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Gesang-Workshop bei der 9. Etappe für Alte Musik auf BURG FÜRSTENECK

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Evers

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Feb 23, 2009, 9:32:43 AM2/23/09
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Die Akademie BURG FÜRSTENECK lädt ein zur:

9. Etappe für Alte Musik und Historischen Tanz
Mit dem Ensemble "Oni Wytars"
13. bis 15. März 2009

Weitere Informationen und Anmeldung unter:
http://www.burg-fuersteneck.de/musik/altemusik.htm


Das Thema der diesjährigen Etappe ist:


"Musica Antiqua Italica" - Il Paradiso della Musica e della Danza
Alte Musik und Historischer Tanz in Italien zwischen dem 13. und dem
16. Jahrhundert


Italien ist im Mittelalter und in der Renaissance das „musikalische
Wunderland“ Europas, ein Land, in dem verschiedene (Musik-)Kulturen
aufeinander treffen, sich aneinander reiben und dabei etwas Neues und
noch nie da Gewesenes entstehen lassen.


Da ist einerseits die machtvolle katholische Kirche mit ihrer
wichtigen konservatorischen Funktion, die mit ihrer mündlichen und
schriftlichen Überlieferung im besten Sinne bewahrend auf die Musik
wirkte, aber zugleich auch viele Neuerungen zu unterbinden suchte,
und
daneben entsteht in den Bruderschaften der "Laudesi" die erste
religiöse "Volksmusik" in Europa. Die harmonische und mehrstimmige
Instrumentalmusik entwickelt sich und wird aufgewertet, etwa mit den
Experimenten der Ars Nova und der Ars Subtilior, und gleichzeitig
breiten sich die mächtigen Einflüsse der arabischen Kultur vor allem
mit ihren rhythmisch-perkussiven Elementen von Süditalien aus langsam
Richtung Alpen aus.


Im 15. Jahrhundert formulieren Tanzmeister wie Domenico da Piacenza
und Guglielmo Ebreo da Pesaro erstmals grundlegende Aussagen zur
Verbindung von Musik und Tanz und werden damit richtungsweisend für
viele nachkommende Generationen von Musikern und Tänzern.


In diesen frühen Tanztraktaten waren die Kompositionen noch
einstimmig
und dienten lediglich als Grundlage für instrumentale Improvisation.
Erst der etwas später wirkende Joan Ambrosio Dalza veröffentlichte
mehrstimmige Instrumentalarrangements für solche Tänze in einem
frühen
Lautendruck und machte sie so einer breiteren Öffentlichkeit
zugänglich.


Unsere Etappe nach Italien: Wir treffen auf ein Paradies der Musik
und
des Tanzes, das wir in diesem Jahr mit unseren Dozenten vom Ensemble
Oni Wytars erforschen wollen.


Und das sind unsere Werkstätten:


"Un canto novello"
"Laude" aus dem mittelalterlichen Italien, alt oder neu?
Ein Kurs für Sänger/innen, die nach den "Wurzeln" suchen
Leitung: Peter Rabanser
In Südeuropa lebt bis heute eine Gesangstradition fort, die uns durch
ihre Einfachheit und Natürlichkeit fasziniert. In Katalonien nennt
man
es cant d'estil, auf Sardinien und Korsika paghjella - es ist eine
Art
zu musizieren, die aus dem Moment heraus entsteht. Was wir als
überliefertes Notenmaterial des Mittelalters kennen, ist sehr
wahrscheinlich oft nur ein Bruchteil der Melodien, die die Musiker
jener Zeit kannten. Was sie spielten und sangen, wurde von ihnen
verziert, variiert, rhythmisiert, und ganz einfach oder auch sehr
virtuos begleitet, instrumental - oder eben mit der Stimme.


Auf der Basis einiger einfacher Melodien aus dem Laudario di Cortona
und dem Laudario di Firenze (Gesangsbücher zweier "Laudesi"-
Bruderschaften in Umbrien und der Toskana, 13. Jh., Italien) werden
wir in verschiedensten Stilen experimentieren und improvisieren -
Mehrstimmigkeit, Verzierungstechniken, Rhythmisierung, Begleitung -
all das, ohne die endgültige Version von vornherein festzulegen; die
Arrangements entstehen aus der Situation heraus.


Voraussetzungen: ein bisschen Notenkenntnisse, ein gutes Gehör und
eine neugierige Stimme.


Peter Rabanser, Hatzfeld, studierte Gitarre, spielt vor allem
osteuropäische und arabische Zupf- und Rohrblattinstrumente u.a. bei
"Unicorn", "Oni Wytars", "Katharco Consort" und "Yalla Babo Express
Orchestra". Mit letzteren Träger des "RUTH" - Weltmusikpreises 2004.


Die Blockflöte
in der italienischen Musik des 13. bis 16. Jahrhunderts
Leitung: Meike Herzig
In diesem Kurs lernen Blockflötist/innen die Vielfalt der
italienischen Musik zwischen 1300 und 1550 kennen. Beispiele aus
verschiedenen Quellen, wie dem London Manuskript, dem Codex Faenza
und
dem Codex Squarcialupi werden erarbeitet.


Das Erlernen oder Weiterentwickeln spezieller Techniken (Silben,
Klangfarbe, Pianogriffe, das ornamentieren einer Melodie...) wechseln
mit Ensemblespiel. Dabei kann man Neues gleich anwenden und, was viel
wichtiger ist, die Schönheit dieser Musik erleben. Besonders
authentisch wird dieses Erlebnis durch die Kopien mittelalterlicher
Blockflöten, die uns die Flötenbauer Köllner-Dives für diesen Kurs
zur
Verfügung stellen.


Voraussetzungen: Teilnehmende sollen f- und c-Flöten sicher spielen
können. Bitte auch eigene Instrumente mitbringen. Evtl. vorbereitete
Literatur kann im Kurs besprochen werden.


Meike Herzig, Köln, studierte Alte und Neue Musik und Blockflöte in
Köln und Amsterdam, arbeitet als Musikpädagogin und Konzertmusikerin,
u.a. "Bois de Cologne", "Trio Delight", "sYn.de"


Italienische Tanzkunst des 15. Jahrhunderts
Tanzworkshop mit Tänzen von
Domenico da Piacenza und Guglielmo Ebreo da Pesaro
Leitung: Jadwiga Nowaczek
Die beiden „Stars“ am Tanzhimmel des Quattrocento waren Guglielmo
Ebreo und sein von ihm sehr verehrter Lehrer Domenico da Piacenza.
Durch ihre Tanzbücher ist uns ein Einblick gewährt, wie sich die
höfische Gesellschaft zwischen 1450 und 1500 bewegte, mit welchen
Tänzen sie sich vergnügte und was auch an weitreichenden
theoretischen
und philosophischen Konzepten hinter den Tänzen steckte.


Uns erstaunt heute, wie subtil, elegant und kraftvoll diese über 500
Jahre alte Tanzkunst war. Das Repertoire reicht von der
anspruchsvollen Bassadanza über die abwechslungsreichen Balli bis hin
zu Tänzen mit pantomimischen Elementen, in denen beispielsweise das
Flirten, verliebte Annähern oder auch das eifersüchtige Abwehren von
Konkurrenten ausgespielt wird - das alles selbstverständlich als
höfisches Vergnügen auf hohem Niveau.


Jadwiga Nowaczek, Erding, klassische Tanzausbildung, Studium der
Schulmusik, Rhythmik und Musikwissenschaft. Seit 1980 Rekonstruktion
von historischen Tänzen nach den Primärquellen. Solistin und Leiterin
mehrerer Tanzgruppen, Choreographin, Kursleiterin und
Lehrbeauftragte,
Vorsitzende des Arbeitskreises für Tanzgeschichte des DBT
(1998-2002).


„La musica per la danza"
Ensemblekurs
Leitung: Marco Ambrosini
Domenico da Piacenza (oder: Domenico da Ferrara; * um 1420; † um
1475)
und sein Schüler Guglielmo Ebreo da Pesaro (oder: Giovanni Ambrosio;
*
um 1420 in Pesaro; † nach April 1484 in Florenz) waren italienische
Tanzmeister und Tanztheoretiker. Von Domenico da Piacenza stammt das
erste umfangreiche italienische Traktat zum Gesellschaftstanz
überhaupt, in dem die Choreografien mit Schritten und teilweise auch
mit Beifügung der Musik (einstimmiger Tenor) beschrieben sind. Gerade
diese Verbindung von Musik und Tanz macht die Abhandlungen dieser
beiden Tanzmeister für die Musikgeschichte ungemein wichtig: Ähnlich
wie später bei dem Franzosen Thoinot Arbeau lässt sich daraus für uns
moderne Musiker ein besseres Verständnis dieser frühen Musik und
ihrer
Aufführungspraxis erschließen.


Dieser Spielkurs wendet sich an intonations- und rhythmussichere
Musiker, die Spaß und Interesse an historischer Musik und alten
Instrumenten haben. Die Kursarbeit wird sich darauf konzentrieren,
aufführungspraktische Fragen zu lösen, Arrangements für das Ensemble
zu erarbeiten und die musikalische und theoretische Arbeit mit der
Vorbereitung eines kursinternen Werkstatteinblicks in Zusammenarbeit
mit dem parallelen Tanzworkshop von Jadwiga Nowaczek zu
vervollständigen.


Notenmaterial wird den Kursteilnehmern in moderner Notation
rechtzeitig zugeschickt.


Voraussetzungen: Die Teilnehmenden müssen in der Lage sein, ihre gut
spielbaren Instrumente selbst einzurichten und über sichere
Notenkenntnisse verfügen.


Marco Ambrosini, Eifa/Hatzfeld, studierte Violine und Viola,
Musikgeschichte, Komposition. Mitbegründer von "Oni Wytars" (1982).
International tätig als Solist und Komponist mit Alter und Neuer
Musik. Leiter der Nyckelharpa-Fortbildung auf BURG FÜRSTENECK.


Tanzmusik mit Joan Ambrosio Dalza
Renaissance-Ensemble
Leitung: Marc Lewon
Joan Ambrosio Dalza besorgte im Jahre 1508 den ersten Druck mit
Lautenmusik Italiens für den berühmten venezianischen Notendrucker
Ottaviano Petrucci. Dabei achtete Dalza auf besonderen Wunsch
prominenter Kunden besonders darauf, den Schwierigkeitsgrad seiner
Tabulaturen nicht zu hoch anzusetzen, um seine potentiellen Käufer
nicht zu überfordern. Neben einigen Präludien enthält dieser Druck
ausschließlich Tanzmusik, die nach Gattungen sortiert und zu
Tanzsuiten zusammengestellt wurde. Das Besondere: drei der Stücke
sind
für Lauten-Duo arrangiert. Die Form dieser Bearbeitungen ist sehr
leicht zu überblicken und was Dalza für das Lauten-Duo vormacht,
lässt
sich problemlos auf Instrumentalensembles generell anwenden: Während
die begleitende Laute den Grundrhythmus des Tanzes mit
wiederkehrenden
Akkorden wie einen Teppich ausbreitet, spielt die Melodielaute immer
neue Variationen auf dieser Grundlage.


Das Prinzip wird im Kurs auf alle "bassa"-Instrumente übertragen,
also
auf die "leisen" Instrumente, die sich als Ensemble gut zusammen
stellen lassen. Neben Lauten können entsprechend auch Harfen, Fideln,
Flöten etc. eingebracht werden. Ziel ist es, mit dem Ensemble eine
Tanzsuite, bestehend aus Pavane, Saltarello und Piva einzustudieren,
wobei sich die Oberstimmenspieler abwechseln können – „jede/r darf
mal“.


Marc Lewon, Wyhlen, Lautenist und Musikwissenschaftler. Diplomstudium
(Laute, Fidel und Gesang) an der Schola Cantorum Basiliensis.
Wissenschaftliche Publikationen über Frühe Musik. International
tätiger Musiker in renommierten Ensembles, Ensembleleiter, zahlreiche
CD-Produktionen, Lehrtätigkeit. Leiter der Fortbildung zur Musik des
Mittelalters auf BURG FÜRSTENECK.


L'arpa divina
Die Harfe in der italienischen Musik
Leitung: Riccardo Delfino
Die Harfe galt schon seit Davids Zeiten als königliches Instrument,
doch in Italien sollte sie erstmals zu neuer Blüte erwachen, wo ihre
Bauweise verfeinert und ihr Tonumfang wesentlich erweitert wurde -
nicht zuletzt durch eine chromatische Besaitung (arpa doppia).


In diesem Kurs werden wir anhand von italienischer Literatur aus
Mittelalter und Renaissance die historische Spielpraxis erforschen,
spielerisch die Kunst der Improvisation üben und für die einstimmigen
mittelalterlichen Lieder Begleitungen auf der Harfe suchen. Es
besteht
auch die Möglichkeit, auf einer chromatischen Harfe des Dozenten
erste
Spielversuche zu machen.


Der Kurs richtet sich an Harfenspieler/innen mit Grundkenntnissen..


Riccardo Delfino, Solist und Musiklehrer, Studium der Alten Musik
(Göterborg) und der Musikpädagogik (Stuttgart), über 50 CD-Aufnahmen,
Rundfunk- und Fernsehproduktionen sowie internationale
Konzerttätigkeit in Ensembles für Alte Musik ("Oni Wytars", "Le
Concert Spirituel", "Ensemble Unicorn", "Ensemble Accentus",
“Joglaresa“, u.a.)


Tamburello und Riqq
Percussion auf Rahmentrommeln
Leitung: Katharina Dustmann
In Italien noch immer verbreitetet, im ganzen Süd- und Süd-Westeuropa
sehr gern gespielt und das seit mehr als 9000 Jahren: Der Tamburello
oder auch Tamburin.


Man kann diesen Trommeltyp auf Arbeitsgeräte (z.B. Rahmen-Siebe)
zurückführen, die mit Tierhaut bezogen wurden und auf denen in
Arbeitspausen der Rhythmus zum Gesang geschlagen wurde. Der
Tamburello
zählt zur Familie der Rahmentrommeln. Er besteht aus einem
Holzzylinder, der mit Naturfell (Ziege, Kuh o. a.) bespannt und
rundherum mit Schellen aus Metall versehen ist. Die Spieltechniken
kommen vermutlich aus Ägypten und sind sehr vielfältig. Mit dieser
Trommel werden wir uns hauptsächlich beschäftigen, um Haltung,
Spieltechniken und Rhythmen zu lernen.


Aber wenn die Hände mal schlapp machen und wir Abwechslung brauchen,
nehmen wir auch mit seinem Bruder, den Riqq, zur Hand. Denn hier gibt
es eine völlig unterschiedliche Spielweise, obwohl er ähnlich
aussieht ...


Aber lasst euch auch überraschen, wir werden auf jeden Fall eine
Menge
Spaß haben.


Dieser Kurs richtet sich diesmal, endlich mal wieder, gerade auch an
Anfänger. Auf Anfrage stehen auch Leihinstrumente zur Verfügung.


Katharina Dustmann, Hatzfeld, Studium klassisch-persische Perkussion,
Masterclass an der Bayerischen Musikakademie. Zahlreiche CD-s und
Konzerte, Komponistin und Arrangeurin


Weitere Informationen und Anmeldung unter:
http://www.burg-fuersteneck.de/musik/altemusik.htm


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