*****************************************************
*****************************************************
Titel: My Friends
Von: Invisigoth (Invisig...@t-online.de)
"Sie müssen durchhalten Mulder, was soll ich sonst ohne sie machen ?
Panik war in Scullys Stimme zu hören, dann schoben ihn die Sanitäter in
den Krankenwagen.
"Wenn sie wollen können sie mit ihm fahren, Agent Scully"
Das ließ sie sich nicht zweimal sagen.
Sie setzte sich auf den Sitz neben Mulder, und hielt seine Hand. Mulder
war bei Bewußtsein. Der Notarzt legte ihm eine Sauerstoffmaske über.
Seine Augen waren die ganze Zeit auf Scully gerichtet.
Er öffnete seinen Mund, aber er war zu schwach um laut genug reden zu
können. Scully beugte sich ganz dicht zu ihm herunter.
"Machen sie sich keine Sorgen, ich..." Dann wurde er ohnmächtig.
Scully schaute erschrocken zum Arzt hinüber.
"Er lebt," sagte er, "aber er muß schnell operiert werden."
Mit Sirenengeheule und einen Affentempo ging es in Richtung Memorial
Hospital.
Ein Ärzteteam wartete schon bei der Notaufnahmen.
Der Arzt hatte ihnen von unterwegs über den Zustand von Mulder
berichtet.
"Schnell in OP1, ich habe keine Lungentöne mehr. Seine Lunge droht zu
kollabieren."
Scully lief den ganzen Weg bis zum OP neben der Barre her. Sie hielt
seine Hand so fest wie sie nur konnte, doch am OP Eingang wurde sie grob
von einer der Schwestern zurück gehalten.
"Hier dürfen sie nicht weiter rein, Agent Scully."
"Aber ich bin auch Ärztin."
"Wir können sie hier aber nicht gebrauchen. Sie sind emotional viel zu
abgelenkt."
Dann schloß sie die Tür vor ihrer Nase zu.
Eine andere Schwester kam auf sie zu, und führt sie zur Anmeldung.
"Kommen sie bitte mit, ich brauche ein paar Einzelheiten über...er ist
ihr Partner stimmt's ?"
Scully starrte immer noch auf die Tür die zum Operationssaal führte.
"Was ?"
"Ich habe gefragt ob er ihr Partner ist ?
"Ja das ist er."
"Bitte nehmen sie das Formular und füllen sie es aus. Sie können es mit
in den Warteraum. Lassen sie sich ruhig Zeit damit, okay ?"
"Danke." Scully zitterte noch am ganzen Körper.
"Wenn sie irgendwas brauchen...Fragen sie einfach nach Schwester
Helmer."
Scully nickte und ging Gedanken versunken in Richtung Warteraum.
Sie setzte sich neben die Eingang, damit sie gleich mitbekam wenn sie
Mulder aus dem OP schoben. Aber das würde wohl noch einige Zeit dauern.
Sie starrte auf das Papier.
Versicherung:
Blutgruppe: 0 Negativ.
Angehörige:
Allergien:
Scully konnte sich einfach nicht konzentrieren. Das waren fragen die sie
nun wirklich nicht beantworten konnte.
Dann ging die Tür auf und Direktor Skinner kam herein.
"Ich bin so schnell gekommen wie ich konnte, was zum Teufel ist passiert
Agent Scully ?"
Sie stand auf, wischte sie eine Träne aus dem Auge und blickte ihm dann
ins Gesicht.
"Es ging alles so verdammt schnell. Ich konnte gar nichts machen."
Scullys Stimme überschlug sich regelrecht.
"Beruhigen sie sich Agent Scully und erzählen sie langsam und in Ruhe."
Sie holte rief Luft, und setzte sich wieder.
"Wir hatten einen Verdächtigen mit dem Auto verfolgt, doch dann hängte
er uns in einer Seitenstraße ab. Wir stiegen aus, um ihn zu Fuß zu
verfolgen..."
Scully machte eine Pause.
"...dann weiß ich nur noch, daß mich Mulder umgeschubst hat, und 2
Schüsse fielen." Scully starrte auf den Fußboden. "Ich rannte dem
Verdächtigen hinterher, als ich bemerkte, das... daß Mulder angeschossen
war. Doch nach ein paar Meter hatte ich ihn verloren. Als ich zurück
kam, sah ich erst wie schwer er verletzt war. Die hatte ihn in die Lunge
getroffen, die andere...ich weiß nicht so genau... ich glaube irgendwo
in den Bauch."
Skinner hatte sich neben Scully gesetzt.
"Was können sie als Ärztin über den Zustand von Mulder sagen?"
Skinner hatte seine Brille abgenommen, und rieb sich die Augen. Das tat
er immer, wenn es in einer Situation schlecht aus sah.
"Sein Zustand war stabil, aber..." Sie legte ihr Stirn in Sorgenfalten.
"Er wird es schaffen Scully, daß weiß ich." fiel er ihr ins Wort.
Er legte ihr eine Hand auf die Schulter.
"Hoffentlich," dachte Scully. "Er darf mich einfach nicht alleine
lassen. ich brauche ihn doch."
Dann sah Skinner die Unterlagen auf ihrem Schoß liegen.
"Geben sie die Formulare mal her. Ich werde mich darum kümmern.
Scully reichte ihm alles rüber, stand auf und ging zurück zur Anmeldung.
"Haben sie schon was neues über Agent Mulders Zustand erfahren,
Schwester Helmer ?"
"Nein, Schätzchen," Sie legte eine Hand auf die von Scully, "Die Ärzte
operieren ihn immer noch. Aber ich informiere sie sofort, falls sich was
neues ergibt."
"Danke." sagte Scully und ging zum Kaffeeautomaten. Sie wühlte in ihren
Taschen nach Kleingeld, fand aber keines.
"Hier nehmen sie das."
Scully drehte sich erschrocken um und sah in das Gesicht von Frohike. Er
war einer von Mulders Freunden.
"Danke. Woher haben sie gewußt, daß..." Scully ließ den Satz
unvollendet.
"Ich hörte gerade den Polizeifunk gehört, als die Meldung rein kam. Wie
geht es ihm ?
Scully nahm den Becher aus dem Automaten und nippte daran.
"Er wird noch operiert. Die Ärzte können noch nichts sagen."
Frohike nahm ihre Hand und drückte sie.
"Er wird es schaffen. Mulder ist ein Kämpfer."
Ein kleines Lächeln entstand auf Scullys Gesicht.
"So gefallen sie mir schon viel besser Agent Scully. Immer positiv
Denken."
Dann ging er in Richtung Fahrstühle.
"Ich rufe sie in ein paar Stunden an, um mich nach Mulder zu
erkundigen."
Dana ging zurück ins Wartezimmer und setzte sich neben Skinner.
"Scully, ich habe Agent Mitchell gebeten Mulder Mutter abzuholen und sie
ins Krankenhaus zu bringen.
"Wie hat sie die Nachricht aufgenommen?"
Skinner nahm seine Brille ab, und rieb sich wieder seine Augen.
"Sie fertig mit den Nerven. Aber wer ist das nicht."
Scully und Skinner blickten sich eine Zeit lang in die Augen.
"Sie hat nur noch ihn, Scully. Wenn er...ich meine...er muß es einfach
schaffen."
* * *
"Wie geht es meinem Sohn ?"
Mrs. Mulders Wimperntusche lief ihr die Wangen hinunter. Sie hatte knall
rote Augen von weinen, und drohte jeden Augenblick zusammen zu brechen.
"Setzten sie sich erstmal," Direktor Skinner nahm stützend ihren Arm.
"Die Ärzte wollen sich melden, wenn es was neues gibt. Im Moment können
wie nur hoffen..."
"...und beten, beendete Scully den Satz leise."
Mrs. Mulder schaute auf Scully, dann setzte sie sich neben sie.
"Waren sie beim ihm, als er angeschossen wurde ?"
"Ja...aber ich konnte nichts für ihren Sohn tun. Er tut mir so leid."
"Sie haben keine Schuld an diesem Unglück. Ich bin aber froh, daß sie
bei ihm waren." Scully und Mrs. Mulder schauten verlegen auf den Boden.
"Hat er noch was gesagt, bevor..?"
"Ich sollte mir keine Sorgen machen..."beendete Scully den Satz und
drückte Mrs. Mulders Hand etwas fester.
Dann konnte Scully ihre Tränen nicht mehr zurück halten.
Mrs. Mulder nahm sie ihn die Arme, und drückte sie ganz fest an sich.
"Es wird kommt alles wieder in Ordnung, bestimmt," flüsterte sie.
* * *
Die Stunden vergingen, und es gab noch keine Neuigkeiten über den
Zustand von Mulder.
Seine Mutter hatte sich ein bißchen im Schwesternzimmer hingelegt, und
Scully war auch in ihrem Stuhl eingeschlafen.
Direktor Skinner holte ihr eine Decke und legte ihr sie über.
Dann saß er nur so da, und ihm wurde klar, wie schnell ein Leben zuende
sein konnte, wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort war.
Scully hatte bei ihrer Mutter angerufen, um ihr zu sagen, daß es ihr gut
ging.
In der Presse wurde, um die Familie des Opfers zu schützen, kein Name
genannt, sondern es wurde nur bekannt gegeben, daß ein FBI Agent bei
einer Verfolgung schwer verletzt wurde.
Plötzlich ging die Tür auf, und ein Arzt in OP Klamotten kam herein.
"Mrs. Mulder ?" sagte er und schaute fragend auf Dana.
Skinner rüttelte an Scully Arm, damit sie wach wurde.
Langsam schlug sie ihre Augen auf.
"Wie bitte ?"
"Ich habe gefragt, ob sie Mrs. Mulder sind ?"
"Nein. Nein ich bin nur seine Partnerin Dana Scully." antwortete sie
noch verschlafen.
"OK Ms. Scully. Mein Name ist Dr. Wilcox, ich habe Agent Mulder
operiert."
Er machte eine Pause.
"Ist er..?"
"Er lebt, und es geht ihm den Umständen entsprechend." beruhigte sie der
Arzt.
"Es war keine einfache Operation. Wir haben eine Kugel aus der Lunge
entfernen, und eine andere in seinem linken Leberlappen..."
Er setzte sich auf den Tisch mit den Zeitschriften.
"Die erste Kugel war nicht so schlimm, aber die zweite hat eine Menge
schaden angerichtet."
Doktor Wilcox wischte sich den Schweiß von der Oberlippe.
"Wir mußten seine Milz entfernen, und ein Loch im Dünndarm nähen.
Außerdem hat er viel Blut verloren."
Scully wagte es gar nicht zu fragen.
Sie blickte Skinner an und drehte ihr Gesicht zur Seite.
"Wird er...ich meine hat er eine gute Überlebenschance ?," Skinner wußte
nicht genau wie er es formulieren sollte.
"Die nächsten 48 Stunden werden entscheidend sein, wenn er dann..."
Sein Pieper schrillte los.
"Wenn er dann wach ist, " beendete er den Satz, " hat er es so gut wie
geschafft. Entschuldigen sie mich jetzt bitte, die Pflicht ruft."
Dann verließ er den Warteraum.
Scully schaute Skinner etwas erleichtert an.
"Ich werde es Mrs. Mulder sagen, gehen sie nur zu ihm hin, Scully."
"Danke." Sie drückte seine Hand, und geht dann in Richtung
Intensivstation.
* * *
Es kam ihr wie ein Alptraum vor, als sie Mulder da so liegen sah.
Überall waren Schläuche und Geräte, das eine überwachte seinen
Herzschlag, das andere seine Atemfrequenz.
Mulder hatte einen Schlauch im Mund, weil er noch nicht selbständig
atmen konnte.
Scully stellte sich neben das Bett, und schaute ihm ins Gesicht.
Sie mußte daran denken, wie er damals an ihrem Bett stand und auch nicht
wußte, ob sie überleben würde.
"Ich habe es geschafft, also müssen sie es auch einfach schaffen," sagte
sie leise zu sich selbst.
Sie nahm seine Hand und drückte sie leicht.
Dann ging die Tür auf, und Mulders Mutter kam herein.
"Wenn sie alleine mit ihm sein wollen, dann.." Dana ließ seine Hand los.
"Bitte bleiben sie hier Dana."
Mrs. Scully stellte sich auf die gegenüberliegende Seite des Betts.
Sie schaute auf ihren Sohn.
"Er hat immer viel von ihnen gesprochen, Dana."
Auf Scullys Gesicht erschien ein kleines Lächeln.
"Sie bedeuten ihm sehr viel, das könne sie mir glauben."
Scully senkte ihren Blick.
"Er hat sein Leben für meines geopfert."
Scully konnte es immer noch nicht glauben. "Wenn ich besser aufgepaßt
hätte dann wäre es vielleicht nicht passiert."
"Dana, so dürfen sie nicht denken." Mrs. Mulder drückte Scullys Hand.
"Als sie damals im Krankenhaus lagen war Fox ein Nervenbündel. Jede
freie Minute war er bei ihnen, und wich nicht von ihrer Seite."
Scully dachte nicht gerne an dieses Ereignis in ihrem leben zurück. Es
war zu schmerzhaft für sie.
"Ich habe ihm nie gesagt," fing Scully an zu erzählen, "daß ich gespürt
hatte, daß er da war. Ich habe seine wärme und seinen Glauben am mich
gespürt, und nur das hat mir geholfen ins Leben zurück zu kehren. Und
ich glaube, wenn wir genau so fest an ihn glauben, wird alles wieder gut
werden."
Mrs. Mulder und Scully standen einfach so da, hofften und beteten, das
alles gut werden würde.
* * *
Die Zeit schien einfach nicht zu vergehen.
Mulder war nun schon mehr als 36 Stunden ohne Bewußtsein.
Mrs. Mulder und Scully wechselten sich stündlich mit dem aufpassen ab.
So das immer einer beim ihm war, wenn er die Augen aufmachte.
Scully hatte sich ein Buch mitgenommen, als sie das letzte mal Zuhause
war.
Doch eigentlich wußte sie nach ein paar Seiten gar nicht mehr, was sie
gerade gelesen hatte.
Wenn er doch nur aufwachen würde.
Sie legte das Buch auf den Nachtisch und nahm seine Hand.
Sie fühlte sich so stark und männlich. Es gab viele Augenblicke in ihrem
leben, wo sie sich gewünscht hätte, das ihre Partnerschaft sich auch auf
das Privatleben erstrecken würde. Aber gleich danach wurde ihr klar, daß
sie nie ein Chance zusammen hätten. Das FBI würde immer zwischen ihnen
stehen. Scully machte das Radio an, welches eine der Schwestern auf
seinen Nachttisch gestellt hatte. Sie hatte mal in einem Fachblatt
gelesen, daß Komapatienten eine Menge von ihrer Umwelt mitbekommen, auch
wenn man es ihnen nicht anmerkt.
Sie legte eine Kassette von Police ein und drückte auf Play.
"Every move you make, every breath you take, every single day, I'll be
watching you, "hörte man leise aus dem Radio dudeln. Es war ein ganz
besonderes Lied.
Sie hörten es ihm Radio spielen, als sie ihre erste Überwachung hatten.
Mulder war damals eingeschlafen und Scully wußte nicht, sie den so
friedlich schlummernden Mulder wecken sollte. Also beugte sie sich ganz
dicht zu ihm rüber, und pustete ihm vorsichtig ins Ohr. Doch er wollte
nicht wach werden. Was sie nicht wußte war, daß Mulder schon längst wach
war und nur so tat, als ob er noch schlafen würde. Sie pustete ihm also
noch mal ins Ohr und er drehte sich ruckartig zu ihr um. Dann schaute er
ihr tief in die Augen. Ihre Köpfe waren nur wenige Zentimeter
voneinander entfernt, und Mulder beugte sich ein Stück nach vorne, doch
wie konnte es anders kommen, klingelte genau in diesem Augenblick sein
Handy.
Sie nahm ein Tuch und tupfte vorsichtig Mulders Stirn ab, als sie
bemerkte, daß er seine Augen langsam aufmachte.
Scully viel eine Tonnenschwere Last von der Seele. Es war einfach ein
unbeschreibliches Gefühl.
Langsam, ganz langsam öffnete Mulder er ein Auge und dann das andere.
Er blickte sie an, schloß dann aber wieder die Augen. Scully lief nach
draußen und informierte Schwester Haddaway, daß Mulder zu Bewußtsein
gekommen war. Dann lief sie zurück in sein Zimmer.
Mulder hatte seine Augen wieder aufgemacht und versuchte zu sprechen,
doch der Schlauch vom Beatmungsgerät verhinderte es.
"Bleiben sie ruhig liegen Mulder. Sie wurden operiert, und haben jetzt
das gröbste Überstanden."
Er blinzelte einmal kurz mit den Augen, als wollte er sagen, daß er sie
verstanden hat.
"Sie werden wieder gesund Mulder..."
Scully merkte wie Mulder Hand sich auf ihre legte, und sie drückte. Sie
erwiderte es, und konnte nur mit mühe ihre Freudentränen unterdrücken.
* * *
1 Tage war es nun her, daß Mulder aufgewacht ist und er war auf dem
besten Wege der Besserung.
Scully fuhr am morgen ins Krankenhaus. Sie hatte ihrem Partner einen
großes Teddy mit einem herzförmigen Luftballon gekauft.
Leise klopfte sie an seine Tür und ging hinein.
Mrs. Mulder saß am Bett ihres Sohnes. Es schien Mulder schon bedeutend
besser zu gehen. Er lächelte, als Scully den Raum betrat.
"Wenn ich störe, kann ich gerne nachher noch mal wieder kommen."
"Scully sie stören doch nicht," sagte Mulder mit noch geschwächter
Stimme.
Sie nahm sich einen Stuhl und setzte sich auf die andere Seite des
Bettes. Dann zog ihre Jacke aus und henkte sie über die Lehne.
Sie hob den Teddy auf und reichte ihn Mulder hinüber.
"Der hat mich auf dem Weg hier her angelacht, und da mußte ich ihn
einfach kaufen."
Mulder hob eine Augenbraue. "So einfach ist es also ihr Herz zu erobern.
Man braucht einfach nur zu lächeln."
Scully wurde ein bißchen rot und warf einen Blick auf Mrs. Mulder. Sie
rückte ihren Stuhl zurück und stand auf.
"Ich habe noch so viel zu tun Fox, außerdem will ich euch zwei nicht
weiter stören." Sie zwinkerte Mulder zu, nahm ihre Tasche, und gab ihrem
Sohn zum Abschied einen Kuß auf die Stirn.
"Wir sehen uns morgen."
Sie ging und machte leise dir Tür hinter sich zu.
Mulder schaute Scully von der Seite an.
"Danke." sagte er und lächelte ein wenig.
"Wofür ?"
"Das sie sich so nett um meine Mutter und..." er machte ein Pause, "um
mich gekümmert haben."
"Das habe ich gerne gemacht."
Sie schauten sich tief in die Augen. Eine Zeit lang war es Still im
Zimmer, nur die leise Musik aus dem Radio war zu hören.
"Ich hatte große Angst um sie Mulder. Als sie da so lagen...und das
viele Blut. Ich..."
Mulder nahm Scullys Hand und drückte sie sanft.
"Ich habe es doch geschafft, Scully, und nur das zählt. So schnell
werden sie mich nicht los."
"Versprochen ?"
Er mußte lachen. " Ja, versprochen."
"Ich muß leider auch wieder gehen, die Arbeit ruft. Skinner hat die
letzten 2 Tage ein Auge zugedrückt, damit ich bei ihnen sein konnte."
"Dann bin ich ihm doch nicht so egal, wie er immer tut."
Scully war überrascht.
"Das waren sie ihm noch nie Mulder. Ich meine...sie...sie bedeuten mir
auch sehr viel, mehr als sie sich vielleicht vorstellen können."
Sie spürte, wie sie rot zu werden drohte, und als Mulder sie dann noch
mit seinem hinreißenden Lächeln angrinste...
Schnell stand sie auf und nahm ihr Jacke von der Lehne.
Doch bevor sie gehen konnte, nahm Mulder ihre Hand und hielt sie fest.
"Das muß ihnen nicht unangenehm sein, Dana."
"Dana." wiederholte Scully leise. So nannte Mulder sie nur selten.
Meistens müßte immer erst etwas passieren, wie der Tod ihres Vaters oder
als sie von ihrem Ex-Freund gekidnappt wurde.
Scully setzte sich auf sein Bett. Vorsichtig strich er mit seiner Hand
über ihre Wange, und schaute ihr tief in die Augen.
" Ich weiß nicht wie ich es erklären soll...," fing Mulder an zu
erzählen, " Als ich da am Boden lag, mich nicht bewegen konnte, da sah
ich sie und wußte sofort, das alles wieder in Ordnung kommen würde."
"Mulder..."
"Ich weiß noch, wie sie meinen Kopf in ihre Arme gelegt und mir übers
Haar gestrichen haben."
"Mulder, ich..."
"Ssssh." Vorsichtig legte er einen Finger auf ihre Lippen, und
schüttelte mit dem Kopf.
Langsam zog er sie immer dichter an sich heran.
Er hatte dabei zwar schmerzen, aber das war ihm in diesen Augenblick
egal.
Langsam kamen sich ihre Lippen immer näher und naher, bis sie sich
schließlich berührten.
Ihr erster Kuß war zärtlich und behutsam.
Sie strich ihm mit der Hand eine Strähne aus dem Gesicht.
Dann ließen sie ihren Gefühlen freien lauf.
Dabei merkten sie nicht, daß Dr. Wilcox in der Tür stand.
Er räusperte sich kurz, und fing an zu grinsen.
"Es scheint ihnen ja schon besser zu gehen Mr. Mulder ?"
Langsam lösten sich ihre Lippen voneinander. Scully grinste und wischte
Mulder den Lippenstift vom Mund.
"Wird langsam Zeit, daß ich wieder ins Büro komme. Sonst habe ich bald
keinen Job mehr. Wir sehen uns heute abend."
"Versprochen ?"
Scully lächelte. "Versprochen."
Dann ging sie, und ließ Mulder mit Dr. Wilcox alleine.
* * *
Als Scully in ihr Büro kam, saß jemand an Mulders Schreibtisch und hatte
seine Füße auf den Tisch gelegt.
"Ich darf doch bitten," sagte sie und warf seine Füße etwas unsanft vom
Schreibtisch, "außerdem sitze ich hier." Sie nahm ihr Namensschild und
tauschte es mit Mulders aus. Mulder hatte es ihr zum Geburtstag
geschenkt, als sie damals die Sache mit Dallas abgeschlossen hatten.
"Wer sind sie eigentlich ?"
Der Mann stand auf und streckte Scully eine Hand entgegen.
"Mein Name ist Peter Berg, und ich bin ihnen vom Stellvertretenden
Direktor Skinner als Partner zugeteilt worden."
"Ich habe einen Partner," sagte sie kühl.
"Aber ich freue mich trotzdem sie kennen zu lernen."
Sie nahm seine Hand und schüttelte sie ganz kurz.
Nachdem sie das regelt hatten weihte sie ihn in den Fall ein, den sie
mit Mulder angefangen hatte. Sie waren anschließend so in ihren Fall
vertieft, das sie gar nicht merkte wie spät es schon geworden war.
Sie schenkte sich gerade einen Kaffee ein, als sie einen Blick auf die
Uhr warf.
"Verdammt schon halb zehn," sagte sie sauer, "setzt ist es zu spät, um
noch mal im Krankenhaus vorbei zuschauen."
"Mulder wird ihnen schon nicht weglaufen," bemerkte Agent Berg
sarkastisch und widmete sich wieder den Unterlagen.
Scully warf ihm einen tödlichen Blick zu, der ihn eigentlich vom Stuhl
hätte hauen sollen, aber leider besaß sie keine telekenetischen
Fähigkeiten.
Sie nahm einen Schluck aus der Tasse und setzte sich wieder auf Mulders
Platz. Scully beschloß am nächsten Morgen so früh wie möglich im
Krankenhaus vorbei zu gucken.
Und das tat sie auch. Vorher machte sie aber noch einen Abstecher in
einen Naturkostladen und kaufte Mulder eine Tüte Sonnenblumenkerne.
Scully hatte Glück, und fand einen Parkplatz direkt vor dem Eingang des
Krankenhauses. Mit schnellen Schritt lief sie die Treppen hinauf. Von
weitem sah sie Oberschwester Haddaway auf sich zukommen.
Sie sah schon an ihrem Blick, das etwas nicht in Ordnung war.
"Agent Scully," begann sie langsam." Ich...ich konnte sie leider heute
morgen nicht mehr erreichen."
Man merkte wie schwer ihr die Worte fielen.
Scully griff intuitiv nach ihrem Handy, und bemerkte, daß sie es
ausgestellt hatte, als sie bei Mulder auf der Intensivstation war.
Sie fühlte ein komisches kribbeln in ihrem Magen, so wie immer wenn
irgendwas schlimmes passiert war.
"Was meinen sie damit ? Ist irgendwas mit Mulder ?", sie merkte, wie
langsam Panik in ihr aufstieg.
Scully wollte die Tür zu Mulders Zimmer aufmachen, aber Schwester
Haddaway stellte sich ihr in den Weg.
Scully schaute ihr tief in die Augen, und nach ein paar Sekunden ließ
sie Scully doch passieren.
Als sie die Tür geöffnet hatte, sah sie Direktor Skinner am Fenster
stehen. Er blickte nach draußen ins nichts.
Mrs. Mulder saß auf dem Stuhl und wischte sich mit einem Taschentuch die
Tränen aus den Augen.
Scully´s Blick wanderte zum Bett, indem Mulder gestern noch gelegen
hatte...
Es war leer.
Nur der Teddy, den sie ihm geschenkt hatte, saß auf dem Kopfkissen.
"Nein," sagte sie mit fassungsloser Stimme.
Skinner drehte sich um, und sie schaute in seine Augen. Sofort wußte sie
was passiert war. Aber sie wollte es nicht wahr haben.
"Nein. Nein, das darf nicht sein, " rief sie und hoffte, das alles nur
ein makaberer Scherz von Mulder war. Aber das war er leider nicht.
"Wann ist es passiert ?..." fragte sie mit zittriger Stimme und hielt
noch immer die Tüte mit den Sonnenblumenkerne in der Hand. Sie mußte
sich ziemlich zusammen reißen, um nicht sofort die Fassung zu verlieren.
Skinner ging auf Scully zu.
"Heute morgen," Skinner nahm die Brille ab, und rieb sich seine Augen.
"Der Arzt hat gesagt, daß er hatte eine Embolie hatte."
"Aber gestern ging es ihm doch noch so gut ?" Sie starrte auf das leere
Bett. Sie war selber Ärztin und wußte wie, daß man sowas nicht vorher
merken konnte. Es gab auch keine Anzeichen, die darauf hätten schließen
lassen.
Scully schaute Mrs. Mulder an und konnte die Tränen nicht mehr zurück
halten.
Mulders Mutter stand auf und nahm sie in ihre Arme.
"Wir müssen jetzt stark sein, Dana. Fox hätte es so gewollt." Mrs.
Mulder strich Scully über die Haare.
"Warum bin ich gestern nicht noch hier her gekommen. Vielleicht..."
"Sie hätten auch nichts daran ändern können Agent Scully," fiel ihr
Skinner ins Wort. "Das Schicksal wollte es so."
"Aber ich wollte ihm noch so viel sagen und jetzt habe ich nie wieder
eine Gelegenheit dazu."
Skinner lernte auf einmal eine ganz andere Seite von Scully kennen.
Nicht die harte immer korrekte Frau, sondern weich und zerbrechlich. Es
tat ihm in der Seele weh Scully so zu sehen. Am liebsten hätte er sie in
den Arm genommen, doch das würde vielleicht etwas zu weit gehen.
* * *
Scully fuhr zurück in ihre Wohnung. Mit dem Teddy unter dem Arm öffnete
sie ihre Wohnungstür. Sie machte das Licht an, schloß die Tür und lehnte
sich dagegen.
Warum nur Mulder. Gerade jetzt wo sie sich näher gekommen waren.
Scully zog ihren Mantel und ihre Schuhe aus, und ließ die Sachen auf den
Boden fallen. Er war ihr bester Freund. Ihm konnte sie sich anvertrauen
wenn es ihr mal nicht gut ging. Mit ihm hatte sie schon so viel
durchgemacht. Ihre Krebserkrankung und die Entführung.
Sie wollte in die Küche gehen, und sich einen Tee aufsetzten. In alter
Gewohnheit drückte sie auf ihren Anrufbeantworter und der spulte die
Anrufe zurück.
Der erste war von ihrer Mutter, die am Vormittag vorbei kommen wollte.
Scully holte sich gerade eine Tasse aus dem Schrank, als sie erschrak
und sie fallen ließ.
Sie hörte Mulders Stimme auf dem Anrufbeantworter. Sie spülte die
Kassette zurück und drückte auf Play.
"Hallo Scully, ich bin's. Sie mußten wohl doch noch länger arbeiten, was
?"
Eine kurze Pause entstand.
"Ich weiß zwar auch nicht genau, warum ich sie anrufe...mir war einfach
so danach." Er räusperte sich kurz.
"Was ich eigentlich sagen wollte...der Kuß heute Morgen hat mir sehr
gefallen, und...ich...Nein, am besten sage ich es ihnen morgen selber.
Träumen sie süß."
Scully rutschte an der Wand hinunter und drückte dabei den
Anrufbeantworter ganz fest an sich. Ihr liefen die Tränen über die
Wangen, und sie konnte einfach nicht aufhören zu weinen. Sie schloß die
Augen und sah Mulder vor sich, wie er in dem Bett lag und sie
anlächelte, als sie sein Zimmer betrat. Sie spürte seine warmen Hand auf
ihrer und dann war da dieser Schmerz. Ihr wurde auf einmal klar, daß sie
ihn nie wieder sehen würde. Warum war sie nicht eher ins Krankenhaus
gegangen ?
Dann klopfte es.
Es war ihre Mutter. Sie hatte eben erst die schreckliche Nachricht von
der Schießerei in der Presse erfahren. Sie versuchte sofort bei Dana
anzurufen, aber nachdem sie nicht ran ging, setzte sie sich ins Auto und
fuhr wie eine Wahnsinnige zu ihrer Wohnung.
Nach dem zweiten klopfen stand Scully auf und öffnete die Tür.
Maggie sah Dana´s total verheultes Gesicht. "Mein Gott Dana, was ist nur
passiert ? Geht es dir gut ?"
"Er ist tot Mom...Mulder ist tot." Dann brach sie weinend in den Armen
ihrer Mutter zusammen.
* * *
Nach 2 Tagen war die Beerdigung. Mulder wurde auf dem gleichen Friedhof
wie sein Vater beerdigt.
Scully fuhr an dem Tag zu seiner Mutter, und gemeinsam versuchten sie
die schweren Stunden zu überstehen.
Es waren nicht viele Menschen gekommen, nur Scully, Mrs. Mulder,
Skinner, ein paar Kollegen.
Die einsamen Schützen standen etwas außerhalb, und beobachteten alles
aus der Ferne. Der Pfarrer war ein bekannte der Familie und hatte auch
schon Mulders Vater beerdigt. Er stellte sich vor das Grab und holte
einen Zettel raus auf dem er sich ein paar Worte notiert hatte.
"Es gibt keine Worte, die ich sagen könnte," sagte Pastor Miles," um
diesen Verlust, das Leid und den Schmerz auszudrücken, den wir für Fox
Mulder empfinden.
Wo war er jetzt, dachte Scully und versuchte nicht zu weinen.
"Eine Frage gibt es, die uns alle tief bewegen wird: Warum ?" sagte er,"
warum hat Gott diesen Mann von uns genommen ? Es gibt keine eindeutigen
Antworten, aber wir haben die Gewißheit, daß für ihn gesorgt ist. Und
weil ich ihnen keine Antwort auf das Warum geben kann, kann ich ihnen
doch sagen, daß Gott Fox Mulder aus einem ganz besonderen Grunde erwählt
hat."
Was für ein Grund, dachte Scully.
"Wir müssen Trost finden in dem Bewußtsein, daß Fox nun in Gottes Obhut
ist," fuhr Pastor Miles fort.
Er war sein Leben lang auf der Suche nach der Wahrheit. Wird er sie
vielleicht endlich finden ? Gibt es nach dem Tod noch ein weiters Leben
? Ein glücklicheres als auf der Erde ?
Der Pfarrer machte platz und Direktor Skinner stellte sich vor das Grab
um Mulder noch ein paar Worte auf den Weg zu geben. Er holte einen
kleinen Zettel aus der Tasche.
"Hier wurde vor ein paar Minuten ein junger Mensch begraben, der in
Ausübung seiner Pflicht gestorben ist.
Agent Fox Mulder war ein guter FBI Agent. Viele seiner Freunde und
Kollegen kannten ihn auch unter dem Spitznamen Spooky Mulder. Er sein
Leben dem Übernatürlichem und ungewöhnlichen gewidmet. Mit seiner
Partnerin untersuchte er immer die Fälle, die den anderen suspekt waren,
aber das störte ihn nie."
Er räusperte sich kurz.
"Der Tod von Fox Mulder ist ein schwerer Schlag für uns alle, und wir
werden wohl lange brauchen um darüber hinweg zu kommen..."
Er warf einen Blick auf Scully, die ihm unbewußt zu nickte.
Er faltete den Zettel und ging langsam an seinen alten Platz zurück.
Mrs. Mulder hielt während der Rede von Skinner Scully Hand.
Danach erhob sich die Trauergemeinde und warf Erde oder Blumen auf
Mulders Sarg.
Mrs. Mulder wurde von Skinner gestützt. Scully ging als letzte an sein
Grab.
Sie pflückte eine Blume aus dem Gesteck, und hielt sie fest in der Hand.
Sie mußte an den Fall Tooms denken. Daran, wie Mulder sie angeschaute
hatte und ihr sagte, daß es Liebe werden könnte, wenn...ja wenn das
Schicksal es wollte.
"Es tut mir leid Mulder." Sagte sie mit tränen erstickter Stimme.
"Es tut mir leid, daß ich ihnen nie sagen konnte, wie sehr ich sie
liebte. Ich wurde mir meiner Gefühle erst bewußt, als es zu spät war,
aber ich werde sie nie vergessen. Mein Versprechen, die X Akten weiter
zu führen, werde ich so gut wie es geht einhalten.
Sie wischte sich die Tränen aus den Augen.
"Leb wohl." sagte sie leise und warf die Blume zu den anderen auf den
Sarg.
Dann spürte sie wieder diesen Schmerz. Es war kein wirklicher Schmerz.
Aber sie wußte, wo er war - oder besser gesagt, wo es nicht war. Es war
genau hier - etwas hatte sie verloren -, genau hier in ihrer Brust.
Sie blieb noch lange vor dem Sarg stehen. Es wurde schon dunkel und der
Mond kam heraus. Schließlich ging sie nach Hause, aber nur, weil sie
nicht wußte, was sie sonst tun sollte.
* * *
Einen Tag später.
Scully parkte den Wagen direkt vor Mulder Apartment.
Mrs. Mulder hatte sie gebeten, in seine Wohnung zu gehen, um dort einige
Sachen für sie zu holen. Sie selber konnte es nicht, sie würde es
seelisch und körperlich nicht durch stehen.
Langsam ging Scully die Treppen zu seiner Wohnung hoch.
Sie wühlte den Zweitschlüssel aus ihrer Tasche und schloß die Tür auf.
Es war schon eine Zeit lang her, das sie hier war.
Aber nichts hatte sich geändert.
Es schien so, als ob Mulder hier immer noch wohnen würde.
Sie machte das Licht an, und schloß die Tür hinter sich.
Ihr Blick wanderte durch Zimmer.
Es würde wohl doch länger dauern, als sie gedacht hatte. Sie ging zu
seiner Stereoanlage und machte das Radio an.
Vielleicht würde sie die Musik ein bißchen vom grübeln abhalten.
Dann fiel ihr Blick auf die Bücher über paranormale Wissenschaften; die
würde sie seiner Mutter geben, die Videosammlung hatte er schon vor
langer Zeit Frohike versprochen, die Fische und sein New York Knicks
T-Shirt würde sie nehmen. Sie nahm das T-Shirt in ihre Hand und drückte
es fest an sich. Es erinnerte sie an Mulder. Sie waren sich zwar nie so
nahe gekommen, daß man es eine Beziehung nennen konnte, doch es gab
etwas zwischen ihnen, was mehr war als das.
Vorsichtig kramte sie die Bücher von dem Regal, und packte sie in ein
paar Kartons, die sie im Schlafzimmer gefunden hatte.
Sie stapelte sie fein säuberlich über einander. Plötzlich fiel ihr ein
Umschlag auf, der hinter den Büchern versteckt war.
"An Dana Scully." stand mit vertrauter Schrift darauf.
Vorsichtig öffnete sie den Umschlag und holte eine Videokassette raus.
Sie ging zum Fernseher schaltete ihn ein, und steckte die Videocassette
in den Recorder.
Zuerst sah man nur ein unscharfes Gesicht, aber nach ein paar Sekunden
erkannte sie Mulder.
"Hey Steuermann, " sagte er und setzte sich auf einen Stuhl.
Das Video wurde bei den einsamen Schützen aufgenommen, denn man sah
Frohike im Hintergrund.
"Ich habe dieses Video für sie gemacht falls...ja, falls mir mal
irgendwann was passieren sollte.
Hoffentlich mußte ich nicht zu sehr leiden." Sagte er und lachte
makaber. Das war Mulders Humor. Trocken und direkt.
"Nein, was ich will ihnen eigentlich mit diesem Video sagen wollte ist ,
daß ich gerne mit ihnen zusammen gearbeitet habe, und das ich..."
Mulder hörte auf zu reden und fuhr sich mit der Hand durch seine Haare.
"Los Mulder, sag ihr was du uns gesagt hast," hörte man Byers aus dem
Hintergrund rufen.
"Das war Byers, wie sie vielleicht unschwer hören konnten. Und was er
damit andeuten wollte ist...äh...sie wissen ja, das ich nie gut darin
war, meine Gefühle zu zeigen..."
Scully setzte sich auf den Tisch und wischte sich mit der Hand eine
kleine Träne aus dem Auge.
"...in solchen Sachen bin ich ein totaler Versager. Ich hoffe, es war
eine schöne Beerdigung, und meine Mutter hat sich schon einigermaßen
gefangen.
Bitte kümmern sie sich in den ersten Wochen ein bißchen um sie, okay ?"
Er machte wieder eine Pause.
"Was ich eigentlich mit sagen will ist...ich liebe dich Dana Scully, und
das schon seit dem ersten Tag, an dem du in mein Büro gekommen bist.
Du warst die große Liebe meines Lebens, und es tut mir leid, daß ich
dich schon so früh verlassen mußte. Ich weiß, daß für dich jetzt eine
schwere Zeit anbrechen wird, aber ich werde immer bei Dir sein. Denke an
mich, wenn du das nächste mal in den Himmel schaust oder eine leichte
Windbrise dein Haare streift.
Ich werde nie vergessen, wie du mich immer angelächelt hast. Du besitzt
das schönste Lächeln auf der Welt, und ich möchte nicht, das du es durch
meinen Tod verlierst. Ich würde alles geben, um es dir selber sagen
können, aber das ist ja leider nicht mehr möglich."
Mulder atmete einmal tief ein.
"Wir sehen uns in ferner Zukunft wieder. Ich grüß Elvis von dir wenn ich
ihn sehe. Versprochen."
Dann wurde das Bild schwarz.
Scully wischte sich die Tränen aus den Augen.
"Versprochen." sagt sie leise, dann betätigte sie auf den Eject Knopf
und die Kassette kam aus dem Recorder.
Sie drückte das Video fest an ihre Brust.
Anschließend trug sie die Kartons in ihren Wagen und ging noch mal
zurück in seine Wohnung. Sie stellte sich vor das Fenster und schaute
sich zum letzten mal in seiner Wohnung um.
Ihr Blick wanderte über die restlichen Möbel, die in den kommenden Tagen
abgeholt werde würden und zu einem Bild was auf dem Fernseher stand.
Es zeigte Mulder, der neben seiner Mutter stand und einen Arm um sie
gelegt hatte. Er lächelte so bezaubernd, wie damals, als Scully ihn bei
einer Überwachung Fox nannte. Dieses Lächeln würde sie nie vergessen.
Sie ging zum Fernseher, nahm sich das Bild und strich mit einem Finger
über das Gesicht von Mulder. Dann schlenderte sie langsam nach draußen
und schloß die Tür hinter sich ab.
Als sie in ihr Auto einsteigen wollte, spürte sie plötzlich eine
Windbrise in ihrem Haar, obwohl kein Wind war.
Sie schaute nach oben in den Himmel und wußte, ja sie wußte, daß er da
war, jetzt und für alle Zeiten.
Dan fiel ihr ein Gedicht ein, was sie vor ein paar Tagen gelesen hatte:
Weinende Weide, mit den Tränen, die herunterrinnen - warum weinst du
immer und blickst finster drein ? Ist es, weil er eines Tags dich
verließ, weil er nicht mehr konnte bei dir sein ? Er fand Schutz in
deinem Schatten und du glaubtest, daß sein Lächeln würde nie vergehn.
Weinende Weide halt deine Tränen, laß die Ängste ruhn, das ist nur ein
Schein. Denn ich weiß, daß er in deinen Herzen wird für immer sein...
THE END ?
--
*~*~*~*~*~*~*~*~*
My Homepage + Mini FF Archiv:
http://home.t-online.de/home/invisigoth.fbi/homepage.html
ICQ:44974068
Kate :-)
~*~*~*~*~*~
THE ACID DESK: http://members.aol.com/dbkate2/acid_11.txt
~*~*~*~*~*~
the slash of dbkate
http://www.geocities.com/dbkate/index.html
DBKate schrieb:
Danke ! :)