Ich möchte mich insbesondere bei @Andreas_Wettstein für den genialen Optimierer und bei @MaxGyver für seine einsteigerfreundliche Website bedanken!
Ich beschäftige mich nun seit einigen Wochen intensiv mit dem Thema. Dabei kam die Idee - primär auch erst einmal als Referenz - ein optimiertes internationales Tastaturlayout zu entwerfen.
Anfangs habe ich für mich mit dem Optimierer zuerst ein deutsches Layout mit 10-50% englischem Korpusanteil optimiert. Anschließend ein Layout für die meistgesprochenen Sprachen mit lateinischem Alphabet: Englisch, Spanisch, Deutsch, Portugiesisch, Französisch, Italienisch, Türkisch und Vietnamesisch. Das Ergebnis konnte sich blicken lassen: https://opt-in-layout.org/viewtopic.php?f=14&t=18 (Aktuell hatte ich es mit Daumen-Shift berechnet, das muss ich dann demnächst nochmal mit normalem L/R-Shift wiederholen. Dürfte das Ergebnis jedoch nur minimal beeinflussen) Ä, Ö, Ü, ß im Deutschen werden über die Taste "Char" + A, O, U, S erreicht.
Das klingt interessant. Allerdings musste ich gleich an diesen Comic denken: https://xkcd.com/927/ ;-)
Warum sollte ich denn solch ein universelles Tastaturlayout einem auf meine Bedürfnisse zugeschnittenen Layout (mit Fokus auf Deutsch und Englisch) vorziehen? Dass ein Indonesier auf meinem Laptop lostippen könnte, ohne vorher das Layout wechseln zu müssen, überzeugt mich jetzt nicht :-)
Wenn jetzt tatsächlich die ganze Welt auf dieses neue Layout einigen würde und in Zukunft alle (oder wenigstens viele) Laptops und Tastaturen statt mit QWERTY/QWERTZ/AZERTY mit diesem neuen Layout angeboten würden, dann würde das was bringen, und ich würde (vielleicht) darauf umsteigen.
Noch mehr wünsche ich mir aber, dass es eines Tages Laptops mit kleineren Leertasten (so lang wie 2,5 oder 3 normale Tasten) gibt, sodass man die Modifier bequem mit dem Daumen bedienen kann. Und dass die obere Reihe (QWE...) ohne Versatz über der mittleren Reihe liegt. Die um eine halbe Taste versetzte untere Reihe passt mir übrigens ganz gut, weil die Hände ja schräg von unten links und unten rechts kommen. Aber ich bin mir sicher, dass das andere Leute anders sehen. (Ich hab bisher nicht mal eine mechanische Tastatur mit Standard-ISO-Layout und kurzer Leertaste gefunden).
Ich hab mir deine Layouts angesehen. Interessanterweise ähneln sie alle (grob) einem gespiegelten AdNW. [hiea] oder [hieo] auf der einen und [trns] auf der anderen Seite unter den Fingern in der Ruhestellung. Nicht zwingend in dieser Reihenfolge. Ich denke, das ergibt auch irgendwie Sinn, weil sich Vokale und Konsonanten in den meisten Sprachen recht häufig abwechseln. Dementsprechend sind Vokale auf der einen und die häufigsten Konsonanten auf der anderen Seite. Welche Konsonanten häufig sind hängt allerdings schon von der Sprache ab.
Die Ähnlichkeit der Layouts könnte aber auch schon durch die Wahl des Optimierers begünstigt sein. Hast du dir auch mal den Optimierer von Arne Babenhauserheide angesehen (evolve-keyboard-layout)? Komischerweise scheint das Repo von Bitbucket verschwunden zu sein. Ich kann gar nicht sagen, welches jetzt der beste Optimierer ist. Ich will nur sagen, dass durch die Gewichtung der Tastenpositionen und die Auswahl und Gewichtung weiterer Kriterien jedes Optimum schon eine stark individuelle Komponente hat. Deshalb fände ich es auch gut, wenn Windows, MacOS, Linux, BSD usw. die Definition (bzw. Anpassung) eines Layouts nach den eigenen Vorlieben in einem verständlichen, standardisierten Format out-of-the-box unterstützen würden. Und das ohne Admin-Rechte. Am besten mit Zusatzfunktionen wie QMK sie bietet (z.B. CapsLock antippen = Escape, in einer Tastenkombination = Ctrl).
Dann noch ein paar Fragen zum "Keyboard effort chart" in deinem Forum:
- Optimierst du für ein ortholineares Layout? Das Chart sieht so aus.
- Optimierst du für eine bestimmte (Tastatur-)Hardware? (Weil die Leertaste so kurz ist.)
- Über das Konzept, für ä, ö, ü und ß keine extra Tasten zu "verbrauchen", hab ich auch schon nachgedacht. Aber welche Taste willst du denn als "Char" benutzen. Meiner Meinung nach sind die Modifier neben der Leertaste besonders wertvoll. Ich hab zum Beispiel die linke Ctrl-Taste (links) neben die Leertaste gelegt.
Ich hab zum Beispiel (testweise) vim so konfiguriert, dass uu durch ü und sz durch ß ersetzt wird (usw.). (Das ist nur bei oo auf Englisch schlecht, aber man könnte ja auch oe nehmen.) Nur leider bringt das nicht viel, solange ich das nicht global in Linux so definieren kann. Sonst gewöhn ich mir noch was an, was nur manchmal funktioniert.
OK, das war jetzt viel Senf von mir. Ich bin jedenfalls gespannt, was am Ende dabei rauskommt.
Ich schreibe ja bekanntlich seit fast 10 Jahren mit KOY. Da ich mehrere Sprachen schreibe, habe ich reichlich Gelegenheit gehabt, die Fähigkeit dieser Tastaturbelegung für andere Sprachen zu testen. Meine Tastatur ist nicht ADNW aus der Linux-Distribution, sondern eine Variante mit nur drei Ebenen, zwei Buchstaben-Ebenen und eine Zeichen-Ebene. Auf diese wird mit den zwei Daumen geschaltet.
Eins der ersten Dinge, die man bemerkt, wenn man diese Belegung gelernt hat, ist, dass wenn man sich lange auf Deutsch konzentriert hat und dann auf einmal Englisch schreibt, dann fühlt sich das in den Fingern völlig anders an. Das ist bei QUERZ nicht so, denn da liegt alles schlecht, egal welche Sprache man damit schreibt.Mit KOY ist es nicht so, dass Englisch unangenehmer als Deutsch ist oder umgekehrt. Es ist einfach nur anders. Der Unterschied in den Buchstabenverteilungen und den Bigrammverteilungen ist rein physikalisch spürbar.Bei Französisch hat man das Problem, dass man auch é, è und ç braucht, gelegentlich auch ein e mit Trema. Dafür braucht man dann nicht ü, ö, ä und ß. Die ß-Taste kann dann bequem zur Cedille-Taste umgebaut werden, die verschiedenen e's und das "oe" können auf die anderen Tasten verteilt werden. Es gibt ein hochabnormes Schreibgefühl, ist aber durchaus möglich und nicht unbedingt unangenehm.
Spanisch geht sehr gut, das gleiche gilt Interlingua, das eine Art Vulgärlatein ist.
Von den slawischen Sprachen habe ich leider überhaupt keine Ahnung. Sie sind in der Orthographie auch so seltsam, mit ihren ganzen Sonderzeichen, die auch noch auf Polnisch, Tschechisch, Slownenisch und Kroatisch derart unterschiedlich sind, dass man vermutlich jede Menge Sondergriffe einbauen muss. Da bin ich überfragt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass KOY da nicht gut ist.
Ich bin auf eine Tastatur gespannt, die die Probleme, die noch verbleiben lösen kann, nämlich Finnisch, Türkisch und die slawischen Sprachen vernünftig zu integrieren.
--
Sie erhalten diese Nachricht, weil Sie in Google Groups E-Mails von der Gruppe "ADNW" abonniert haben.
Wenn Sie sich von dieser Gruppe abmelden und keine E-Mails mehr von dieser Gruppe erhalten möchten, senden Sie eine E-Mail an adnw+uns...@googlegroups.com.
Wenn Sie diese Diskussion im Web verfolgen möchten, rufen Sie https://groups.google.com/d/msgid/adnw/b1de0cb2-ded0-464d-8f5b-caa22f7fdf4en%40googlegroups.com auf.
Für viele Sprachen gibt es bereits dutzende Layouts. Würde ich mich für ein deutsches entscheiden müssen, würde die Wahl wohl auf AdnW oder VOU fallen. Die zusätzlichen Ebenen - wie bereits aus Neo bekannt - gefallen mir sehr gut. Vor dem Erlernen eines neues Layouts möchte ich noch prüfen, ob ich mich dabei auf ein bilinguales Layout beschränke oder mit nur geringfügigen Verschlechterungen gleich ein multi-/internationales Layout erlernen kann. Wäre die Verschlechterung zu groß oder würde ich bereits ein bilinguales Layout beherrschen, würde ein Wechsel hingegen wenig Sinn ergeben.
In den 1930ern erschuf Dvorak das gleichnamige Layout, welches für das Englische eine deutliche Verbesserung zu QWERTY darstellt. Leider konnte es sich weder regional noch international durchsetzen. Optin soll erstmals als Referenz dienen, um herauszufinden, ob ein internationales Tastaturlayout Sinn macht. Dabei wird es mit QWERTY und mit uni-/bilingualen Layouts der jeweiligen Sprachen verglichen. Je nach Optimierungergebnis würde ich mich über eine breite Adaption freuen, bin jedoch auch realistisch, dass dies sehr unwahrscheinlich ist.
Es ist schade, dass man Keyboards nicht einfacher programmieren oder individualisieren kann. Ich hoffe das JJ50, welches fast baugleich zum OLKB Planck ist, kann meinen Ansprüchen gerecht werden. Ich habe es bei Aliexpress bestellt. Momentan nutze ich nur den Adnw-Optimierer, sobald das erste Ergebnis fertig ist, möchte ich auch die anderen Optimierer mal drüber laufen lassen. Die Dokumentation von anderen Optimierern hatte mich als quasi Laien bisher noch nicht zur Nutzung überzeugen können. Eventuell ist das hier der evolve-keyboard-layout-Optimierer: https://sourceforge.net/p/keyboardevolve/code/HEAD/tree/trunk/
- Optimierst du für ein ortholineares Layout? Das Chart sieht so aus.
Genau. Man könnte es auf Grund seiner Kompaktheit aber auch auf bestehenden Tastaturen nutzen. Das Optimierungsergebnis dürfte fast gleich sein. Die B-Taste würde bei Übertragen der Belegung auf eine QWERTY-Tastatur wegfallen, da nicht benötigt. Sie liegt auch sehr unbequem. Hier sind einige Designvorschläge meinerseits: https://keyboard-layout.org/viewtopic.php?f=4&t=3
- Optimierst du für eine bestimmte (Tastatur-)Hardware? (Weil die Leertaste so kurz ist.)
Genau, wie oben bereits erwähnt, für dieses hier: https://de.aliexpress.com/item/32848915277.html?spm=a2g0o.cart.0.0.4de23c00nLwy92&mp=1 Ist zwar vom Design her nur eine Kopie vom OLKB Planck, aber letzteres ist gerade nicht verfügbar: https://olkb.com/collections/planck Es sind auch größere Designs denkbar. Groß auf klein zu übertragen ist jedoch nicht immer leicht. Daher fange ich beim kleinen an :)
@Max noch ein kleiner Nachtrag: mein key-effort-chart: https://keyboard-layout.org/viewtopic.php?f=4&t=13&sid=a41d6b1bb2721e58ac983d86b58cb6e1
Der Tastenaufwand entscheidet ja sehr stark über die Position der Tasten. Ich hatte vieles ausprobiert, bis ich beim jetzigen Ergebnis gelandet bin. Dafür habe ich vier verschiedene Tastenaufwandsabbilder zusammengefasst. Das Ergebnis befindet sich ganz unten, es ist das letzte Bild.
Das ist ein anderer. evolve-keyboard-layout ist in Python geschrieben.
Sind denn die Tastenaufwände nach deinem Empfinden auf einer ortholinearen Tastatur gleich wie auf einer herkömmlichen Tastatur? Gibt es auch ein Diagramm für Optin auf einer herkömmlichen Tastatur inkl. Position der Modifier? Dann könnte man das einfacher mit Neo und Co. vergleichen. Man müsste dann noch den Aufwand für die Betätigung der Char-Taste schätzen und das beim Aufwand für ä, ö, ü und ß mit berücksichtigen.
OK, das klingt so als gäbe es Optin noch nicht für Standardtastaturen.
Da hast du dir ja richtig Mühe gegeben! Sieht ganz gut aus. (Ich hingegen tippe jedoch lieber mit dem kleinen Finger in der Grundreihe, als den Zeigefinger seitlich abzuspreizen.) Eigentlich sollte sich jeder, der ein neues Tastaturlayout lernen will, erst mal die Aufwandsbilder, auf deren Grundlage die verschiedenen Layouts entstanden sind, anschauen und dann überlegen, welche Layouts in Frage kommen könnten.
Leider sind sowohl die Belegung, der Optimierer, und die Corpora nicht mehr auffindbar.
Auch wenn ich dein Projekt natürlich sehr interessant finde, reduzierst du die Wiederverwendbarkeit für andere schon extrem :-)Eine alternative Buchstabenbelegung: Für Nerds interessant, aber definitiv eine Nische.Optimierung für viele (nicht besonders verwandte) Sprachen: sehr, sehr nischigDas ganze aber nicht für die Standardtastatur, sondern ortholineare Tastaturen: noch ne NischeDu bedienst also eine Nische in einer Nische in einer Nische. Viel Erfolg Mitstreiter zu finden ;-)
Noch ein kleiner Kommentar zu ortholinearen Tastaturen: Die sind nicht besonders ergonomisch, auch wenn das viele in der Tastaturgemeinschaft glauben. Für die linke Hand etwas besser als die Standardtastatur, für die rechte schlechter. Das prinzipielle Problem der Ulnardeviation (und das sekundäre der Pronation) der Hand lösen sie nicht. Zusätzliche Daumentasten können die kleinen Finger entlasten, deren Tasten liegen aber immer noch schlecht, und die Fehlstellungen sind viel kritischer.Sie sind klein und sehen cool aus, geb ich zu. Ich hab hier auch eine Planck und eine Preonic rumliegen. Ergonomisch besser sind aber die gebrächlichen ergonomischen Varianten der Standardtastatur (z.B. von Microsoft), Kinesis, Keyboard.io Model 01 (wenn Geld keine Rolle spielt), Ergodox(wenn du recht große Hände hast)/Minidox.
Bei bitbucket zeigt es mir irgendwie nichts an, das scheint die offizielle Seite für den Source Code zu sein. Sonst finde ich nirgendwo etwas. Das hier ist das einzige, sieht aber irgendwie suspekt aus: https://hg.sr.ht/~arnebab/evolve-keyboard-layout Ist das ein Fork davon oder Scam? Wäre auf jeden Fall die Python Version. Falls du evolve-keyboard-layout noch bei dir als Kopie hast, würde ich mich über eine Zusendung freuen.
--
Sie erhalten diese Nachricht, weil Sie in Google Groups E-Mails von der Gruppe "ADNW" abonniert haben.
Wenn Sie sich von dieser Gruppe abmelden und keine E-Mails mehr von dieser Gruppe erhalten möchten, senden Sie eine E-Mail an adnw+uns...@googlegroups.com.
Wenn Sie diese Diskussion im Web verfolgen möchten, rufen Sie https://groups.google.com/d/msgid/adnw/7d56838f-7005-4e31-8995-7a90e7c5cfcan%40googlegroups.com auf.