Diese Frage mag auf den ersten Blick sehr sonderbar klingen, aber es
schwebt der begründete Verdacht im Raum, dass eine Handy-Nummer
(Orange) ohne Wissen von einer fremden Person auf eine andere Nummer
umgeleitet wurde.
Sprich:
A wollte B anrufen und hat auch definitiv die Nummer von B gewählt,
ist aber bei C gelandet, ohne das B eine Umleitung zu C geschalten hat
bzw. davon wusste.
Ich kenne zwar einige GSM-Codes, die aber meines Wissens nur vom
eigenen Handy aus funktionieren.
Kann es überhaupt sein, dass ein fremder (nennen wir in D, der evtl.
sogar gute Beziehungen in der Telekom-Branche hat), dass Handy von B
so zu manipulieren (ohne physischen Zugriff darauf zu haben), dass an
eine andere Nummer weitergeleitet wird?
Oder war sogar das Handy von C so manipuliert, dass es sich im Netz
als das Handy von B ausgegeben hat (weil C+D evtl. dieselbe Person
ist)?
Wenn ja (das Ganze ist nämlich oben drein im Zuge einer relativ
pikanten Sache passiert), wie kann man (bzw. kann B) da am besten
vorgehen bzw. nachweisen, dass hier manipuliert wurde.
- Anzeige bei der Polizei?
- Auskunftsanfrage beim Netzbetreiber? (Gibt der einem überhaupt die
Auskunft?)
- Gibt es überhaupt Log-Files, mit denen man so einen Fall nachweisen
könnte?
- Kann man sowas überhaupt von ausserhalb oder braucht man einen Spezl
direkt beim Netzbetreiber?
Für hilfreiche Antworten wäre ich sehr dankbar, da es sich hier
tatsächlich um eine Sache handeln dürfte, die ziemlich stinkt.
lg Hannes
> Ich kenne zwar einige GSM-Codes, die aber meines Wissens nur vom
> eigenen Handy aus funktionieren.
Bei den meisten Providern kann man online im Kundencenter die
Rufumleitungen konfigurieren. Der Zugang ist zwar kennwortgeschützt -
ich behaupte jedoch, dass dies vielfach kein großes Hindernis darstellt.
Gründe: Kundenkennwörter kann man oft erraten, das Personal des
Netzbetreibers sieht sie, am Anmeldebogen füllt man es für jedermann
sichtbar aus, wenn man die Hotline anruft wird man danach gefragt -
oftmals ist man jedoch dann nicht allein im Raum sodass andere mithören ...
> Bei den meisten Providern kann man online im Kundencenter die
> Rufumleitungen konfigurieren. Der Zugang ist zwar kennwortgeschützt -
> ich behaupte jedoch, dass dies vielfach kein großes Hindernis darstellt.
> Gründe: Kundenkennwörter kann man oft erraten, das Personal des
> Netzbetreibers sieht sie, am Anmeldebogen füllt man es für jedermann
> sichtbar aus, wenn man die Hotline anruft wird man danach gefragt -
> oftmals ist man jedoch dann nicht allein im Raum sodass andere mithören ...
Warum kompliziert, wenn es doch auch einfach gehen kann...
Deine Vermutung erscheint mir als ein realistisches Szenario, zumal
ich mir gut vorstellen kann, dass D Zugang zum Kundenkennwort hat.
Daher folgende Fragen:
- D ist Handyverkäufer in einer Elektrofachhandelskette - Hat er damit
einen problemlosen Zugang zum Kundenkennwort?
- Wenn ja, sind Änderungen im Kundencenter (Betreiber ist Orange)
nachvollziehbar (sprich: gibt es Logfiles)?
- Wenn ja, kann man nachweisen, von wem die Änderungen durchgeführt
wurde (IP-Adresse, etc...)?
lg Hannes
Die Umleitung kann auch über das Webinterface passieren (z.b. Account
gehackt, oder irgendwie das Kundenkennwort erfahren, oder einmal das
Handy in der Hand gehabt und bei orange.at eine SMS mit Einmalpasswort
angefordert oder direkt am Handy eingerichtet ...)
Bzw. wenns ein Insider war der irgenwie das Kundenkennwort weiß, dann
kann der alles machen.
> Bzw. wenns ein Insider war der irgenwie das Kundenkennwort weiß, dann
> kann der alles machen.
Also folgendes kann man jedenfalls ausschließen:
- D hatte niemals das Handy in der Hand
- Mittlerweile wissen wir auch, dass gestern nicht in das Webinterface
eingestiegen wurde.
Damit grenzt das die Möglichkeiten ja schon wieder ein wenig ein, und
es muss etwas anderes passiert sein....
D ist jedenfalls Handyverkäufer in einer Elektrofachhandelskette. Gibt
es dadurch Möglichkeiten als 'Betreuer' Einstellungen vorzunehmen, die
vom Nutzer (B) unbemerkt bleiben? Was ist noch denkbar?
Und vor allem, wie kann man sich rechtlich dagegen zu Wehr setzen. Ist
ein Strabestand gegeben, muss man zivilrechtlich vorgehen, gibt es
Stellen, an die man sich wenden kann?
Am 23.04.2010 12:55, schrieb Hannes Müller:
> Damit grenzt das die Möglichkeiten ja schon wieder ein wenig ein, und
> es muss etwas anderes passiert sein....
Du sprichst von einer Orange-Nummer. Handelt es sich dabei nicht um eine
Yesss-Nummer? Oder wurde diese zu Orange eventuell portiert?
Wenn dem so ist, kann es schlichtweg auch ein technisches Problem des
Netzbetreibers handeln. Hin und wieder (1-2x) pro Jahr erlebe ich auch
bei meiner portierten Nummer seltsame Phänomene, die ich mir selbst als
Telco schwer erklären kann. ;-)
> D ist jedenfalls Handyverkäufer in einer Elektrofachhandelskette. Gibt
> es dadurch Möglichkeiten als 'Betreuer' Einstellungen vorzunehmen, die
> vom Nutzer (B) unbemerkt bleiben? Was ist noch denkbar?
Interessant wäre noch gewesen, ob A am Display gesehen hat "Der Anruf
wurde umgeleitet." oä.
> Und vor allem, wie kann man sich rechtlich dagegen zu Wehr setzen. Ist
> ein Strabestand gegeben, muss man zivilrechtlich vorgehen, gibt es
> Stellen, an die man sich wenden kann?
Am Besten nach a.g.r damit wenden, jedoch ein kleiner Praxis-Hinweis:
Am EGN müsste die Weiterleitung (sofern es eine war) aufscheinen.
Lg,
Hannes
> - D ist Handyverkäufer in einer Elektrofachhandelskette - Hat er damit
> einen problemlosen Zugang zum Kundenkennwort?
Kann sein. Je nachdem was dort an Service angeboten wird. Bei vielen
Änderungen ist jedenfalls die Angabe des Kundenkennworts nötig, und ich
habe ehrlichgesagt noch nie einen Servicemitarbeiter das Kennwort
eintippen sehen - was dann wiederum im Umkehrschluss bedeutet er liest
es vom Schirm ab und vergleicht es nur mit dem vom Kunden genannten.
> - Wenn ja, kann man nachweisen, von wem die Änderungen durchgeführt
> wurde (IP-Adresse, etc...)?
Technisch gesehen vermutlich ja, ob sie Deinem Verdacht jedoch nachgehen
musst Du selbst in Erfahrung bringen.
Gibts bei Orange einen EGN der direkt abrufbar ist, oder musst Du aufs
Monatsende warten? Der umgeleitete Anruf wird dem Anschluss in Rechnung
gestellt, sollte also als solcher erkennbar sein.
>Bei den meisten Providern kann man online im Kundencenter die
>Rufumleitungen konfigurieren. Der Zugang ist zwar kennwortgeschützt -
>ich behaupte jedoch, dass dies vielfach kein großes Hindernis darstellt.
>Gründe: Kundenkennwörter kann man oft erraten, das Personal des
Bei Orange reicht die Kenntnis des Kundenkennworts nicht aus, um via Web
Einstellungen zu ändern. Man benötigt dazu ein Login, bei dem das
Kennwort auf das betreffende Handset gesendet wird.
adiós, Philipp
>- D ist Handyverkäufer in einer Elektrofachhandelskette - Hat er damit
>einen problemlosen Zugang zum Kundenkennwort?
Nein, hat er nicht. Nur Mitarbeiter von eigenen Shops und
Shop-Betreibern.
>- Wenn ja, sind Änderungen im Kundencenter (Betreiber ist Orange)
>nachvollziehbar (sprich: gibt es Logfiles)?
>- Wenn ja, kann man nachweisen, von wem die Änderungen durchgeführt
>wurde (IP-Adresse, etc...)?
Ja.
adiós, Philipp
Hallo,
VIELEN DANK für eure Meldungen und Tipps - die Geschichte dürfte sich
mittlerweile aufgelöste haben: Eine Manipulation von außerhalb dürfte
nicht stattgefunden haben.
Obwohl A anfangs felsenfest und auch sehr glaubwürdig versichert hat,
die Nummer von B gewählt zu haben, aber eben nicht mit B, sondern mit
C gesprochen zu haben, hat A nun (wenn auch nicht direkt) ein wenig
zurückgerudert, wodurch man nun davon ausgehen kann, dass die
Geschichte von A und D so inszeniert wurde (und es einen C nie gegeben
hat).
LG