Text Leiharbeitsmesse

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Wolf

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Mar 19, 2010, 9:39:45 AM3/19/10
to ALAID
Gibt es Diskussionen und Anregungen zu nachfolgendemText ? Ich will
ihn posten

Gruss

Wolfgang

Leiharbeitsmessen skandalisieren

Am 18. März 2010 fand in der Historischen Stadthalle die 4.
Wuppertaler Zeitarbeitsmesse statt. Die AntiLeihArbeitsInitiative
Düsseldorf (ALAID) war dabei.


Martin Klebe, Chef der Wuppertaler ARGE, hatte schon im Vorfeld
erklärt: "Wer heute auf Jobsuche geht, kommt an der Zeitarbeit nicht
vorbei," und so hatten Bundesagentur für Arbeit und ARGE Wuppertal
bekannte und weniger bekannte Leihfirmen zusammengerufen, um
Arbeitslose in unsichere und schlecht bezahlte Arbeitsverhältnisse
abzuschieben. Es zeigte sich einmal mehr, wie eng ARGE und
Bundesagentur mit der Zeitarbeitsbranche zusammenarbeiten.

Im Vorfeld hatte die ARGE mit einem Anschreiben ihre "KundInnen"
eingeladen - und kein Berufsfeld war in der zur Verfügung stehenden
Stellenbörse ausgenommen: Von A wie Altenpfleger über I wie
Industriekaufleute bis zu T wie Technischer Zeichner oder Tele-Sales-
Agent. Vermittlung in feste Jobs mit Perspektive, das war gestern. Die
zwölf Seiten lange Liste für die Leiharbeit, mit teilweise
hochqualifizierten Berufen, sagt etwas anderes.

Die Messe öffnete um 10.00 Uhr ihre Tore. Schon eine halbe Stunde
vorher fanden sich die ersten BesucherInnen und die Aktiven der
AntiLeiharbeits-Initiative Düsseldorf (ALAID) plus SympathisantInnen
ein.

Die Stimmung war wenig euphorisch. "Leiharbeit ist schlecht, aber was
willst Du machen, andere Möglichkeiten gibt es für uns nicht", sagt
einer, zwei Männer applaudieren vor dem ALAID Transparent: "Gleiche
Arbeit - gleiches Geld", Hoffnung setzen nur wenige auf die Angebote
der Messe.

Im Innern versuchen ARGE und Zeitarbeitsfirmen einen Zustand
vorzugaukeln, der dem Inhalt der Veranstaltung nicht entspricht: Sie
wollen den Eindruck einer völlig normalen Messe - Alltagsgeschäft
eben. Und genau das ist eine Leiharbeitsmesse nicht. Sie ist vielmehr
Ausdruck eines Prozesses gesellschaftlicher Verrohung. Der
Niedriglohnsektor soll mit dem Ziel: "Harte und qualifizierte Arbeit
für ganz kleines Geld" zementiert und Arbeit, auf Teufel komm raus,
billig werden, auf Kosten der Einzelnen und der Allgemeinheit.

Leiharbeitsmessen gibt es überall
Die Zeitarbeitsmesse Wuppertal ist kein Einzelfall. Allein im Zeitraum
März und April 2010 finden achtzehn Veranstaltungen dieser Art in
Deutschland statt. Sie sind der Hebel, Leiharbeit gesellschaftsfähig
zu machen. Das Kalkül: Sind derartige Messen etabliert und
unumstritten, dann gilt das auch für die Leiharbeit selbst.

Deshalb lautet der Appell der AntiLeiharbeitsInitiative Düsseldorf an
alle linken Kräfte:

Achtet auf Zeitarbeitsmessen in Eurer Nähe, derartige Veranstaltungen
gehören skandalisiert. Sie zerstören einen Arbeitsmarkt, der Jobs
anbietet, von denen Menschen leben können.

Leiharbeit in der Form, wie sie in den letzten Jahren etabliert worden
ist, gehört abgeschafft.

Protestiert und erzeugt öffentliche Aufmerksamkeit.


Dazu sind natürlich auch die KollegInnen der DGB Gewerkschaften
eingeladen. Leider ist der DGB, was die Zeitarbeit angeht, noch nicht
bei der realen Ausprägung dieses Ausbeutungsmodells angekommen. Zu oft
sehen die KollegInnen Leiharbeit als Lösung und nicht als Teil des
Problems.

Christian Iwanowski von der IG-Metall Bezirksleitung NRW mahnte
beispielsweise auf der Zeitarbeitsmesse in Bielefeld am 3. März faire
Arbeitsbedingungen auch für die Leiharbeit an.

Doch das ist pure Illusion. Wie immer man faire Bedingungen auch
definieren mag, eines ist klar: solange im Rahmen der Deregulierung
des Arbeitnehmer-Überlassungsgesetzes Leiharbeitskräfte unbefristet
verliehen werden können, verbietet sich eine Diskussion über Fairness.
Das Resultat sind gespaltene Belegschaften, wobei Stammbelegschaft und
LeiharbeiterInnen wechselseitig Druck aufeinander ausüben.

Erfreulicherweise ist in der letzten Zeit Bewegung in die
gewerkschafliche Diskussion gekommen. Es gibt das sehr informative IG-
Metall Forum Zoom (ZeitarbeiterInnen ohne Organisation machtlos) oder
das Portal Gleiche Arbeit - gleiches Geld, aber eine konsequente
Ablehnung von Arbeitsverhältnissen, die eine verlässliche
Lebensplanung und gerechten Lohn verhindern und rüde Entrechtung und
Ausbeutung bedeuten, ist (noch) nicht erkennbar.

Und so bleiben die freundlichen KollegInnen vom IG Metall Stand auf
der Wuppertaler Zeitarbeitsmesse bis auf weiteres Bestandteil einer
Veranstaltung, auf die sie nicht gehören.

FAU Solingen 3 Subcomandante Marcus

unread,
Mar 19, 2010, 10:27:38 AM3/19/10
to al...@googlegroups.com
> Gibt es Diskussionen und Anregungen zu nachfolgendemText ? Ich will
> ihn posten
>
> Gruss
>
> Wolfgang

-ich find ihn ok, evtl. solltest du noch etwas mehr auf die gegenaktionen
eingehen (flugbl�tter etc.).
seltsamerweise kann ich mich in der gruppe selbst nicht dazu �ussern,
obwohl ich angemeldet bin. ich fand die aktion ziemlich gelungen!

gru�, marcus

(gestern leider abwesend)

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