Nehmen wir "köln" als ein Beispiel, haben wir dann:
Kölner und
Köln's
Ist der Weihnachtsmarkt in Köln der Kölner Weihnachtsmarkt oder Köln's
Weihnachtsmarkt? Warum?
Danke!
> Nehmen wir "köln" als ein Beispiel, haben wir dann:
> Kölner und
> Köln's
>
> Ist der Weihnachtsmarkt in Köln der Kölner Weihnachtsmarkt oder Köln's
> Weihnachtsmarkt? Warum?
>
Ortsnamen as Eigenschaftswörten werden meistens durch das Anhängen von
-er gebildet - Berliner, Frankfurter, Hamburger, Leipziger usw. N.B. Das
wort wird immer groß geschrieben.
Warum? Es ist halt so in der deutschen Sprache.
Also Kölner Weihnachtsmarkt.
Gruß, Einde O'Callaghan
Das ist nicht Dativ, sondern Genitiv und wird nach den amtlichen
Rechtschreibungeregelungen ohne Deppenapostroph geschrieben.
Es gibt noch die Variante mit der Präposition "von".
> Nehmen wir "köln" als ein Beispiel, haben wir dann:
> Kölner und
> Köln's
> Ist der Weihnachtsmarkt in Köln der Kölner Weihnachtsmarkt oder Köln's
> Weihnachtsmarkt? Warum?
"Kölner Weihnachtsmarkt". Kölns Weihnachtsmarkt ist zwar grammatisch
richtig, aber unidiomatisch. Eher würde man noch "Weihnachtsmarkt von
Köln" sagen.
"Kölner Weihnachtsmarkt" könnte auch der Name des Weihnachtsmarkt sein;
die Alternativen sind nur beschreibend.
Claus
> "Kölner Weihnachtsmarkt". Kölns Weihnachtsmarkt ist zwar grammatisch
> richtig, aber unidiomatisch. Eher würde man noch "Weihnachtsmarkt von
> Köln" sagen.
Andererseits ist "Münchens Oberbürgermeister" durchaus idiomatisch.
--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de
> Andererseits ist "Münchens Oberbürgermeister" durchaus idiomatisch.
ja, aber auch da gibts den "Münchner Oberbürgermeister". Und es gibg um
Adjektive, die Genitivkonstruktion ist definitiv kein Adjektiv.
Ganz synonym sind die beiden Konstruktionen nicht; vgl. etwa den
Wikipedia-Artikel zum Thema "Kaiser", wonach Ende des 19. Jahrhunderts
die Begriffe "Deutscher Kaiser", "Kaiser der Deutschen" und "Kaiser von
Deutschland" konrovers ausgelegt wurden:
(http://de.wikipedia.org/wiki/Kaiser)
| [...]unmittelbar davor war es darüber zwischen Wilhelm I. und seinem
| Ministerpräsidenten Otto von Bismarck zu einer schweren
| Auseinandersetzung um den exakten Titel gekommen. Da der König sich
| weniger als Deutscher denn als Preuße verstand, hatte er den
| Kaisertitel ursprünglich ablehnen wollen, bevorzugte aber im Falle
| seiner Annahme den Titel „Kaiser von Deutschland“. Dies hätte
| allerdings als Anspruch auf nicht zum Reich gehörige deutschsprachige
| Gebiete – etwa Österreichs, der Schweiz und Gebieten in Norditalien –
| ausgelegt, aber auch als weitreichender Herrschaftsanspruch gegenüber
| den übrigen deutschen Bundesfürsten gedeutet werden können. Zudem
| hätte diese Titulatur angedeutet, dass Deutschland Besitz des Kaisers
| war. Um dieses Konfliktpotenzial von vornherein auszuschalten, bestand
| Bismarck auf der Titulatur „Deutscher Kaiser und König von Preußen“
| und setzte sich schließlich durch. Von vornherein schied der Titel der
| Kaiserdeputation der Revolution von 1848, „Kaiser der Deutschen“, aus,
| da dies zu sehr den Aspekt der Volkssouveränität hervorgehoben hätte.
Diedrich
--
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> Claus Färber <claus-usen...@faerber.muc.de> wrote:
>
>> "Kölner Weihnachtsmarkt". Kölns Weihnachtsmarkt ist zwar grammatisch
>> richtig, aber unidiomatisch. Eher würde man noch "Weihnachtsmarkt von
>> Köln" sagen.
>
> Andererseits ist "Münchens Oberbürgermeister" durchaus idiomatisch.
Njaaa ... Nicht in München. Und auch sonst klingt "der Münchner
Oberbürgermeister" besser.
Gruß, Michael
> Njaaa ... Nicht in München. Und auch sonst klingt "der Münchner
> Oberbürgermeister" besser.
Finde ich auch. Der vorangestellte Genitiv klingt wie ein verunglückter
Anglizismus. Nachgestellt ist er idiomatisch für Begriffe, die nicht
typisch für eine Stadt oder ein Land sind: die Einwohnerzahl Münchens oder
Deutschlands. Für Typisches muss ein Adjektiv vorangestellt werden:
Münchner Bier, deutsche Weine. Bei Ämtern finde ich auch das Adjektiv
besser: der Münchner Oberbürgermeister, der deutsche Bundespräsident.
--
Helmut Richter
Ein noch schlimmerer Anglizismus (aber leider bereits etabliert) ist der
Name "Krefeld Pinguine".
Grüße,
Ekkehard
> > Andererseits ist "Münchens Oberbürgermeister" durchaus idiomatisch.
>
> Njaaa ... Nicht in München.
Sehr wohl aber in der überregionalen Presse.
> Ein noch schlimmerer Anglizismus (aber leider bereits etabliert) ist der
> Name "Krefeld Pinguine".
Klingt mir eher nach Antarktismus.
--
Performance: A statement of the speed at which a computer system works.
Or rather, might work under certain circumstances. Or was
rumored to be working over in Jersey about a month ago.
Offenbar sind solche Anglizismen nicht mehr auf Eigennamen beschränkt: Heute
habe ich die Schlagzeile
"Lange Pause für Cottbus-Rüpel da Silva (http://tinyurl.com/38h3hc)"
gelesen. Furchtbar.
Ekkehard