Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Familienpolitik kontra Mütter feindlichkeit der Arbeitswelt

0 views
Skip to first unread message

hjalmar

unread,
Feb 12, 2002, 2:31:49 AM2/12/02
to
Sehr geehrter Herr Dr. Stoiber:
In der gerade laufenden Medienkampagne wegen meines Buches "Die
IQ-Falle" (die "Welt am Sonntag" hatte eben eine ganze Seite darüber
gebracht, Kopie anbei) bin ich jetzt mehrfach von Journalisten gefragt
worden, ob Ihre neuen familienpolitischen Ansätze in Zusammenhang mit
den Ideen meines Buches stehen.
Ich weiß es nicht, ob Sie das Buch kennen und vielleicht durch die
vierseitige Rezension in der letzten "Epoche" - in der Sie ja auch
schreiben - darauf aufmerksam geworden sind oder nicht. Wie dem auch
sei, die parallelen Denk- und Argumentationsansätze sind unverkennbar.
Wie Sie bin ich der Auffassung, daß die Probleme vor allem in der
objektiven Kinderfeindlichkeit der Arbeitswelt liegen und auch dort
gelöst werden müssen.
Mein zwei wichtigsten Vorschläge dazu:

1. Ein kinderfreundlicheres Allgemeinklima läßt sich in der
Arbeitswelt nur dadurch erreichen, daß für berufstätige Frauen mit
deutscher Staatsangehörigkeit, die Mütter von drei und mehr Kindern
sind, der Arbeitgeberanteil für die Renten-, Pflege- und
Krankenversicherung auf Null reduziert, bei zwei fast auf Null
reduziert und bei einem Kind etwa halbiert wird.

2. Für junge Frauen mit Hochschulabschluß muß es (u.a. in
Universitäten, Instituten der Max-Planck-Gesellschaft,
Forschungsinstituten der Industrie) langfristige Arbeitsverträge geben
(etwa 7 bis 10 Jahre), die bei Kindererziehungszeiten entsprechend
verlängert werden. Ähnliches muß für Studentinnen möglich sein (Vgl.
auch den Kommentar von Prof. J. Schmid, Bamberg).

Wer 30 Jahre alt ist und keine Kinder hat, der müßte so progressiv
besteuert werden, daß dadurch das Geld für den Teil 1 des Vorschlags
aufgebracht wird.

Hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen
Volkmar Weiss www.volkmar-weiss.de/iq-falle.html

Anlage (Sonderdruck): Die Rolle der 1990 in Leipzig gegründeten DSU
bei der Einigung Deutschlands. (Voller Text, siehe auch
www.volkmar-weiss.de/politik.html) (Mit Widmung in Erinnerung an das
kurze Vieraugengespräch mit Edmund Stoiber in der Nikolaikirche in
Leipzig im Januar 1990).


Bayerische Staatskanzlei
Nr. A I 2c-E01-918-1

München, 21. Feb. 2001
Herrn
Dr. Dr. Volkmar Weiss

Familienpolitik

Zu Ihrem Schreiben vom 7.2.2001

Sehr geehrter Herr Dr. Weiss:

Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber lässt Ihnen für Ihr Schreiben zum
Thema Familienpolitik sowie den beigelegten Sonderdruck danken.

Die Bayerische Staatsregierung war sich seit langem bewusst, dass es
mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die Familie nicht zum
Besten steht. Die Familienpolitik war und ist gerade darum ein
Herzstück bayersicher Politik, weil der Herr Ministerpräsident und die
Staatsregierung die Familie, trotz der Tendenzen ihren Stellenwert zu
mindern, als das Fundament unserer Gesellschaft ansieht. ....

Die in Ihrem Buch aufgestellten Thesen werden sicherlich zur Belebung
der Diskussion über das Thema Familienpolitik beitragen, ... . Damit
Ihre Ausführungen auch den zuständigen Fachressorts bekannt werden,
hat die Bayerische Staatskanzlei im Auftrag des Herrn
Ministerpräsidenten Ihr Schreiben sowie die beigelegten Unterlagen den
Bayerischen Staatsministerien für Arbeit und Sozialordnung, Familie
und Frauen sowie für Wissenschaft, Forschung und Kunst zugeleitet.

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Winter
Regierungsdirektorin

Leserbrief, gedruckt in der "Jungen Freiheit", Nr. 3 (11. Januar
2002), auf S. 15:

Zu: "Die Zeche zahlen die Enkel" von Franz Harder, JF 2/02
Mütterfeindlichkeit der Arbeitswelt abbauen

Jeder Arbeitgeber, der junge Frauen und Mütter mit kleinen Kindern
beschäftigt, geht ein gewisses wirtschaftliches Risiko ein, da er mit
der Freistellung der Frauen bei Schwangerschaft und Geburt und mit
Ausfallzeiten bei Erkrankungen der Kinder rechnen muß. Da Frauen
wissen, daß sich ihre Chancen für eine Einstellung auf bestimmte
Stellen durch Kinder verringen, bleiben sie auch aus diesem Grunde
lange und oft für immer kinderlos. Ein kinderfreundlicheres
Allgemeinklima läßt sich deshalb in der Arbeitswelt vielleicht und nur
dadurch erreichen, daß für berufstätige Frauen, die Mütter von drei
und mehr Kindern sind, der Arbeitgeberanteil für die Renten-, Pflege-
und Krankenversicherung auf Null reduziert, bei zwei Kindern fast Null
wird und schon bei einem Kind halbiert wird. Dadurch hätte der
Arbeitgeber für das wirtschaftliche Risiko, das er mit der Einstellung
von jungen Frauen und der Beschäftigung von Müttern nun einmal
eingeht, einen Ausgleich.
VOLKMAR WEISS, LEIPZIG www.volkmar-weiss.de

Auf derselben Seite 15 der JF kann man auch das folgende Zitat von
Prof. Dr. Herwig Birg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für
Demografie, zum Zuwanderungsgesetz lesen, das vorher in der "Welt" am
2.1.2002 gedruckt worden war:

"Wir denken immer, wenn wir von Integration sprechen, an eine deutsche
Mehrheitsgesellschaft, in die eine Minderheit zu integrieren ist. Es
kommt aber genau umgekehrt. In den Großstädten kippt bei den unter
40jährigen schon ab 2010 das Mehrheitsverhältnis Deutscher zu
Zugewanderten. Integration bedeutet dann: Wie integriere ich mich als
Deutscher in eine neue Mehrheitsgesellschaft aus Zugewanderten? Davon
steht kein Wort in den Zuwanderungspapieren."
Gelesen unter www.volkmar-weiss.de/stoiber.html

0 new messages