Vortragsankündigung:
Samstag, 29. Januar 2011:
"Zum Verhältnis zwischen Krise, Antisemitismus und Rassismus"
Referentin: Claudia Globisch (Leipzig)
Ort: Jugendhaus Erlangen
Wöhrmühle 7, 91056 Erlangen
Beginn: 18.00 Uhr
Eintritt frei
weitere Infos auf: http://juz.wojo-club.de/programm-detail/events/290111.html
"In jeder Krise wird nach Schuldigen gesucht. Auch in der Weltwirtschaftskrise von 1929 wollte niemand an einen anonymen Systemfehler glauben. Damals hat es in Deutschland die Juden getroffen, heute sind es die Manager." (Hans-Werner Sinn, 2008)
Sinn wurde in Deutschland öffentlich für diese Aussage mit dem Vorwurf der Verharmlosung des Holocaust kritisiert. Offensichtlich ist, dass die Zuschreibung der Sündenbockfunktion an Manager bzw. später Spekulanten und das damit verbundene Verständnis von Ökonomie und Gesellschaft strukturelle Ähnlichkeiten mit modernem Antisemitismus aufweist. Im Vortrag werden diese strukturellen Ähnlichkeiten sowie Schwierigkeiten dieser These diskutiert.
Biographische Notiz:
Claudia Globisch ist Wissenschaftliche Angestellte am Institut für Soziologie der Universität Leipzig. Ihre Arbeitsgebiete sind Antisemitismusforschung/ Rechtsextremismusforschung, Politische Soziologie, Wissenssoziologie und Soziologische Theorie.
Diese Veranstaltung findet im Rahmen der kritischen Vortragsreihe "Weltwirtschaftskrise und Ideologie" der Initiative Jugendhaus Erlangen e.V. in Kooperation mit der Volkshochschule Erlangen statt.