“Der Verein der Freunde der Bibliothek Werner Oechslin sowie Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Forschungsgemeinschaft wenden sich mit dem dringenden Anliegen an den Bundesrat und die Bundesversammlung, die weit über die Schweiz hinaus bedeutende Forschungsbibliothek Werner Oechslin vor der drohenden Schliessung zu retten.
Ohne Unterstützung muss die Stiftung Bibliothek Werner Oechslin Ende 2026 schliessen.
Die Bibliothek Werner Oechslin ist eine weltweit einzigartige Forschungseinrichtung, die in internationalen Fachkreisen höchste Anerkennung geniesst. Die umfangreiche Sammlung umfasst insbesondere Quellenschriften zur Architektur- und Kunstgeschichte sowie Wissens- und Technikgeschichte der frühen Neuzeit. Sie ist in dieser Zusammenstellung als spezielle Forschungsbibliothek einmalig. Der Bestand ist für die Öffentlichkeit und für die wissenschaftliche Forschung zugänglich. Die jährlich stattfindenden “Architekturtheoretischen Kolloquien” und “Barocksommerkurse” schaffen Foren zum offenen, internationalen und interdisziplinären Austausch, wie es sie in dieser Form und mit dieser Schwerpunktsetzung kein zweites Mal gibt. Ausstellungen, Sonderpublikationen sowie die Hauszeitschrift SCHOLION ergänzen das Programm und tragen ihrerseits wesentlich zum wissenschaftlichen Diskurs bei. Schliesslich organisiert die Bibliothek in Kooperation mit dem renommierten Internationalen Zentrum für Architekturforschung “Andrea Palladio” in Vicenza (CISA Palladio) das Stipendienprogramm TABLINUM zur Förderung hervorragender Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen. In den vergangenen 25 Jahren haben zahlreiche Forscherinnen und Forscher aus vielen Ländern Europas, dem Nahen Osten, Nord- und Südamerika sowie China an den wissenschaftlichen Veranstaltungen teilgenommen oder die Bestände der Bibliothek genutzt. Sie alle schätzen die Bibliothek als unverzichtbaren und hochgradig stimulierenden Ort für die wissenschaftliche Arbeit und den intellektuellen Austausch.
Seit dem 1. Januar 2025 steht die Stiftung, die dieses einzigartige Institut trägt, erstmals ohne jede öffentliche Unterstützung da. Trotz einer grosszügigen privaten Spende kann der Betrieb nur noch bis Ende 2026 in reduzierter Form als Provisorium aufrecht erhalten werden. Nach einem Vierteljahrhundert erfolgreicher und vielfach gerühmter Tätigkeit wäre das Ende und die Auflösung dieser einzigartigen Bibliothek von “nationaler Bedeutung” (Schweizerischer Wissenschaftsrat SWR) und von höchstem internationalen Renommée nicht mehr abzuwenden.”
190126 via digithek ch