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"Um ... zu" + Passiv

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Ekkehard Dengler

unread,
Jun 5, 2003, 4:43:26 AM6/5/03
to

Also gut, da gerade relativ wenig los ist, stelle ich mal eine Frage, die
mich seit Jahren mehr oder weniger beschäftigt (ja, ich führe ein erfülltes
Leben): Was ist eigentlich von Finalsätzen mit "um ... zu" zu halten, die zu
einem Hauptsatz im Passiv gehören? Ein Beispiel: "Um die Angehörigen nicht
zu beunruhigen, wurden ihnen gewisse Tatsachen verschwiegen."

Mich persönlich stört an solchen Gebilden immer irgendwas, aber ich weiß
nicht genau, was. Außerdem lese ich solche Sätze so oft -- auch von Leuten,
die eigentlich gut schreiben --, dass ich mich frage, ob ich der Einzige
bin, der die Kombination von "um ... zu" und Passiv bewusst generell
vermeidet.

Ich dachte eine Zeit lang, mich stört, dass niemand genannt wird, dem man
die beschriebene Absicht zuordnen könnte, denn "um ... zu" impliziert für
mich einen Vorsatz. Das scheint aber nicht der Grund zu sein, denn "Um die
Angehörigen nicht zu beunruhigen, wurden ihnen gewisse Tatsachen von den
Behörden verschwiegen" ist nach meinem Empfinden auch nicht besser. Es
könnte auch daran liegen, dass das Subjekt des Passivsatzes oft etwas ist,
dem man keine Intention unterstellen kann, z.B. "Tatsachen", oder daran,
dass in einem Passivsatz die Intention logischerweise nie vom Subjekt
ausgeht. (Ich weiß, grammatische Subjekte haben ohnehin keine Intentionen,
aber ich kürze das hier der Einfachheit halber mal ab.) Ein Beispiel: "Um
den Brand schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen, wurde ein Team von
Spezialisten aus Spanien eingeflogen." Ich würde das so verstehen, dass der
Vorsatz nicht von dem Team gefasst wird, sondern vielleicht von jemandem,
der in Spanien anruft.

Mich würde interessieren, was ihr allgemein von solchen Sätzen haltet, ob
ihr vielleicht über meine Beispielsätze gestolpert wärt, wenn sie so in der
Zeitung gestanden hätten und ob ihr die Frage insgesamt total beknackt
findet.

Schönen Dank im Voraus.

Grüße,
Ekkehard


the guy with the eye

unread,
Jun 5, 2003, 1:45:28 PM6/5/03
to
"Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:bbmvik$v7i$04$1...@news.t-online.com...

>
> Also gut, da gerade relativ wenig los ist, stelle ich mal eine Frage, die
> mich seit Jahren mehr oder weniger beschäftigt (ja, ich führe ein
erfülltes
> Leben): Was ist eigentlich von Finalsätzen mit "um ... zu" zu halten, die
zu
> einem Hauptsatz im Passiv gehören? Ein Beispiel: "Um die Angehörigen nicht
> zu beunruhigen, wurden ihnen gewisse Tatsachen verschwiegen."
>
> Mich persönlich stört an solchen Gebilden immer irgendwas, aber ich weiß
> nicht genau, was. Außerdem lese ich solche Sätze so oft -- auch von
Leuten,
> die eigentlich gut schreiben --, dass ich mich frage, ob ich der Einzige
> bin, der die Kombination von "um ... zu" und Passiv bewusst generell
> vermeidet.t
>[...]

> Mich würde interessieren, was ihr allgemein von solchen Sätzen haltet, ob
> ihr vielleicht über meine Beispielsätze gestolpert wärt, wenn sie so in
der
> Zeitung gestanden hätten und ob ihr die Frage insgesamt total beknackt
> findet.

Nein, ich wäre nicht darüber gestolpert. In der Regel ist das "Subjekt"
eines "um zu"-Infinitivs das gleiche wie das im zugehörigen Satz;
wahrscheinlich klingt es für dich bei Passivsätzen merkwürdig, weil es dort
nicht so ist. Ob diese Art von Konstrunktion korrekt ist, weiß ich nicht.


Sebastian Koppehel

unread,
Jun 5, 2003, 3:31:01 PM6/5/03
to
"Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> writes:

> Was ist eigentlich von Finalsätzen mit "um ... zu" zu halten, die zu
> einem Hauptsatz im Passiv gehören? Ein Beispiel: "Um die Angehörigen nicht
> zu beunruhigen, wurden ihnen gewisse Tatsachen verschwiegen."
>
> Mich persönlich stört an solchen Gebilden immer irgendwas, aber ich weiß
> nicht genau, was. Außerdem lese ich solche Sätze so oft -- auch von Leuten,
> die eigentlich gut schreiben --, dass ich mich frage, ob ich der Einzige
> bin, der die Kombination von "um ... zu" und Passiv bewusst generell
> vermeidet.
>
> Ich dachte eine Zeit lang, mich stört, dass niemand genannt wird, dem man
> die beschriebene Absicht zuordnen könnte, denn "um ... zu" impliziert für
> mich einen Vorsatz. Das scheint aber nicht der Grund zu sein, denn "Um die
> Angehörigen nicht zu beunruhigen, wurden ihnen gewisse Tatsachen von den
> Behörden verschwiegen" ist nach meinem Empfinden auch nicht besser.

Doch, das ist IMHO der Grund. Der "um-zu"-Satz funktioniert nach dem
Schema: Zwei Handlungen werden beschrieben, das gedachte Subjekt des
Nebensatzes ist das Subjekt des Hauptsatzes; die erste Handlung
erfolgt mit der Absicht, die zweite zu ermöglichen. Ein beliebter
"Fehler" ist es, zwei handelnde Subjekte zu vermischen ("Ich gebe dir
Geld, um Brötchen zu holen"); dieser Fehler liegt hier aber nicht vor,
da die Tatsachen ja durchaus auch die Angehörigen beunruhigen könnten.
Das Problem ist vielmehr die Frage der Absicht, eine solche können wir
den Tatsachen nämlich kaum unterstellen.

Ich würde eine Passivkonstruktion jedoch auch bei einem willensfähigen
Subjekt ablehnen, also bspw.:

"Ich werde an der Universität immatrikuliert, um mein Studium dort
aufzunehmen."

Denn zwar kann ich eine Absicht hegen, doch signalisiert die
Passivform, daß das absichtsvoll handelnde Subjekt eigentlich ein
anderes ist, es passiert etwas mit mir, ohne daß dies unmittelbar von
meinem Willen abhinge. Sattdessen sollte es heißen:

"Ich lasse mich an der Universität immatrikulieren, um mein Studium
dort aufzunehmen."

Bei den Tatsachen, steht diese Lösung natürlich nicht zur Verfügung.

Es sollte also das handelnde Subjekt mit dem grammatikalischen
übereinstimmen, und das ist beim Passiv niemals gegeben (jedenfalls
nicht im Deutschen, wo es so etwas wie Deponentien nicht gibt).

- Sebastian

Mark Trettin

unread,
Jun 6, 2003, 1:28:05 AM6/6/03
to
On Thu, 5 Jun 2003, Sebastian Koppehel spake thusly:

[...]

> Doch, das ist IMHO der Grund. Der "um-zu"-Satz funktioniert nach dem
> Schema: Zwei Handlungen werden beschrieben, das gedachte Subjekt des
> Nebensatzes ist das Subjekt des Hauptsatzes; die erste Handlung
> erfolgt mit der Absicht, die zweite zu ermöglichen. Ein beliebter
> "Fehler" ist es, zwei handelnde Subjekte zu vermischen ("Ich gebe dir
> Geld, um Brötchen zu holen");

Äh, wie sollte man den Satz denn sonst schreiben? »Ich gebe dir Geld,
damit du Brötchen holst.«?

[...]

Bis dann

Mark
--
Mark Trettin ------- *Aachen* -- Wo ist das? ------> N: 50°46' O: 06°05'
BOFH excuse #404:

Sysadmin accidentally destroyed pager with a large hammer.

Dietmar Schindler

unread,
Jun 6, 2003, 2:29:44 AM6/6/03
to
Mark Trettin wrote:
>
> On Thu, 5 Jun 2003, Sebastian Koppehel spake thusly:
>
> [...]
>
> > Doch, das ist IMHO der Grund. Der "um-zu"-Satz funktioniert nach dem
> > Schema: Zwei Handlungen werden beschrieben, das gedachte Subjekt des
> > Nebensatzes ist das Subjekt des Hauptsatzes; die erste Handlung
> > erfolgt mit der Absicht, die zweite zu ermöglichen. Ein beliebter
> > "Fehler" ist es, zwei handelnde Subjekte zu vermischen ("Ich gebe dir
> > Geld, um Brötchen zu holen");
>
> Äh, wie sollte man den Satz denn sonst schreiben? »Ich gebe dir Geld,
> damit du Brötchen holst.«?

- oder »Ich gebe dir Geld zum Brötchenholen.«

Ekkehard Dengler

unread,
Jun 6, 2003, 6:32:15 AM6/6/03
to

"Sebastian Koppehel" <ba...@bastisoft.de> schrieb im Newsbeitrag
news:lp5obb...@bastisoft.de...

> > Ich dachte eine Zeit lang, mich stört, dass niemand genannt wird, dem
man
> > die beschriebene Absicht zuordnen könnte, denn "um ... zu" impliziert
für
> > mich einen Vorsatz. Das scheint aber nicht der Grund zu sein, denn "Um
die
> > Angehörigen nicht zu beunruhigen, wurden ihnen gewisse Tatsachen von den
> > Behörden verschwiegen" ist nach meinem Empfinden auch nicht besser.
>
> Doch, das ist IMHO der Grund. Der "um-zu"-Satz funktioniert nach dem
> Schema: Zwei Handlungen werden beschrieben, das gedachte Subjekt des
> Nebensatzes ist das Subjekt des Hauptsatzes; die erste Handlung
> erfolgt mit der Absicht, die zweite zu ermöglichen. Ein beliebter
> "Fehler" ist es, zwei handelnde Subjekte zu vermischen ("Ich gebe dir
> Geld, um Brötchen zu holen"); dieser Fehler liegt hier aber nicht vor,
> da die Tatsachen ja durchaus auch die Angehörigen beunruhigen könnten.
> Das Problem ist vielmehr die Frage der Absicht, eine solche können wir
> den Tatsachen nämlich kaum unterstellen.
>
> Ich würde eine Passivkonstruktion jedoch auch bei einem willensfähigen

> Subjekt ablehnen [...]

Hallo Sebastian,

herzlichen Dank für die ausführliche Antwort! Es freut mich ungemein, dass
ich mit meiner Abneigung gegen Sätze wie die obigen nicht ganz allein
dastehe. Teil 1 deiner Begründung kommt mir aber ehrlich gesagt nicht
vollkommen schlüssig vor, denn dass dich an dem Satz mit den Tatsachen
wirklich nur oder vor allem das Fehlen der Absicht stört, wird doch
unwahrscheinlich, wenn du sagst, auch ein "willensfähiges Subjekt" würde den
Satz nicht retten. Oder steh ich gerade auf dem Schlauch?

> "Ich werde an der Universität immatrikuliert, um mein Studium dort
> aufzunehmen."
>
> Denn zwar kann ich eine Absicht hegen, doch signalisiert die
> Passivform, daß das absichtsvoll handelnde Subjekt eigentlich ein
> anderes ist, es passiert etwas mit mir, ohne daß dies unmittelbar von
> meinem Willen abhinge. Sattdessen sollte es heißen:
>
> "Ich lasse mich an der Universität immatrikulieren, um mein Studium
> dort aufzunehmen."

Genau, das habe mich mit meinem Spanien-Beispiel sagen wollen.

> Es sollte also das handelnde Subjekt mit dem grammatikalischen
> übereinstimmen, und das ist beim Passiv niemals gegeben (jedenfalls
> nicht im Deutschen, wo es so etwas wie Deponentien nicht gibt).

Stimmt. Ich frage mich aber, warum sich anscheinend so wenige Menschen daran
stören. Ich lese wie gesagt ständig derartige Sätze, auch in Texten, die
ansonsten stilistisch unauffällig sind. Während Sätze wie "Ich gebe dir
Geld, um Brötchen zu holen" vermutlich in jeder Stilfibel als abschreckende
Beispiele vorkommen, wird das Passiv in dem Zusammenhang nie erwähnt, denke
ich. Das Gefühl, dass da was nicht stimmt, haben offensichtlich die meisten
Muttersprachler nicht. Fallen dir persönlich solche Passivhauptsätze nach
Nebensätzen mit "um ... zu" noch unangenehm auf oder hast du dich daran
gewöhnt?

Übrigens ist der Zwang zur Beibehaltung des Subjekts in solchen Fällen,
soweit ich weiß, vielen anderen Sprachen fremd. Im Portugiesischen gibt es
sogar die faszinierend praktische Möglichkeit, in die Infinitivsätze
explizite Subjekte einzubauen, also: "Ich gebe dir Geld, um du Brötchen zu
holen."

Streng genommen spricht wahrscheinlich auch im Deutschen nichts dagegen, die
Konjunktion "um ... zu" auch dann zu verwenden, wenn das Subjekt des
Hauptsatzes von dem im Nebensatz implizitierten abweicht. Ich meine, es
würde keine sinnvolle Unterscheidung verloren gehen, oder? Nur stören würde
es mich. Ja, ich würde mich als einen intoleranten Puristen bezeichnen,
durchaus, durchaus.

Grüße,
Ekkehard


Adrian & Marta Bailey

unread,
Jun 7, 2003, 3:56:55 AM6/7/03
to
"Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> wrote in message
news:bbmvik$v7i$04$1...@news.t-online.com...

> Also gut, da gerade relativ wenig los ist, stelle ich mal eine Frage, die
> mich seit Jahren mehr oder weniger beschäftigt (ja, ich führe ein
erfülltes
> Leben): Was ist eigentlich von Finalsätzen mit "um ... zu" zu halten, die
zu
> einem Hauptsatz im Passiv gehören? Ein Beispiel: "Um die Angehörigen nicht
> zu beunruhigen, wurden ihnen gewisse Tatsachen verschwiegen."

This construction is certainly okay in English: "So as not to alarm the
relatives, certain facts were kept from them." though it might be more
common to reverse the order: "Certain facts were kept from the relatives so
as not to alarm them." The construction "(not) wanting to" is appropriate
here, but it's important not to fall into a trap: *"Not wanting to alarm the
relatives, certain facts were kept from them." Oops.

Adrian


Kai Henningsen

unread,
Jun 7, 2003, 2:30:00 PM6/7/03
to
ED...@t-online.de (Ekkehard Dengler) wrote on 06.06.03 in <bbpqag$gf3$01$1...@news.t-online.com>:

> ansonsten stilistisch unauffällig sind. Während Sätze wie "Ich gebe dir
> Geld, um Brötchen zu holen" vermutlich in jeder Stilfibel als abschreckende
> Beispiele vorkommen, wird das Passiv in dem Zusammenhang nie erwähnt, denke
> ich.

Betrachte dies Beispiel:

Klaus wird nach links geschickt, um ihn zu verwirren. (Der korrekte Weg
geht nach rechts.)

Passiv, *und* das handelnde, Absicht-habende Subject ist in beiden Hälften
dasselbe (und in beiden Hälften nicht explizit benannt).


Kai
--
http://www.westfalen.de/private/khms/
"... by God I *KNOW* what this network is for, and you can't have it."
- Russ Allbery (r...@stanford.edu)

Sebastian Koppehel

unread,
Jun 10, 2003, 10:50:56 AM6/10/03
to
Mark Trettin <mtr-...@gmx.de> writes:

> On Thu, 5 Jun 2003, Sebastian Koppehel spake thusly:
>
> [...]
>
>> Doch, das ist IMHO der Grund. Der "um-zu"-Satz funktioniert nach dem
>> Schema: Zwei Handlungen werden beschrieben, das gedachte Subjekt des
>> Nebensatzes ist das Subjekt des Hauptsatzes; die erste Handlung
>> erfolgt mit der Absicht, die zweite zu ermöglichen. Ein beliebter
>> "Fehler" ist es, zwei handelnde Subjekte zu vermischen ("Ich gebe dir
>> Geld, um Brötchen zu holen");
>
> Äh, wie sollte man den Satz denn sonst schreiben? »Ich gebe dir Geld,
> damit du Brötchen holst.«?

Ja, Auflösung mit "damit" funktioniert immer.

- Sebastian

Mark Trettin

unread,
Jun 10, 2003, 11:56:18 AM6/10/03
to
On Fri, 06 Jun 2003, Dietmar Schindler uttered the following:

> Mark Trettin wrote:
>> On Thu, 5 Jun 2003, Sebastian Koppehel spake thusly:

[ um-zu Fe ler ]

>> Äh, wie sollte man den Satz denn sonst schreiben? »Ich gebe dir Geld,
>> damit du Brötchen holst.«?
>
> - oder »Ich gebe dir Geld zum Brötchenholen.«

Klar. »..., um Brötchen zu holen« ist wahrscheinlich bei mir
mittlerweile so "drin", dass sich das nicht falshc anhört. Hm,
evtl. eine regionale Sache (Rheinland, Bonn--Köln--Aachen)?

Bis dann

Mark
--
Mark Trettin ------- *Aachen* -- Wo ist das? ------> N: 50°46' O: 06°05'

BOFH excuse #200:

The monitor needs another box of pixels.

Sebastian Koppehel

unread,
Jun 10, 2003, 11:52:49 AM6/10/03
to
"Adrian & Marta Bailey" <da...@hotmail.com> writes:

> "Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> wrote in message

>> Also gut, da gerade relativ wenig los ist, stelle ich mal eine Frage, die


>> mich seit Jahren mehr oder weniger beschäftigt (ja, ich führe ein erfülltes
>> Leben): Was ist eigentlich von Finalsätzen mit "um ... zu" zu halten, die zu
>> einem Hauptsatz im Passiv gehören? Ein Beispiel: "Um die Angehörigen nicht
>> zu beunruhigen, wurden ihnen gewisse Tatsachen verschwiegen."
>
> This construction is certainly okay in English: "So as not to alarm the
> relatives, certain facts were kept from them."

I think the same general problem can be found in English as well.
Consider the following sentence:

"I gave him money in order to buy bread",

I don't think that this would pass as good English (a "for him" has to
be inserted). Not being a familar with the finer points of English
grammar, though, I cannot completely judge whether or not it would be
accepted even by nitpickers. Of course it would be correct to say:

"I gave him money to buy bread",

but then again the same would be okay in German:

"Ich habe ihm Geld gegeben, Brot zu kaufen."

(Or so I think.) We are talking about a specific construction here,
namely "um...zu", which works in a rather specific way. Whether or not
an English construction works the same way is probably difficult to
judge.

> The construction "(not) wanting to" is appropriate
> here, but it's important not to fall into a trap: *"Not wanting to alarm the
> relatives, certain facts were kept from them." Oops.

Or in this case:

"Not being a native speaker of English, it is difficult for me to
judge whether or not this example would pass as good English."

... but I don't think so.

- Sebastian

Darrell Fuhriman

unread,
Jun 10, 2003, 1:40:38 PM6/10/03
to
ba...@bastisoft.de (Sebastian Koppehel) writes:

> "I gave him money in order to buy bread",
>
> I don't think that this would pass as good English (a "for him" has to
> be inserted). Not being a familar with the finer points of English

I find the sentence completely acceptable, if a bit formal. "in
order to" will always sound a bit more formal.

"I gave him money in order for him to buy bread" is even more
stilted, and sounds rather unnatural, although not incorrect.

The best is still, "I gave him money to buy bread".

Darrell

Sebastian Koppehel

unread,
Jun 13, 2003, 8:48:05 AM6/13/03
to
"Ekkehard Dengler" <ED...@t-online.de> writes:

>> Es sollte also das handelnde Subjekt mit dem grammatikalischen
>> übereinstimmen, und das ist beim Passiv niemals gegeben (jedenfalls
>> nicht im Deutschen, wo es so etwas wie Deponentien nicht gibt).
>
> Stimmt. Ich frage mich aber, warum sich anscheinend so wenige Menschen daran
> stören. Ich lese wie gesagt ständig derartige Sätze, auch in Texten, die
> ansonsten stilistisch unauffällig sind.

Jedenfalls bereiten sie keine Verständnisprobleme. Der Zuhörer kann
dem Nebensatz immer das richtige Subjekt zuordnen.

> Während Sätze wie "Ich gebe dir
> Geld, um Brötchen zu holen" vermutlich in jeder Stilfibel als abschreckende
> Beispiele vorkommen, wird das Passiv in dem Zusammenhang nie erwähnt, denke
> ich. Das Gefühl, dass da was nicht stimmt, haben offensichtlich die meisten
> Muttersprachler nicht. Fallen dir persönlich solche Passivhauptsätze nach
> Nebensätzen mit "um ... zu" noch unangenehm auf oder hast du dich daran
> gewöhnt?

Ich kann nicht behaupten, daß mir die Subjektverschiebung, sei es im
Aktiv oder im Passiv, immer auffällt. Das ist aber sicher eine Frage
der individuellen Sensibilität; andererseits stechen mir bspw. gewisse
Kommafehler immer besonders ins Auge, über die andere Leute mühelos
hinweglesen. Die Passivsätze finde ich allerdings in der Tat weniger
störend als die Aktivsätze - ich denke, das liegt daran, daß das
Sprachgefühl, wenn es beim Verstehen das Satzes auf die "um..zu"-
Konstruktion stößt, nicht auf die direkte grammatikalische
Konstruktion des Hauptsatzes zurückgreift, um das richtige Subjekt
einzusetzen, sondern auf eine Art "interne Repräsentation" der
Handlung, in der das wirklich handelnde Subjekt bereits "ermittelt"
wurde, auch wenn es nicht das grammatikalische Subjekt war oder
vielleicht sogar niemals namentlich genannt wurde. Beispiel:

"Um seine Legende nicht zu enttarnen, wurde nur selten Kontakt mit dem
Agenten aufgenommen."

Stattdessen kann man auch sagen: "... nahm man nur selten Kontakt
auf." Tatsächlich sind Man-Sätze und Passivsätze oft beliebig
austauschbar. Das ungenannte Subjekt ergibt sich aus dem Zusammenhang
oder aus der Phantasie und Weltkenntnis des Lesers (in diesem Fall:
Der Geheimdienst, für den der Agent arbeitet).

> Übrigens ist der Zwang zur Beibehaltung des Subjekts in solchen Fällen,
> soweit ich weiß, vielen anderen Sprachen fremd.

Er ist offenbar auch im Deutschen keine Selbstverständlichkeit. Es
gibt ja auch Sätze wie:

"Ich gebe dir Geld, Brötchen zu holen"?

Deren Akzeptanz dürfte ebenfalls recht groß sein.

> Im Portugiesischen gibt es
> sogar die faszinierend praktische Möglichkeit, in die Infinitivsätze
> explizite Subjekte einzubauen, also: "Ich gebe dir Geld, um du Brötchen zu
> holen."

Man kann auch im Englischen sagen:

"I'm giving you money in order for you to buy rolls."

- Sebastian

Mary-Ann Parisi & Robert Watson

unread,
Jun 13, 2003, 7:11:15 PM6/13/03
to
"Mark Trettin" <mtr-...@gmx.de> wrote in message
news:aug.m3vfv...@beldin.mt743742.dialup.rwth-aachen.de...

> On Fri, 06 Jun 2003, Dietmar Schindler uttered the following:
> > Mark Trettin wrote:
> >> On Thu, 5 Jun 2003, Sebastian Koppehel spake thusly:
>
> [ um-zu Fe ler ]
>
> >> Äh, wie sollte man den Satz denn sonst schreiben? »Ich gebe dir Geld,
> >> damit du Brötchen holst.«?
> >
> > - oder »Ich gebe dir Geld zum Brötchenholen.«
>
> Klar. »..., um Brötchen zu holen« ist wahrscheinlich bei mir
> mittlerweile so "drin", dass sich das nicht falshc anhört. Hm,
> evtl. eine regionale Sache (Rheinland, Bonn--Köln--Aachen)?

Bitte, wie bekommt man '»' und '«'? Gebrauchst du Windows? I kann diese
Zeichen an der deutschen Tastatur nicht finden. I sehe nur ö ä ü Ö Ä Ü ß.

Danke,

Robert.


Einde O'Callaghan

unread,
Jun 14, 2003, 3:03:15 AM6/14/03
to

Sie sind nicht auf der Tastatur. Man bekommt sie mit "ALT-0187" und
"ALT-0171". Bei manchen Programmen kann man es so einstellen, dass man
die mit der "-Taste bekommst.

Gruß, Einde O'Callaghan

Ekkehard Dengler

unread,
Jun 15, 2003, 8:56:13 AM6/15/03
to

"Sebastian Koppehel" <ba...@bastisoft.de> schrieb im Newsbeitrag
news:56hccb...@bastisoft.de...

> andererseits stechen mir bspw. gewisse
> Kommafehler immer besonders ins Auge, über die andere Leute mühelos
> hinweglesen.

Wie in: "... ob ihr vielleicht über meine Beispielsätze gestolpert wärt,


wenn sie so in der

Zeitung gestanden hätten[,] und ob ihr die Frage insgesamt total beknackt
findet"?

> Die Passivsätze finde ich allerdings in der Tat weniger
> störend als die Aktivsätze - ich denke, das liegt daran, daß das
> Sprachgefühl, wenn es beim Verstehen das Satzes auf die "um..zu"-
> Konstruktion stößt, nicht auf die direkte grammatikalische
> Konstruktion des Hauptsatzes zurückgreift, um das richtige Subjekt
> einzusetzen, sondern auf eine Art "interne Repräsentation" der
> Handlung, in der das wirklich handelnde Subjekt bereits "ermittelt"
> wurde, auch wenn es nicht das grammatikalische Subjekt war oder
> vielleicht sogar niemals namentlich genannt wurde.

Ja, das sieht Kai anscheinend auch so.

> "Um seine Legende nicht zu enttarnen, wurde nur selten Kontakt mit dem
> Agenten aufgenommen."
>
> Stattdessen kann man auch sagen: "... nahm man nur selten Kontakt
> auf." Tatsächlich sind Man-Sätze und Passivsätze oft beliebig
> austauschbar.

Ich persönlich finde die Lösung mit "man" halt logischer, wenngleich oft
wenig elegant. Ich hab mir das Ganze noch mal überlegt und meine jetzt, mein
Problem ist wahrscheinlich nicht der Konflikt zwischen einem grammatischen
und einem sozusagen semantischen Subjekt, sondern tatsächlich, dass in
Passivsätzen niemand genannt wird, der die beschriebene Absicht hat. Ich
weiß, du hast das schon so ähnlich ausgedrückt. Ich hab in der Zwischenzeit
bemerkt, dass das Vorhandensen bzw. Fehlen des Agens eigentlich nichts damit
zu tun hat. Wenn man ein Agens einfügt, ändert sich nichts Wesentliches,
denn Handlung und Absicht sind nun mal nicht das Gleiche. Deswegen stören
mich persönlich Passivsätze in Verbindung mit "um ... zu" auch dann, wenn si
e gar kein Subjekt enthalten, also zum Beispiel: "Um die Nervosität zu
vertreiben, wurde reichlich getrunken." Oder: "Um Platz zu sparen, wird auf
eine detaillierte Beschreibung verzichtet."

Grüße und herzlichen Dank noch mal an alle,
Ekkehard


Mark Trettin

unread,
Jun 16, 2003, 1:56:38 PM6/16/03
to
[ Sorry, wg. der späten Antwort ]

On Fri, 13 Jun 2003, Mary-Ann Parisi & Robert Watson said:
> Bitte, wie bekommt man '»' und '«'? Gebrauchst du Windows?

Nein. Emacs unter Linux. Für ersteren gibt es eine "Input-Method" und
für die meisten Unices den Compose-Key --> <COMPOSE> < < --> «

> I kann diese Zeichen an der deutschen Tastatur nicht finden. I sehe
> nur ö ä ü Ö Ä Ü ß.

Die gibt es da auch nicht. Einen Tipp hat Dir Einde ja schon gegeben.
Ferner gibt es für Windows wohl ein Programm, welches den Compose-Key
nachbildet und in (allen?) Windows-Anwendungen genutzt werden kann.
Irgendwas wie "All my keys" oder so ähnlich. Google sollte das finden.

Bis dann

Mark
--
Mark Trettin ------- *Aachen* -- Wo ist das? ------> N: 50°46' O: 06°05'

BOFH excuse #428:

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