Am 16.01.2016 um 22:16 schrieb Stephan:
> ja, billig ist die Tastatur sicher nicht. Sie ist auch nichts für jede, verstehe ich. Aber
> mir war es wichtig eine für mich ergonomische Tastatur mit mechanischen Tasten zu
> bekommen. Und das am besten programmierbar, damit auch ADNW geht. Ist schwierig...
>
> Ich hab es auch mit anderen Tastaturen ausprobiert, aber die find ich für mich recht
> optimal. Hab mir sogar über die Firma ne 2. geordert, damit ich die nicht immer hin un her
> schleppen muss...
>> Wenn man sowohl die Anzahl der Tasten als auch den Preis um die Hälfte reduzieren würde
>> fänd ich’s auch interessant. :)
Hallo Stephan,
Es geht mir um die Anzahl der Tasten und nur sekundär um den Preis. Ein ergonomisches
Keyboard bei dem alle Tasten ohne Streckung oder Positionswechsel erreichbar sind kommt
mit ±40 Tasten aus. Tatsächlich haben alle käuflichen Tastaturen die unter dem Label
ergonomisch laufen mehr als doppelt so viele Tasten. Das ist sowohl ergonomisch als auch
ökonomisch ziemlicher Blödsinn. Das Argument der Bequemlichkeit, nämlich für jede mögliche
Funktion eine ausgewiesene Taste bereitzuhalten konterkariert ergonomische Grundüberlegungen.
Ich habe das Dox Projekt seit fast seinen Anfängen bei Deskthority und später GeekHack
verfolgt. Die Frage nach der Ergonomie scheint immer nur anfangs wichtig. Hat man sich auf
ein grundlegendes Design geeinigt, tendieren die Projekte zur Aufblähung: mehr Tasten,
Optionen, Funktionen und später mehr Gimmicks, LEDs, Anzeigescreens (besonders heftig
gerade: → Axxios). Analog übrigens zu beobachten bei allen anderen nachgefragten
Techprodukten/Fahrzeugen. Nach dem Erfolg von mehreren tausend verkauften Selbstbaukästen
via Massdrop wird Ergodox jetzt marktreif. Nichts dagegen einzuwenden: Das Ergodox EZ ist
schön und brauchbar, auch wenn mich die Anordnung der Daumentasten nie wirklich überzeugt
hat. Ein funktionierendes, leicht programmierbares Keyboard zu haben ist was wert und mit
ein Verdienst des Ergodox. Ein Schritt zur Entwicklung eines wirklich ergonomischen Keyboards.
In der (kalifornischen?) Keyboardkultur scheint die Wahl der „richtigen“ Tastatur vor
allem dem Distinktionsgewinn zu dienen. Das hat seine Berechtigung und ist anscheinend
wirtschaftlich interessant. Natürlich macht sich so ein Keyboard als Individualismus-,
Status- und Distinktionssymbol auf dem eigenen Schreibtisch oder in der Arbeit gut. Viele
Tasten scheinen hier viel Gewinn zu garantieren. Nur wird die Idee der Ergonomie damit nur
pseudo oder halbherzig umgesetzt. Das gilt besonders, wenn QWERT als Layout nicht
hinterfragt wird. Richtiger wäre, erst das Keyboard auszuwählen/ zu entwickeln und dann
das Layout dafür.
Ich tippe hier auf einem Truly Ergonomic Keyboard mit 88 Tasten, davon benutze ich 40, der
Rest ist stillgelegt. Es hat nicht genug Daumentasten. Will sagen: Es gibt bisher noch
kein konsequent ergonomisches Keyboard als Fertigprodukt zu kaufen. Man muss noch immer
selbst bauen, was zugegeben nicht jedermanns Sache ist, meine sicher nicht. Klar,
Minimalismus ist auch nicht jedermanns Sache. Aber vielleicht ist ein kostengünstiges
ergonomisches Keyboard für den Masseneinsatz mit nur 40 Tasten nicht repräsentativ genug
und für unsere Blähkultur ökonomisch uninteressant?
Das ErgoDox EZ ist ein schönes Teil, ich hab’s mir auch angesehen und ich will es bestimmt
niemandem madig machen. Falls mein TE kaputtgehen sollte wäre es derzeit meine erste Wahl,
es böte zumindest mehr Daumentasten als ich jetzt habe und vielleicht bessere
Programmierbarkeit. Für 300+ $ könnte ich mir allerdings auch zwei Tastaturen nach meinen
Vorstellungen selbst bauen und muss mir nicht ein Teil hinstellen bei dem ich das Meiste
gar nicht will oder brauche, ich würde mich wahrscheinlich drüber ärgern. Offenbar muss
ich doch mal Löten lernen :(
Gruß,
Wolf