On Wed, 01 Jun 2022 13:19:43 Harald Geyer wrote:
> Stefan Froehlich <
Stefan...@Froehlich.Priv.at> schrieb:
>> On Sat, 28 May 2022 22:31:59 Harald Geyer wrote:
>>> Stefan Froehlich <
Stefan...@Froehlich.Priv.at> schrieb:
>>>> On Wed, 25 May 2022 23:09:47 Stephan Weinberger wrote:
>>>>> On 25.05.22 16:20, Harald Geyer wrote:
>>>>>> Was haltet ihr von dem Modell, eine Reservierungspflicht quasi
>>>>>> als fahrstreckenunabhängige Tarifkomponente, die auch nicht
>>>>>> durch Zeitkarten vermieden werden kann, einzuführen.
>>>>
>>>> Nichts.
>>>>
>>>> Wenn man den modal split in Richtung ÖPNV verschieben möchte, und
>>>> das ist ja nun dringendst geboten, dann sollte man tunlichst
>>>> nicht die ohneinn schon prinzipbedingt geringere Flexibilität des
>>>> ÖPNV noch weiter reduzieren.
>>
>>> Da reden wir gerade aneinnader vorbei. Ich habe vom Fernverkehr
>>> geschrieben und du schreibst jetzt von Nahverkehr.
>>
>> Auch wenn "modal split" typischerweise im Nahverkehr verwendet wird,
>> ich hatte mich hier durchaus auf den Fernverkehr bezogen.
>
> Es ist nicht der "modal split" sondern die Abkürzung ÖPNV ... ;-)
Das "N" hat sich spontan materialisiert, dafür kann ich nichts :-)
>> Wien-Linz ist eine Strecke, wo der Zug dem KfZ an sich bereits
>> überlegen wäre, aber den einen oder anderen Fahrgast könnte man
>> mit einer Reservierungspflicht dann vielleicht wieder vertreiben.
> Ja. Deshalb gäbe es die Reservierungspflicht in dem Modell auch
> nur als Minimalvariante: Nur für wenige ausgewählte und gut
> gekennzeichnete Züge.
Das halte ich für kaum besser, als eine vollständige
Reservierungspflicht auf einer Strecke, weil wer hat Interesse,
sich die betroffenen Züge zu merken? Wenn ich zum Bahnhof gehe, den
nächsten Zug nehmen möchte, und das ist dann einer mit
Reservierungspflicht, darf ohne Sinn und Not eine zusätzliche Stunde
warten - oder man lässt alternativ dazu den nachträglichen Verkauf
von Reservierungen an Bord (nicht ausgelasteter Züge) zu und erhöht
damit Körberlgeld und Umut synchron.
Jedenfalls aber reduziert man damit zur Zeit der größten Nachfrage
die Kapazität um die Anzahl der Stehplätze. Ist das im Sinn des
Erfinders?
> Vielleicht nur in einem Zug um 7 Uhr morgens, wo man trotz aller
> Verstärkungszüge die Kurzstreckenpendler Wien - St. Pölten nicht
> ausreichend in die alternativen Züge bringt.
Mit *einem* Zug in so einer Randlage ginge das wahrscheinlich noch
irgendwie, aber sind ja offenbar nicht die Züge, die zur Diskussion
stehen ("am Sonntag habe man 16 zusätzliche Züge auf die Strecken
gebracht" aus dem von Dir weiter unten zitierten Artikel).
>>> Aber was tut man, wenn man zusätzliche Kapazitäten zwischen Wien
>>> und Wiener Neustadt schafft, aber dann trotzdem zu viele
>>> Nahverkehrsfahrgäste den Zug zwischen Wien und Klagenfurt
>>> stürmen?
>>
>> Das kann ja eigentlich nur Fahrgäste nach Wr. Neustadt betreffen
>> (dazwischen hält der RJ nicht), und denen den Fernverkehr zu
>> verweigern, fände ich per se schon nicht nett.
>
> Solange bzw. sofern genug Platz im RJ ist, natürlich nicht. Aber
> es ist viel einfacher, die Kapazitäten zwischen Wien und Wiener
> Neustadt zu erweitern als für die ganze Strecke bis Klagenfurt.
Wenn man nicht möchte, dass dort jemand aussteigt, sollte man Wr.
Neustadt als Halt "nur zum Einsteigen" deklarieren... mit einer
Reservierungspflicht bekäme man *das* Problem vielleicht auch gar
nicht in den Griff, weil viele der Pendler recht genau wissen,
welchen Zug sie nehmen wollen.
Alternativ dazu könnte man mit strategisch gewählten Abfahrtszeiten
agieren; solange der REX nach Payerbach und der RJ nach Graz sich
miteinander (und mit langsamen S-Bahnen) die Trasse teilen, scheint
mir das aber schwer möglich, weil sie fast notgedrungen innerhalb
weniger Minuten abfahren müssen.
Immerhin, offenbar war das eh nur eine kurze Aufregung.
>> Klar, Reservierungspflicht ist eine einfache Lösung, bringt ein
>> bisschen Körberlgeld, man hört nie wieder etwas zu dem Thema, und
>> alle sind glücklich - alle, bis auf die verhinderten Fahrgäste,
>> und die sollten doch die Hauptsache sein.
> Eh - deshalb würde ich es auch nur auf Züge beschränken, wo es
> regelmäßig Probleme gibt und andere leistbare Maßnahmen nicht
> greifen. So in der Art "RJxy hat immer wieder Verspätung wegen
> Überfüllung obwohl es alternative Verbindungen gibt, die nicht
> ausgelastet sind. Machen wir einen Reservierungsjet daraus."
Und was machst Du an den langen Wochenenden im Mai? :)
Ein kleineres, aber ähnlich gelagertes Problem kann man jeden
Sonntag auf der Strecke Neusiedel -> Wien beobachten, wenn es darum
geht, mit den am Vormittag gut verteilt ins Burgenland gebrachten
Fahrrädern wieder möglichst (weil "sehr" gibt es kein Angebot mehr)
spät wieder nach Wien zu kommen; Heimfahrt um 18:00 ist im Sommer
für die meisten eher keine Option, auch wenn die ÖBB von
"Lenkungsproblem, nicht Kapazitätsproblem" reden.
Servus,
Stefan
--
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Offizieller Erstbesucher(TM) von mmeike
Stefan - klamm, mehr als man sich wünscht.
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