wir (2 Erwachsene, 1 Kleinkind) haben voriges Jahr im Oktober eine
neugebaute 80 m² Siedlungswohnung (Bj. 2009) einer Wohnbau-Genossenschaft in
Graz bezogen. Warmwasser und Fußbodenheizung werden über einen Wärmetauscher
betrieben, in der Siedlung steht ein zentrales Heizhaus, dessen Kessel mit
Erdas über die Energie Graz befeuert wird, der Energielieferant ist somit
die Energie Graz AG respektive die Steirische Ferngas AG, die Abrechnung und
Verrechnung der Heizkosten läuft über den Energie-Verrechner Fa. Malik.
In unserer vorher bewohnten 60 m² Altbau-Mietwohnung (hohe Räume) in Graz
bezahlten wir für die Fernwärme-Heizung monatlich EUR 40,- gezahlt, dazu EUR
35,- für Strom inkl. Strom für den 60 Liter Warmwasser-Boiler. Unsere
Stromkosten sind übrigens u.a. deswegen so niedrig, weil es bei uns kein
einziges Standby-Gerät gibt, wir unseren Fernseher äußerst selten
einschalten (wir sind Ö1 Hörer), und unser PC ein Notebook mit geringer
Leistungsaufnahme ist.
In der jetzigen, neuen, angeblichen Niedrigenergie-Wohnung zahlen wir (so
zeigt es die 1. Abrechung vom 01.10.2009-30.06.2010) monatlich für die
Heizung EUR 75,- sowie das ebenso mitaufbereitete Warmwasser EUR 15,-, für
das Kaltwasser EUR 3,- sowie EUR 19,- für sogenannte "sonstige Spesen", die
de facto nirgends definiert/aufgeschlüsselt sind.
Anzumerken ist, daß wir über den Winter eine Raumtemperatur von 22 °C
eingestellt hatten (wir mögen es nicht so extrem warm wie andere mit z.B 25
°C), bis jetzt lediglich 3x ein Vollbad genommen haben (wir duschen
sozusagen fast ausschließlich), sowie wissen, wie man richtig lüftet um
Energie zu sparen (aller paar Stunden Stoßlüften, keine Fenster gekippt
lassen). Ich kann behaupten, daß wir bewußt und sparsam mit Energie umgehen.
Vor allem die EUR 75,- und die EUR 15,- kommen uns recht hoch vor, speziell
aber eben die EUR 75,- für die Heizung. Wo kann man hingehen, um sich
kompetent beraten zu lassen, ob diese Kosten korrekt sind? Vom Abrechner
bekommt man keine schlüssigen Antworten, bei der Energie Graz bzw. der
Ferngas AG kennt man uns mit Namen gar nicht ("Ihre Wohnung und Ihre Namen
sind nicht in unserer Datenbank") obwohl DIE uns den Brief geschickt haben
mit der Jahresabrechnung. *Kopfschüttel*.
Wer kann uns helfen?
Danke
Heinrich
> In der jetzigen, neuen, angeblichen Niedrigenergie-Wohnung zahlen wir (so
> zeigt es die 1. Abrechung vom 01.10.2009-30.06.2010) monatlich für die
> Heizung EUR 75,- sowie das ebenso mitaufbereitete Warmwasser EUR 15,-, für
ist das nur eine Vorschreibung, oder wurde da tatsächlich schon
gemessen/verrechnet?
> Vor allem die EUR 75,- und die EUR 15,- kommen uns recht hoch vor, speziell
Gefühlsmäßig ist das etwas hoch, aber den meisten Leuten ist es
angenehmer am Jahresende 150 Euro zurückzubekommen als nachzubezahlen,
insofern wird die Vorschreibung wohl dahingehend kalkuliert sein.
Sofern es bereits eine gemessene Abrechung war, so verschweigst Du uns
die tatsächlich verbrauchte Energie. Ich nehme an bei einem Neubau wird
mittels elektronischen Wärmemengenmesser gemessen.
> sowie EUR 19,- für sogenannte "sonstige Spesen"
Einmalig oder monatlich?
Vermutlich einmalig, könnten die Ablese- und Abrechnungsgebühren sein.
Die Größenordnung klingt unangemessen hoch, dürfte aber was man so hört
üblich sein.
Ja.
>
>> Vor allem die EUR 75,- und die EUR 15,- kommen uns recht hoch vor,
>> speziell
>
> Gefühlsmäßig ist das etwas hoch, aber den meisten Leuten ist es angenehmer
> am Jahresende 150 Euro zurückzubekommen als nachzubezahlen, insofern wird
> die Vorschreibung wohl dahingehend kalkuliert sein.
>
> Sofern es bereits eine gemessene Abrechung war, so verschweigst Du uns die
> tatsächlich verbrauchte Energie. Ich nehme an bei einem Neubau wird
> mittels elektronischen Wärmemengenmesser gemessen.
>
Ja, elektronisch. Ich verschweige nichts. Wir haben die Zähler eh im
Abstellraum, ich führe monatliche Aufzeichnungen.
Am 09.06.2010 wurde von der Firma abgelesen:
- H2O kalt: 51 m³
- H2O warm: 24 m³
- Wärmebezug: 7,878 MWh
Bei Einzug standen alle Zähler auf (fast) Null.
>
> > sowie EUR 19,- für sogenannte "sonstige Spesen"
>
> Einmalig oder monatlich?
> Vermutlich einmalig, könnten die Ablese- und Abrechnungsgebühren sein. Die
> Größenordnung klingt unangemessen hoch, dürfte aber was man so hört üblich
> sein.
>
Nein, de facto monatlich. Einmalig wäre mir dieser Betrag wurscht.
LG
Heinrich
> Am 09.06.2010 wurde von der Firma abgelesen:
> - H2O kalt: 51 m³
> - H2O warm: 24 m³
> - Wärmebezug: 7,878 MWh
> Bei Einzug standen alle Zähler auf (fast) Null.
Die Verbrauchswerte erscheinen mir plausibel.
Was den Preis angeht: Vergleiche mal mit dem Beispiel auf der
Wienenergie Website:
KurzURL: http://tinyurl.com/39g8juy
Deine Abrechnung fällt insofern für Dich ungünstig aus, weil der
Abrechnungs- bzw. Ablesezeitraum vom Oktober bis Juni die volle
Heizperiode umfasst. Du wirst vom Juni bis zum Oktober kaum Wärme
beziehen (nur Warmwasser). Mathematische Interpolation des
Ableseergebnisses berücksichtigt dies aber nicht, weshalb die monatliche
Vorschreibung höher ausfällt.
Soweit ich das überblicke, könnten die 19 Euro Spesen dem Grundpreis bei
der Wienenergie entsprechen (ziemlich genau sogar, für 0,2543 x 80qm
käme ich auf 20,34).
Deine Warmwasserkosten von 15 erscheinen mir höher als bei Wienenergie.
Bei 24 Kubikmeter x 3,9606 / 9 Monate käme man nur auf 10,56 Euro -
wobei jedoch Deine Abrechnung für 9 Monate kalkuliert ist, Deine
Ablesewerte jedoch nach etwas mehr als 8 Monaten erhoben wurden. Wenn
man die 24 Kubikmeter auf volle 9 Monate interpoliert kommt man auf
~11,5 Euro versus 15 Euro die Du bezahlst.
Die größte Abweichung sehe ich bei den Wärmekosten. Du zahlst 75, wenn
man das mit Wienenergie-Preisen vergleicht kommt man nichteinmal auf die
Hälfte.
Was ich mich nur frage: Hast Du kein Preisblatt wo nachzulesen ist was
die Megawattstunde kostet? Wenn nein warum forderst Du keins an? Wenn
ja, warum hast Du Dir die Wohnung genommen wenn die Energiepreise dort
so teuer sind?
> Was ich mich nur frage: Hast Du kein Preisblatt wo nachzulesen ist was
> die Megawattstunde kostet?
Ich hatte Deine ursprüngliche Schilderung des Falles (Zentrales Heizhaus
mit Gasanschluss in einem Genossenschaftsbau) nicht mehr in Erinnerung
und bin von klassischer Fernwärme ausgegangen.
Insofern hattest Du vermutlich kein Preisblatt.
Eine Erklärungsmöglichkeit hätte ich noch für die höheren Kosten: Wie
finanziert sich denn die Heizung? Ich meine jetzt nicht die
Verbrauchskosten, sondern die Errichtungs- und Instandhaltungskosten.
Gut möglich, dass diese nicht über den Genossenschaftsbeitrag/Miete
finanziert wird, sondern aliquot über die Wärmeabrechnung
(Fremd-/Vorfinanziert).
Wenn dem so ist, dann:
*) ist deine Miete / Genossenschaftsbeitrag günstiger
*) dafür die Heizkosten teurer
Wir sind bei der Energie Graz, nicht Wien Energie.
>
> Deine Warmwasserkosten von 15 erscheinen mir höher als bei Wienenergie.
> Bei 24 Kubikmeter x 3,9606 / 9 Monate käme man nur auf 10,56 Euro - wobei
> jedoch Deine Abrechnung für 9 Monate kalkuliert ist, Deine Ablesewerte
> jedoch nach etwas mehr als 8 Monaten erhoben wurden. Wenn man die 24
> Kubikmeter auf volle 9 Monate interpoliert kommt man auf ~11,5 Euro versus
> 15 Euro die Du bezahlst.
>
> Die größte Abweichung sehe ich bei den Wärmekosten. Du zahlst 75, wenn man
> das mit Wienenergie-Preisen vergleicht kommt man nichteinmal auf die
> Hälfte.
Krass.
>
>
> Was ich mich nur frage: Hast Du kein Preisblatt wo nachzulesen ist was die
> Megawattstunde kostet? Wenn nein warum forderst Du keins an? Wenn ja,
> warum hast Du Dir die Wohnung genommen wenn die Energiepreise dort so
> teuer sind?
Wie bitte soll denn ein Mieter, der in eine neue Wohung einzieht, VORHER
wissen, was das alles kosten wird? Wir haben erst 1 Monat nach dem Einzug
die Informationen/Vertrag vom Wäremanbieter bekommen, und bei Gott nicht
damit gerechnet, daß wir MEHR als in unserer Altbau-Wohnung zahlen werden.
Richtig.
>
> Eine Erklärungsmöglichkeit hätte ich noch für die höheren Kosten: Wie
> finanziert sich denn die Heizung? Ich meine jetzt nicht die
> Verbrauchskosten, sondern die Errichtungs- und Instandhaltungskosten. Gut
> möglich, dass diese nicht über den Genossenschaftsbeitrag/Miete finanziert
> wird, sondern aliquot über die Wärmeabrechnung (Fremd-/Vorfinanziert).
Das scheint plausibel zu sein.
>
> Wenn dem so ist, dann:
> *) ist deine Miete / Genossenschaftsbeitrag günstiger
> *) dafür die Heizkosten teurer
Ich denke, du hast definitiv recht.
> Wir sind bei der Energie Graz, nicht Wien Energie.
Ich weiß, Du wolltest eine Einschätzung ob die Werte plausibel sind,
daher der Vergleich.
> Wie bitte soll denn ein Mieter, der in eine neue Wohung einzieht, VORHER
> wissen, was das alles kosten wird? Wir haben erst 1 Monat nach dem Einzug
> die Informationen/Vertrag vom Wäremanbieter bekommen, und bei Gott nicht
> damit gerechnet, daß wir MEHR als in unserer Altbau-Wohnung zahlen werden.
Das Argument lasse ich nicht gelten.
Sich zu informieren wieviel Betriebskosten und Energiekosten zu erwarten
sind, ob die nötige Infrastruktur (z.B. Telefon, Internet, ...)
verfügbar ist und zu welchem Preis -> diese Information zu prüfen gehört
zu den Standard-Vorgehensweisen eines jeden Wohnungssuchenden.