Hallo allerseits.
Kennt jemand den Ursprung der sprachlichen
Wendung "in acht Tagen" (womit gemeint ist:
in einer Woche), die zumindest in Teilen
von Deutschland ja ziemlich gebraeuchlich
ist?
Aktueller Anlass: Die heutige PK unseres
amtierenden BK zum Wahlausgang ("Die
Spitzengremien der CDU werden in acht
Tagen zusammengekommen", womit wohl der
kommende Montag gemeint war).
-----BEGIN PGP SIGNATURE-----
Version: PGPfreeware 5.5.3i
iQCVAwUBNg+ku3CSy6SLMe41AQG1jwQAo7c/he2d+upv6tWkIqro/PdiCyOoF5Z+
PSwBX8/iDRlg/BoIhx+75ErLR3Vd8PIukFnYNUDeO/erjg9K2i4KB/gI6b1Nby8T
NKnIq1kf3E0z1KBG9aXhtyeOdmPFhzTmuvdILGi825OppgdnwfpTxNG50/v/5gK+
aewT951Pp+o=
=YTxT
-----END PGP SIGNATURE-----
>Kennt jemand den Ursprung der sprachlichen
>Wendung "in acht Tagen" (womit gemeint ist:
>in einer Woche), die zumindest in Teilen
>von Deutschland ja ziemlich gebraeuchlich
>ist?
>
>Aktueller Anlass: Die heutige PK unseres
>amtierenden BK zum Wahlausgang ("Die
>Spitzengremien der CDU werden in acht
>Tagen zusammengekommen", womit wohl der
>kommende Montag gemeint war).
Mir ist nicht ganz klar, was Du mit Ursprung meinst. Wenn ich mich
nicht irre, vermischt Du hier zwei sprachliche Wendungen miteinander.
Wenn jemand sagt, ich treffe Dich "in acht Tagen", dann meint er
wahrscheinlich "in acht Tagen". :-) Also: Wenn er es am Sonntag, dem
1. Isegal sagt, meint er den 9. Isegal. Anders dagegen die stehende
Redewendung "<Wochentag> in acht Tagen", die immer nur dann zur
Anwendung kommt, wenn ein gleichnamiger Wochentag noch vor dem
Eintreten des gemeinten Termins liegt. Also: Wenn sie am Sonntag, dem
1. Isegal sagt "Dienstag in acht Tagen", dann meint sie nicht den 3.
Isegal, sondern den 10. Isegal. Sie könnte auch sagen "Am übernächsten
Dienstag"; aber die Wendung selbst ist doch ziemlich klar, denn sie
meint, "an dem <Wochentag>, der nach Ablauf von acht Tagen eintritt,
nicht an dem davorliegenden <Wochentag>".
Ist Deine Frage damit beantwortet oder habe ich Dein Problem nicht
verstanden?
Gruß, Marius
> Kennt jemand den Ursprung der sprachlichen
> Wendung "in acht Tagen" (womit gemeint ist:
> in einer Woche), die zumindest in Teilen
> von Deutschland ja ziemlich gebraeuchlich
> ist?
Das Thema hatten wir gerade vor wenigen Tagen durchgenommen, IIRC
irgendwo im Thread "Wort gesucht"."In acht Tagen" bedeutet schlicht
"in einer Woche, den heutigen Tag mitgerechnet". Es ist
althergebracht und hat keinen besonderen Ursprung. Früher zählte
man immer so, weil man die Null noch nicht kannte. Heute werden u.
a. die Intervalle in der Musik noch so gezählt. Analog zu "in acht
Tagen" heißt es im Französischen "in fünfzehn Tagen", wenn "in zwei
Wochen gemeint ist."
Ralf
--
Was man bekämpft, das wird man.
viele Leute bezeichnen den "Dienstag in acht Tagen" auch als "naechsten
Dienstag", der 3. Isegal wuerde dann mit "kommendem Dienstag" oder
"diesen Dienstag" bezeichnet. Nach dieser Auffassung waere der
"uebernaechste Diesntag" also noch eine Woche spaeter.
Was ich eigentlich nur sagen wollte, war, dass der Ausdruck
"am naechsten Dienstag" bei manchen Sprechern den Dienstag, der
als erstes auf den heutigen Tag folgt, bezeichnet, bei manchen
andreren wiederum den zweiten.
Viele Gruesse,
Ralf
--
2-Zimmer-DG-Wohnung in Greven bei Muenster/Westf. zu vermieten:
http://home.t-online.de/home/ralf.sipple/whg_greven.html
Ralf Sipple | Fax +49-2571-549327 | sip...@writeme.com
D-48268 Greven | Anrufbeantw. +49-2571-549326 | pgp key on request!
Nein, aber die Handhabung ist unterschiedlich.
In einer Woche => in acht Tagen.
In zwei Wochen => in vierzehn Tagen (französisch, türkisch 15!).
Gruß, ULF
--
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner
Backhaushohl 46
D-55128 Mainz
_______________________________________________________________________________
>In einer Woche => in acht Tagen.
>In zwei Wochen => in vierzehn Tagen (französisch,
>türkisch 15!).
Im Französischen heißt es, ganz der Logik, den
ersten Tag mitzuzählen, entsprechend: "dans huits
jours", in 8 Tagen, und "dans quinze jours", in
15 Tagen. Ebenso bezeichnet "la quinzaine" den
Zeitraum von 2 Wochen.
Michael
Hoppala: ich sehe gerade, daß Du das wahrscheinlich
ohnehin so gemeint hast: mich hat das Komma zwischen
"französisch" und "türkisch" irritiert, ich hab's
als Trennung gelesen. Ein "und" anstatt des Beistrichs
hätte mich weniger verwirrt.
Diesselbe als mit dem Anglizismus "Monday week"?
--
Daniel "Da" von Brighoff /\ Dilettanten
(de...@midway.uchicago.edu) /__\ erhebt Euch
/____\ gegen die Kunst!
> >In einer Woche => in acht Tagen.
> >In zwei Wochen => in vierzehn Tagen (französisch,
> >türkisch 15!).
> Hoppala: ich sehe gerade, daß Du das wahrscheinlich
> ohnehin so gemeint hast: mich hat das Komma zwischen
> "französisch" und "türkisch" irritiert, ich hab's
> als Trennung gelesen. Ein "und" anstatt des Beistrichs
> hätte mich weniger verwirrt.
Verzeihung, werde künftig Beistriche sparen. ;-)
> Es ist althergebracht und hat keinen besonderen Ursprung.
Meines Erachtens kommt diese Zählweise aus dem (alten) hebräischen oder
griechischen, wo man immer den heutigen Tag mitzählte. Beispiele gibt's
in der Bibel: "... und da acht Tage um waren..." (Beschneidung Jesu),
und "am dritten Tage auferstanden".
Bis denne
R/\LF
Entschuldig die Sprache,
--
António Marques
Taxonomia Botânica - UC
'There are more things in Heaven and Earth
than can be explained by mortal man'.
Ralf Eichler wrote:
Die Sache verhält sich umgekehrt: Nicht diese Zählweise, also den heutigen
Tag mitzuzählen (und Entsprechendes in anderen Bereichen), kommt
irgendwoher, sondern umgekehrt beim Zählen von Null auszugehen, die Null
selbst hat einen Ursprung. Sie ist in Hinterindien im späten 7. Jh. belegt
und fand dort schon in einem Dezimalsystem Verwendung . Den Europäern
wurde sie über die Araber bekannt ["as-sifr"=Leer(stelle), daraus Ziffer].
Fibonacci hat sie im Hochmittelalter verwendet. Der Franzose Nicolas
Chuquet benutzte sie dann im 15. Jh. auch als Ergebnis von Gleichungen.
Erst wenn die Null bekannt ist, kann beim Zählen der Ausgangspunkt nicht
als "eins" gerechnet werden.
Über die Null geben Herkömmliche Enzyklopädien Auskunft.
Ralf
(Eine derartige Häufung von Ralfs wie im Usenet ist mir seit Jahrzehnten
nicht begegnet.)
--
Konrad Adenauer, 82, sagte am 23. Januar in seiner Bundestagsrede, die 42
Minuten dauerte, sechsundfünfzigmal "Meine Damen und Herren".
(SPIEGEL 7/1958, S. 48)
Ich wollte das damit auch nicht bestreiten. Für den deutschen
Sprachgebrauch ist aber sicher Luthers Bibelübersetzung sehr prägend
gewesen. Und dort kommen eben die im hebräischen üblichen Wendungen 1:1
übersetzt vor. Und das ist eben so eingeschliffen, daß keiner mehr
drüber nachdenkt. "...Samstag in acht Tagen <knnuuutsch>..." kennt doch
jeder.
>
> Ralf
> (Eine derartige Häufung von Ralfs wie im Usenet ist mir seit Jahrzehnten
> nicht begegnet.)
Haste recht. Wir sind eben was besonderes ;-)
Ralf