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Das Spielzeug ist langweilig geworden! Öde Actionfiguren mit starren
Gliedmaßen gibt es allerorten zu kaufen und die Kiddies reißt auch ein
noch so böse die Zähne fletschendes Monster nicht mehr vom Hocker.
Also wird mit Benutzung der allergeheimsten Militärtechnologie eine
Serie von kleinen Spielzeugfiguren produziert, die nicht nur ziemlich
realistisch aussieht, sondern sich auch so bewegen kann. Die gute
"Commando Elite" und die bösen "Gorgonites". Zwar wurde das von den
Erfindern eigentlich nicht so geplant, aber der Markt muß befriedigt
werden.
Der junge Alan Abernathy (Gregory Smith) übernimmt während der
Abwesenheit seines etwas kauzigen und cholerischen Vaters dessen
Spielzeugladen. In diesem wird aufgrund der moralischen Vorstellungen
des Daddys kein Kriegsspielzeug verkauft und aufgrund der Wünsche der
Kinder leider auch kein Umsatz gemacht. Alan kommt nun zufälligerweise
über einen alten LKW-Fahrer an jeweils einen Satz "Gorgonites" und
"Commando Elite"; Er plant diese schnell zu verkaufen um wenigstens
etwas Geld in der Kasse zu haben.
Doch die flugs im Verkaufsraum aufgebauten Figuren entpuppen sich nach
einiger Zeit als nicht besonders gute Freunde. Die Commando Elite
unter der Führung von Captain Chip Hazard setzt alle Hebel in Bewegung
um den lieben Gorgonite Archer und seine Freunde zu vernichten. Dabei
muß nicht nur der Spielzeugladen dran glauben ...
> Hmm ...
Hört sich ja ein klein bißchen nach Kinderfilm an, was der Regisseur
Joe Dante hier auf die Leinwand gezaubert hat. Am Anfang fängt auch
alles etwas schleppend an. Da werden großartig die Entwickler der
Puppen präsentiert und die Herstellung bzw. die Programmierung
erklärt. Das hätte deutlich schneller gehen können. Auch das folgende
Ausbreiten der Lebensgeschichte Alans nebst dem Beginn der sehr
vorhersehbaren Romanze zwischen Alan und seiner a) älteren und b)
größeren und c) deutlich beliebteren Nachbarin ist etwas langatmig
geraten und konnte höchstens die jüngeren Zuschauer fesseln.
Als aber die Figuren sich das erste Mal von Angesicht zu Angesicht
gegenüberstehen, kommt Fahrt in die Geschichte. Ab den ersten Aktionen
fühlte ich mich immer besser unterhalten. Teilweise benehmen sich die
Figuren deutlich über der Grenze die ich einem der vielen Kinder im
Publikum zugemutet hätte. Es sind schon einige böse *g* Szenen dabei.
Auch die Animation der Figuren, sei es durch richtige Puppen oder
komplett computergeneriert, machten das ganze zu einem netten
Spektakel. Anders als bei "Toy Story" sieht man nicht (oder soll man
nicht sehen ;-) das hier mit dem Rechner gewerkelt wurde. So echt ist
teilweise der Trick.
Leider wird der Plot zum Ende hin leicht übertrieben und drängt einen
zum "auf die Uhr gucken". Es ist dann mächtig viel los auf der
Leinwand und man kommt mit dem Aufnehmen der Kleinigkeiten nicht mehr
so richtig mit. Zum Schluß gibt's noch ein, meiner Meinung nach, für
die Kinder zu einfaches "Heile, heile Segen", wenngleich ich das ganze
eher ein bißchen sarkastisch gesehen habe. Geld macht anscheinend doch
so richtig glücklich, egal was vorher alles in die Binsen gegangen
ist.
Durchwachsener Film, der mich im Kino begeistert, nach 2 Tagen aber
schon einiges von seiner Wirkung verloren hat. "Toy Story" schlägt
diesen Film zwar nicht in der Laufzeit, aber deutlich in der Qualität.
Wer die Barbie Puppen seiner Schwester schon immer gehasst hat, darf
sich "Small Soldiers" allerdings nicht entgehen lassen ;-)
Andreas
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Achtung! Es wird keine Gnade geben! letztes Update: 10.10.1998