LERNEN IN DER (POST)MODERNE
vom Homo Sapiens Sapiens zum Homo Studiosus Technicus -
oder wie der Mensch das Online-Lernen erfand
Prof. Peter Baumgartner, Inst. f. Organisation und Lernen, Uni Innsbr.
am Donnerstag den 8. Juni 2000 von 16:00 bis 18:00 Uhr im
Vortmann-Hörsaal der TU Wien und gleichzeitig im Internet als MP3
Audio-Stream und Chat unter http://info.tuwien.ac.at/enzi/lernen/ .
Abstract:
Lernen ist nicht bloß die Aneignung von Faktenwissen sondern ganz
wesentlich auch der Erwerb von Fähigkeiten und Kompetenzen durch die
(Berufs-)Praxis ("Erfahrungswissen"). Eine wesentliche Rolle spielt
dabei das sog. "implizite Wissen", dh. Ein Wissen, das nicht
spezifizierbar, ist und sich auch nicht im vollen Umfang verbalisieren
läßt. Was bedeutet das für die Aus- und Weiterbildung? Und welche
Rolle kommt dabei den interaktiven Medien zu?
Vor dem Hintergrund drei verschiedener Lernparadigmen (Behaviorimus,
Kognitivismus und Konstruktivismus) möchte ich die sich daraus
ergebenden Konsequenzen für Lehre, (Prüfungs-)Didaktik diskutieren.
Lernen als sozialer Prozeß erfordert die "Konstruktion" von
Lernumgebungen, die "situiertes Lernen" ermöglichen. Welche Ansätze
gibt es dazu und welches neues Rollenverständnis von Lernenden und
LehrerInnen ist dafür erforderlich?
Im Zusammenhang mit dem vor sich gehenden Wertewandel möchte ich die
Entwicklung der Moderne zur Postmoderne auch im Bildungswesen
aufzeigen:
Vom autoritären Wissensvermittler ("Lehrer") über den Tutor zum
Coach; vom Nachahmen und Imitieren über das selbständige Lösen
vorgegebener Probleme zum (partiellen) eigenverantwortlichen
Bewältigen komplexer Situationen ("legitimierte periphere
Partizipation").
Auf Ihr Kommen in den Hörsaal oder vor den Computer freuen sich
Günter Enzi und Lena Doppel