof sollte sich so ein Problem vor der regulären
> Abfahrtszeit feststellen lassen, und unterwegs könnte man bei
> überfüllten Zügen rechtzeitig am Bahnhof Maßnahmen ergreifen.

Sofern man Personal hat, das mitdenkt. Oder extra dafür Leute
abstellt.

Aber anscheinend denken die ÖBB inzwischen auch, dass sie das
Problem anders in den Griff bekommen.

> Sollte aber jedenfalls die klare Ausnahme sein.

Da viele von den Menschen, die bisher mit Sparschiene gut lenkbar
waren, in Zukunft mit dem Klimaticket fahren, wann sie wollen,
rechne ich mit einer Zunahme.

> Es würde mich interessieren, wieviele dieser Situationen durch
> Vergleich mit z.B. den Vorjahresdaten (bzw. derzeit eher mit den
> vorpandemischen Daten) antizipierbar gewesen wären - und wie oft
> so ein Andrang tatsächlich völlig überraschend kommt.

Mich auch. Ich finde es schade, wie zurückhaltend die ÖBB bei der
Veröffentlichung von Zahlen geworden sind. Aber angesichts der
Rosinenpickerei der Mitbewerber, kann ich es ihnen auch nicht
verdenken. :-(

> Klar,
> Reservierungspflicht ist eine einfache Lösung, bringt ein bisschen
> Körberlgeld, man hört nie wieder etwas zu dem Thema, und alle sind
> glücklich - alle, bis auf die verhinderten Fahrgäste, und die
> sollten doch die Hauptsache sein.

Eh - deshalb würde ich es auch nur auf Züge beschränken, wo es
regelmäßig Probleme gibt und andere leistbare Maßnahmen nicht
greifen. So in der Art "RJxy hat immer wieder Verspätung wegen
Überfüllung obwohl es alternative Verbindungen gibt, die nicht
ausgelastet sind. Machen wir einen Reservierungsjet daraus."

Und gerade zwischen Wien und Wiener Neustadt ist tatsächlich die
Frage, warum die ÖBB und der VOR nicht bemühter sind, zusätzliche
Kapazitäten zu schaffen.

beste Grüße,
Harald

Stephan Weinberger

unread,
Jun 1, 2022, 3:27:24 PM6/1/22
to
On 01.06.22 13:19, Harald Geyer wrote:

> Und gerade zwischen Wien und Wiener Neustadt ist tatsächlich die
> Frage, warum die ÖBB und der VOR nicht bemühter sind, zusätzliche
> Kapazitäten zu schaffen.


Naja, da hat bis jetzt vor allem das Land NÖ gebremst, das weder eine
drei- bis viergleisige Ausbau Südbahn (zumindest bis Mödling) wollte,
noch beim Ausbau der Pottendorferlinie sonderlich enthusiastisch war.

Jetzt soll ja glücklicherweise beides kommen (bzw. die Pottendorfer wird
ja in absehbarer Zeit tatsächlich fertig) - aber halt ein gutes
Jahrzehnt zu spät.


lg
Stephan

Harald Geyer

unread,
Jun 2, 2022, 5:44:37 AM6/2/22
to
Stephan Weinberger <invi...@xover.mud.at> schrieb:
Ja, die Pottendorferlinie wird sicher vieles verbessern.

Aber ich meine, man könnte auch ohne neue Gleise die Kapazität erhöhen.
Ad hoc fallen mir zumindest zwei Möglichkeiten ein:

1) Die 4020 von Liesing - Wiener Neustadt (oder zumindest Mödling -
Wiener Neustadt) verbannen und die S-Bahn entsprechend schneller fahren
lassen. Dann gehen sich mindestens 2 zusätzliche Trassen pro Stunde aus,
wenn die 4020 nicht mehr die Strecke verstellt. Alternative Garnituren
sollte man bei den ÖBB ja schon länger ausreichend haben.

2) Die REX-Züge von der Aspang-Bahn, die nach Wien durchgebunden werden,
könnte man zwischen Wien und Wiener Neustadt mit zusätzlichen Wagen
und E-Lok verlängern. Die Bahnsteige in Wr. Neustadt, Meidling und
Wien Hauptbahnhof sind ja lang genug. Das hätte neben der erhöhten
Kapazität auch noch den Vorteil, dass man zwischen Wr. Neustadt und Wien
keinen Diesel mehr braucht und die Fahrgäste finden in Wr. Neustadt
vielleicht auch verstärkt in diese Züge, wenn sie schon länger vor der
Abfahrtszeit bereitstehen.

(Und dann am besten die Busse, die derzeit vom Burgenland nach Wien
fahren, alternierend nach Wr. Neustadt führen. Spart noch mehr Diesel
ein und bietet mehr Umsteigemöglichkeiten.)

Liebe Grüße,
Harald

Stephan Weinberger

unread,
Jun 2, 2022, 10:18:16 AM6/2/22
to
On 02.06.22 11:44, Harald Geyer wrote:

> Ja, die Pottendorferlinie wird sicher vieles verbessern.
>
> Aber ich meine, man könnte auch ohne neue Gleise die Kapazität erhöhen.
> Ad hoc fallen mir zumindest zwei Möglichkeiten ein:

Eine dritte Möglichkeit wäre bislang noch gewesen die Mitbenutzung des
berits vorhandenen 3. Gleises zwischen Atzgersdorf und Liesing (dazu
müsste man die Weichenverbindung am Nordkopf in Liesing etwas umbauen,
damit man von den Bahnsteiggleiisen dort hin kommt). Aber das soll jetzt
ja eh alles viergleisig werden (wobei ich mir das in Hetzendorf etwas
herausfordernd vorstelle).

lg
Stephan

Stefan Froehlich

unread,
Jun 2, 2022, 11:11:23 AM6/2/22
to
On Thu, 02 Jun 2022 16:18:14 Stephan Weinberger wrote:
> On 02.06.22 11:44, Harald Geyer wrote:
>> Aber ich meine, man könnte auch ohne neue Gleise die Kapazität
>> erhöhen. Ad hoc fallen mir zumindest zwei Möglichkeiten ein:

> Eine dritte Möglichkeit wäre bislang noch gewesen die Mitbenutzung
> des berits vorhandenen 3. Gleises zwischen Atzgersdorf und Liesing
> (dazu müsste man die Weichenverbindung am Nordkopf in Liesing
> etwas umbauen, damit man von den Bahnsteiggleiisen dort hin
> kommt).

*Noch* könnte man das ja tun, ich bezweifle nur, dass man damit
relevante Kapazitäten schaffen würde. Die zusätzlichen Züge über
dieses Gleis müssten davor und danach ja irgendwo hin.

> Aber das soll jetzt ja eh alles viergleisig werden (wobei
> ich mir das in Hetzendorf etwas herausfordernd vorstelle).

Mittelbahnsteig mit unterirdischen Zugängen etwas westlich der
derzeitigen Mittellinie. Zwei Gleiskanten für die Schnellbahnen,
ganz außen zwei Gleise für die Regionalzüge. Es wird vor allem
ärgerlich für diejenigen, die paar Wohnungen in den unteren
Stockwerken der Eckartsaugasse, die dann statt der Grasböschung auf
eine nahe Betonmauer blicken werden.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - Liebe, die mitnichten bucht.
(Sloganizer)

Stefan Froehlich

unread,
Jun 3, 2022, 2:29:01 AM6/3/22
to
On Wed, 01 Jun 2022 13:19:43 Harald Geyer wrote:
> Stefan Froehlich <Stefan...@Froehlich.Priv.at> schrieb:
>> On Sat, 28 May 2022 22:31:59 Harald Geyer wrote:
>>> Stefan Froehlich <Stefan...@Froehlich.Priv.at> schrieb:
>>>> On Wed, 25 May 2022 23:09:47 Stephan Weinberger wrote:
>>>>> On 25.05.22 16:20, Harald Geyer wrote:
>>>>>> Was haltet ihr von dem Modell, eine Reservierungspflicht quasi
>>>>>> als fahrstreckenunabhängige Tarifkomponente, die auch nicht
>>>>>> durch Zeitkarten vermieden werden kann, einzuführen.
>>>>
>>>> Nichts.
>>>>
>>>> Wenn man den modal split in Richtung ÖPNV verschieben möchte, und
>>>> das ist ja nun dringendst geboten, dann sollte man tunlichst
>>>> nicht die ohneinn schon prinzipbedingt geringere Flexibilität des
>>>> ÖPNV noch weiter reduzieren.
>>
>>> Da reden wir gerade aneinnader vorbei. Ich habe vom Fernverkehr
>>> geschrieben und du schreibst jetzt von Nahverkehr.
>>
>> Auch wenn "modal split" typischerweise im Nahverkehr verwendet wird,
>> ich hatte mich hier durchaus auf den Fernverkehr bezogen.
>
> Es ist nicht der "modal split" sondern die Abkürzung ÖPNV ... ;-)

Das "N" hat sich spontan materialisiert, dafür kann ich nichts :-)

>> Wien-Linz ist eine Strecke, wo der Zug dem KfZ an sich bereits
>> überlegen wäre, aber den einen oder anderen Fahrgast könnte man
>> mit einer Reservierungspflicht dann vielleicht wieder vertreiben.

> Ja. Deshalb gäbe es die Reservierungspflicht in dem Modell auch
> nur als Minimalvariante: Nur für wenige ausgewählte und gut
> gekennzeichnete Züge.

Das halte ich für kaum besser, als eine vollständige
Reservierungspflicht auf einer Strecke, weil wer hat Interesse,
sich die betroffenen Züge zu merken? Wenn ich zum Bahnhof gehe, den
nächsten Zug nehmen möchte, und das ist dann einer mit
Reservierungspflicht, darf ohne Sinn und Not eine zusätzliche Stunde
warten - oder man lässt alternativ dazu den nachträglichen Verkauf
von Reservierungen an Bord (nicht ausgelasteter Züge) zu und erhöht
damit Körberlgeld und Umut synchron.

Jedenfalls aber reduziert man damit zur Zeit der größten Nachfrage
die Kapazität um die Anzahl der Stehplätze. Ist das im Sinn des
Erfinders?

> Vielleicht nur in einem Zug um 7 Uhr morgens, wo man trotz aller
> Verstärkungszüge die Kurzstreckenpendler Wien - St. Pölten nicht
> ausreichend in die alternativen Züge bringt.

Mit *einem* Zug in so einer Randlage ginge das wahrscheinlich noch
irgendwie, aber sind ja offenbar nicht die Züge, die zur Diskussion
stehen ("am Sonntag habe man 16 zusätzliche Züge auf die Strecken
gebracht" aus dem von Dir weiter unten zitierten Artikel).

>>> Aber was tut man, wenn man zusätzliche Kapazitäten zwischen Wien
>>> und Wiener Neustadt schafft, aber dann trotzdem zu viele
>>> Nahverkehrsfahrgäste den Zug zwischen Wien und Klagenfurt
>>> stürmen?
>>
>> Das kann ja eigentlich nur Fahrgäste nach Wr. Neustadt betreffen
>> (dazwischen hält der RJ nicht), und denen den Fernverkehr zu
>> verweigern, fände ich per se schon nicht nett.
>
> Solange bzw. sofern genug Platz im RJ ist, natürlich nicht. Aber
> es ist viel einfacher, die Kapazitäten zwischen Wien und Wiener
> Neustadt zu erweitern als für die ganze Strecke bis Klagenfurt.

Wenn man nicht möchte, dass dort jemand aussteigt, sollte man Wr.
Neustadt als Halt "nur zum Einsteigen" deklarieren... mit einer
Reservierungspflicht bekäme man *das* Problem vielleicht auch gar
nicht in den Griff, weil viele der Pendler recht genau wissen,
welchen Zug sie nehmen wollen.

Alternativ dazu könnte man mit strategisch gewählten Abfahrtszeiten
agieren; solange der REX nach Payerbach und der RJ nach Graz sich
miteinander (und mit langsamen S-Bahnen) die Trasse teilen, scheint
mir das aber schwer möglich, weil sie fast notgedrungen innerhalb
weniger Minuten abfahren müssen.

> Gerade heute gibt's einen neuen Beitrag, wo überraschend konkrete
> Zahlen und Fakten genannt werden:
> https://wien.orf.at/stories/3158829/

Immerhin, offenbar war das eh nur eine kurze Aufregung.

>> Klar, Reservierungspflicht ist eine einfache Lösung, bringt ein
>> bisschen Körberlgeld, man hört nie wieder etwas zu dem Thema, und
>> alle sind glücklich - alle, bis auf die verhinderten Fahrgäste,
>> und die sollten doch die Hauptsache sein.

> Eh - deshalb würde ich es auch nur auf Züge beschränken, wo es
> regelmäßig Probleme gibt und andere leistbare Maßnahmen nicht
> greifen. So in der Art "RJxy hat immer wieder Verspätung wegen
> Überfüllung obwohl es alternative Verbindungen gibt, die nicht
> ausgelastet sind. Machen wir einen Reservierungsjet daraus."

Und was machst Du an den langen Wochenenden im Mai? :)

Ein kleineres, aber ähnlich gelagertes Problem kann man jeden
Sonntag auf der Strecke Neusiedel -> Wien beobachten, wenn es darum
geht, mit den am Vormittag gut verteilt ins Burgenland gebrachten
Fahrrädern wieder möglichst (weil "sehr" gibt es kein Angebot mehr)
spät wieder nach Wien zu kommen; Heimfahrt um 18:00 ist im Sommer
für die meisten eher keine Option, auch wenn die ÖBB von
"Lenkungsproblem, nicht Kapazitätsproblem" reden.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - klamm, mehr als man sich wünscht.
(Sloganizer)

Stephan Weinberger

unread,
Jun 3, 2022, 9:38:36 AM6/3/22
to
On 02.06.22 17:11, Stefan Froehlich wrote:
> On Thu, 02 Jun 2022 16:18:14 Stephan Weinberger wrote:
>> On 02.06.22 11:44, Harald Geyer wrote:
>>> Aber ich meine, man könnte auch ohne neue Gleise die Kapazität
>>> erhöhen. Ad hoc fallen mir zumindest zwei Möglichkeiten ein:
>
>> Eine dritte Möglichkeit wäre bislang noch gewesen die Mitbenutzung
>> des berits vorhandenen 3. Gleises zwischen Atzgersdorf und Liesing
>> (dazu müsste man die Weichenverbindung am Nordkopf in Liesing
>> etwas umbauen, damit man von den Bahnsteiggleiisen dort hin
>> kommt).
>
> *Noch* könnte man das ja tun, ich bezweifle nur, dass man damit
> relevante Kapazitäten schaffen würde. Die zusätzlichen Züge über
> dieses Gleis müssten davor und danach ja irgendwo hin.


Naja, man könnte damit zumindest in Lastrichtung S-Bahnen durch
schnellere Züge fliegend überholen.


>> Aber das soll jetzt ja eh alles viergleisig werden (wobei
>> ich mir das in Hetzendorf etwas herausfordernd vorstelle).
>
> Mittelbahnsteig mit unterirdischen Zugängen etwas westlich der
> derzeitigen Mittellinie. Zwei Gleiskanten für die Schnellbahnen,
> ganz außen zwei Gleise für die Regionalzüge. Es wird vor allem
> ärgerlich für diejenigen, die paar Wohnungen in den unteren
> Stockwerken der Eckartsaugasse, die dann statt der Grasböschung auf
> eine nahe Betonmauer blicken werden.


Ist das schon fertig geplant, weil du es mit solcher Gewissheit
schreibst? Wenn ja: Kann man die Pläne irgendwo einsehen?



lg
Stephan

Stephan Weinberger

unread,
Jun 3, 2022, 9:48:11 AM6/3/22
to
On 03.06.22 08:28, Stefan Froehlich wrote:

> Und was machst Du an den langen Wochenenden im Mai? :)
>
> Ein kleineres, aber ähnlich gelagertes Problem kann man jeden
> Sonntag auf der Strecke Neusiedel -> Wien beobachten, wenn es darum
> geht, mit den am Vormittag gut verteilt ins Burgenland gebrachten
> Fahrrädern wieder möglichst (weil "sehr" gibt es kein Angebot mehr)
> spät wieder nach Wien zu kommen; Heimfahrt um 18:00 ist im Sommer
> für die meisten eher keine Option, auch wenn die ÖBB von
> "Lenkungsproblem, nicht Kapazitätsproblem" reden.


Der letzte REX aus Neusiedl fährt doch eh erst um 23 Uhr. Aber ev.
sollte man da im Sommer wieder Fahrradwagen einreihen (sofern man noch
welche hat, die über UIC- und Heizleitung verfügen, damit man sie
zwischen Lok und Wendezug packen kann). Geht ja auch mit älterem
Material, ex. POstwagen, etc.: Die Strecke gibt eh nur 140 her, da ist
es nicht so dramatisch, wenn der REX nur 120 laufen kann.


Ich fürchte nur, dass man das inzwischen alles abgestoßen hat, zumindest
hab ich schon lang nichts derartiges mehr herumfahren gesehen.


lg
Stephan

Stefan Froehlich

unread,
Jun 3, 2022, 9:54:57 AM6/3/22
to
On Fri, 03 Jun 2022 15:38:34 Stephan Weinberger wrote:
> On 02.06.22 17:11, Stefan Froehlich wrote:
>> On Thu, 02 Jun 2022 16:18:14 Stephan Weinberger wrote:
>>> Eine dritte Möglichkeit wäre bislang noch gewesen die
>>> Mitbenutzung des berits vorhandenen 3. Gleises zwischen
>>> Atzgersdorf und Liesing (dazu müsste man die Weichenverbindung
>>> am Nordkopf in Liesing etwas umbauen, damit man von den
>>> Bahnsteiggleiisen dort hin kommt).

>> *Noch* könnte man das ja tun, ich bezweifle nur, dass man damit
>> relevante Kapazitäten schaffen würde. Die zusätzlichen Züge über
>> dieses Gleis müssten davor und danach ja irgendwo hin.

> Naja, man könnte damit zumindest in Lastrichtung S-Bahnen durch
> schnellere Züge fliegend überholen.

Praktisch betrifft das schnelle Züge Richtung Wien (ansonsten wird
das Jonglieren mit den Gleisen bei Atzgersdorf schon sehr haarig).

Da gibt es:

a) Züge, die durch Liesing durchfahren - vor allem die RJs, aber
auch einige REXe. Die überholen bereits jetzt, nur halt direkt im
Bahnhof, was vom Timing her sicherlich (viel) einfacher ist.

b) die normalen REXe, die zwar in Liesing halten, im Gegensatz zur
S-Bahn aber durch Atzgersdorf durchfahren. Da wäre das zwar eine
Möglichkeit, aber viel gewinnen wird sich damit nicht lassen.
Derzeit überholen die REXe von Süden kommend beim Halt in Mödling
eine S-Bahn (oder war's Baden? Ich verwechsle die beiden immer) und
holen dann bis Meidling knapp die nächste S-Bahn ein. Mit Überholen
auf offener Strecke nach Liesing könnte man also bestenfalls noch
einen zusätzlichen REX einsetzen. Der müsste dann in Liesing
unmittelbar nach der S-Bahn halten, diese müsste auf offenem Gleis
warten, bis er durch Atzgersdorf durch ist und könnte ihm dann
folgen. Ich bin nicht ganz überzeugt.

>>> Aber das soll jetzt ja eh alles viergleisig werden (wobei ich
>>> mir das in Hetzendorf etwas herausfordernd vorstelle).

>> Mittelbahnsteig mit unterirdischen Zugängen etwas westlich der
>> derzeitigen Mittellinie. Zwei Gleiskanten für die Schnellbahnen,
>> ganz außen zwei Gleise für die Regionalzüge. Es wird vor allem
>> ärgerlich für diejenigen, die paar Wohnungen in den unteren
>> Stockwerken der Eckartsaugasse, die dann statt der Grasböschung
>> auf eine nahe Betonmauer blicken werden.

> Ist das schon fertig geplant, weil du es mit solcher Gewissheit
> schreibst? Wenn ja: Kann man die Pläne irgendwo einsehen?

Es ist jetzt die Einreichphase erreicht, d.h. da kann sich schon
noch etwas ändern, aber im großen und ganzen steht das Konzept. Vor
rund 1 Monat gab es eine Ausstellungstour durch alle betroffenen
Gemeinden und Bezirke, wo man großformatige Pläne ansehen konnte
(und auch mitnehmen hätte können, wären am letzten Tag noch welche
übrig gewesen). Theoretisch waren auch Ansprechpersonen für Fragen
und Auskünfte vor Ort, praktisch haben sich die eher untereinander
beschäftigt.

Im Web sind die Details offenbar (noch?) nicht angekommen, warum
auch immer:
<https://infrastruktur.oebb.at/de/projekte-fuer-oesterreich/bahnstrecken/grossraum-wien/ausbau-meidling-moedling>

Die wesentlichen Punkte sind auf dem dort verlinkten Video aber auch
ersichtlich.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - die vollendetste Erleuchtung der Romantik!
(Sloganizer)

Stephan Weinberger

unread,
Jun 3, 2022, 4:24:09 PM6/3/22
to
On 03.06.22 15:54, Stefan Froehlich wrote:
> On Fri, 03 Jun 2022 15:38:34 Stephan Weinberger wrote:
>> On 02.06.22 17:11, Stefan Froehlich wrote:
>>> On Thu, 02 Jun 2022 16:18:14 Stephan Weinberger wrote:
>>>> Eine dritte Möglichkeit wäre bislang noch gewesen die
>>>> Mitbenutzung des berits vorhandenen 3. Gleises zwischen
>>>> Atzgersdorf und Liesing (dazu müsste man die Weichenverbindung
>>>> am Nordkopf in Liesing etwas umbauen, damit man von den
>>>> Bahnsteiggleiisen dort hin kommt).
>
>>> *Noch* könnte man das ja tun, ich bezweifle nur, dass man damit
>>> relevante Kapazitäten schaffen würde. Die zusätzlichen Züge über
>>> dieses Gleis müssten davor und danach ja irgendwo hin.
>
>> Naja, man könnte damit zumindest in Lastrichtung S-Bahnen durch
>> schnellere Züge fliegend überholen.
>
> Praktisch betrifft das schnelle Züge Richtung Wien (ansonsten wird
> das Jonglieren mit den Gleisen bei Atzgersdorf schon sehr haarig).


Ja, hast recht, viel wäre da tatsächlich nicht gewonnen. Aber im
Störungsfall hätt man halt ev. ein wenig mehr Luft gehabt.


> Im Web sind die Details offenbar (noch?) nicht angekommen, warum
> auch immer:
> <https://infrastruktur.oebb.at/de/projekte-fuer-oesterreich/bahnstrecken/grossraum-wien/ausbau-meidling-moedling>

https://infrastruktur.oebb.at/de/projekte-fuer-oesterreich/bahnstrecken/grossraum-wien/ausbau-meidling-moedling/rund-um-die-planung/planunterlagen-meidling-moedling


Stefan Froehlich

unread,
Jun 3, 2022, 5:06:13 PM6/3/22
to
On Fri, 03 Jun 2022 22:24:07 Stephan Weinberger wrote:
> On 03.06.22 15:54, Stefan Froehlich wrote:
>> On Fri, 03 Jun 2022 15:38:34 Stephan Weinberger wrote:
>>> On 02.06.22 17:11, Stefan Froehlich wrote:
>>>> On Thu, 02 Jun 2022 16:18:14 Stephan Weinberger wrote:
>>>>> Eine dritte Möglichkeit wäre bislang noch gewesen die
>>>>> Mitbenutzung des berits vorhandenen 3. Gleises zwischen
>>>>> Atzgersdorf und Liesing (dazu müsste man die Weichenverbindung
>>>>> am Nordkopf in Liesing etwas umbauen, damit man von den
>>>>> Bahnsteiggleiisen dort hin kommt).

>>>> *Noch* könnte man das ja tun, ich bezweifle nur, dass man damit
>>>> relevante Kapazitäten schaffen würde. Die zusätzlichen Züge
>>>> über dieses Gleis müssten davor und danach ja irgendwo hin.

>>> Naja, man könnte damit zumindest in Lastrichtung S-Bahnen durch
>>> schnellere Züge fliegend überholen.

>> Praktisch betrifft das schnelle Züge Richtung Wien (ansonsten
>> wird das Jonglieren mit den Gleisen bei Atzgersdorf schon sehr
>> haarig).

> Ja, hast recht, viel wäre da tatsächlich nicht gewonnen. Aber im
> Störungsfall hätt man halt ev. ein wenig mehr Luft gehabt.

Hätte man eh - über das dritte Gleis und ggf. den Bahnsteig 3 in
Atzgersdorf kann man im Notfall ausweichen. Das war im Zug der
Sanierung der Brücke über die Lastenstraße der Fall, aber 2x habe
ich auch schon erlebt, dass ein verspäteter REX auf diese Art eine
S-Bahn überholt hat (IMO wenig sinnvoll, die Wartezeit war meist
länger, als der eine, verbleibende Halt in Hetzendorf).
Oh, danke! Das hatte ich damals nicht gefunden.

Servus,
Stefan

--
http://kontaktinser.at/ - die kostenlose Kontaktboerse fuer Oesterreich
Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike

Stefan - denn wunderbare Liebe plumpst nimmerdar.
(Sloganizer)

Ulf Kutzner

unread,
Jun 14, 2022, 7:37:50 AM6/14/22
to
Erich Klecka schrieb am Donnerstag, 26. Mai 2022 um 20:46:58 UTC+2:
> Am 26.05.22 um 17:02 schrieb Stephan Weinberger:

> > Nein, natürlich nicht. Aber sie schafft es halt die Situation
> > werbewirksam zu nutzen. Der Verlust durch die Gratisreservierung dürfte
> > sich auch in recht überschaubarem Rahmen halten - schließlich kriegt man
> > so die "2+"-Klasse voll (die ansonsten nicht so der Renner zu sein
> > scheint) - die anteilsmäßige Klimaticket-Vergütung ist definitiv besser
> > als die Plätze leer durch die Gegend zu führen.
> >
> >
> Ausserdem ist zumindest für meinen Anspruch das Fahrmaterial bei
> WESTBAHN viel bequemer.
>
> Obwohl - ich gestehe - bei meinem letzten Termin in Salzburg
> (Wien-Salzburg-Wien, Ticket 1.Klasse zahlt Kunde) ich den RJX genommen
> habe, ohne Reservierung, weil die 1.Klasse ist eh großteils frei.
>
>
> Also das mit einer allgemeinen Reservierungspflicht halte ich nicht für
> sinnvoll.
> Wer in einem überfüllten Zug stehen will (weil er justament den
> schnellen nehmen will) muß halt stehen.
> Die Leut sind doch erwachsen (anzunehmen).
> Wenn der Zug überlastet ist müssen sie halt aussteigen, den nächsten
> oder übernächsten nehmen. Ich sehe da kein Problem.
> Alternativ reservieren oder ein 1.Klasse Ticket lösen.

Am 3. Juni soll es vor Pfingsten in den Fernzügen im Land Salzburg aber schon recht
voll gewesen sein; vielfach kam auf die Freifahrt eine Reservierungspflicht
obendrauf. Ich schätze, zumindest bei der ÖBB eher nicht gratis.

Stefan Froehlich

unread,
Jan 31, 2023, 5:03:22 PM1/31/23
to
Es gibt wieder Informationsveranstaltungen, offenbar mit
aktualisierten Daten zum Lärmschutz und zur Ausgestaltung der
einzelnen Stationen; Voranmeldung ist erforderlich:
<https://oebb.arbyte.net/meidling-moedling>

(Wobei der Informationsgewinn voriges Jahr relativ mager war)

Ulf Kutzner

unread,
Jun 17, 2023, 6:38:08 AM6/17/23
to
Servus,

Harald Geyer schrieb am Mittwoch, 25. Mai 2022 um 16:20:48 UTC+2:

> Wie inzwischen durch mehrere Medien geistert, denkt man bei den ÖBB
> anscheinend zumindest für den Fernverkehr ernsthaft über eine
> Reservierungspflicht nach. Durch das Klimaticket sind die klassischen
> Kapazitätslenkungsmechanismen weniger wirksam und es gibt inzwischen
> mehr Fernverkehrsfahrgäste als je zuvor. Insgesamt gibt es aber kein
> Kapazitätsproblem.
>
> https://wien.orf.at/stories/3157716
>
> Was haltet ihr von dem Modell, eine Reservierungspflicht quasi als
> fahrstreckenunabhängige Tarifkomponente, die auch nicht durch
> Zeitkarten vermieden werden kann, einzuführen. Aber nur in wenigen
> ausgewählten Fernverkehrszügen, um die Kurzstreckenpendler aus den
> Fernverkehrszügen zu bekommen? - Umgekehrt sollten die ÖBB diese
> Züge dann aber auch eigenwirtschaftlich betreiben und leicht
> erkennbar kennzeichnen. Reservierungsjet? ;-)
>
> Besonders betroffen scheint der Abschnitt zwischen Wien und
> Wiener Neustadt, wo man erst in eineinhalb Jahren mehr Kapazitäten
> haben wird.

Freitag bis Sonntag gibt es nun dem Vernehmen nach
R-Pflicht in Fernzügen für Sommerticketinhaber. Generell
und entgeltpflichtig.

Gruß, ULF
0 new messages