angesichts der Entscheidungen, die von manchen Naturschutzbehörden getroffen werden, kann man nur den Kopf schütteln: Inmitten eines sensiblen Natur- und Erholungsgebiets genehmigt die Naturschutzbehörde das Sputnik Springbreak Festival am Großen Goitzschesee in Sachsen-Anhalt. 30.000 Menschen schlagen ihre Zelte während der Brut- und Setzzeit inmitten des Lebensraums von geschützten Vogelarten wie Feldlerche, Heidelerche, Pirol, Neuntöter und Schwarzkehlchen auf. Panisch zwischen Zelten, Müll und Menschen im Lärm irren Rehkitze herum und suchen verzweifelt ihre Mütter. Auch eine Biberfamilie soll mit Nachwuchs aus ihrem Lebensraum weichen. Nester, Eier und Nachwuchs werden zertreten und zerstört.
Im hessischen Ginsheim erteilt die Naturschutzbehörde die Genehmigung für ein jährliches Feuerwerk inmitten eines Natura 2000-Vogelschutzgebietes für fünf weitere Jahre. Als Grund wurde angeführt, dass der Veranstalter des Feuerwerks keine geeignete Ausweichfläche fände. Auch eine Vorprüfung habe bestätigt, dass während der Brutzeit der zahlreichen geschützten Vogelarten, darunter der störungsempfindliche Eisvogel, Blau- und Schwarzkehlchen, Grau- und Mittelspecht, keine erhebliche Beeinträchtigung des Vogelschutzgebiets zu erwarten sei. Fachmedien sagen zu den Auswirkungen von Feuerwerk auf Vögel etwas anderes.
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Unsere Sorgen um die etwa 400 Brutpaare der Mehlschwalbe, deren Nester an den Kühltürmen des RWE-Kraftwerks in Biblis zerstört wurden, haben wir schon verschiedentlich dargestellt. Der für die Naturschutzbehörde zuständige Umwelt- und Baudezernent hat u.E. rechtswidrig den Abbruch der Kühltürme genehmigen lassen. Die dafür als Ausgleichsmaßnahmen bereitgestellten Schwalbentürme und weitere in den Rheinwiesen installierte Ersatznester sind aufgrund von Prädation und Hitze Todesfallen und werden von den seit Mitte März aus Afrika zurückgekehrten Mehlschwalben gar nicht erst angeflogen.
Es hat einige Wochen gedauert, bis erste Mehlschwalben potenzielle Nistplätze im nahegelegenen Ortsteil Wattenheim gefunden haben. Hier ist allerdings der Widerstand einiger Hausbesitzer gegen die Ansiedlung der Schwalben enorm. Während wir weiterhin rechtlich gegen den Kreis Bergstraße vorgehen, kommt von der Naturschutzbehörde auch für die betroffenen Bürger in Wattenheim
keine wirkliche Hilfe. Stattdessen bemühen wir uns gemeinsam mit der ehrenamtlichen Vogelschutzbeauftragten vor Ort, Gaby Weiß, darum, dass die Vögel eine Möglichkeit haben, hier zumindest eine kleine Ausweichkolonie aufzubauen.
Wenn Sie uns dabei unterstützen möchten, spenden Sie bitte hier in unser Mehlschwalbenprojekt
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Naturschutzbehörden sind es auch, die in Naturschutzgebieten blauäugig, hilflos, ignorant und ohne jeglichen Plan Betonrohrfallen für Füchse finanzieren. Unsere Autorin Karin Oswald recherchiert hinsichtlich des Schutzes von Wiesenbrütern seit über einem Jahr. Ihr Fazit: Der Wiesenbrüterschutz und die oft damit einhergehende Finanzierung von Fuchsfallen geschehen, egal wo man hinschaut, völlig unkoordiniert. Ihr aktueller Artikel beschäftigt sich u.a. mit seitens der Behörden nicht realisierten Artenschutzmaßnahmen am Schmiechener See auf der Schwäbischen Alb: Kiebitzschutz am Schmiechener See oder wie man ein komplexes Problem auf die Fuchsjagd reduziert (Teil 1)
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Unser heutiger Newsletter dreht sich auch um die Brut- und Setzzeit. Deshalb möchten wir Ihnen heute nochmal unser Video zu diesem Thema ans Herz legen, heute direkt mit dem YouTube-Link. Der Film beantwortet viele Fragen, die nicht nur Kinder haben: Was ist das überhaupt, Brut- und Setzzeit? Was bedeutet es für die Tiermütter und die Jungtiere? Wie kann ich während dieser sensiblen Zeit Rücksicht auf die Tiere nehmen? Haben Sie Kinder, dann freuen wir uns darauf, zu hören, wie sie auf das Video reagieren: Kurzer Dokumentarfilm zur Brut- und Setzzeit
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Allen, die in der Natur aktiv sein wollen, empfehlen wir einen Blick in unser Verzeichnis der Rehkitzretter-Teams. Jetzt, während der Hauptzeit der Mahd werden Helfer, zum Beispiel zur Sicherung von Feldhasen oder Rehkitzen während der Drohnensuche dringend benötigt. Ihr Anruf bei einem Team in Ihrer Nähe und Ihre Bereitschaft zu helfen, kann vielen Tieren das Leben retten.
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Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie uns weiterhin auf dem steinigen Weg für ein konfliktfreies Leben mit Wildtieren begleiten. Wir bleiben für Sie am Ball, informieren und setzen uns für die Abschaffung der Jagd und den Schutz von Wildtieren und für ihre Lebensräume ein.
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Herzliche Grüße,
Lovis Kauertz & und das Wildtierschutz-Team Wildtierschutz Deutschland e.V.
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Bilder: Jungfuchs: Olaf Liesche (oben), Rehkitz: Horst Kalscheuer (Mitte),unten: privat | Wildtierschutz Deutschland e.V. ist beim Amtsgericht Mainz im Vereinsregister 40782 eingetragen. Der gemeinnützige Verein ist nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG von der Körperschaftssteuer befreit (Steuernummer 08/667/0522/6, Finanzamt Bingen-Alzey). Impressum | Datenschutz. Spenden und Mitgliedsbeiträge können steuerlich geltend gemacht werden.
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