Spinoza (Espinosa) is ultimately from Latin 'spinosus,' thorny. Nothing
to do with German 'Spinne' (spider).
“I am utterly amazed, utterly enchanted! I have a precursor, and
what a precursor! I hardly knew Spinoza: that I should have turned to
him just now, was inspired by “instinct.” Not only is his overtendency
like mine—namely to make all knowledge the most powerful affect—but in
five main points of his doctrine I recognize myself; this most unusual
and loneliest thinker is closest to me precisely in these matters: he
denies the freedom of the will, teleology, the moral world-order, the
unegoistic, and evil. Even though the divergencies are admittedly
tremendous, they are due more to the difference in time, culture, and
science. In summa: my lonesomeness, which, as on very high mountains,
often made it hard for me to breathe and make my blood rush out, is now
at least a twosomeness. Strange! Incidentally, I am not at all as well
as I had hoped. Exceptional weather here too! Eternal change of
atmospheric conditions!—that will yet drive me out of Europe! I must
have clear skies for months, else I get nowhere. Already six severe
attacks of two or three days each!! — With affectionate love, Your friend”
Friedrich Nietzsche, found in a postcard to Franz Overbeck in
Sils-Maria dated July 30, 1881.
Do these sentiments agree with those expressed in the context you quote:
Es verdirbt eurem Gewissen alle Unschuld und feine Neutralität, es macht
euch halsstarrig gegen Einwände und rothe Tücher, es verdummt, verthiert
und verstiert, wenn ihr im Kampfe mit Gefahr, Verlästerung,
Verdächtigung, Ausstossung und noch gröberen Folgen der Feindschaft,
zuletzt euch gar als Vertheidiger der Wahrheit auf Erden ausspielen
müsst: – als ob »die Wahrheit« eine so harmlose und täppische Person
wäre, dass sie Vertheidiger nöthig hätte! und gerade euch, ihr Ritter
von der traurigsten Gestalt, meine Herren Eckensteher und Spinneweber
des Geistes! Zuletzt wisst ihr gut genug, dass nichts daran liegen darf,
ob gerade ihr Recht behaltet, ebenfalls dass bisher noch kein Philosoph
Recht behalten hat, und dass eine preiswürdigere Wahrhaftigkeit in jedem
kleinen Fragezeichen liegen dürfte, welches ihr hinter eure Leibworte
und Lieblingslehren (und gelegentlich hinter euch selbst) setzt, als in
allen feierlichen Gebärden und Trümpfen vor Anklägern und Gerichtshöfen!
Geht lieber bei Seite! Flieht in's Verborgene! Und habt eure Maske und
Feinheit, dass man euch verwechsele! Oder ein Wenig fürchte! Und
vergesst mir den Garten nicht, den Garten mit goldenem Gitterwerk! Und
habt Menschen um euch, die wie ein Garten sind, – oder wie Musik über
Wassern, zur Zeit des Abends, wo der Tag schon zur Erinnerung wird: –
wählt die gute Einsamkeit, die freie muthwillige leichte Einsamkeit,
welche euch auch ein Recht giebt, selbst in irgend einem Sinne noch gut
zu bleiben! Wie giftig, wie listig, wie schlecht macht jeder lange
Krieg, der sich nicht mit offener Gewalt führen lässt! Wie persönlich
macht eine lange Furcht, ein langes Augenmerk auf Feinde, auf mögliche
Feinde! Diese Ausgestossenen der Gesellschaft, diese Lang-Verfolgten,
Schlimm-Gehetzten, – auch die Zwangs-Einsiedler, die Spinoza's oder
Giordano Bruno's – werden zuletzt immer, und sei es unter der
geistigsten Maskerade, und vielleicht ohne dass sie selbst es wissen, zu
raffinirten Rachsüchtigen und Giftmischern (man grabe doch einmal den
Grund der Ethik und Theologie Spinoza's auf!) – gar nicht zu reden von
der Tölpelei der moralischen Entrüstung, welche an einem Philosophen das
unfehlbare Zeichen dafür ist, dass ihm der philosophische Humor davon
lief. Das Martyrium des Philosophen, seine »Aufopferung für die
Wahrheit« zwingt an's Licht heraus, was vom Agitator und vom
Schauspieler in ihm steckte; und gesetzt, dass man ihm nur mit einer
artistischen Neugierde bisher zugeschaut hat, so kann in Bezug auf
manchen Philosophen der gefährliche Wunsch freilich begreiflich sein,
ihn auch einmal in seiner Entartung zu sehn (entartet zum »Märtyrer«,
zum Bühnen- und Tribünen-Schreihals).
So Nietzsche lost his sanity at the same age as Spinoza died: 44. Both
in the winter. Coincidence? Yes.
Eduardus