Ist wirklich ziemlich häufig (wie auch bei mir :-)).
Meine persönliche Theorie ist, dass halt viele Luxemburger deutscher
Abstammung sind, aber viele ältere Luxemburger sich immer noch von
Deutschland und den Deutschen distanzieren und sie deren Nähe nicht richtig
wahrhaben möchten und deshalb ihren Kindern französische Vornamen gaben, um
ihnen quasi eine eigene "Note" zu geben. Weiss nicht ob das der wahre Grund
ist, aber es gibt bestimmt irgenwelche Sprach- / Völkerkundeforscher die der
Sache bereits auf den Grund gegangen sind. Müsste man mal recherchieren....
cu
Laurent
> Ist wirklich ziemlich häufig (wie auch bei mir :-)).
> Meine persönliche Theorie ist, dass halt viele Luxemburger deutscher
> Abstammung sind, aber viele ältere Luxemburger sich immer noch von
> Deutschland und den Deutschen distanzieren und sie deren Nähe nicht
richtig
> wahrhaben möchten und deshalb ihren Kindern französische Vornamen gaben,
um
> ihnen quasi eine eigene "Note" zu geben. Weiss nicht ob das der wahre
Grund
> ist, aber es gibt bestimmt irgenwelche Sprach- / Völkerkundeforscher die
der
> Sache bereits auf den Grund gegangen sind. Müsste man mal
recherchieren....
Merci, das war auch meine Vermutung bisher.
>
> "Thomas" <terra...@writeme.com> schrieb im Newsbeitrag
> news:b1e45u$pgi$07$1...@news.t-online.com...
>> Mir ist mal aufgefallen, dass sehr viele Luxemburger einen
>> französischen Vornamen und einen deutschen Nachnamen haben. Sehe ich
>> das nur subjektiv
> so,
>> oder trifft das wirklich für die meisten zu??
>
Kann ich nicht beurteilen :) doch. da ist schon was dran.
Thorben (schwedischer Name)
--
Thorben Grosser
Silly moose from elsewhere
www.iceberg.lu - tho...@iceberg.lu
> >
> Kann ich nicht beurteilen :) doch. da ist schon was dran.
>
> Thorben (schwedischer Name)
Jo, skandinavische Namen sind ja in Mitteleuropa auch sehr beliebt. Thomas
ist ein aramäischer Name, auch wenn viele denken, er wäre griechisch.
Aramäisch wure übrigens von Jesus gesprochen. Heute gibt es nur noch wenige
tausend Menschen, die diese Sprache beherrschen.
Du schreiwst d'Geschicht mat engem Bulldouser! D'Lëtzebuerger
waren aarmséileg Deiwel aus enger Grofschaft, dann aus engem Herzogtum,
déi vill Hären dingen mussten, mä déi ni (bis zu deen zwéin Weltkrichen)
ennert däitscher Herrschaft stungen, obschon se Plattdäitsch geschwat
hun, wat déi vill germanesch Familiennimm erklärt ouni Immigratioun iwert
d'Musel. Lëtzebuerg war iwregens wéinst senger Armut en
Auswanderungsland an ass eréischt mat der Exploitatioun vun der Minett
zum Awanderungsland gin.
Zu de Virnemm kann een det soen: D'Gebuertenregister (Etat civil)
sin op däitsch oder franséisch geféiert gin, awer meng zwéin Grouspappen,
François/Franz an Jean/Johann sin emmer nemmen Froanz a Jang/Jängel genannt
gin. En Neveu vum éischten war dann e Fränz. An do war den Heng, den
Har, den Emil, den Änder, de Jos, mei Pap Mett, meng Mamm Katrin oder Ketty,
asw., obschon an hiren Papeieren en aneren Virnumm stung. Mat aneren Wieder:
wann den Etat Civil d'lëtzebuerger Aussproch bei lëtzebuerger Virnimm gif
respektéieren, gif dat ganz aneschters ausgesinn. An en Deel vun de
Familiennimm gif och en aneren Klang kréien: Kréimer fir Kremer/Krämer,
Kolpesch fir Kolpach, asw.
D'franséisch Virnimm si vleit vun zwéin Fakteuren favoriséiert gin:
D'Franséisch war d'Sproch vun der "Elite", wat zur Imitatioun féiert, an net
nemmen zenter 1914-18. Duerfir seet Müllesch Jemp wuel éischter, e gif
Jean-Pierre Müller heeschen als Johann-Peter Müller. Ausserdeem huet
gewess de Souvenir vun zwou däitschen Besetzungen d'Leit net animéiert,
hir Kanner Siegfried, Hilde, Hans oder Grete ze nennen, ouni durfir
d'Existenz vun Däitschland ze verdrängen. D'Grousherzogin
Marie-Adelaïde war iwregens wirklech däitscher Afstammung, mä hir
wuel natirlech Germanophilie huet hir 1919 den Troun gekascht.
An dann ass d'Moud do. Well Roger à la mode war, sinn ech e Roger
gin, mä et nemmen fir meng Famille gebliwen, soss ass dat schnell op
Rosch agebiergert gin. (Roger, Robert (Rob, Roby), Florent (Flory),
Laurent, Colette, Germaine, Henriette, Vivianne, etc. gi franséisch
gesprach.) An haut ass d'Moud vill méi international, duerfir hu mer dann
en Thorben, an och méi frei an erfanneresch, durfir wuel eng Siviane.
rog
Eigentlich bräuchte man diesen Ausführungen nichts hinzuzufügen.
Luxemburg war früher stets zweisprachig. Das jetztige Luxemburg begreift
bekanntlich nicht mehr den französichen Teil welcher an Belgien abgetrennt
wurde.
Die Familiennamen können in drei wichtge Kategorien eingeteilt werden: nach
Ortsnamen, Vornamen und Berufen. Falls die Namen nicht "latinisiert" wurden
oder im Grenzgebiet eine "französisierung" erfolgt (z.B. aus K wird C)
verblieb ein "deutscher" Namen. Die häufigsten luxemburgischen Familiennamen
sind SCHMIT, WEBER, MULLER.
Die Vornamen, deren Wahl früher oft durch die Patenschaft bestimmt wurde,
waren meist Heiligennamen (Jean, Nicolas, Pierre, Michel resp. Marie,
Catherine, Marguerite) Es ist eine luxemburgische Besonderheit dass bis 1944
die Namen auf deutsch in den Zivilstandregistern eingetragen wurden, später
auf französich aber stets luxemburgisch ausgesprochen wurden. Während der
deutschen Nazi-Besetzung wurden die Namen zwangsweise "verdeutscht" und es
durften nur erlaubte Vornamen gewählt werden.
Bei der französichen Übersetzung von Zivilstandakten war es stets üblich
auch die Vornamen auf Französich zu schreiben. (Maria = Marie). Oft wurde
sogar in den Akten welche in alter deutschen Schrift (Zütterlin Schrift)
verfasst wurden, die Vor- und Nachnamen in französichen Buchstaben
geschrieben.
Zur Namenkunde sind verschiedene Bücher verfasst worden z.B. Geschichte und
Herrkunft der Vornamen resp. Familiennamen der Luxemburger. (RTL Edidtion
1984 und 1987)
Raymond Kauffmann, L-Leudelange.